Verein Münchner Sportjournalisten
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Eugen Vorwitt zum Tage

Kolumne im Münchner Merkur am 4. November 1970

Goldene Eier

 

Nur langsam mit die jungen Pferde...! Warum denn so drängeln, Sportfreunde - bei Olympia '72 ist schließlich das ganze Jahr „Tag der offenen Hand". Und wer hat nicht schon den Bogen 'raus, wie man zu Geld kommt, ohne die Schalterstunden einhalten zu müssen ...Über den Daume(n) gepeilt 1,6 Milliarden muntere Piepen - das ist ja geradezu geschenkt. Stelle man sich nur mal vor, was es gekostet hätte, würden die Spiele nicht in München, sondern auf dem Mond stattfinden .. .

 

Olympia läßt die Puppen tanzen - und da schlagen die Herzen besonders heftig. Für den Sport natürlich. Oder für was sonst? Als ob das eine Wohltätigkeits-Organisation wäre - die Spiele '72 ziehen die „Obdachlosen“ an wie das Licht die Motten. Alle möglichen Leute kommen nach München gekarrt, um sich am olympischen Feuer ein bißchen die Hände zu wärmen. Wo 1,6 Milliarden unters Volk gebracht werden müssen, schwingt man sich nach finanziellem „Plattfuß" mit Leichtigkeit wieder aufs Rad.

 

Is' ja für ne janz jute Sache.. . Olympia '72 - ein Huhn, das goldene Eier legt. Bereitwillig kleckert's in so manches Nest.

 

Wäre ooch jelacht, würde sich da nischt machen lassen. Entweder sind wir Deppen Geschäftsleute - oder wir Geschäftsleute sind Deppen ... Schnorrer-König Poldi Wara-

schitz muß sich dagegen wie ein blutiger Anfanger vorkommen. Die Lobby - fast durch die Bank Leute, die im Sport „keinen Verwandten“ haben - wittert ihren Reibbach. Es scheint, als sei bereits die olympische Flamme in Erbpacht überlassen worden.

 

Gewissen Leuten muß das wohl ganz gewaltig imponieren. Im Geiste umarmen sie be-

reits die neuen Brüder des Olympischen Ordens. Ich werde das Gefühl nicht los, daß man hier so ganz auf die Schnelle mit mehr als fünf Mark dabei sein kann ...

 

Die große Familie des Sports nimmt alle mit offenen Armen auf - und mit ihrer Gutmü-

tigkeit zeigt sie dem Fuchs auch gleich den Weg zum Hühnerstall... Ihr ausgeprägter Riecher für's Pekuniäre verrät den „Freunden Olympias“, wo's warm 'rausgeht - und da stehen sie nun in langer Postenkette.

 

Olympia '72 muß wie eine Stichflamme in das Dasein dieser Leute gefahren sein. In München nicht mit von der Partie - so könnte man meinen -, käme für sie einem gesell-

schaftlichen Todesurteil gleich. Und dabei denken sie doch nur an Geld oder Publicity, wenn sie von Olympia sprechen!

 

Nur 'ran wie seinerzeit Blücher bei Kaub - und mit elastischer Moral und hemdsärmeliger Methode Olympia '72 auf die Bude gerückt. Und vor allem keinen Bahnhof kennen, wenn's bei Daume, Kunze, Reichart und Co. eh schon zugeht wie in einer überfüllten Sprechstunde: „Der Nächste, bitte!“

 

An Olympia hängt, zu Olympia drängt eben alles ...Nur beschleicht die verdienten Män-

ner und Frauen, die zeitlebens mit dem Sport verheiratet sind, schön langsam das ungute Gefühl, daß all jene, die heute dem Sport das hohe Lied singen, ihm 1972 nach den Olympischen Spielen in München 'was pfeifen könnten ...

Die Fußball-WM 1974

Die Nacht und der Tag nach dem Titelgewinn

Als Gerd Müller überraschend zurücktrat

(7. Juli 2014) - Der TItel war gewonnen die Texte geschrieben und die Süddeutsche Zei-

tung schon im Verkauf. Zeit zum Feiern, nicht nur für die weltmeisterlichen deutschen Fußballer, sondern auch für die Journalisten, die mit ihnen sechs Wochen lang quer durch die Bundesrepublik unterwegs gewesen waren.

 

Wer eine Einladung zum FIFA-Festbankett im Bayerischen Hof hatte, freute sich auf einen stressfreien Abend bei gutem Essen und unbeschwertem Trinken. Weil ich keinen Anzug besaß, hatte ich mir, in Sorge, es könne mir der Zutritt zu den Feierlichkeiten verwehrt bleiben, einen solchen vom Schwager geborgt, Cord, dunkelblau.

 

Aus dem gemütlichen Abend wurde für die Journaille Stress pur. Den vor der Tür des Festsaals verkündete Frau Müller Herrn Müllers Rücktritt aus dem DFB-Team, nach 62 Länderspielen und 68 Toren.

 

Das wäre natürlich die Schlagzeile gewesen. Aber spät am Abend eine Zeitungsseite um-

zubauen, war im Bleisatz fast unmöglich. Es reichte gerade noch für eine einspaltige 22 fette Zeilen Meldung: Gerd Müller: Schluß mit Länderspielen. Die letzte war ein Zitat von Franz Beckenbauer: "Gerd, du bist wahnsinnig."

Als der Kaiser ungnädig nachtrat

(7. Juli 2014) - Gerd Müller trat ab, Franz Beckenbauer trat nach. Er hatte in Buch schrei-

ben lassen, mit Rundumschlägen gegen FIFA. Der Weltverband hatte die Frauen der Spieler nicht zum Bankett geladen. Und gegen den DFB, mit dem die Fußballer bis kurz vor WM-Beginn um die Prämien gestritten hatten.

 

Seine Zukunft im DFB-Team sah Beckenbauer damals so: "Ob ich 1978 bei der WM in Argentinien noch dabei bin, weiß ich nocht nicht. lIch fühle mich im MOment in guter Verfassung. Ich spiele so lange man mich braucht. Das ist sehr entscheidend."

 

1976 führte er die deutsche Mannschaft ins EM-Finale, 1977 war er wieder Meister - US-

amerikanischer, mit Cosmos New York.

Die Texte stammen aus einer Zeit, in der es nicht nur bei der Süddeutschen Zeitung noch keinen Blockumbruch gab oder dieser eher ein Zufallsprodukt war ("Einige sind...").

Vor 50 Jahren: 1860 DFB-Pokalsieger

2:0-Sieg über Eintracht Frankfurt im Stuttgarter Neckarstadion

Rudi Brunnenmeier mit dem Pokal. Mit DFB-Präsident Hermann Gösmann (l.) und dem Spielausschuss-Vorsitzenden Hans Deckert am 13. Juni 1964 im Stuttgarter Neckarsta-

dion.

(13. Juni 2014) - 34 Grad zeigte das Thermometer im Schatten der Tribüne des Stutt-garter Neckarstadions. Doch auf dem  Rasen waren die Fußballer der brennenden Sonne schutzlos ausgesetzt. Und ab der 11. Spielminute mussten die Sechziger für ihren Außenverteidiger Rudi Steiner mitrennen. Der hatte eine Oberschenkelverletzung erlitten, wurde zehn Minuten lang behandelt und humpelte noch vor dem Halbzeitpfiff in die Kabine, wo ihm Vereinsarzt Hanns Galli einen Klebeverband anlegte. In der zweiten Spielhälfte hinkte Steiner als eine Art Linksaußen die Seitenlinie entlang, dem damaligen Stammplatz der Verletzten, denn auswechseln war noch nicht erlaubt.

 

Trotz dieser Schwächung gelang 1860 vor 45.000 Zuschauern ein überlegener Sieg. Wil-

fried Kohlars (44). mit einem Schuss in die linke Torecke und Rudi Brunnenmeier (64.), der den Ball an Torhüter Loy vorbei mit links ins Netz schlenzte, waren die Torschützen, Hennes Küppers traf nur den Querbalken.

C. Hansen berichtete für Kicker Sportmagazin über den Empfang der Sechziger durch den Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel auf dem Münchner Rathausbalkon. Hinter diesem Pseudonym versteckte sich der damals 25-jährige Hans Eiberle, Redakteur der Süddeut-

schen Zeitung, später Vorsitzender des Vereins Münchner Sportjournalisten (VMS).

VMS-Aufnahmeantrag.pdf
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Bürgermeisterin Christine Strobl „blutet das Herz“

Sportbeirat besichtigt den geschlossenen Siemens-Sportpark

(23. Juli 2013) – Das Eingangstor ist verschlossen. Der Siemens Sportpark liegt verlas-

sen da. Fußballtore ragen aus dem hohen Gras. „Mir blutet das Herz“, sagte Bürger-

meisterin Christine Strobl beim Besuch des Münchner Sportbeirats in der Sportanlage der Siemens AG. 145 000 qm Fläche mit Sporthalle, Fußballplätzen und einer Leichtath-

letikanlage liegen brach. „Die Stadt sucht händeringend Flächen für Kinder und Jugend-

liche. Hier ist ein Gelände, und das hier ist zu gesperrt.“

 

Nur der Tennisverein mit 1000 Mitglieder, davon rund 400 ehemalige oder derzeitige Sie-

mens-Mitarbeiter, wird noch geduldet. Doch der Pachtvertrag läuft zum Jahresende aus, danach sind nur noch kurz laufende Anschlussverträge in Aussicht gestellt.

 

Die Siemens AG hat ihren Standort Hofmannstraße zugunsten von Neuperlach aufge-

geben und benötigt des Sportgelände nicht mehr. Da es sich zum Teil um Landschafts-

schutzgebiet handelt, ist eine kommerzielle Nutzung ausgeschlossen. Das Gelände wurde der Stadt München für einen symbolischen Euro zum Kauf angeboten. Der schei-

terte bisher auch daran, dass sich Siemens damit der Verantwortung für die Sportstätte ohne vorherige Sanierung entledigen will. Die Verhandlungen dauern an.

                                                Bericht: Hans Eiberle, Mitglied des Münchner Sportbeirats

Geburtstage

Mihai Rusu

Numerisch 65, biologisch Youngtimer

Er bewegt sich dank seiner immer noch sauschnel-

len Beine und seines guten Auges im „Tivoli Ten-

nis“ in München immer noch wie ein Youngster. So wie früher, als er, hauptberuflich bei Radio Free Europe, sehr häufig auf dem Tennisplatz zu finden war. Vom Büro auf den Tenniscourt waren's gerade mal 90 Meter. Das war nach der Zeit, in der der gebürtige Rumäne Michael Rusu u.a. die damalige Weltklassespielerin Sylvia Hanika trainierte, die einst Branchengrößen wie Tracy Austin, Martina Navratilova & Co das Fürchten lehrte. Mihai Octavian Rusu selbst stand – allerdings im Schatten der berühmteren Ilie Nastase und Ion Tiriac – auch im Tennis-Daviscupteam Rumäniens. Später fungierte er in seiner Geburtsstadt auch als Turnierdirektor der „Open“ in Bukarest.

 

Der (Tennis-)Sport war die eine Seite Leben des Michael Rusu, der zehn Jahre Profi, viermal rumänischer, später dreimal Journalisten-Weltmeister und viermal deutscher JungSeniorenmeister wurde und zudem sein Trainerdiplom und das für Sport-Manage-

ment schaffte.

 

Die andere Seite war seine Tätigkeit als Redakteur in der Rumänien-Abteilung von Radio Free Europe am Englischen Garten in München (1983 – 1995). Zum Abschied erhielt er ein Diplom des Weißen Hauses, signiert von Bill Clinton. Bis 2001 war Rusu – immer noch mit Hauptwohnsitz in München – als Pressechef bei den „Rumänien Open“ und erhielt später für seine Tätigkeit bei „Radio-Romania Jugend“ den Titel „Excellent“. Zudem engagierte er sich bis 2005 bei der Reform des rumänischen Sports und des Tennisverbandes, in dem er 2013 für den Präsidentenposten kandidierte. Erfolglos - der politische Einfluss der rumänischen SPD war stärker.

 

Doch der Sport ließ ihn nicht los: 2006 übernahm Rusu die deutsche Lizenz des „Kicker Sportmagazin“ für Rumänien und war 2012 Mitbegründer der Sports Press Association in Rumänien. Dafür erhielt er einen Journalistenpreis aus dem Königlichen Hause Hohen-

zollern in Rumänien.

 

Ein Leben für den (Tennis-)Sport - und für seine Heimat Rumänien. Happy Birthday zum 65. am 9. Juni! Dein alter Freund, Kollege und Tennispartner

                                                                                                                  Conny Konzack

 

Foto: Mihai Rusu (r.) mit dem rumänischen Staatspräsidenten Traina Basescu in Berlin bei der Übergabe des Rusu-Reformprojekts für den rumänischen Sport.

Lutz Bäucker 60

BR-Radltour und Kreuzfahrt

Wer genau hinhört, erkennt in seiner Stimme noch die Thüringer Wurzeln. Natürlich stark abgeschliffen durch die Jugend im Stuttgarter Vorort Fellbach und durch inzwischen mehr als drei Berufsjahrzehnte in München.

 

Es gibt nicht viele Kollegen beim Bayerischen Rundfunk, die über eine so lange Zeit so regelmäßig und so markant „rüberkommen“ wie Lutz Bäucker. Der Reporter mit der dichten, schon lange weißen Mähne fällt sofort auf im Pulk der Anfangs-30iger, wenn er das Mikrophon mit dem blauen BR-Windschutz in der Mixed-Zone nach vorne schiebt auf der Jagd nach O-Tönen von FC Bayern-Spielern oder DSV-Ski-Adlern.

 

Gelernt hat der studierte Apotheker sein Reporter-Handwerk auf der Deutschen Journa-

listenschule in München. Danach fing's für den Spätzünder an mit Jobs im Hintergrund als redaktioneller Zuarbeiter von Thomas Gottschalk und Günther Jauch. Erst allmählich fand Lutz Bäucker ins Sport-Resort und zu seinem eigenen Stil als Reporter: Beiträge mit herrlich zugespitzen Texten, gespickt mit einem Feuerwerk aus genau den prägnanten Aussagen, die am nächsten Tag in der Zeitung zitiert werden. Dazu profiliert sich der journalistische Allrounder weiterhin hinter den Kulissen als routinierter wie kreativer Sendungsplaner.

 

Gleich nach seinem Geburtstag am 6. Juni kommen übrigens regelmäßig die schönsten Wochen im Jahreskalender von Lutz Bäucker, der genauso gern unterwegs ist wie er arbeitet. Wenn er beides verbinden kann als Chefreporter der BR-Radltour oder der BR-Kreuzfahrt.

 

Herzlichen Glückwunsch zum 60igsten!                                                            Fritz Häring

Herbert Jung 75

Ein Ocar von der FIS

Herbert Jung macht seinem Nachnamen alle Ehre. Der ehemalige Sportchef von BILD München, der am am 5. Mai seinen 75. Geburtstag feiert, schaut jünger aus und kommt stets bestens gekleidet daher. Und er fühlt sich auch so. Immer noch ist der umtriebige Journalist sportlich aktiv (auf Skipisten und Golfplätzen mit Hcp. 16.6), gern gesehener Gast bei vielen (Sport)-Stammtischen zwischen München und seiner zweiten Heimat Kitzbühel - und das Schreiben kann er auch nicht lassen. Weil´s ihm Spaß macht und es ihn buchstäblich jung hält.

 

Als Jugendlicher ist Herbert Jung geschwommen, mit dem KTV Karlsruhe holte er den deutschen Mannschaftstitel. Dass er beruflich bei Fußball und Skisport landen würde, hätte er selbst nicht geglaubt. Jung hatte eine Karriere als Elektro-Ingenieur angesteuert. Doch schon nach wenigen Semestern an der TU Karlsruhe merkte er, dass Stromkreise und Dioden nicht seine Welt waren. Er wurde 1961 Volontär beim Sportkurier, der seine Redaktion in München hatte und in Augsburg gedruckt wurde, übrigens als Nachfolger von Hans Eiberle, der zur Süddeutschen Zeitung wechselte.

 

Fußball war schnell Jungs Metier, ebenso Ski alpin. Schon 1964 berichtete er von den Olympischen Spielen in Innsbruck. Zehn weitere Winterspiele (und München ´72) sollten im Laufe seines Berufslebens dazukommen. Bald führte ihn sein Weg zu BILD München. Dort übernahm er 1979 das Sportressort und löste seinen Mentor Klaus Müller ab, der zu Adidas wechselte. Es war die Zeit, als der Stern des FC Bayern bereits hell strahlte. Besonders von Franz Beckenbauer war Jung höchst beeindruckte. „Der Franz ist auch heute noch für mich der größte Sportler aller Zeiten“ sagt der Vater zweier Söhne. Der Bayern-Weltstar war sein Trauzeuge. Noch heute pflegen die beiden besten Kontakt.

 

Das gilt auch für Rosi Mittermaier. Jung begleitete die glanzvolle Karriere der zweifachen Olympiasiegerin vom ersten Tag an und er freute sich im Februar in Schladming bei der WM, wo Rosis Sohn Felix WM-Silber im Slalom holte. Auch für den ehemaligen BILD-

München-Sportchef gab es dort einen tollen Preis. FIS-Präsident Gian-Franco zeichnete den Jubilar mit dem „FIS-Media-Award“ aus, dem Journalisten-Oscar des Skisports, für die Berichterstattung von 21 Ski-Weltmeisterschaften. Bereits 2004 hatte Jung den Medienpreis des bayerischen Ministerpräsidenten in Empfang nehmen dürfen.

 

Das mediale Tagesgeschehen Herbert Jung, seit 1969 VMS-Mitglied, immer noch inten-

siv. Auch kritisch. „Die Arbeit heute ist eine ganz andere. Ich denke, wir durften die ganz großen Zeiten erleben. Da gab es vor allem noch Sportler ohne eigene Medienmanager, dafür mit eigener Meinung. Wir konnten auch zum Beispiel mit dem FC Bayern problem-

los im Bus mitfahren oder logierten mit der Mannschaft im selben Hotel. Heute alles unvorstellbar“, sagt Jung und ist dankbar, dass er diese Epoche miterleben durfte.

 

Nicht „for ever young“, vielmehr „noch lange gesund bleiben und ein bisschen Glück“ wünscht der Verein Münchner Sportjournalisten (VMS) seinem Mitglied Herbert Jung zum 75. Geburtstag. Er wird auch damit sehr gut leben können.                         Peter M. Lill

Frank Leonhardt 65

Ruhestand im Trullo

Das Champions-League-Spiel des FC Bayern gegen Juventus Turin in der Allianz Arena war das letzte große Fußballspiel, das Frank Leonhardt für die Deutsche Presse-Agentur (dpa) fotografiert hat. Das letzte von wie vielen? Der Fotograf hat sie nicht gezählt, ebenso wenig die alpinen Skiweltmeisterschaften, die Tennisturniere. Auch nicht die Politiker, die er abgelichtet hat, und andere Promis.

 

Frank Leonhardt kam 1981 von der Fotoagentur Horstmüller nach München zur dpa. Er blieb 32 Jahre. Am 24. April feiert er seinen 65. Geburtstag, kurz davor wurde er in den Ruhestand verabschiedet. Was er da macht? Weiter fotografieren, und Urlaub in Italien.

 

Sein Hobby steht in Apulien. Dort hat sich Leonhardt im Lauf der Jahre ein Trullo gebaut, „Stein auf Stein“, sagt Stephan Jansen, Chef der dpa-Bildredaktion. Trulli sind Rund-

häuser, deren Steindächer sich nach oben in einem Kraggewölbe verjüngen und mit einem symbolischen Schlussstein, dem Zippus, oft aber auch mit einer Kugel oder einem anderen Symbol, abgeschlossen werden.

 

Alles Gute für den Ruhestand wünschen die Münchner Kollegen.

Rainer Martini 65

Besonderer Blickwinkel

Als Rainer Martini am 1. Januar 1970, also vor mehr als 40 Jah-

ren, zur Fotoagentur SVEN SIMON kam war er für mich so unbe-

schrieben und weiß wie ein unbelichtetes Blatt Fotopapier. Im Zuge großer Aufgaben, die auf unsere Agentur zukamen (Olympische Spiele 72 in München), sollte sich dieser Zustand aber schnell ändern. Ein junger hochaufgeschossener, etwas „maulfauler" Münsterländer, auf dem Weg zu einer steilen Fotografenkarriere.

 

Schon bald konnte man erkennen - der packt es! Außergewöhnliche Sichtweisen, besondere Blickwinkel und ein ausgeprägter Sinn für journalistische Hintergründe machten sein Bilder für die Agentur zu dieser Zeit unverzichtbar. 1971 und 1972 wurde er vom VDS für das Sportfoto des Jahres ausgezeichnet.

 

Leider, wie dies dann oft logisch ist, wurde die Welt der Bildagentur für Rainer Martini schnell zu eng. Nach knapp drei Jahren verließ er unsere Agentur und machte sich selb-

ständig, für den Ausnahmefotografen die richtige Entscheidung. Er fotografierte u. a. für Stern, Focus, Spiegel, Merian und GEO.

 

Bei Fotografen ist es immer besser nicht über sie, sondern über ihre Bilder zu sprechen. Bilder sagen mehr als tausend Worte! Sie öffnen oftmals den Blick in sein Innenleben und seine, sich im Verlauf des Lebens verändernde Gefühlswelt.

 

Bei Rainer Martini, seit 42 Jahre Mitglied des Vereins Münchner Sportjournalisten, ist dies nicht besonders schwer. Eine erhebliche Anzahl schönster Fotobücher dokumentieren den langen Weg eines erfolgreichen Fotografen, der in Kinsau im Landkreis Landsberg lebst und sich seit einigen auf Fotoreisen und Seminare spezialisiert hat.

 

Vom Chiemsee aus wünsche ich, quer durch Bayern, dem früheren Mitarbeiter der Agentur SVEN SIMON zu seinem 65. Geburtstag am 10. April alles Gute. Der VMS gratuliert mit einem Präsent.                                                                 Günter R. Müller

Geschäftsstelle:

Verein Münchner Sportjournalisten (VMS)

Geschäftsführer:

Diethelm Straube

Türkenstr. 95

80799 München

 

T 089 99019250 

info(at)vms-sportjournalisten.de

1. Vorsitzender

Thomas Walz

T 0170 2268043

thomas.walz(at)vms-sportjournalisten.de

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Geburtstage im März 2017

Maria Mühlberger 80          Golfen beim Kalima              und  31 Grad im März

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"Verletzt, verkorkst, verheizt"

Die jungen Sportler sind die Krüppel von morgen.

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Anno dazumal

Als Gerd Müller zurücktrat        Als Beckenbauer nachtrat

Wenn Ronny mit                         dem Kopf abstaubt

Fußballsprache oder ganz schlechtes Deutsch?

 

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