Verein Münchner Sportjournalisten
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Neue Bücher

Wer ist der Allerbeste der Besten?

Wer ist unter den Top 10? Wo haben sich Stars wie Ronaldo, Alaba oder Lewandowski plat-

zieren können? Wer ist der beste Abwehrspieler? Wer hat es nicht auf die Liste geschafft? Und natürlich: Wer ist die Nummer 1 der Weltspitze?

Ein Redaktionsteam hat, basie-

rend auf Marktwert, Transfer-

summe, Mannschaftserfolgen und persönlichen Auszeichnun-

gen eine Rangliste erstellt, die für Überraschungen sorgt. Was

glauben Sie, auf welchem Platz

Thomas Müller liegt, Österreichs Fußballer des Jahres David Alaba, Dortmunds Marco Reus oder Portugals Renato Sanches? So viel sei verraten: Der Teuerste ist nicht zwangsläufig der Beste…(Verlagstext).

Sigi Bermann blickt zurück

Erinnerungen an ein Leben als Sportreporter

(26. Mai 2016) - 17 Jahre Sport am Montag, 3500 Boxkämpfe kommentiert – und jetzt kommen noch etwa 300 hinzu. Dr. Sigi Bergmann, die Sportreporter-Legende Öster-

reichs, ist bei Olympia 2016 in Rio erneut als Kommentator dabei. Bei der Mitglieder-

versammlung von sports-media-austria (SMA) in Fieberbrunn-Hochfilzen ernannten die SMA-Kollegen ihren Sigi zum Ehrenmitglied – unter minutenlangen Standing ovations.

Es sind – mit 78 Jahre – seine 21. Olympischen Spiele. „Sommer- und Winter freilich“, schickt Sigi Bergmann schnell hinten nach, „denn sonst wäre ich schon 120“. Dennoch findet er es „wahnsinnig“, dass „mir, einem Greis, noch einmal die Chance gegeben wird, mein Kommentatoren-Dasein zu verlängern“ – vermutlich um 300 Boxkämpfe.

Dabei hat Bergmann, der 2008 das Goldene Ehrenzeichen für die Verdienste um die Republik Österreich entgegennehmen durfte, den Beruf des „Sportjournalisten“ nie so klassisch angepeilt, wie man es heute vielleicht vermuten möchte, obwohl er einräumt, den Job von der Pike auf gelernt zu haben.

 

Promovierter Historiker, Opernsänger, Sportreporter, Autor

 

Erst einmal war er Volkschullehrer, begann dann, Geschichte, Germanistik und Philoso-

phie zu studieren und ist seit 1964 promovierter Historiker; außerdem ist er ausgebildeter Opernsänger. Er war selbst Boxer, in einer Gewichtsklasse, die es heute nicht mehr gibt. Berichterstattung über Boxn wurde zu seinem Beruf, die Oper ist seine Passion. Min-

destens einmal in der Woche geht der in Wien wohnende Bergmann in die Oper, auf dem Stehplatz selbstverständlich.

Im Herbst 2013 erschien sein Buch „Sigi Bergmann: Aus dem Notizbuch eines Sportreporters“. Eigentlich, so erklärt er, wollte er keine Biographie schreiben, geworden ist daraus eine Sammlung von Episoden und Erlebnissen, darunter auch viele heitere Geschichten, die besonders amüsant rüberkommen, wenn sie Sigi Bergmann mit einen Portion Selbstironie vorträgt, wie etwa im „Tirol-Haus“ des HSV Hochfilzen, unweit der gerade im Bau befindlichen Biathlon-Anlage für die WM 2017.

Aber der 78-Jährige, der seit Jahrzehnten mit der Krankheit Diabetes Typ I leben muss, betrachtet in seinen Erinnerungen auch die Kehrseite der Medaille und verhehlt nicht, dass nicht zuletzt seit den Anschlägen 1972 in München (es waren seine zweiten Olympischen Spiele als Boxkommentator) zu Hochsicherheits-Spielen geworden sind.

Und er schildert in seinem Buch den schrecklichsten Tag seines Lebens, als seine Mutter von Nazi-Soldaten erschossen worden war und er, der siebenjährige Bub, während sie verblutete, zehn Minuten lang in ihrem Arm gelegen habe. Es war ein Trauma, das er immer mit sich herumtrug, von dem er sich nicht befreien konnte. Und es ist das erste Mal, dass er in seiner Autobiographie über den 17. April 1945 so ausführlich spricht.

 

Sport als Seelentröster die heilende Wirkung des Sports

 

Natürlich darf in den Lebenserinnerungen Sigi Bergmann auch nicht jene an Muhammad Ali (Cassius Clay) fehlen, dessen große Kämpfe er alle kommentiert hat und dessen Fan er immer war. Etwa als er Muhammad Ali am 17. Oktober 1999 in der Wiener Staatsoper gesehen hat, als dieser bei einem Festakt zum Sportler des Jahrhunderts gekürt wurde, und wie es im gelungen sei, den schwer von Parkinson gezeichneten größten Boxer aller Zeiten die Hand zu reichen. Und dann drückt es selbst den Zuhörern die Tränen in die Augen, wenn Sigi Bergmann beschreibt, wie sich Ali an seinem Nacken festgehalten, von ihm habe hochziehen lassen, und ihm ins Ohr flüsterte: „Allah, bless you!“ – Gott segne dich.

Bei den Erzählungen von Sigi Bergmann zieht sich sein Thema „Sport als Seelentröster“ wie ein roter Faden durch seine Lesung vor den Sportjournalisten im „Tirol-Haus“. Er erinnert an wichtige Erfolge der Österreicher gegen die Siegermächte aus dem Zweiten Weltkrieg. Etwa an jenes Länderspiel gegen Frankreich am 6. Dezember 1945 im Wiener Prater-Stadion, das die „ausgemergelten Österreicher“ gegen „kraftstrotzende Franzo-

sen“ mit 4:1 gewannen, und für kurze Zeit konnten sich die Österreicher, die Liliputaner wie er es nennt, wieder wie eine Großmacht fühlen.

Deutschland und Österreich – die Verlierer des Zweiten Weltkriegs – seien durch ihre sportlichen Erfolge wieder aufgerichtet worden, sagt Sigi Bergmann über die seelen-

trösterische und heilende Wirkung des Sports. „Bei Deutschland war es das Wunder von Bern, Österreich hatte den Toni Sailer. All diese Triumphe“, erklärt Bergmann, „waren die Pflastersteine zurück“.                                                                                  Margit Conrad

Gerd-Müller-Buch: Hommage mit Fragezeichen

Besprechung von Hans Woller: Kann es auch anders gewesen sein?

Das Buch ist eine journalistische Hommage an Gerd Müller und den FC Bayern Mün-

chen. Dass der „Bomber der Nation“ zu seinem 70. Geburtstag eine solche hymnische Würdigung verdient, steht außer Frage, zumal in diesen schweren Zeiten für ihn und sei-

ne Familie. Wodurch er sich fast ein Anrecht darauf erworben hat, zeichnen die beiden Autoren minutiös und mit viel Sinn für das sprechende Detail nach: der Aufstieg aus kleinsten Verhältnissen, die Bewährung beim FC Bayern und der triumphale Einzug in die Walhalla des Weltfußballs, die nur den wirklichen Großen vorbehalten ist.


Ältere Fußballfans erleben dabei ein Dejà-vu-Erlebnis nach dem anderen, während die jüngeren, die nur andere Müller kennen, eine Art Nachhilfeunterricht erhalten, der ihnen den Atem stocken lassen wird: so viele Tore, so viele Siege - und dabei immer beschei-

den und auf dem Teppich geblieben.


Es gehört zu den Stärken des Buches, das gewiss kein Distanzschuss ist, dass auch dunkle Kapitel nicht ausgespart werden: die Sackgasse in Amerika, der Alkohol, die Probleme in der Ehe werden ebenso thematisiert wie die beileibe nicht immer span-

nungsfreien Beziehungen zum FC Bayern München und das mitunter eisige Binnenklima im Verein.


Gerd Müller hätte die "Bayern" schon 1973 am liebsten in Richtung Barcelona verlassen. Ohne das Veto des DFB wäre er damals wohl schon genauso im Streit geschieden wie 1979, als Führung und Mannschaft von einer kollektiven Amnesie befallen waren und nicht mehr wussten, was man auch einem alternden Gerd Müller noch schuldig war.
 

Die Autoren gehören seit langem zum Umfeld des FC Bayern München und konnten des-

halb bei ihren Recherchen aus dem Vollen schöpfen. Alles, was Rang und Namen hatte und hat, stand für Interviews zur Verfügung. Dass die Routiniers auch die Presse nutzten, versteht sich von selbst; auch auf die elektronischen Medien griffen sie ausgiebig zurück.
 

Ob Udo Muras und Patrick Strasser ganz zufrieden sind mit ihrem Buch sind, mag man dennoch bezweifeln. Ihre Erklärung, dass sie „aus Rücksicht und Respekt gegenüber Gerd Müller und seinen Angehörigen darauf verzichtet“ haben, „bestimmte persönliche Informationen zu veröffentlichen“, wirkt wie ein irritierendes Ausrufezeichen, das sich angesichts des ostentativen (aber völlig unangebrachten) „Tut ihm nicht weh“ und der vielen zwischen den Zeilen eingestreuten Vorbehalte am Ende zu einem großen Fragezeichen verwandelt: Kann es auch anders gewesen sein?

Ein Fotograf als Buchautor

Oliver Hamanns Krimi - sein Vater schrieb ein Buch über Schmeling

Von einem Fotografen erwartet man eher einen Bildband über Furteventura als den Krimi „Der Wasserkrieg“, der auf der Kanareninsel spielt.

 

Ich habe schon einige Male auf der Insel Urlaub gemacht. Die Landschaft ist ja eher karg, deshalb habe ich meine Kamera selten ausgepackt. 2010 bin ich am Strand der Costa Calma entlang gejoggt. Dabei habe ich auf einer Klippe ein Polizeiauto stehen sehen. Die Situation war etwas skurril, und da kam mir die Idee zu einem Kriminalroman - also ein Geistesblitz.

 

Hatten Sie vorher einen Bezug zum Schreiben?

 

Nicht direkt, das ist mein erstes Buch.Aber vielleicht habe ich ein wenig Talent von meinem Vater Carl Otto Hamann geerbt. Er war Journalist und hat 1922 ein Buch über Max Schmeling geschrieben, „Ein Leben auf eigene Faust“.

 

Wie lange haben Sie an Ihrem Roman geschrieben?

 

Ich bin ja voll berufstätig, aktuell als Head of Sales bei der Axel Springer Syndication in Berlin, und habe deshalb in meiner Freizeit geschrieben. Mit Ergänzungen und Korrekturen dauerte das etwa zweieinhalb Jahre lang.

 

Weshalb ist ein E-book daraus geworden und kein gedrucktes Buch?

 

Ich habe eineinhalb Jahre versucht, das Buch bei einem Verlag unterzubringen. Das wäre auch fast gelungen, aber die Verlagsleitung hat sichdann doch anders entschieden. Dann habe ich überlegt, was ich mache und mich zur Veröffentlichung als e-book entschlossen, damit ich auf den Markt komme.

 

Wie funktioniert das?

 

Das ist bei Amazon relativ einfach. Man lädt die fertige Geschichte hoch, gibt an, welchen Verkaufspreis man erzielen möchte, gestaltet eine Titelseite - was ich mit einem meiner wenigen Fotos aus Fuerteventura getan habe - und gibt es zur Veröffentlichung frei.

 

Und dann?

 

Geschieht erst mal nichts. Man muss natürlich Werbung machen. Ich habe Verwandte, Freunde und Bekannte angesprochen und gesagt: Schau' mal rein, ich habe was geschrieben.

 

Wie kam es zum Preis von 3,49 Euro?

 

Ich habe geschaut, was Andereverlangen und habe mich für 3,49 Euro entschieden, etwa soviel wie ein LatteMacchiato kostet.

 

Haben Sie schon was verkauft.

 

Ja, es gut läuft an, aber das Buch steht ja erst seit 14 Tagen im Netz.

 

Gespräch: Hans Eiberle

Das Tor der Tore

SZ-Mitglied Peter Bizer über sein Leben als "Zuguck-Weltmeister"

AUSZUG AUS „DAS TOR DER TORE“

Seite 56-58

 

1974 wieder Weltmeister. Mit dem Telefonhörer in der Hand auf der Pressetribüne des Münchner Olympiastadions, wo es am 7. Juli 1974 zwischen Deutschland und den Nie-

derlanden um alles geht. Neunzig Minuten lang direkt verbunden mit Johann Mayer, einem der Stenografen der Süddeutschen Zeitung. Der schreibt in Kurzschrift auf, was ihm auch die trefflichen SZ- Kollegen Schiefele, Günther und Eiberle diktieren, um es dann auf einer Schreibmaschine druckreif abzutippen.

 

Ich bin für das „Grüne“ zuständig, für das Drumherum, für die Schilderung der Stimmung – und damit für die spießigste Schlussfeier aller Zeiten: Singstunde der 80 000 zusam-

men mit den Fischer-Chören. Unendliche Minuten lange Parade von sechzehn leeren Mannschaftsbussen rund ums Spielfeld, was lediglich bei Mercedes prima ankommt. Dazu Gunter Noris und die Big Band der Bundeswehr. Was allerdings danach kommt, das ist eindeutig schmissiger. Neeskens, Breitner, Müller und damit 2:1.

 

Schräg hinter mir sitzend, ruft Rudi Michel, der allseits beliebte Fernsehkommentator, ein-

fach nur „Tor“ ins Mikrofon, als Müller „müllert“. Einfach nur „Tor“. So wie acht Jahre zuvor beim Finale im Wembley-Stadion zu London, da allerdings sehr weltmännisch: „Goal!“ Kurz und bündig. Nur beim „dritten Tor“, das ja bekanntlich keines war, sagte er „Tor“. Um es auch gleich wieder anzuzweifeln. Irgendwie tut man sich noch schwer mit dem Schwarz-Rot-Goldenen.

 

Nur die gewichtigen Herren des Deutschen Fußball-Bundes nicht, die pflegen ihr humor-

freies Deutschsein: Kein Zutritt für die Spielerfrauen zum gemeinsamen Festmahl der Weltmeister. Ein aufgebrachter Hoeneß muss seine Frau Susi wieder von einem der ge-

deckten Tische holen und diktiert uns Presseleuten geharnischte Kommentare in den Block. Müller und Breitner, die beiden Torschützen, genehmigen sich vor den Türen de-

monstrativ dicke Havannas, und der „Bomber der Nation“ entschärft sich dann auch noch selbst, indem er, Krawatte schon auf Halbmast, seinen Rücktritt aus der Nationalmann-

schaft erklärt. Aber war nicht noch was an diesem Tag? Ach ja. Wir sind die Weltmeister.

Klaus Hoeltzenbein, Ressortleiter Sport und Herausgeber: „Die SZ-Sportredaktion hat wäh-

rend der Weltmeisterschaft einen hochwertigen und farbenprächtigen Text- und Bildband entworfen. Darin können Sie noch einmal alle Spielberichte und die interessantesten Re-

portagen, Porträts und Glossen nachlesen. Oder lesen Sie exklusiv das Interview mit Tho-

mas Tuchel, der das Turnier aus der Perspektive eines langjährigen Bundesliga-Trainers analysiert. Das WM-Buch der SZ mit 440 Seiten ist ab diesem Wochenende im Handel, Sie können es bequem zum Vorzugspreis für SZ-Abonnenten (29,90 Euro; Ladenpreis 39,90 Euro) online über unseren SZ-Shop (http://szshop.sueddeutsche.de/Lesen/Edition/Brasil-2014.html) beziehen.

Einfach besser Fußballspielen

Das Standardwerk für Trainer und Spieler

223 Seiten Broschur (4-farbig inkl. DVD)

24,99 €(D), 25,70 €(A), sFr. 34,70

ISBN 978-3-86883-431-4

rivaVerlag, München 2014

Ulli Lommel

Campo Bahia. Vision oder Wahnsinn?

Die unglaubliche Geschichte des DFB-Camps in Brasilien

Europa Verlag, 216 Seiten, 13,7 x 21,7 cm, Klappenbroschur, mit zahlreichen Fotos, vierfarbig, 14,99 € (D) / 15,50 € (A) / 21,90 CHF. ISBN 978-3-944305-75-2

 

http://www.europa-verlag.com/global/download/%7BNBCILOBMEB-662014102020-RQXIRJQSDL%7D.pdf

Elisabeth Schlammerl

Gebunden, 14,5 x 22 cm, 320 S.
Inkl. vierfarbigem Bildteil
Nr. 395.525, €D 21,95
€A 22,60/CHF 32.50* | SCM Hänssler
Wolff-Christoph Fuss, Diese verrückten 90 Minuten, Das Fuss-Ball-Buch, 288 Seiten, 19,99 € (D), 20,60 € (A), 28,50 (CHF), C. Bertelsmann Verlag

Ein Gespräch mit dem Autor Wolff-Christoph Fuss

Wie kam es dazu, dass du als Fußballkommentator mit 37 Jahren unter die Schriftsteller gegangen bist?

 

Das war die zentrale Frage die ich mir vor etwa einem Jahr gestellt habe. Eine Literatur-

agentur war gerade an mich herangetreten und konfrontierte mich mit der Idee, ein Buch zu schreiben, das meinen Werdegang skizziert, und gleichzeitig von Spielen aus der jüngeren Vergangenheit erzählen sollte, die jeder Fussballfan gesehen hat. Es sollte eine Seite beleuchten, die man noch nicht so kennt, einen Blick hinter die Kulissen der TV Branche ermöglichen. Eine Anekdotensammlung vor, während und nach Fussball-

spielen. Stimmen, Stimmungen, Begegnungen, mit Akteuren, Offiziellen, Trainern, Fans, Präsidenten, Schiedsrichtern. Ich ließ mich überzeugen und wollte zunächst den Beweis antreten, das das niemanden interessiert. Aber ich hatte mich geirrt. Die Reso-

nanz war überwältigend. So entstand das Buch.

 

Hattest Du einen Schreiber oder stammt wirklich alles aus deiner Feder?

 

Das war für mich eine Grundvoraussetzung, dass ich es entweder selbst mache oder gar nicht. Ich kommentiere ja auch selbst.

 

Was bezweckst Du mit dem Buch und in welche Kategorie würdest Du das Buch ein-

ordnen?

 

Formal wird es glaube ich als Sachbuch geführt. Es ist ein Fuss-Ball-Buch. Logischerweise mit autobiographischen Momenten, ich habe das ja alles selbst erlebt. Es ist ein Reisebuch, weil es von vielen Europapokal-Tripps in europäische Metropolen und in die Peripherie erzählt. Es ist ein kulinarisches Buch, weil es von Abendessen oder Frühstücksmomenten sowie von Hotelaufenthalten erzählt. Alles mit einem Augenzwin-

kern. Insofern könnte es sein, dass der Leser mitunter sogar mal schmunzeln muss. Ob es dadurch auch ein Witzebuch ist, muss jeder selbst entscheiden. Aber ein Hauch Humor schwingt in jedem Fall mit.

 

Kritiker könnten sagen, wen interessiert schon, was ein Fußballkommentator beim Abendessen erlebt. Was entgegnest Du denen?

 

Naja. Wer ein Enthüllungsbuch erwartet, oder eines dass die Welt verändert, dem kann ich tatsächlich nicht helfen. Dem sei das Buch der Bücher empfohlen. Diese Art von Kritik hat etwas absurdes weil sie auf 99% aller Bücher zutrifft. Darum ging es und geht es mir nicht. Wir erzählen ja auch in den Stadien bestenfalls von der schönsten Nebensache der Welt.

 

Nach den Erfahrungen mit diesem Buch, bist Du auf den Geschmack gekommen?, sprich wird es weitere Bücher geben?

 

Es ist zunächst mal nichts geplant in diese Richtung. Wobei ich in der Tat sagen muss, dass mir die Arbeit großen Spaß gemacht hat. Diese Momente des Erinnerns, diese Art eines nachträglichen Tagebuchs, haben mich viele Momente der letzten 20 Jahre nochmals nacherleben lassen. Das hatte für mich ganz persönlich in dieser schnelllebigen Welt einen Effekt des Innehaltens und des Reflektierens. Das hat mir gefallen.

 

Interview: Thomas Walz

Peter Bizer: Uli Hoeneß, Nachspiel. Mensch, Macher, Mythos

Ellert & Richter Verlag Hamburg

192 Seiten mit 55 Abbildungen

Hardcover mit Schutzumschlag. € 16,95

 

Besprechung hier

„Hingerissen von sich selbst“

Autor Peter Bizer über Aufstieg und Fall des Uli Hoeneß

Peter Bizer, Jahrgang 1940, hat ein Buch über Uli Hoeneß geschrieben. Das ist schon 40 Jahre her, sie kannten sich aus Ulm. Das Werk trägt visionäre Züge, wie man jetzt weiß. Der junge Autor konnte es nicht ahnen, über seherische Fähigkeiten verfügt er nicht. Doch was Bizer damals beobachtete, analysierte und mit feiner Feder niederschrieb , ist vier Jahrzehnte später ein wichtiges Hilfsmittel beim Versuch, sich der vielschichtigen Person Uli Hoeneß zu nähern.

 

Der Autor, seit 44 Jahren VMS-Mitglied, hat auf sein Frühwerk zurückgegriffen, als er das Hoeneß-Buch 2014 schrieb. Das ging in Druck, ehe über den Steuerbetrüger vom Tegernsee Recht gesprochen wurde. Das Strafmaß spielt aber gar keine Rolle, denn der Leser kann sich sein Urteil selber bilden.

 

Bizer schildert einen Menschen, den Begabung, Fleiß und Erfolgshunger in schwindeler-

regende Höhen seines Daseins führten. Ein Streber, ein Gutmensch, vor allem aber ein Zocker. Und der viel zu spät erkannte und bekannte, dass es zwei Uli Hoeneß' gibt – mindestens.

 

Meine Lieblingsszene im 1974 erschienenen Buch ist die, in der Herbert Jung, nachma-

liger Ressortleiter Sport von Bild München, die Schlussszene aus Hoeneß' Hochzeit 1973 in Rottach Egern schilderte: „Plötzlich ein lautes störendes Knarren neben dem Altar. Langsam, wie von Geisterhand, öffnet sich die schmale Eichentür zur Sakristei. Die Helle des dahinter liegenden Raumes wirft einen großen Schatten auf den Marmorboden vor dem Altar. Dann steht eine massige Gestalt im Rahmen: Franz Josef Strauß. Fünf Minuten vor Ende der Trauung erscheint der prominenteste Hochzeitsgast.“ Der CSU-

Vorsitzende gratulierte mit einem Gewürzblumenstrauß unter dem Blitzlicht-Gewitter zahlreicher Fotografen als Erster dem jungen Paar.

 

Uli Hoeneß hat schon früh die Nähe der Mächtigen gesucht, vor allem jener aus der Politik. Und irgendwann hielt er sich selbst für allmächtig und unverwundbar – ein verhängnisvoller Trugschluss.

 

Hat Hoeneß sich schon so gesehen, als er, Jung-Siegfried gleich, zum EM- und WM-Titel stürmte? Oder sich nach dem Flugzeugabsturz, den nur er überlebte, für unsterblich gehalten? War es ein schleichender Prozess während des schwindelerregenden Höhen-

flugs des FC Bayern? Sauerstoffmangel löst Höhenrausch aus.

 

Diese Frage wird im Buch nicht gestellt. Auch der Spiegel-Autor Jürgen Leinemann, der seine Hoeneß-Geschichte mit: „Hingerissen von sich selbst“, schilderte nur eine Mo-

mentaufnahme. Es sah Hoeneß „irgendwo zwischen J.R. Und Polykrates angesiedelt (,dies alles ist mir untertänig...')“.

 

Das Buch macht deutlich, dass viele Menschen hingerissen von Uli Hoeneß waren: Politiker, bis hin zur Kanzlerin, Wirtschaftsbosse auch. „In Deutschland galt Uli Hoeneß immer als kundiger Gesprächspartner für Finanzthemen aller Art. Im Handelsblatt-Investor ging Hoeneß mit Händlern und Investmentbankern in den großen Finanzzentren der Welt hart ins Gericht, er fand Spekulationen auf Agrarrohstoffe abartig.“ Das Fuß-

ballvolk blieb in Treue fest. Bizer zitiert Christian Spiller, der in der Zeit über die Jahres-

hauptversammlung des FC Bayern schrieb: „Auf der Bühne steht ein Steuerbetrüger. Die betrogenen Steuerzahler vor ihm jauchzen wie von Sinnen.“

 

Peter Bizers Fazit: „Uli Hoeneß ist dem großen Spiel verfallen, dem auf dem Rasen und dem an den Börsen“. Er sei „ein Opfer seiner selbst geworden, als er zum Zocker wur-

de.“ Also sehr, sehr früh.

 

Der Autor beschreibt eine Szene aus der Fernsehsendung „Hart aber fair“, in der Mode-

rator Frank Plasberg den Journalisten Hans Leyendecker von der Investigativabteilung der Süddeutschen Zeitung fragte: „Was hat Hoeneß, was Wulff nicht hat?“ Leyendeckers Antwort: „Er hat viele Freunde.“ Die haben wohl so lange weg geschaut, bis alles zu spät war.                                                                                                              Hans Eiberle

Spieltage - die andere Geschichte der Bundesliga

Ein Buch wie ein unwiderstehliches Dribbling: Am Bei-

spiel von Heinz Höher, erzählt Ronald Reng die wech-

selvolle und packende Geschichte der Bundesliga. Es ist die Kulturgeschichte des deutschen Lieblingsspiels, dessen Faszination und Wandel über die Jahrzehnte lebendig wird. Als Spieler, Trainer, Sportdirektor und Talentejäger ist Heinz Höher einer der ganz wenigen, die in 50 Jahren Bundesliga immer dabei waren.

 

Dieses Buch macht anschaulich, warum Millionen am Samstag um halb vier mitfiebern. Und es zeigt, wie aus der biederen Liga das hochprofessionelle Unter-

nehmen Bundesliga wurde, wie der Fußball sich ver-

änderte und wie der Fußball die Menschen verän-

derte, die Spieler, die Trainer und nicht zuletzt die Fans.

 

Ronald Reng ist eine famose Abenteuergeschichte über die Deutschen und ihr liebstes Spiel gelungen.

 

Verlag Piper, 480 Seiten, 32 SW-Abb.

ISBN-13: 9783492055925

ISBN-10: 3492055923

Best.Nr.: 38108519

 

Interview

Pep Guardiola - So geht's anders

Gesunder Menschenverstand und ein kleiner Teil von Mourinho

Der Autor Miguel Angel Violán stellte im Münchner Ratskeller sein Buch über den Trainer Pep Guardiola vor: "So geht's anders".

(24. Juli 2013) – Pep Guardiola gibt keine Interviews. Deshalb existiert auch keine autorisierte Biografie. In den derzeit auf den Markt geworfenen Bücher versuchen Autoren, sich dem Phänomen eines Fußballtrainers zu nähern. Und sie lassen den Heiligenschein über Guardiola um ein paar Lux heller leuchten, so dass die dunklen Flecken gar nicht mehr auffallen (siehe auch (http://www.sueddeutsche.de/sport/guardiola-beim-fc-bayern-was-erlauben-pep-1.1729037).

 

Miguel Angel Violán legt das neueste Werk vor: „Pep Guardiola. So geht’s anders“. Er ist Journalist, Jurist war Chefredakteur der Zeitung Avui, lehrt am Instituto de Emprese in Barçelona und ist Kommunikationstrainer. Violán, am selben Tag geboren wie Guardiola (18. Januar ), hat in dessen Umfeld recherchiert, Pressekonferenzen besucht, Fragen gestellt – offenbar die einzige Möglichkeit, sich dem Trainer zu nähern.

 

Guardiola sei authentisch, aber nicht spontan, sondern „kalkuliert lange, immer, immer wieder“, sagte Violán bei einer Pressekonferenz im Münchner Ratskeller. Er verfüge über einen gesunden Menschenverstand. Deshalb war der Autor „sehr überrascht über die jüngsten Vorfälle: Nachtreten gegen den ehemaligen Arbeitgeber, der Transfer von Thiago, an dem Guardiolas Bruder beteiligt war. Dazu sagt Autor Violán: „Über den Stil sind in Katalonien sind viele Leute enttäuscht“ In Guardiola stecke wohl „ein kleiner Mourinho-Teil“, auch das sei „enttäuschend“. Der portugiesische Trainer Félix Maurinho gilt als Exzentriker.

 

Der Autor Violán gibt Guardiola zwei bis drei erfolgreiche Jahre in Diensten des FC Bayern. Die größte Gefahr für ein Scheitern? „Konflikte mit den Spielern.“ Seine Maxime „ich bin der Boss“ müsse erst mal akzeptiert werden, „wenn das nicht gut geht...“

 

Das Buch „So geht’s anders“ ist in Katalán geschrieben, danach in spanischer, japanischer und slowakischer Sprache erschienen. Ins Deutsche übersetzt hat es Gerhard Herrera, geboren in Montevido, pikanterweise nicht nur Fan des FC Bayern München, sondern auch Mitglied.                                                                                                                            H.E.

 

 

239 Seiten, 12,4 x 20 cm, gebunden, Verlag Meyer & Meyer Sport, ISBN-10: 3898998274, ISBN-13: 9783898998277, 14,95 Euro.

Pep Guardiola: So geht moderner Fußball

Was bedeutet die Verpflichtung konkret? Für die Bayern und für die Bundesliga? Was ist das Ge-

heimnis seiner Fußball(lehrer)kunst? Und kann er das System Barça auf Bayern übertragen, kann er aus einer fast unschlagbaren Mannschaft ein noch siegreicheres Team formen? Kurz: Kann Pep Jupp toppen? Dieses Buch ist die fachkundige Antwort auf die Fragen, die sich Fußballfans vereinsüber-

greifend akut stellen. Das deutsch-spanische Auto-

ren-Duo hat die Perspektiven und Grenzen des Systems Guardiola faktenreich und akribisch ausge-

lotet. Zahlreiche, aktuelle O-Töne von Weggefähr-

ten und Experten ergänzen dieses spannende Buch.(Verlagstext).

 

Dino Reisner ist freier Sportjournalist und Buch-

autor. Er arbeitete u.a. für BILD, Kicker und Sky und hat Biografien über Dirk Nowitzki und Michael Bal-

lack geschrieben.

 

Daniel Martínez berichtet seit Jahren als freier Sportjournalist und Autor für verschie-

dene Medien aus Spanien und Lateinamerika über den deutschen Fußball.

 

Reisner und Martinez sind Mitglieder des Vereins Münchner Sportjournalisten (VMS).

 

Preis: 9.99 Euro

www.rivaverlag.de

Daniel Pontzen

1. Aufl. 13.05.2013, Paperback (Tectum) Produktinfo 408 S., Maße: 21,0 x 15,0 cm, Politikwissenschaft ISBN: 978-3-8288-3150-6, Preis CH: 37,10 CHF, Preis A: 29,95 €

50 Jahre Fußball-Bundesliga

Zwei VMS-Mitglieder haben 50 Jahre Fußball-Bundesliga in Bücher gefasst.

 

Klaus Hoeltzenbein, Sportchef der Süddeutschen Zeitung, ist Herausgeber von 15:30 Uhr - DIE BUNDESLIGA - DAS BUCH, an dem Redaktionsmitglieder und Mitarbeiter von einst und jetzt mitgeschrieben haben.

 

Ronald Reng, freier Autor und Sportjournalist, über London und Barcelona nach München zurückgekehrt, hat das halbe Jahrhundert Bundesliga am Beispiel von Heinz Höher erzählt, der als Spieler von Anfang an dabei gewesen ist und als Trainer, Sportdirektor und Talentspäher die Liga begleitet hat.

15:30 DIE BUNDESLIGA – DAS BUCH

Die Bundesliga ist der Unterhaltungs-Klassiker der Deutschen. Seit nun schon einem halben Jahrhundert. Für die Sportredaktion der Süd-

deutschen Zeitung ist das der Anlass, dieses Jubiläum zu würdigen, die amüsantesten und schönsten Augenblicke in Erinnerung zu rufen, aber auch die Skandale noch einmal zu erzäh-

len. Eben alles, was auf 440 Seiten zwischen zwei Buchdeckel passt. Die Reporter besuch-

ten aktuelle Profis und einstige Spielstätten; sie führten Interviews mit Uwe Seeler, Uli Hoeneß oder dem Fußball-Kanzler Gerhard Schröder, stellten Ranglisten auf und forschten nach dem Humor im Spiel.

 

Herausgeber des Buches, für das die traditionelle Anstoßzeit der Liga (15:30) als Titel ge

wählt wurde, ist SZ-Sportchef Klaus Hoeltzenbein; die Autoren sind die aktuellen und ehe

maligen Fußballschreiber der Zeitung. Das Buch versteht sich als Chronik, will ein biss-

chen kurzweiliges Geschichtsbuch – und natürlich (nahezu) vollständig sein. Aus diesem Grund wurde der Redaktionsschluss so gewählt, dass nicht nur das Meisterfoto und die Abschlusstabelle der 50. Saison sowie alle wichtigen Statistiken enthalten sind. Sondern auch Bilder und Texte vom Champions-League-Finale in London und dem Triumph des FC Bayern München.

 

15:30

Die Bundesliga - das Buch

Herausgeber Klaus Hoeltzenbein; Verlag: Süddeutsche Zeitung Edition; 440 Seiten, circa 1200 Bilder. 39,90 Euro.

ISBN: 9783864970276

Geschäftsstelle:

Verein Münchner Sportjournalisten (VMS)

Geschäftsführer:

Diethelm Straube

Türkenstr. 95

80799 München

 

T 089 99019250 

info(at)vms-sportjournalisten.de

1. Vorsitzender

Thomas Walz

T 0170 2268043

thomas.walz(at)vms-sportjournalisten.de

Besucher seit 19. Juni 2013

Geburtstage im März 2017

Maria Mühlberger 80          Golfen beim Kalima              und  31 Grad im März

Auflagen der Münchner Tageszeitungen

Nachrufe

Todor Pipev

Ansichtssache

Wolfgang Uhrig:                        Medizynisches

Neue Bücher                           

Gerhard Waldherr

Deutschkunde

240 Seiten, mit 26 Abbildungen

30,00 (D) / € 30,90 (A)

ISBN

978-3-946514-55-8

 

Bibliografie

Ulrich Kühne-Hellmessen

Die 100 besten Fußballer 2016/2017

160 Seiten | Hardcover

14,99 €(D); 15,50 €(A)

ISBN:978-3-7423-0143-7

Werner Bartens

"Verletzt, verkorkst, verheizt"

Die jungen Sportler sind die Krüppel von morgen.

Ab 1. September 2016 bei Droemer.

Anno dazumal

Als Gerd Müller zurücktrat        Als Beckenbauer nachtrat

Wenn Ronny mit                         dem Kopf abstaubt

Fußballsprache oder ganz schlechtes Deutsch?

 

Journalismus

Ausgezeichnete Texte

VMS-Mitglieder haben zahlreiche Preise gewonnnen. Die prämierten Texte:

VDS-Preis

Stegmann-Preis

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