Verein Münchner Sportjournalisten
Verein Münchner Sportjournalisten

Geburtstage

Februar 2017

Johann Holzhauser 80

Vom Kameramann zum Regisseur

(Feb. 2017)  Er begann als Kameramann, drehte für Heinz Mägerleins Sendungen „Zwischen Sommer und Winter“ und „Zwischen Winter und Sommer“. Mägerlein war es auch, der Johann Holzhauser zusammen mit dem Bergfilmer Hermann Magerer 1971  in die Sport- und Freizeitredaktion des Bayerischen Fernsehens holte. Als Redakteur kam Holzhauser, der am 21. Februar 80 Jahre alt wird, sogar bei den Olympischen Spielen in Innsbruck zu einem Kurzeinsatz als Reporter. Seine Berufung fand er jedoch als Regisseur, zu einer Zeit, da die alpinen Wettbewerbe oder auch Biathlon und Skispringen noch nicht mit über 30 Kameras wie ein Event begleitet wurden, sondern noch der Sport und die schönen Bilder im Blickpunkt standen.

Beim Bob setzte Sportchef Eberhard Stanjek drei EB-Kameras an Start und Ziel sowie im Kreisel ein. Beim zweiten Lauf bekamen diese andere Positionen und am Ende wurde aus beiden Läufen eine Fahrt zusammengeschnitten. Zusammen mit Chefkameramann Utz Lichtenberg, Fred Schuster in der MAZ und Technik und dem heute immer zwischen München und Südafrika pendelnden Redakteur, Moderator  und Kommentator Manfred Vorderwülbecke, der noch Jahre später, als Parkinson grausam seine Laufbahn beendet hatte, mit ihm zum Angeln ging und anschließend die Fische zum Räuchern und auf den Tisch brachte, ließen sich die BRler im Wintersport immer wieder Neues einfallen und wurden ihrem Ruf als „Schneeflockensender“ mehr als gerecht. Mit einfachen Mitteln, heute kaum mehr vorstellbar.

Beinahe hätte es bei einer Biathlon-WM in Ruhpolding sogar einen politischen Skandal gegeben, als Holzhauser sich beim Zieleinlauf nicht auf den späteren Sieger aus der DDR fokussierte, sondern einen bayerischen Lokalmatador  ins Ziel stürzen ließ. Die DDR drohte mit der Abreise.

Viel zu früh musste Josef Holzhauser seinen Beruf und Berufung an den Nagel hängen. In Michael Senge hat er einen Nachfolger als Sportregisseur ausgebildet, der sich noch heute gerne an den Lehrmeister erinnert. Auch daran, dass sich das Team um Johann Holzhauser bei den Vorbesichtigungen der Skipisten und Schanzen gerne am jeweils höchsten Punkt aus einem Flachmann ein Schnäpschen gegönnt hat.

Den Lebensabend kann Johann Holzhauser wieder in seinem Haus in Garching, liebevoll betreut von Ehefrau Hildegard und einem Pfleger, verbringen. „Wir kommen gut zu- recht“,  was alle seine früheren Kollegen und Freunde mehr als freut.                       W. R.

70 Böller für Peter M. Lill

In München geboren, in der Pfalz aufgewachsen, auf der ganzen Welt zu Hause: Peter M. Lill. Am 26. Januar wird der Journalist, Autor und Hobby-Koch 70 Jahre alt.

Nach dem Abitur hat Lill ein Bauingenieur-Studium in München be-

gonnen, aber bald auf Journalismus umgesattelt. Noch während des Volontariats durfte er für die tz von den Olympischen Spielen 1972 in München berichten. „In Erinnerung bleibt natürlich die Terror-Nacht“, sagt er. „Der schrecklichste Moment als Journalist.“

1974 der Wechsel zu BILD München. 1860 und Bayern München, Ski nordisch, Bob,

Rodel, Eisschnelllauf und Motorsport waren seine Themen. „In meiner Laufbahn komme ich auf mehr als 50 Welt- und Europameisterschaften“, zählt er nach.

Nach einem Abstecher in die Werbe-Abteilung der Firma Rodenstock kehrt Lill 1979 zu BILD zurück. Berichtet von der Rallye Paris – Dakar, der Sportwagen-WM, der Formel 1 und als Höhepunkte von den Olympischen Spielen 1988 in Calgary und Seoul. 1991 macht sich Peter Lill selbstständig. Schreibt für verschiedene Presseorgane in Deutsch-

land, verstärkt das DTM-Presseteam und betreut diverse ADAC-Serien, insgesamt neun Jahre.

Mit 52 Jahren unterschreibt er wieder einen Vertrag – beim ADAC. „Ich war verantwort-

lich für die Motorsport-Presse vom Kart bis zur Formel 1“, sagt Lill stolz. „Ich habe mit Vettel Medienschulung gemacht, da war er 15 Jahre alt. Auch mit Nico Rosberg hatte ich zu tun oder mit Motorrad-Leuten wie Mang.“ Über ihn schrieb Lill das Buch „Toni Mang – Weltmeister auf zwei Rädern“.

Lill, seit 2010 im Ruhestand, hat sich aber auch als Verfasser von Kochbüchern einen Namen gemacht. Dafür hat er sich 1976 das Rauchen abgewöhnt. „Ich musste meine Geschmacks-Partikel regenerieren“, sagt der ehemalige Geschäftsführer beim VMS (2012 bis 2013). Von seinen diversen Motorsportbüchern sowie Werken wie „Schiffer-

stadter Kochbuch“ mit Pfälzer Speisen, „So koche ich mein Fett weg“ oder „Mythos Weiß

wurst“ wurden über 100.000 Stück verkauft. Genügend Vorlagen wenn er in seinem Haus in Ebersberg am Herd steht. „Ich bekoche jeden Tag meine Frau“, gesteht er. Lill steht aber nicht nur für neue Gerichte. Schon 1992 hat er beim Golf Club Ebersberg, den er 1988 gegründet hat, den Schnupperkurs erfunden. Und wenn sich der Tausend-

sassa nicht gerade auf dem Golfplatz „rumschlägt“ ist er beim Qi Gong oder übt jeden Montag mit dem Luftgewehr bei den Königlich Privilegierten Feuerschützen Ebersberg.

70 Böller für Peter M. Lill!                                                                                                jg.

Der Geigel-Stein-Bichler ist 80

Vom Matterhorn bis zum Kilimandscharo

Mit 14 wurde er Schriftsetzerlehrling. Auch dieser Ausbil-

dungsweg konnte seinerzeit in den Sportjournalismus führen, wie bei den Kollegen Wolfgang Uhrig, ehemaliger Kicker-Chefredakteur, und Dieter Bracke, einst Ressort-

leiter Sport der Nürnberger Zeitung. Später stieg Hans Steinbichler zum Maschinensetzer auf („Monotype, der Porsche unter den Setzmaschinen“).

1960 wurde Hans Steinbichler arbeitslos, eine Woche später stand er schon wieder in Lohn und Brot - bei der Solothurner Zeitung; er war kurzerhand ausgewandert. „In der Schweiz verdiente ich viel mehr und die Berge waren ganz nah.“ 1967 wurde er beför-

dert. „Ich sollte die Meldung über einen Bergunfall setzen, aber da stimmte gar nichts. Ich sagte es dem Chefredakteur, weil – ich war dabei. Der ließ mich den Bericht um-

schreiben.“ Hans Steinbichler wechselte den Beruf und wurde Redakteur.

In Solothurn ist Steinbichlers Sohn Hans Sebastian (49) geboren, den man vor dem Vater findet, wenn man bei Google sucht. Der Filmemacher gewann 2003 mit seinem Spielfilmdebüt „Hierankl“, einem modernen Heimatfilm, für den er auch das Drehbuch schrieb, den Förderpreis Deutscher Film sowie den Adolf-Grimme-Preis in Gold. Für seinen Film „Die zweite Frau“ (2007) wurde er mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. 2011 erhielt Steinbichler für sein Melodrama „Das Blaue vom Himmel“ den Bayerischen Filmpreis. Das bisher letzte Werk von Hans Steinbichler jun. ist das „Tagebuch der Anne Frank“ 2015 (Regie). Auch Sohn Leonhard ist Filmemacher, vor allem für den Bayerischen Rundfunk (Serie „Die gefährlichsten Schulwege der Welt“). Der Vater sieht seine Söhne selten. „Der Hans ist grad in Tokio, der Leo in Nepal.“

1971 kehrte Hans Steinbichler heim ins Elternhaus nach Kothöd, einem Ortsteil von Ber

nau am Chiemsee. Schrieb für mehrere Zeitungen über Alpines und begann zu fotogra-

fieren. Der Sohn eines armen Kleinbauern („drei Kühe, sieben Kinder“) wurde Chefre-

dakteur der Bergsteiger-Zeitschrift „Bergwelt“. Er schrieb ein Dutzend Bücher. Mit der  Hasselblad 6x6 macht er noch immer brillante Fotos in konventioneller Analogtechnik.

Das Fotoarchiv des Alpinjournaisten ist umfangreich, die Zahl der von ihm bestiegenen Gipfel gewaltig, vom Matterhorn bis zum Kilimandscharo. Ganz wichtig war und ist ihm sein Hausberg, der 1813 Meter hohe Geigelstein. Dieser Chiemgauer Gebirgsstock mit seinem Naturschutzgebiet sollte in den 1970er-Jahren für die Alpin-Skifahrer mit Berg-

bahnen, Skiliften, Hotels, einem Trainingsgelände für den Bundesgrenzschutz und einer Skischaukel von Schleching bis Sachrang erschlossen werden. Dagegen kämpften Steinbichler, seine Bürgerinitiative und der Bund Naturschutz fast vier Jahrzehnte. Das brachte ihm den Kampfnamen „Geigel-Stein-Bichler“ ein. 1991 wurde der Geigelstein unter Naturschutz gestellt.

Hans Steinbichler, der am 14. November 2016 80 Jahre alt wird, hat mit wortgewaltiger und lebendiger Sprache rund 2.000 Diavorträge gehalten und ist immer noch bis in die entlegendsten Winkel Bayerns unterwegs. Daheim führt sein liebster Weg hinauf zur Roßalm. Wir wünschen ihm, dass er ihn noch lange gehen kann.                Hans Eiberle

Christian Wechslinger 65

150 Euro Prämie für Verbrecherjagd

Er hat einen Handtaschenräuber verfolgt, gestellt, fotografiert und die Polizei alarmieren lassen, die den Täter und seine Komplizin festnahm. „Und jetzt bin ich der Held von Berchtesgaden“, sagte Christian Wechslinger, "und komme zu keiner Arbeit mehr.“ Zwei Stunden Vernehmung bei der Polizei, Interviews, vom Berchtes-

gadener Anzeiger bis zu Bayern 1, das ihn zum „Held der Woche“ kürte, dazu Anrufe und Emails von Kollegen, die er seit Jahrzehnten aus den Augen verloren hatte. "Und die Polizei will mich ehren. Dabei war alles halb so wild.“ Die Polizei war anderer Meinung: „Das war schon eine tolle Sache. Wir bedan-

ken uns ausdrücklich bei den beiden für ihr Engagement“, sagte der Berchtesgadener Polizei-Inspektionsleiter Andreas Heynig.

Das geschah im Juli 2016. „Zwei Monate später ist sogar der leitende Kripodirektor aus Traunstein gekommen und hat mir eine Urkunde überreicht“, sagt Wechslinger. Dazu gab es 150 Euro. (http://www.berchtesgadener-anzeiger.de/region+lokal/landkreis-berchtesgadener-land/berchtesgaden_artikel,-Dankesurkunde-fuer-das-dynamische-Duo-_arid,295709.html). „Davon wollte ich mir Sportschuhe kaufen, um schnell zu bleiben. Aber die Alten tun es auch noch und so ist das Geld in die Einkaufskasse für meine Familie geflossen.“

Christian Wechslinger, der am 5. Oktober 65 Jahre alt wird, ist als Journalist ist ein Spätberufener. Er schied nach zwölf Jahren als Obereldwebel bei den Gebirgsjägern nach einem schweren Autounfall aus dem Dienst. Danach war er Pressesprecher von Helmut Weinbuch, dem nachmaligen Generalsekretär des Deutschen Skiverband (DSV), als dieser den Weltcup der nordischen Kombinierer organisierte. Schließlich wurde Wechslinger freier Journalist mit festem Engagement beim Berchtesgadener Anzeiger.

Mit dem Eintritt ins Rentenalter wollte er sein berufliches Engagement halbieren. „ Aber als Freier musst du aufpassen, sonst kommt ein Jüngerer und der Alte ist raus.“ Da sei-

ne Zwillingssöhne (19) noch in Ausbildung sind, ist der Vater gefordert. Auf Wohnungs-

suche ist er auch. Seine Vermieterin Kathrin Hölzl, die Riesenslalomweltmeisterin von 2009, hat Eigenbedarf angemeldet.

Der VMS gratulierte Christian Wechslinger mit italienischem Rotwein.                     H.E.

Klaus Kirschner 70

K. K. schreibt weiter

Am 5. Oktober 2011 gratulierte der Verein Münchner Sportjournali-

sten (VMS) seinem Mitglied Klaus Kirschner zum 65. Geburtstag. Endlich Rente, aber der Jublilar kündigte damals an: „Ich schreibe weiter!“ Denn wer sonst soll im Münchner Merkur am Sonntag über die Fußballbezirksliga schreiben, 360 Zeilen, pünktlich fertig um 18 Uhr?

Ältere Journalisten, die nicht aufhören können oder wollen, müssen sich schon überlegen, ob sie den jungen Kollegen nicht das tägliche Brot streitig ma-

chen. Kirschner sagt: „Die wollen doch alle zum FC Bayern und bestimmt nicht über die Bezirksliga schreiben.“

Klaus Kirschner hat einst zur Finanzierung seines Studiums der Betriebswirtschaft an-

gefangen, über Amateurfußball und Eishockey zu berichten. „Dabei habe ich Eberhard Vaubel getroffen, dem habe ich alles zu verdanken.“ Vaubel, der den Amateurfußball für die Süddeutsche Zeitung koordinierte, holte Kirschner als Redakteur in die Pressestelle des Bayerischen Landessportverbands (BLSV), wo beide die Verbandszeitung Bayern-

sport redigierten. Nebenbei blieben sie freiberuflich tätig. Nach sechs Jahren beim BLSV verabschiedete sich Kirschner in die Selbständigkeit, aber die Zusammenarbeit mit Vaubel hatte Bestand. „Wir waren ein Team, wir haben uns abgesprochen und ergänzt“, erinnert sich Vaubel, der auf der Kanareninsel La Palma lebt. Kirschner hat seinen alte Spezi dort besucht.

Sein Lokalsportchef Wilfried Jendreizeik hat Kirschner als jener Spezies von Sportjourn-

alisten zugehörig bezeichnet, die „unversichtbar“ sind. Weil sie über das Sportgesche-

hen berichten, vom dem weder Rundfunk noch Fernsehen Notiz nehmen. Ihre Berichte sind häufig die einzige Informationsquelle der Anhänger kleiner und kleinster Vereine. Jendreizik, Jahrgang 1951, hat sich in den Ruhestand verabschiedet. Klaus Kirschner schreibt weiter.

Am 5. Oktober feiert Klaus Kirchner, VMS-Mitglied seit 38 Jahren, mit Frau und Freun-

den in Seefeld in Tirol. Schneefrei, hoffentlich. Herzlichen Glückwunsch.                 H. E.

Markus Hörwick 60

Rücktritt und 60. Geburtstag: Danke, Markus

Markus Hörwick und Papst Franziskus

(5. August 2016) - Am Ende war er ein letztes Mal ganz PR-Mann, in einer höchst persönlichen Ange-

legenheit. Weil er ein Ballyhoo vermeiden wollte um die News in eigener Sache, schlug er dem FC Bay-

ern vor, die vereinbarte Trennung zwischen ihm und dem Arbeitgeber erst vor dem Finale um die Fuß-

ball-EM publik zu machen. Doch diese Zeile vom 8.Juli schlug in der Branche dann trotzdem hohe Wellen: "Markus Hörwick geht !"

Bayern ohne Hörwick. Zwei, die zusammengehörten wie Black und Decker, wie Coca und Cola. Seit 35 Jahren. Die Bayern holten in dieser Zeit 19 deutsche Meisterschaften, 46 nationale und internationale Titel, sie verschlis-

sen 13 Trainer - hatten aber nur einen einzigen Pressechef. Und jetzt von diesem Ur-

Gestein die Trennung. Kurz vor seinem 60.Geburtstag am 14.August.

"Einige hören mit 65 auf, andere mit 70, ich aber kann mit 60 nochmal meine Neugierde befriedigen, was das Leben abseits von Umkleidekabinen, Mannschaftsauf-stellungen und Mixed-Zonen zu bieten hat," sagt Hörwick zufrieden, "für mich ist das wie ein Ge-

schenk." Das Ende zu Spekulationen, die es gegeben hatte um die Medienarbeit beim Rekordmeister. Wer kommt, wer geht - am Ende der Chef selbst. Und das schlug dann ein wie eine Bombe. "Freiwillig", betont Hörwick. Weil die neue digitale Medienwelt, die Auswüchse und Aussagen der Generation #Hashtag, nicht mehr unbedingt sein Leben ist. Aber das sagt er hier nicht.

Sein Leben, das war Bayern. Im Knabenalter, mit vier Jahren, hat er in München an der Säbener Straße sein erstes Fußballspiel bestritten. Beim Stande von 0:15 habe der Va-

ter den weinenden Filius vom Platz geholt. Später spielte er erfolgreicher in der Jugend der Bayern, gründete die Zeitschrift "Bayern-Magazin", begann mit 27 als Pressespre-

cher. Für ihn ein Job mit Leidenschaft, der Leiden schafft. "Mein Mann", hat Frau H. über Herrn H. einmal geseufzt, "ist ein Leibeigener des FC Bayern."

Hörwick war bei seinem Arbeitsbeginn am 1.Juli 1983 der erste Pressesprecher in der Bundesliga. Viele, die nach ihm kamen, sagen, sie hätten sich orientiert an ihm, ihrer Nummer 1. Was er einführte, war ungewöhnlich - ein Trendsetter. Schließlich die höch-

ste Anerkennung: Fachleute der deutschen Wirtschaft kürten Hörwick zum "PR-Profes-

sional des Jahres 2013".

Hörwick, der als Reporter bei BILD und PR-Mann bei adidas begonnen hatte, bevor-

zugte das Prinzip einer offensiven Medienpolitik. Wo andere schon mal als "Presseab-

wehrchef" bezeichnet werden, sah er sich rund um die Uhr als Servicemann, als ver-

lässlicher Kollege. Was in diesem Job nie leicht ist: Er muss Stimmen und Stimmungen aus beiden Lagern registrieren, ein-ordnen, jedem gerecht werden.

Hörwick aber hat diesen sehr schwierigen Spagat (meistens) gut gemeistert, durch Ar-

beit und Auftreten, Fachwissen und Kollegialität. Er sagte einmal, es sei der originäre Ursprung von Public Relation, eine Atmos-phäre von Menschlichkeit zu schaffen, in der sich alle wohl fühlen. Daran hat er sich dann orientiert.

Und jetzt, was bleibt - Rentner Hörwick, mit einer Lebenskarte und rotem Sitzkissen für Spiele seines FC Bayern?

"Die Karte, vielleicht," sagt er lachend, "so oder so werde ich die Hände nicht in den Schoß legen. Da ist noch viel zu viel Energie." Energie für ein Buch, alles aufschreiben: Titel und Tränen aus 35 Jahren, Skandale erlebt, überlebt, verhindert ? "Nein", prote-

stiert Hör-wick, "ein Buch verlangt Enthüllendes, am besten Schmutziges, aber ohne mich! Ich trage das als Erin-nerung, als Erfahrung - ein Schatz, für den ich dem FC Bayern immer dankbar bin."

Erfahrung, die er weitergibt. Wie zuletzt am 18.Juli in der Schweiz, vor Klubs der 1. und 2.Liga: "Markus Hörwick referiert über Medienarbeit" ...

Danke, Markus - und alles Gute zum 60. Geburtstag am 14. August.       

                                                                                                             Wolfgang Uhrig

Wolfgang Weingärtner 95

Was W.W. und Bud Spencer verbindet

Lobreden mag er nicht, schon gar keine auf sich selbst. Bei sei-

nem 90. Geburtstag hat Wolfgang Weingärtner, Sportredakteur der Süddeutschen Zeitung und Rechtsanwalt, eine Ausnahme gemacht für Harry Valérien, seinen Freund, der mit ihm ge-

schwommen ist („er war weit besser als ich“) und Wasserball gespielt hat („gefürchtete Linkshänder“). Erst in fünf Jahren will der Jubilar wieder eine Laudatio erlauben – wenn er 100 wird; „dieses Ungerade“, meint er, lohne nicht.

Wer ihn kennt, der zweifelt keine Sekunde daran, dass er, der deutsche Jugendmeister von 1939 über 100 m Rücken, der noch immer 600 Meter am Stück schwimmt, in der Halle gegen den Fußball tritt und in der Sauna schwitzt, das gesteckte Ziel erreicht.

So bleibt ein schönes Stück leider erst mal ungeschrieben über einen Kollegen, von dem Erstaunliches zu berichten wäre. Eine Episode schon mal vorweg: Weingärtner spielte mit der Wasserballmannschaft des Münchner Männerschwimmvereins gegen den acht Jahre jüngeren zweimaligen Olympiateilnehmer Dr. jur. Carlo Perdersoli, besser bekannt als prügelnder Bud Spencer in zahlreichen italienischen Klamauk-Western.

Ab heute keine Zeile mehr“, kündigte der leidenschaftliche Sportjournalist an, der vor allem über alpinen Wintersport, Schwimmen und Tennis von seinem Stammplatz in Wimbledon aus berichtete, als er sich 1984 aus der SZ-Sportredaktion verabschiedete. Er hat sich daran gehalten – schade eigentlich.

Am 15. Mai 2016 wurde Wolfgang Weingärtner 95 Jahre alt. Der Verein Münchner Sportjournalisten (VMS) gratuliert seinem zweitältesten Mitglied herzlich.   H.E.  

Hans-Dieter Rath

Fein essen gehen statt Sport

Es ist ein Glücksfall, dass Dieter Rath am 15. Mai seinen 75. Ge-

burtstag feiern kann. Ende der 90er Jahre stand das Leben des gebürtigen Esseners auf des Messers Schneide. Tagelang klagte Rath über Bauchschmerzen. Als er endlich zum Arzt ging, legte der ihn gleich auf den OP-Tisch. Eine lange Naht vom Bauchnabel abwärts erinnert ihn heute noch an die kritischen Minuten. Dieter: „Ich hatte einen perforierten Darm und der Abfall hatte sich schon im Körper ausgebreitet. Der Arzt hat mir 25 Meter vom Dünndarm und vier Meter Dickdarm entfernt. Danach ging es mir wieder gut. Aber viel hat nicht gefehlt…“

Dieter Rath kam 1970 als Layouter von der Abendzeitung zu BILD und arbeitete sich über den Chef-Layouter, Produktioner, Chef-Produktioner bis zum Chef vom Dienst hoch. 2000 zog er sich nach 35 Berufsjahren aufs Altenteil zurück.

Reisen, Garten-Arbeit und fein Essen gehen („das sieht man mir an“) standen nun auf der Agenda. Immer an seiner Seite Frau Traudl, mit der er seit 1970 verheiratet ist.

Vom Sport hält Rath nicht viel. In seiner Jugend stand Judo, Boxen und Fußball auf dem Programm, heute geht er allenfalls mal Schwimmen. Spaziergänge sind seit dem Tod seines Hundes auch gestrichen.                                                                               H.J.

Walter Schmitz 70

Seine Kunst macht Gänsehaut

Auf seiner Website walterschmitz.com steht: „Beim Fotografieren verbinde ich mich mit der Welt. Sie ist wie eine Bühne, auf der es mir um Begegnung und Beziehung geht, zu Menschen in ihrem Sein und Tun, zu Orten und Dingen in ihrem Zusammenspiel, um Nähe und Abstand, um Inhalt und Form. Und, die Magie des Au-

genblicks.“ Die Reportagen und Foto-Essays von Walter Schmitz werden seit 30 Jahren in Stern, GEO, FAZ-magazin, Spiegel, Merian und internationalen Magazinen veröffentlicht.

Die Reportagen und Foto-Essays von Walter Schmitz werden seit 30 Jahren in Stern, GEO, FAZ-magazin, Spiegel, Merian und internationalen Magazinen veröffentlicht. Ange-

fangen hat der am 5. Mai 1946 in Bayreuth geborene Sohn einer Fotografin in München, wo er sich in der Agentur von Axel Springer jr., der unter dem Pseudonym Sven Simon die Szene der Sportfotografen aufmischte, fotojournalistisch ausbilden ließ. . Bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal fotografierte er unter anderem auch für den Stern. Das war der Anfang einer langen Zusammenarbeit. Walter Schmitz zog nach Hamburg, wo er dank Rolf Gillhausen (das „Auge" des Stern) die ersten großen Sportreportagen fotografierte, die es bis dahin beim Stern in dieser Länge nicht gab, zum Beispiel Fußball in Brasilien über acht Doppelseiten, oder Sport in den Arabischen Emiraten.

Mit dem VMS-Mitglied Peter Bizer, damals Korespondent des Stern in Moskau, machte Schmitz eine große Reportage über Eishockey in der UdSSR auch in Moskauer Hinter-

höfen, „bandy-hockey“ in Sibirien und über die Eishockey-Weltmeister von Dynamo Mos-

kau. Später fotografierte er Fußball in Italien und Afrika, Capoeira in Brasilien, „speed-sailing“ in Tunesien“.

"Walter, flieg' nach Brasilien..."

Über ihre Zusammenarbeit sagt Bizer: „Es gibt keinen Fotografen, dem man so wenig er-

klären musste, auf was es ankommt. Walter, flieg' nach Brasilien und mach' was über Capueira! - Was ist dass denn? - Na, dieser Sport der Sklaven, mit dem sie sich einst gegen ihre Peiniger verteidigten und der eine Mischung aus Samba und kontrolliertem Totschlag ist. - Aha! Wann soll ich fliegen? Dann war er weg und kam zwei Wochen spä-

ter wieder mit einer hinreißenden Auswahl von Bildern, von denen eines, auf dem ein heranfliegender Fuß eben nur fast den Kopf eines Jungen trifft, ein Kunstwerk des Me-

tiers ist (Foto oben).

Für das Magazin Sports reiste Schmitz bis zu dessen Einstellung zu Maradona nach Neapel, fotografierte Boxer in Kuba, Sport in der DDR während der Wendezeit und in der UdSSR. Für seine Reportage von der Tour de France 1992 gewann Walter Schmitz beim Wettbewerb world press foto den ersten Preis. Für GEO fotografierte Schmitz Land-

schaften in Schottland, Australien, England, für MERIAN und für das FAZ-Magazin bis zu dessen Einstellung im Jahr 2000.

Erinnerung an "die tollen Zeiten in München"

Kurt Tucholsky soll gesagt haben: Kunst ist, wenn es Gänsehaut gibt. Beim Betrachten der Fotos von Walter Schmitz fängt es an zu kribbeln. Bizer: „Das liegt auch daran, dass er immer dann stehen blieb und seine Kamera auspackte, wenn Kinder Sport spielten. Und damit hat sich Walter Schmitz nicht nur als Fotograf, sondern als Mensch verraten. Seit ich ihn kenne, und das ist über 30 Jahre her, ist er Kind geblieben – neugierig, auch nicht immer folgsam, aber immer zu einem neuen Spielchen bereit und von einer Krea-

tivität beflügelt, die irgendwo in seinem Bauch geboren wird.“

Die Sportfotgrafie, mit der in München alles begann, hat Walter Schmitz nie ganz losge-

lassen. Er sagt, Sport verstehe man auf der ganzen Welt, der Sport öffne Türen und schaffe Nähe zu den Menschen.

Peter Bizer über Walter Schmitz: „Er liebt vor allem Fotografieren und seine Tochter. Die-

se Auskunft stammt von seiner Frau Silvia. Sie hatte einst in München bei der Agentur Sven Simon die Bilder und Negative der Fotografen sortiert, die nicht alle genial, aber alle chaotisch waren. Der schlimmste Fall war Walter Schmitz und deshalb hat sie ihn auch geheiratet und ist seitdem nicht nur seine fantastische Frau, sondern vor allem seine Managerin. Ein wunderbares Paar. Er fotografiert und sie redet.“

Und weshalb ist Walter Schmitz, der schon drei Jahrzehnte lang im Hamburg lebt, noch immer Mitglied im Verein Münchner Sportjournalisten? Er sagt, wohl auch, weil es es ihn „an die tollen Zeiten in München erinnert“. Nicht vergessen hat er die „Fotosichtungen“ in den Münchner Redaktionen, „als alles noch offline war“.

Der VMS dankt für die Treue und gratuliert zum 70. Geburtstag mit Champagner.     

                                                                                                                               P.B./H.E.

Edgar Fuchs 75

Stiller Brüter aus der Oberpfalz

Als er 50 wurde, brachte die Münchner Abendzeitung eine ganze Seite 3 über ihn, ihren stellvertretenden Chefredakteur. Darüber stand „Keiner schweigt so laut wie unser Mann aus der Ober-

pfalz.“ Auch Alfred Brehm kam zu Wort, unter der Zeile „Lob des Fuchses“ schrieb der große Tierfreund: „Als Einzelgänger gebo-

ren, hasst der Fuchs jegliche Rudel und hält sich meist von ei-

nem solchen entfernt.“

Eine Metapher, die auch noch heute für ihn gilt, 25 Jahre danach - für Edgar Fuchs, der am 21.April in Straßlach bei München sei-

nen 75.Geburtstag begeht.

Edgar Fuchs, ein stiller Brüter. Wohl niemand, der einst neben ihm in einer Redaktion gearbeitet hat, kann sich daran erinnern, dass er jemals laut geworden ist. Dafür aber knurrend. Etwa wenn er als Textchef bei BUNTE einem Kollegen mürrisch das Manus-

kript über den Tisch zurückschob, und in tiefem Boairisch grollte: „Mein Lieber, sog´ amol, mogst mich jetzt verorschen?“

Fuchsig ließ Edgar die Redakteure spüren, wenn sie nachlässig dachten - oder über-

haupt nicht. Wie ein Magnet fand er in jedem Text einen Schwachpunkt. Seine Abend-

zeitung nannte ihn auf ihrer Sonderseite zum Fünfzigsten „Macho mit dem spitzen Stift.“

Kaum ein Redaktionsmitglied aber zog sich ihm gegenüber deshalb beleidigt zurück. Denn alle wussten nachher - beim Lesen redigierter Texte -, was sie hätten besser ma-

chen können. Und wenn gerade Deadline war, dann setzte sich Edgar Fuchs hin, hat die Tür zum Büro abgeschlossen und den ganzen Text in Windeseile rigoros umgeschrieben.

Und das machte ihm offensichtlich auch noch Freude - es war seine Freude an der Spra-

che. Hier genoss einer die Macht, mit Worten zu spielen, kleine Kunstwerke in Sätzen zu gestalten. (Und so nebenbei schmückte er ja auch noch durch den neuen Text die Auto-

renzeile des Kollegen ...)

Seine bevorzugte Liebe gehörte dem originellen Gedanken, besonders in Titeln und Überschriften. Ein Fuchs-Klassiker aus der Abendzeitung während der Olympischen Spiele 1972 in München: „Die anderen siegen, wir bleiben heiter.“ Oder in BUNTE mit „Das schönste Mauerblümchen“ über die Eiskunstläuferin Kati Witt aus der damaligen DDR.

Damals konnte Fuchs freilich noch nicht ahnen, dass er einmal Witts Memoiren schrei-

ben würde, den Bestseller: „Meine Jahre zwischen Pflicht und Kür“. Edgar Fuchs als Ghostwriter, so wie in den neunziger Jahren die Beckenbauer-Biografie: „Ich, wie es wirklich war“. Diese stand sogar in der Jahres-Bestsellerliste beim Spiegel.

Fuchs volontierte bei den Oberpfälzer Nachrichten in Weiden. Über den Lokalsport der Neuen Rhein-Zeitung in Düsseldorf ging es nach München zur Abendzeitung, wo er es bis zum Stellvertreter des Chefredakteurs brachte. Bei BUNTE in Offenburg war Fuchs nacheinander Ressortleiter Sport, Textchef und Geschäftsführender Redakteur, am Ende der Karriere in Hamburg bei Gala und SportBild jeweils Chefredakteur.

Viele Aufgaben, aber nur eine Hingabe: zur Abendzeitung, nicht nur Arbeits-, sondern auch Herzensplatz. Von ihm geliebt als Redaktion und Identifikation mit dem Münchne-

rischen, durch Geist und Witz und Esprit, in einer „kritisch liberalen Straßenverkaufszeitung“ (Redaktionsstatut). Hört man ihm zu, im Rückblick auf seine rund 50 Jahre Journalismus - die AZ von damals, das war sein Ding ...!

Reporter, Ressortleiter, Textchef, Geschäftsführer, Chefredakteur, Ghostwriter - das volle Tablett. Alles doch schon so viele Jahre her und ganz weit weg, für ihn, den Privatier. Endlich kein Ärger mehr über Fehler von anderen! Diese sucht Edgar Fuchs heute nur noch bei sich selbst, im Golfspiel. Dabei hat er doch immerhin Handicap 18 - nicht nur dazu herzlichen Glückwunsch, Edgar !                                                        Wolfgang Uhrig

Fred Joch 75

Noch gut in Schuss

Fred Joch ist mit seinen 75 Jahren (geb. 21. März 1941 in Proskowitz/Proskovice bei Ostrava/Ostrau) noch gut in Schuss. Er wurde, als Mitglied des Schützenvereins Neufarn-Parsdorf, mit der Luftpistole, aufgelegt, Klasse Senioren C, Meister vom Gau Ebersberg, mit 278 von 300 möglichen Ringen. Der Schützenmeister habe ihm versichert, dass das „C“ nicht für „Composti“ steht.

Das Hantieren mit der Kamera war für Fred Joch schon immer ein gutes Schießtraining, und ist es noch. 49 Jahre, nachdem er im Münchner Stadion an der Grünwalder Straße sein erstes Fußballfoto schoss, fotografiert Joch zusammen mit seiner Frau Heide in der Münchner Arena für Sponsoren des FC Bayern.

Er war 1966 der erste Angestellte von Axel Springer junior, der unter dem Pseudonym Sven Simon die Münchner Sportfotografenszene aufmischte. Fred Joch hatte Springer bei der Illustrierten Quick kennengelernt. Und dort auch seine spätere Frau. Die ist ge-

lernte Fotografin, Fred war damals noch Zimmermann und werkelte beim Wiederaufbau des Bayerischen Nationaltheaters mit. 1970 war Axel Springer Trauzeuge der Jochs.

1968 machten sich Fred und Heide Jochs selbständig. Freds Nachfolger bei Sven Simon war Günter R. Müller, die beiden ließen die Fotoagentur SVEN SIMON GmbH ins Han-

delsregister eintragen.

Das Schicksal meinte es gut mit Fred Joch. Er war Beifahrer seines Kollegen Max Mühl-

berger, als die beiden Fotografen 1972 auf der Rückfahrt von der Photokina in Köln am Kindinger Berg über dem Altmühltal verunglückten. Joch überlebte mit Schlüsselbein und Schulterbruch. Als er das Krankenhaus verlassen konnte, hatten sie Max Mühlberger im Ostfriedhof zu Grabe getragen.

Fred Joch fotografierte 42 Jahre lang für Bild München. Und er engagierte sich berufs-

ständisch: Als Schatzmeister des Vereins Münchner Sportjournalisten (VMS) von 1989-

1997, danach als Beisitzer im Vorstand und als Fotografensprecher von 1972-2010. Er ist seit 1969 Mitglied des VMS.

Gefragt, ob er zur Sportfotografie als Broterwerb rate, warnt Fred Joch junge Menschen: „Das ist ein aussterbender Beruf.“ Er sieht die Zukunft für seine Zunft illusionslos. „Es ist nur noch eine Zeitfrage, bis es gelingt, vom Fernseher weg scharfe Bilder zu machen.“ Das kann dann jeder.                                                                                H.E.

Michael Steinbrecher wäre 100 Jahre alt

Er war das wandelnde Münchner Fußballarchiv

Michael Steinbrecher (l.) und Franz Beckenbauer

In der Aufstiegsrunde 1965 zur Bundesliga holte Trainer Tschik Cajkovski den 17-jähri-

gen Franz Beckenbauer in die Mannhaft — als Linksaußen. Der FC Bayern besiegte den FC St. Pauli in Hamburg 4:0, das dritte Tor schoss Beckenbauer. St. Pauli traf nur den Pfosten - kein Wunder: An den hatte Torhüter Sepp Maier als Talismann eine Matrosen-

puppe gehängt, die ihm der Münchner Fußball-Journalist Michael Steinbrecher ge-

schenkt hatte. Der Aufstieg gelang allerdings erst ein Jahr später.

Steinbrecher war das wandelnde Münchner Fußball-Lexikon. Er belieferte die Sportre-

daktionen mit Statistiken in einer Zeit, da diese nicht beliebig verfügbar waren. Der PC war noch nicht erfunden und Google noch nicht gegründet. Über die Münchner Lokal-

derbys wusste er alles. Aber seine Manuskripte waren gefürchtet. Wer Pech hatte, der bekam den kaum mehr lesbaren und siebten oder achten Durchschlag aus dünnem Luftpostbriefpapier, aus dem die perforierten Buchstaben fielen.

Für die Münchner Fußballspieler war Michael Steinbrecher eine Respektsperson. Zu sei-

nem 80. Geburtstag im Hofbräukeller kam Franz Beckenbauer als Ehrengast.

Steinbrecher engagierte sich auch berufsständisch. Er war von 1971 bis 1985 2. VMS-

Vorsitzender. 1980 wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Michael Steinbrecher starb im 83. Lebensjahr. Er wäre am 23. April 2015 100 Jahre alt geworden. Am 21. August 1997 sprach der damalige VMS-Vorsitzende Hans Eiberle auf dem Haidhauser Friedhof den Nachruf. Die Grabstelle: Gräberfeld 1, Reihe 3, Grab Nummer 5 .                                                                                                              H. E.

Sammy Drechsel wäre 90 Jahre alt

Mikrofon, Fußball und die Lach- und Schieß

Sammy Drechsel, 1951 beim 2:0-Sieg des VMS gegen die Augsburger Kollegen.

Jetzt passen Sie auf, jetzt kommt der lange Finne und zieht dem Alois Schloder, ach herrje, die Beine unterm Allerwertesten weg, und auf dem liegt er jetzt." Eishockey mit Sammy Drechsel war in den 60-ern ein TV-Glanzlicht. Trotz seiner Berliner Schnauze machte der Reporter, der vor 90 Jahren, am 25. April 1925, in Berlin als Karl-Heinz Kamke geboren wurde, auch in Bayern Karriere. Beim Bayerischen Rundfunk kommen-

tierte er in den Fünfzigern Fußball, Radrennen und Boxen, bei der Fußball-WM 1966 das Halbfinale Deutschland — UdSSR (2:1).

In den späten 40-er Jahren war Drechsel, der nach einer kaufmännischen Lehre beim Sportreporter Rolf Wernicke volontiert hatte, bei Rias Berlin Sensationsreporter. Er ba-

lancierte übers Hochseil, entschärfte eine 20-Zentner-Bombe, ließ sich, zwischen den Gleisen liegend, von einem D-Zug überrollen - und sprach dabei live seine Reportagen.

1950 kam Drechsel nach München zum Bayerischen Rundfunk. 1956 gründete er mit

Dieter Hildebrandt die Lach– und Schießgesellschaft, deren Leiter und Regisseur er bis zu seinem Tod am 19. Januar 1986 war. Schon 1955 hatte er das Jugendbuch „Elf Freunde müsst ihr sein“ geschrieben, es wurde sehr viel später als Hörbuch von Dieter Hildebrandt gesprochen. Drechsel führte die Studioregie für Hildebrandts TV-Formate „Notizen aus der Provinz“ und beim „Scheibenwischer“.

Fußball war Sammy Drechsels Leidenschaft. Er wurde mit dem BSV 92 Berliner Jugend-Fußballmeister. In München gründete 1956 den FC Schmiere, bei dem zahlreiche Promi-

nete spielten, meist für wohltätige Zwecke. Drechsel erzielte in 963 Spielen rund 1500 Tore.

Einen letzten Kurzauftritt im Fernsehen hatte Drechsel in der Serie Kir Royal (1986) von Helmut Dietl. Die Aufnahmen entstanden, kurz bevor er an den Folgen einer Krebser-

krankung starb. Er war seit 1962 mit Irene Koss verheiratet. Beider Grabstelle ist auf dem Münchner Nordfriedhof (Grab Mauer rechts Nr. 244).                                              H. E.

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Grundlagen des Schnell-Lesens
Peter Rösler
1. Auflage 2016
exclam! Verlag, Düsseldorf

ISBN: 978-3-943736-09-0 (Print-Ausgabe),

978-3-943736-10-6 (E-Book-Ausgabe, Kindle, 978-3-943736-11-3 (E-Book-Ausgabe, PDF.

Preise: Print-Ausgabe: 79,90 EUR, direkt beim Autor (ros@reviewtechnik.de) und bei amazon.

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Das Buch stellt Erfahrungswissen und die wissenschaftliche Untersuchungen zum Schnell-Lesen vor und beantwortet unter anderem folgende Fragen:

  • Was ist der Unterschied zwischen dem "kleinen" und dem "großen" Schnell-Lesen?

  • Wie viel vom Text versteht man noch, wenn man schnell-liest?

  • Welche Tempoerhöhungen sind erreichbar?

  • Wie häufig und wie lange muss man dafür üben?

Während sich die Ratgeberbücher zu Schnell-Lesen inhaltlich stark ähneln, weil sie sich auf dieselben traditionellen Übun-

gen stützen, ist die inhaltliche Überlap-

pung des Buchs „Grundlagen des Schnell-Lesens“ mit den Ratgeberbü-

chern minimal. Gemeinsame Inhalte fin-

den sich vor allem in den Kapiteln „nor-

males Lesen“ und „Lesemanagement“. Die weiteren Kapitel bringen neue Infor-

mationen oder hinterfragen die traditio-

nellen Ansichten zum Thema „Schnell-Lesen“, wie beispielsweise im Kapitel „Mythen und Halbwahrheiten“. (Verlagstext).

 

Bibliografie

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Die 100 besten Fußballer 2016/2017

160 Seiten | Hardcover

14,99 €(D); 15,50 €(A)

ISBN:978-3-7423-0143-7

Werner Bartens

"Verletzt, verkorkst, verheizt"

Die jungen Sportler sind die Krüppel von morgen.

Ab 1. September 2016 bei Droemer.

Anno dazumal

Als Gerd Müller zurücktrat        Als Beckenbauer nachtrat

Wenn Ronny mit                         dem Kopf abstaubt

Fußballsprache oder ganz schlechtes Deutsch?

 

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