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"Pep Guardiola ist ein Genie" -  Markus Hörwick über seine Zeit als Mediendirektor des FC Bayern

(30. April 2017) - Der Abend begann mit einer Überraschung für den Stargast Markus Hör-

wick. Bevor der langjährige Mediendirektor Markus Hörwick zum Thema „Pressesprecher im Profi-Fußball – Gestern, Heute, Morgen“ redete, erhielt er vom VMS-Vorsitzenden Thomas Walz die Ehrennadel in Gold des VDS für mehr als 40 Jahre Tätigkeit als Sport-

journalist.

  „Es geht mir wunderbar“, berichtete der gut gelaunte Hörwick in der voll besetzten Gast-

stätte „Stadion“ an der Schleißheimer Straße im Gespräch mit Moderator und VMS-

Geschäftsführer Diethelm Straube. Denn im Gegensatz zu den Zeiten seines früheren Fulltime-Jobs wache er heute auf „und ich weiß, es wird ein schöner Tag".

  35 Jahre lang hat der 60-Jährige die Pressearbeit des deutschen Rekordmeisters geleitet, ehe er im vergangenen Sommer aufhörte. „Seitdem war ich nur zweimal im Pressebereich der Allianz Arena, bei der VMS-Hauptversammlung und bei der Einladung des FC Bayern für ehemalige Sportjournalisten", berichtete Hörwick. „Ich habe sehr viel Abstand ge-

wonnen. Ich will mich nicht als Schlauberger hinstellen. Es gibt Dinge, die tut man nicht."

 

Die katastrophale Rolle der Spieleragenten

 

Der Abschied sei ihm allerdings nur teilweise schwer gefallen, weil sich bei ihm aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Medienbranche das Gefühl immer stärker ausgebreitet habe, dass es der richtige Zeitpunkt sei. „Ich beneide keinen um seinen Job im Journalis-

mus heute, er ist gnadenloser und schneller geworden. Und auch die Rolle des Medien-

direktors wird sich extrem verändern", meinte Hörwick.

  Er zählte die aus seiner Sicht größten Probleme auf, allen voran Social Media, „weil jeder Spieler mittlerweile sein eigener Pressesprecher ist, und man als Verein diese ganzen Posts und Tweets nicht mehr kontrollieren kann". Das läge auch an vielen Spieleragenten: „Die spielen eine katastrophale Rolle, weil für sie nur der eigene Spieler zählt und nicht der Verein. Aber nur als Team hat man Erfolg." Und schließlich habe ihm die aktuell nochmal deutlich zunehmende Kommerzialisierung seinen Schritt erleichtert, so Hörwick: „Das Geld steht im Mittelpunkt und nicht mehr der Sport. Damit habe ich ein Problem und ich glaube, dass auch Uli Hoeneß damit ein Problem hat."

  Er selber habe „als Kollege immer journalistisch gedacht", betonte Hörwick und erklärte sein Credo für die Zusammenarbeit mit den zahlreichen Medienvertretern: "Die Bekanntheit und Popularität des FC Bayern haben wir mit unserer offenen Pressearbeit geschafft", sagte er. "Wir haben gezeigt, dass der FC Bayern lebt, in dem wir die Türen aufgemacht und damit die Journalisten als Vermittler für die Fans genutzt haben." Dennoch zeigte sich Hörwick als Gegner von Medienschulungen für Fußballprofis, „weil dann die Authentizität der Spieler verloren geht. Ein Thomas Müller muss immer Thomas Müller bleiben, sonst ist er nicht echt und beraubt sich selber seiner großen Stärke".

 

Nie mehr Mediendirektor, und kein Buchautor

 

Aktuell berät Hörwick einige prominente Ex-Fußballer wie Matthias Sammer oder Niko Kovac und hält Vorträge. Als Mediendirektor werde er nicht mehr arbeiten und auch ein Buch über seine Erlebnisse wolle er nicht schreiben: "Es gibt Dinge, die man nicht macht."

Schade eigentlich, denn die Anekdoten aus mehr als drei Jahrzehnten im Herzen des FC Bayern nahmen an dem fast dreistündigen und trotzdem kurzweiligen Abend breiten Raum ein. Etwa die legendäre Wutrede von Giovanni Trapattoni im März 1998 ("Flasche leer"):

"Ich kannte Traps Rede ja schon. Er hatte sie schon ein paar Tage vorher direkt nach unserer Niederlage gegen Schalke beim Abendessen im Teamhotel gehalten, und da hat er beim Gestikulieren Uli Hoeneß eine volle Flasche Rotwein über den kompletten Anzug gekippt."
  Interessant auch Hörwicks Meinung über einen von Trapattonis Nachfolgern: "Pep Guar-

diola ist ein Genie. Er ist zwei Klassen besser als jeder, den wir je beim FC Bayern hatten. Aber die Menschen sind nicht für ihn durchs Feuer gegangen. Für Jupp Heynckes und Ott-

mar Hitzfeld sind sie durchs Feuer gegangen. Und dadurch war der Erfolg möglich."

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