Verein Münchner Sportjournalisten
Verein Münchner Sportjournalisten

Geburtstage

Mai 2020

Gerhard Bosch 70

Fingerspitzengefühl

  „Leichtathletik-EM in Helsinki, 28. Juni 2012, Kugelstoßen, Frauen, Qualifikation. Seit Jah-ren versuche ich, die Kugel zu erwischen, wenn sie gerade noch am Finger ist. Bei Chris-tina Schwanitz, die später Fünfte wird, klappt es endlich – und besonders gut, exakt auf die Tausendstelsekunde. Die Vier-Kilo-Kugel bekommt hier eine unglaubliche Leichtigkeit.“

So schilderte Gerhard Bosch, wie ihm das Foto gelang, das er "Fingerspitzengefühl nannte, und das 2013 bei den Berufswettbewerben des Verbands Deutscher Sportjournalisten (VDS) in der Kategorie Sport Allgemein/Action/Feature mit dem 1. Preis ausgezeichnet wurde.

  Gerhard Bosch, der am 18. Mai 2020 70 Jahre alt wird, erinnert sich: "„Es war natürlich viel Glück dabei, die Kugel so millimetergenau am Finger zu erwischen. Ich habe das zwar immer wieder versucht, aber immer war die Kugel noch in der Hand oder schon in der Luft, so dass man nie den ausgestreckten Finger sehen konnte. In Helsinki hatte ich (zum Glück) keine Innenraum-Berechtigung, ich konnte die Kugelstoßerinnen also nur von der ersten Zuschauerreihe aus und nur von hinten fotografieren. Licht war genügend da, so dass ich die Belichtungszeit auf 1/5000 Sekunde einstellte und eigentlich nur darauf ach-htete, nicht zu früh abzudrücken, damit die Kugel nicht verdeckt war. Die modernen Kame-ras sind zwar schnell, aber selbst wenn man den Fischer auf dem Auslöser lässt, fliegt die Kugel etwas 1,5 Meter zwischen zwei Serienaufnehmen. Auch in 1/5000 Sekunde bewegt sich die Kugel noch um 2 Millimeter, da brauch man schon eine ganze Menge Glück für so eine Aufnahme."

  Christine Schwanitz belegte mit 18,25 m den 5. Platz, Europameisterin wurde Nadine Kleinert mit 19,18 m.

Ein Jahr später stand in VMS INFO, dem Jahresheft des Vereins Münchner Sportjournalisten, diese Meldung. Während einer langen Reha-Zeit hat sich Gerhard Bosch ins Leben zurückgekämpft. Er be-nötigt zwar eine Gehhilfe und zum Fotografieren ein Stativ, aber es hätte schlimmer kommen können. Herzlichen Glückwunsch!          HE 

Fritz Heimann 80

Ein Herz für Nischen

Man mag es heute kaum glauben, aber so war es vor einem knappen Jahrhundert tatsächlich: Da interessierte sich für einen Sport namens Biathlon in den Redaktionsstuben nicht mal eine Minderheit. Skilanglauf mit Schusswechsel? Aber bitte nicht mit uns!

  Einer der landesweit wirklich ganz wenigen Kollegen, die sich frei machten von solchen Ressentiments, der früher als andere der Zunft die Attraktivität des Zweikampfs in Loipe und am Schießstand erkannte, ist Fritz Heimann gewesen. Es passierte 1972: Die „Süddeutsche“ entsandte erstmals einen Reporter zu einer Biathlon-WM, zur Kleinkaliber-Premiere in Hochfilzen, merkte aber erst spät, dass sich ihr Redakteur dabei schlimm infiziert hatte. Mit dem Biathlon-Virus. Ihn ist Fritz Heimann bis zum Ende seiner Tätigkeit bei der SZ nicht mehr los geworden.

  Den Biathleten war`s nur recht: „Pionier“ Heimann hat sie aus der Nische der Sportbe-richterstattung herausgeholt. Fragt nach bei Peter Angerer und Uschi Disl.

  Auch vor anderen Kellerkindern der Berichterstattung - Ringen, Gewichtheben, Judo und Sportschießen - ist er von Beginn an in der SZ „nicht zurückgeschreckt“. Sagt er heute. Diese Disziplinen regelmäßig zu betreuen, sie in den wenig aussichtsreichen Kampf um Zeilen gegen die Fußballer zu führen, betrachtete Heimann als Akt der Fairness und jour-nalistischen Ausgewogenheit. Manchen Widerstand hat er dabei brechen müssen, da war viel Beharrungsvermögen gefragt.

  Das war auch gefragt, als er vor einem Jahr sich ein letztes Mal in sein Archiv vertiefte, im Internet recherchierte und im Oktober 2019 seine letzte große, sehr lesenswerte Geschich-te in der SZ veröffentlichte: Ringen im Widerstand - Zur Erinnerung an den Berliner Werner Seelenbinder, der vor 75 Jahren von den Nationalsozialisten ermordet wurde.

  Fritz Heimann, der am 28. April zu Hause in Erding zusammen mit seiner Frau Heide (wird im Mai 81) seinen 80. Geburtstag feiert, stammt aus Troppau im Sudentenland, er musste 1946 mit Familie im Güterwagen nach Hof/Saale fliehen. Dort erst Realschule, dann Banklehre, 1961 Volontariat bei der Frankenpost, von deren Verleger er sich schon nach vier Monaten wieder verabschiedete mit den Worten: „Bei Ihnen kann ich nichts mehr lernen“. Nächste Station: München, Abi (1965) auf dem Zweiten Bildungsweg, Sonntags-dienste bei der Abendzeitung. Dort trennte ihn nur noch eine schwere Eisentür im vierten Stock der Sendlinger Straße von seinem Ziel, der Süddeutschen Zeitung, Abteilung Sport.

  Sie öffnete sich 1962: feste freie Mitarbeit, parallel dazu Studium der Zeitungswissen-schaften, Politik und Geschichte, 1969 Festanstellung bei der SZ und 1981 der Aufstieg zum stellvertretenden Ressortleiter. Schließlich 2003: ab in die Rente. Deren Rhythmus unterbrach er mit gelegentlichen journalistischen Arbeiten und zuweilen einem Tennis-match. Seine Slice-Rückhand war gefürchtet. Doch zwei Jahre nach einer gut überstande-nen Herzoperation (2010) blieb er dem Tennisplatz fern! Warum? „Ich seh` doch meine Altersgenossen, die nur noch auf dem Platz stehen, um zu sehen wie der Ball auf dich zukommt – na, des mog i ned!“ meint der Jubilar und erzählt, dass er jetzt viel lieber mit seiner Frau auf Wanderungen geht, anfangs auf größere (Naabtal), dann auf kleinere, zur-zeit allerdings nur auf ganz kleine; nicht nur wegen Corona, sondern weil Ehefrau Hilde erst jetzt von einem Fersenbruch wieder genesen ist: ein Wanderunfall.

Alles Gute Fritz Heimann                                                                                           MG/TW

Wolfgang Uhrig 80

Der Marathon-Mann

(21.04.2020) - Sie brachte es auf den Punkt: „Den Menschen würde ich immer wieder heiraten – den Journalisten nicht.“ Monika Uhrig meint ihren Mann Wolfgang, und niemand kennt ihn besser als sie, 55 Jahre sind sie nun verheiratet. Da gibt`s keine Lücken mehr zu füllen, und für Geheimnisse fehlt eben-falls der Platz. Beide sind sie nun 80, mit der „8“ vor der „0“ muss man um-gehen können, auch wenn`s irgendwo zwickt.

  Wer so in seinem Beruf geradezu manisch verhaftet ist wie Wolfgang Uhrig, hat nichts vergessen, nicht das Geringste, von den Anfängen bis in die Jetztzeit. Aufgewachsen in Nieder-Klingen im Odenwald, wo die Welt zwar nicht zu Ende ist, aber doch enden könnte. Als Jugendlicher berichtete er für das Lokale im „Darmstädter Echo“. Eine Stelle als Volontär hatte man für ihn nicht, und ohne Beziehungen ging damals sowie nichts. Aber Schreiben, Neuigkeiten verbreiten, das hatte er immer im Sinn.

  Nach der Mittleren Reife begann er eine Lehre als Schriftsetzer, doch arbeiten wollte er als Journalist, im Sport natürlich. Er war von klein auf sportbesessen. Sein Vater Adam, Polizei-Oberkommissar, hatte ihn angesteckt, der setzte ihn am Wochenende hinter sich auf den Rücksitz seines 125er-Ardie-Motorrads und ab ging`s zum Fußball zu Viktoria Aschaffenburg, auf den Bieberer Berg zu den Kickers von Offenbach oder zu den „Lilien“ nach Darmstadt.

  Um einen Job in irgendeiner Redaktion zu ergattern, fasste er einen für damalige Zeiten geradezu tollkühnen Entschluss. Ohne Umweg über irgendwelche Zweigstellen oder Ressorts schrieb er mit achtzehn direkt das Bundespresseamt am früheren Regierungssitz in Bonn an, und zwar geradeaus dem Leiter Felix von Eckhardt. Und er erhielt Antwort („das Schreiben habe ich immer noch“), man ließ ihn wissen, er solle sich doch an den Sport-Informations-Dienst (sid) in Düsseldorf wenden. Und auch von dort kam Post mit einer Einladung zu einem Vorstellungsgespräch.

  An einem Novembermorgen 1958 fuhr er mit dem Fahrrad nach Lengfeld zur Bahnstation, dann mit dem Eilzug gen Düsseldorf. Im vierten Stock des Pressehauses am Martin-Luther-Platz hatte der „sid“ seine Redaktionsstuben. Dort stand er dann aufgeregt vor Alfons Gerz, dem Chefredakteur des „sid“, der damals größten Sport-Presse-Agentur der Welt. Und der hatte auch noch so eine zusätzliche Marotte an sich, er stellte Testfragen, ob man auch etwas wisse vom Sport. So wollte er von Uhrig erfahren, wer 1936 bei den Olympischen Sommerspielen in Berlin den 800 m-Lauf gewonnen habe.

  Nach der positiv verlaufenen Vorstellung begann er am 1. April 1959 beim sid ein dreijähriges Volontariat, danach erhielt er als Redakteur die Ressorts Kunstturnen und Eiskunstlauf, „weil die niemand anderer wollte“. Seine erste größere Story hatte er im „Darmstädter Echo“ über das „Wettmelken der Landjugend“ am Euter der Gummi-Kuh Minna geschrieben, für den sid berichtete erstmals 1961 von den Eiskunstlauf-Europameisterschaften in Berlin, dorthin war er per Anhalter gereist, „weil der sid, ihm als Volontär, die Fahrtkosten nicht bezahlte“.

  Und 1965 erschien im „sid“ die bis dahin einmalige Lesestoffgeschichte in einer Ich-Form „Beinahe wäre ich Letzter geworden…“, die gar später von Wolfgang Menge, dem Erfinder von „Ekel Alfred“, fast verfilmt worden wäre. „Adam“, wie Wolfgang Uhrig aufgrund des Vornamens seines Vaters gerufen wurde, hatte sich mit einer gefundenen Startnummer in den Pulk der Marathonläufer bei den deutschen Meisterschaften in Düsseldorf geschmug-gelt, beim Kilometer 38 las ihn jedoch der „Besenwagen“ auf. Und den Leidensweg bis dahin auf dem Asphalt, die Gespräche mit anderen Mitläufern schrieb er auf, der „sid“ ließ die Story über den Sender tickern.

  Wolfgang Uhrig unterhält, pflegt aber auch nach wie vor seine Kontakte bis heute bei-spielsweise zu Marika Kilius und Hans-Jürgen Bäumler, zu Christian Neureuther und Rosi Mittermaier oder zum Kunstturner Eberhard Gienger. Nach 16 Jahren „sid“, die prägten, holte ihn Hubert Burda 1975 zur „Bunte“ als Allrounder nach Offenburg, er war Reporter, dann Ressortleiter Nachrichten, 1987 wechselte er zur Illustrierten „Quick“, verantwortlich für das Ressort Aktuelles betreute. Von 1988 bis 2005 wirkte er zusammen mit Rainer Holzschuh als Chefredakteur beim „Kicker“. Über viele Jahre gab er dem "Spportjourna-list“ (das Verbandsblatt des VDS) Konturen.  

  Uhrig war von 1968 (Grenoble/Winter) bis 2012 (London/Sommer) insgesamt 20-mal Berichterstatter bei Olympischen Spielen. Er betreute zusätzlich während der Zeit beim „Kicker“ von 1969 bis 2005 als Chefredakteur die Jahresbücher der Olympischen Sport-Bibliothek, die Standardwerke des NOK bzw. des DOSB.                           Dieter Ludwig

 

Anmerkung: Olympiasieger 1936 über 800 m war John Woodruff (USA) in 1:52,9 Minuten.

Horst Huber 85

Hohe Schlagzahl

(08.04.2020) -  Jaja, man sieht’s: sein Glas ist immer noch halb voll...und war wohl nie halb leer! Nur sein Hometrainer, das Ruder-gerät im Wohnzimmer, stöhnt schon mal – weil der „Chef“ die Schlagzahl täglich noch erhöhen will...

  Kein Wunder, wenn man wie ein Neu-Rentner ausschaut und Kopf & Körper sogar noch jünger sind. Aber dieser ewig agile „Energieträger“ ist Jahrgang '35! Also 85! Die Story eines Phänomens – nicht nur unter den (Sport-)Jour-nalisten.

  Wer in diesem Alter geistig und körperlich noch derart fit ist wie Horst Huber, der ist nicht nur ein Glücksfall der Gene, sondern verkörpert im wahrsten Sinne des Wortes auch „die Konsequenz einer entspre-chenden Lebensführung“, wie der unvergessene Kollege Jan Eberhard Vaubel schon zu seinem 80. schrieb.

  Sportlich war Horst Huber einst einer der besten deutschen Viertelmeiler der 1950er- und 60er-Jahre (Bestzeit 47,3 Sekunden), trug zehnmal das Nationaltrikot und feierte seinen Höhepunkt beim ersten Länderkampf Deutschland – USA im Stuttgarter Neckarstadion.
Die Gene seines Vater Erwin, der bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin Vierter im Zehnkampf war!

  Bis ihn die Liebe zu den kleinen Bällen im Tennis und Golf traf – und sportlich und bis heute auch beruflich als Journalist fesselte – was ihm lieber als der Programmierer- und PR-Job bei Siemens war.

  Alles begann als ‚Freier‘ bei der SZ. Der Autor erinnert sich an die Jahre 1969 ff: HH for-mulierte fachlich-sachlich immer so informativ über den Amateurfußball, dass der damalige Ressortleiter Ludwig Koppenwallner jeweils begeistert war.

  Später erstellte Horst Huber für die Süddeutsche Zeitung in München bei den BMW Open im Golf und Tennis die SZ Daily News, leitete zudem die Pressearbeit diverser Sportver-anstaltungen, schreibt heute noch für seinen Golfclub Brunnthal und ist nach wie vor der maßgebliche Redakteur von bayerntennis. Was wäre Chefredakteur Ludwig Rembold ohne ihn? Als ich HH anrief, machte er sich gerade Gedanken darüber, ob die Punktspielsaison wegen Corona wirklich am 8.Juni beginnen kann: „Ich bin da skeptisch!“

  Gerade jetzt in Corona-Zeiten vermisst man ihn, der bei jeder Pressekonferenz immer als Erster erscheint – mit Stift und Kamera – und dessen Fragen mit fester, klarer Stimme immer auf den Punkt kommen. Jüngere Kollegen könnten lernen.

  Am 8. April wird Horst Huber 85. Sein Golf-Handicap ist gerade mal ein Viertel „so alt“.

Medikamente kennt er nur von seiner Susi, 76, die er hoffentlich noch lange täglich be-suchen kann – per Auto, versteht sich!

   Auch wenn er mich letztes Jahr mal mächtig zusammengeschissen hat, weil ich mich als sein Zähler beim Golf verschrieben hatte, nachdem er doch „nur ein Bogey und doch kein Par“ (!) gespielt hatte: Ich verneige mich im Namen aller Kollegen vor diesem unserem Vorbild!                                                                                                          Conny Konzack

Werner Rabe 70

Ruhe im Raben-Nest

(02.02.2020) - Werner Rabe betont am Telefon, wie sehr er sich noch immer freue über Einladungen durch Verbände oder Vereine, denen er früher beruflich nahestand: „Man ist ja oft auch ganz schnell vergessen - in diesem Alter.“ Siebzig wurde er am 4.Februar. Und fuhr am Tag darauf von Mün-chen aus zum Weltcup der Skispringer nach Willingen. Eine Einladung vom Skiclub, er ist dort Ehrenmitglied.

  Für ihn in jedem Winter aufs Neue eine emotionale Reise in die Vergangenheit. Back to the Roots, wo im April 1970 alles anfing mit dem Sportjournalismus, in der Lokalredaktion der „Waldeckischen Landeszeitung“ in Korbach, seiner Geburts-stadt. Ab Januar 1978 folgte der Sport-Informations-Dienst, damals noch stationiert in Düsseldorf. Auf Lokalsport und Nachrichtenagentur begann nach zehn Jahren sein elektronisches Zeitalter. Rabe wechselte 1988 vom SID zum legendären Rudi Michel in den Südwestfunk Baden-Baden und 1992 später zum Bayerischen Rundf-unk (BR) in München. Von 1997 bis 1999 war er zuständig für die ARD-Sportkoordination, danach beim BR zuerst Ressortleiter Fernsehen und von 2004 bis zum Ende seiner beruf-ilchen Laufbahn im Jahr 2015 Chef in der Doppel-funktion Hörfunk/Fernsehen.

  Der bekennende Nachrichtenmann („einmal SID, immer SID“) ist nach wie vor bestens vernetzt in sportpolitischen Bereichen, bis hinauf zu dem - auch manchmal kritisch - ver-bundenen IOC-Präsident Thomas Bach. Rabe wurde ausgezeichnet mit Medienpreisen, unter anderem durch den Bayerischen Ministerpräsidenten, das IOC, den internationalen Skiverband FIS, die nationalen Verbände im Rodeln und Schießen: „Doch viel wichtiger als diese Ehrungen, ist für mich, dass ich als Journalist an vielen Welt- und Europameister-schaften teilnehmen durfte, darunter neunzehn Olympische Spiele.“ Eine höchst seltene Serie im deutschen Sportjournalismus, vom Sommer 1972 in München bis zum Winter 2014 in Sotschi.

  Den Siebzigsten feierte Werner Rabe daheim in München im Kreis der Familie mit Ehe-frau Inge-Lore, den Töchtern Dörte (34 Jahre), Birte (41) und Enkel Emilia (8). „Sie alle sind heute mein Hobby,“ sagt ein zufriedener Rentner zur Ruhe im Raben-Nest.

                                                                                                                         Wolfgang Uhrig

Manfred Vorderwülbecke 80

Moderator, Lehrer, Domspatz

(03.01.2020) - Manfred Vorderwülbecke war eines der Gesichter der ARD in den 1980er Jahren. Für alle Sportinteressierten war er als Reporter und Moderator der Sportschau ein Begriff. Seine Kollegen damals unter anderen: Heribert Faßbender, Jörg Wontorra und Gerd Rubenbauer. Vorderwülbeckes Heimat-sender war der Bayerische Rundfunk.

  Zum Kultstatus avancierte seine TV-Skigymnastik mit Rosi Mittermeier im Dritten Programm des BR. Ab Spätherbst bildete „Tele-Ski“ für seine Zuschauer das wöchentliche Heimtraining, um für die Skisaison fit zu werden. Dazu gab es Bücher, eine Schallplatte und eine Videocassette. Es war der Prototyp der Fitness-Videos. Auf dem Cover: Vorderwülbecke und Mittermeier im schneeweißen Gymnastikanzug, zwischen ihnen, offensichtlich hineinkopiert, der musi-kalische Begleiter Max Greger.

  Überhaupt hatte es der Wintersport Manfred Vorderwülbecke angetan: er schrieb Sach-bücher über Skilanglauf (Trainer, Technik, Taktik – 1978), er war staatlich geprüfter Ski-lehrer und Mitglied des deutschen Skilehrer-Lehrteams.

  Sein Sport- und Wissensspektrum umfasste aber noch viel mehr. Er verfasste auch Sach-bücher über Aerobic und Bewegungsspiele für Vorschulkinder (Als Fachmann. Studiert hatte er Germanistik und Sport, mit Staatsexamen und der Befähigung zum Unterricht an Gymnasien). Außerdem verantwortete als Herausgeber zahlreiche Olympiabücher. Unter den Autoren: Der Eiskunstlaufexperte Heinz Maegerlein.

  Seinen Geburtstag wird er wieder in seiner zweiten Heimat Kapstadt verbringen. Weil es im südlichen Afrika jetzt schön warm ist, aber auch, weil seine Tochter Nina dort als Mee-resbiologin arbeitet. Apropos Kapstadt. Als 2008 die Regensburger Domspatzen am Tafel-berg auftraten, war Manfred Vorderwülbecke unter den Besuchern; aus alter Verbunden-heit, er sang von 1950 bis 1954 im Chor.

  Am 3. Januar 2020 wurde Manfred Vorderwülbecke 80 Jahre alt. Herzlichen Glück-wunsch.

Ottmar Neidhardt 75 plus

Fit wie ein Tennisschuh

Foto: Merkur.

(2. September 2019) – Er ist jetzt 75 und nach wie vor fit wie ein Tennisschuh. Der weiße Sport auf rotem Sand, wie es zu den journalistischen Zeiten von Ottmar Neidhardt hieß – längst hat sich zwar nicht die Unterlage, aber die Farbe des Outfits geändert – fas-ziniert ihn nach wie vor. Er lebt ihn aus, er praktiziert, ja zele-briert ihn.

  Und deshalb ist er immer noch auf internationalen Turnieren unter-wegs. Im September startet er bei den Seniors ITF in Kroatien, diesmal logischerweise in der Kategorie oder Altersklasse 75 plus. Für alle, die ihn kennen und im Laufe der Berufsjahre, aber auch aufgrund der persönlichen Freundschaft schätzen gelernt haben – kein Wunder.

  Wenn er allerdings seine tz-Redaktion besucht, wird er sich wundern. Abgesehen davon, dass viele seiner damaligen Kollegen – er verließ die Redaktion kurz bevor er 60 wurde – nicht mehr da sind, hat sich im digitalen Zeitalter sehr, sehr viel verändert. Dennoch bleiben die Erinnerungen an das Arbeitsleben eines Sportjournalisten, das Claudius Mayer zu Neidhardts 70. Geburtstag im folgenden Text nicht treffender hätte beschreiben können, und das wir mit seinem Einverständnis aktualisiert haben.

  „Helmut, an Wein!“ Wenn diese Aufforderung durch das Großraumbüro der tz-Redaktion hallte, dann wussten alle, dass der Andruck für die Abendausgabe geschafft war. Und dass man endlich zum etwas entspannteren Teil des Tages übergehen konnte. Es war die Zeit, als in den Redaktionen dieser Welt noch gequalmt und getrunken wurde. Ottmar Neidhardt war zwar Nichtraucher, aber ein guter Tropfen aus dem Kühlschrank von Chefredakteur Helmut Stegmann gehörte dazu, wenn er mit den Kollegen aus der Sportredaktion den Tag Revue passieren ließ und die Planungen für die kommende Ausgabe besprach.

  Am 1. September feierte Ottmar seinen 75. Geburtstag und hat auf die Jahre zurückge-

blickt, die er im Pressehaus Bayerstraße von 1970 bis 2001 bei der tz verbracht hat – die letzten davon die letzten 14 davon als Ressortchef der Sportredaktion. Was seine Aufgabe dabei besonders erschwert hat: Er wohnte – und wohnt immer noch – in Hausham am Schliersee, und er besaß keinen Führerschein. Nicht immer fuhr noch ein Zug bis Haus-ham, wenn es in der Redaktion spät für den Ottmar wurde. Sei es, weil er Europacupspiele seines FC Bayern in die Zeitung hieven musste, Olympische Spiele bis tief in die Nacht dauerten, Länderspiele anstanden oder der TSV 1860 in der Bayernliga unter Flutlicht gegen den SV Lohhof ranmusste.

  All das war immer Chefsache. Mit dem üblichen Spruch – je nach Fahrplan – von Ottmar am Telefon: „Geh' Gabi, hoi mi in Tölz ab.“ Und Gabi, seine bessere Hälfte, übrigens wie er sehr tennisbegeistert, fuhr los und holte ihn am jeweiligen Bahnhof ab. Was die Sache 

amüsant werden lässt: Kurz, nachdem er bei der tz aufgehört hatte, machte Ottmar mit fast 60 Jahren den Führerschein.

  Neben dem Fußball zählten vor allem Tennis und der alpine Skisport zu seinen journa-listischen Leidenschaften. Wobei der gebürtige Oberpfälzer selbst nie auf Brettern einen Berg hinuntergefahren ist. Was er mit einer besonders innigen Bekanntschaft zu Rosi Mittermaier und Christian Neureuther aber mehr als kompensierte. Im Tennis allerdings konnte ihm keiner was vormachen. Ottmar nahm an zahlreichen Journalisten-Weltmeister-schaften teil. 2013 belegte er als deutscher Teamchef in Piestany (Slowakei) mit der Österreicherin Brigitta Rieger im Mixed-Wettbewerb den dritten Platz.

  Auch im Urlaub frönte Neidhardt, wann immer es irgendwie ging, diesem Hobby. Einmal, auf irgendeiner Insel in der Karibik, bat er an der Hotelrezeption, ob man für ihn einen Tennisgegner besorgen könne. Wenig später kam ihm auf dem Court ein älterer Herr in kurzen Hosen entgegen und begrüßte ihn: „Hello, my name is Caspar.“ Es handelte sich um Caspar Weinberger, den ehemaligen US-Verteidigungsminister. Egal. Ottmar nahm jeden, der ihm vor den Schläger kam. Wenn es hätte sein müssen, auch den nordkoreani-schen Justizminister.

  Ottmar Neidhardt ist dankbar für seine robuste Gesundheit, die ihm das Tennisspiel er-möglicht, und er freut sich mit seiner Frau Gabi, dass es die vier Monate alte Enkelin Isa-bella gibt, Tochter seines Sohnes. Er heißt Ottmar – wie auch sonst.

                                                                                               Claudius Mayer/Margit Conrad

Klaus Hoeltzenbein 60

Leidenschaftlicher Blattmacher

Führungskräfte unter sich: Klaus Hoeltzenbein und Bürger-meisterin Christine Strobl bei der Verleihung des VMS-Steg-mannpreises.

  Als Ressortleiter und leidenschaftlicher Blattmacher folgt Klaus Hoeltzenbein seit jeher einer leicht abgewandelten Sportlerweisheit: Der nächste Sportteil ist immer der wich-tigste! Und, klar, auch der übernächste, sowie selbstver-ständlich die kommende Wochenend-Ausgabe.

  Sportjournalismus, wie Klaus Hoeltzenbein ihn versteht und vorlebt, ist immer auch Kampf: Kampf um jeden einzelnen Abonnementen, um jeden, der sich die Printausgabe der „Süddeutschen Zeitung“ auch wei-terhin am Kiosk kauft oder die Digitalausgabe in der SZ-App herunterlädt.

  Und wie kämpft man um Leser (und damit um die Zukunft der Zeitung, in welcher Form auch immer sie in Zukunft vertrieben wird)? Indem man an sich selbst den Anspruch formuliert, die unterhaltsamsten Geschichten, die tiefenschärfsten Analysen, die kontrover-sesten Interviews und die poi-ntiertesten Kommentare zum nationalen und internationalen Sportgeschehen anzubieten.

  Was ist das Thema? Was ist die Geschichte? Geht’s noch etwas präziser? Kann man die These noch klarer herausarbeiten? Ist das der beste Termin für die Geschichte? Ist das das beste Bild? Ist das die beste Überschrift?

Im Redaktionsalltag ist Klaus Hoeltzenbein bekannt dafür, dass er persönlich an jedem Detail feilt. Zugleich hat er aber genug Vertrauen in seine Redaktion, um sich regelmäßig für mehrere Tage an seinen Berliner Zweitwohnsitz oder gleich für mehrere Wochen in den Jahresurlaub zu verabschieden. Seine Leute haben ja gelernt, wie es geht. Im Zweifel bei ihm.

  Generationen von Sportjournalisten sagen inzwischen von sich, dass sie durch die „Hoelt-zenbein-Schule“ gegangen seien. Talente fördern und fordern (und sie dann im Zweifel auch weiterziehen lassen, etwa auf Korrespondentenstellen in New York oder Rio de Ja-neiro, Madrid oder Tokio), das gehört seit jeher zum Selbstverständnis des SZ-Sports.

  Nach Ludwig Koppenwallner, Michael Gernandt und Ludger Schulze ist Klaus Hoeltzen-bein erst der vierte Sportchef der „Süddeutschen“ seit 1946. Mehr Kontinuität gibt es wohl nirgendwo in der Branche. Zur SZ kam der Neusser, der einst ein passionierter Handballer war, Mitte der 1980er-Jahre – nach dem Volontariat und ersten Lehrjahren beim „Sportin-formationsdienst“, für den er unter anderem über die Sommerspiele 1980 in Moskau be-richtete. Bei der SZ dann: Handball und Ski alpin, Fechten, Rudern und Eiskunstlauf,  1860, der FC Bayern und die Nationalmannschaft , inklusive deren WM-Triumph 1990 in Italien.

  Nach einem kurzen Abenteuer als freier Journalist in den USA Mitte der 1990er-Jahre machte die „Berliner Zeitung“ Klaus Hoeltzenbein zum Ressortleiter Sport. Es war eine Zeit des Aufbruchs und der großen Ambitionen bei dem Hauptstadtblatt. Ludger Schulze holte Hoeltzenbein 2003 dann als seinen Stellvertreter zurück nach München, seit 2010 leitet er die Sportredaktion.

  Jünger und auch weiblicher ist der SZ-Sport seither geworden, und er wird jetzt auf den verschiedensten Kanälen vertrieben. Aber der spezielle SZ-Geist – den Sport ernst neh-men und ihn zugleich doch nicht zu ernst nehmen –, der ist erhalten geblieben.

  An diesem Sonntag, den 11. August, wird Klaus Hoeltzenbein 60 Jahre alt. Er hat sich drei Tage frei genommen, aber danach geht es weiter. Dem FC Bayern droht womöglich ein heißer Herbst? Da hat sein SZ-Sport den Anspruch, mehr Hintergründe zu liefern als andere. Und dann stehen im kommenden Jahr schon die nächsten Höhepunkte auf dem Programm: die erste transeuropäische Fußball-EM mit dem SZ-Redaktionssitz München als einem der Spielorte. Und die Olympischen Sommerspiele in Tokio, traditionell eines jener Großereignisse, bei denen der SZ-Sport seine gesamte Bandbreite zeigt, von der großen Reportage bis zur nächsten sportpolitischen Enthüllung.

  Und nicht zuletzt hat Klaus Hoeltzenbein – nach den Erfolgen der von ihm herausgege-benen Text-Bild-Bände „15:30. Die Bundesliga. Das Buch“, „Brasil 2014“ und „France 2016“ – weitere Buchideen im Kopf. Weiter, immer weiter: Noch so eine Sportlerweisheit, die den Jubilar bestens charakterisiert.                                                     Claudio Catuogno

Ingeborg Frinke 85

Fotografin durch Zufall

Ja, die Frinke ist schon wieder da!“ Unzählige Male hat Ingeborg Frinke diesen Satz in ihrem langen Berufsleben gehört. Und sie hat ihn gerne wahrgenommen, weil sie als liebenswerte, stets Freude und Frohsinn verbreitende Kollegin hochgeschätzt wurde. Und diese Einschätzung kann man heute, im Jahr 2019 nur unter-streichen: Das Telefonat mit Ingeborg Frinke vor wenigen Tagen war erfrischend, natürlich, ja liebenswert. Und nicht nur deshalb gratuliert ihr der Verein Münchner Sportjournalisten, dem sie am 1.1.1979 beigetreten ist, von ganzem Herzen zum 85. Geburtstag, den sie am 1. August feiern kann.

  Als sie 75 war, ergo vor zehn Jahren, legte sie die Kamera aus der Hand. Sie, in Kreuz-berg in Berlin geboren und aufgewachsen, wollte eigentlich Modezeichnerin werden, aber die Wirren der Nachkriegszeit mangels Stellen und Ausbilder verwehrten ihr das. Zur Sportfotografie kam sie eher rein zufällig durch ihren späteren Mann Dieter, den sie mit 21 kennen und lieben gelernt und der bei der Agentur Schirner im Bereich „Architektur und Sportfotografie“ gearbeitet hat.

  Als dieser nach Düsseldorf versetzt wurde, folgte sie ihm. Dort wurde er von Horst Müller für dessen Agentur „Horstmüller“ abgeworben. Und dessen Freundin Ingeborg schickte er eines Tages ins Stadion von Rot-Weiß Essen. Bei unserem Gespräch erinnert sich Inge-borg Frinke (sie mag es nicht schlampig nur Inge genannt zu werden), dass man ihr zuvor habe zeigen müssen, wie man einen Film einlegt. Aber die Ingeborg Frinke kann ihre Arbeit wohl nicht so ganz schlecht gemacht zu haben – sie hatte sozusagen den Blick fürs Detail und den richtigen Moment, denn schließlich druckte der „kicker“ gleich zwei Sportfotos von ihr.

  Zum Start der Fußball-Bundesliga 1963 befahl Horst Müller die Frinkes nach München, obwohl Ingeborg, inzwischen Mutter einer Tochter, lieber in Düsseldorf geblieben wäre.

Dank der Zusicherung von „Horstmüller“, die Fotoagentur nach fünf Jahren übernehmen zu können, sagte das Paar zu. Als ihr Mann Dieter 1972 mit zwei weiteren Kollegen den Natio-nalen Olympischen Pool (NOP) gründete, hat das Team die Chance ergriffen und weltweit Bilder angeboten, verbreitet und verkauft. „Tag und Nacht haben wir gearbeitet, meine Kin-der wurden, so sagt sie dankbar, sozusagen von meiner Nachbarin erzogen, die ebenfalls zwei Kinder im gleichen Alter gehabt hatte“, räumt sie ein.

  Ob ihr die Arbeit mit 85 fehlt? Erst sagt sie: „Nein“, dann schiebt sie nach: „Doch“. Aber vor allem fehlt ihr ihr geliebter Mann Dieter, der 1995, weil er es zu einer geplanten Herz-OP nicht mehr geschafft hat, sterben musste. „Mit nur 59 Jahren“, sagt sie und hält inne, auch ein Vierteljahrhundert danach.

  Wo sie heute wohnt? Immer noch da, als wir nach München gekommen sind, in der Land-wehrstraße, im 3. Stock. „Ich war hochschwanger, als wir die Wohnung bezogen haben“, sagt sie. „Es gab kein Geländer, ich musste mich an der Wand hochhangeln.“ Aber noch heute wohnt sie dort, ist überaus glücklich, dass sie die einzige ist, die im Haus bleiben durfte, auch wenn der neue Besitzer wohl eine höhere Miete verlangen wird. „Einen alten Baum verpflanzt man nicht so leicht.“ 

  Recht hat sie, die Ingeborg Frinke, die ihren 85. Geburtstag am 1. August nicht groß feiern wird. Nicht, weil sie es nicht will, aber ihre Töchter und Enkel sind in Urlaub und Ferien.  

  Aber wer Ingeborg Frinke kennt, der wird wissen, dass sie bestimmt eine Gelegenheit findet, ihren Jubeltag nachzuholen.  Der VMS und VDS gratulieren dazu herzlich.

                                                                                                                         Margit Conrad

Rainer Kalb 65

Lebenskünstler, Feingeist und guter Freund

Rainer Kalb? Halb-Franzose, unverbesserlicher Fan von Borussia Mönchengladbach – was einem Anhän-ger des 1. FC Köln wirklich schwer fällt –, ein Mann mit einem Riesennetzwerk im internationalen Fußball und Duz-Freund von Michel Platini – das waren die groben Raster, die ich über den Sohn eines viel zu früh verstorbenen Bergmanns der Zeche Sophia-Ja-

coba mit Wohnort Hückelhoven-Doveren zu Beginn meiner Journalistenkarriere kannte. Aber bekanntlich steckt viel mehr hinter einer Person, wenn man sie erst einmal richtig kennen gelernt hat.

  Das gilt auch für Rainer Kalb, der quasi auf Kohle geboren wurde, nicht im Ruhrpott, das ändert aber nichts an seiner Verbundenheit mit den Kumpeln. Noch heute kann der leiden-schaftliche Sänger das Steigerlied mit all seinen Strophen trällern. Als wir ab 1988 und ab 1992 als gemeinsame Reporter bei der Fußball-Nationalmannschaft fast täglich zusam-menarbeiteten, wurde mir eines ganz schnell bewusst: Rainer Kalb ist ein Freund, ein Le-benskünstler, der mit Vollendung seines 50. Lebensjahres seinen Traum und den seiner überaus sympathischen Ehefrau Catherine realisierte, nach Frankreich zu ziehen, der Hei-mat seiner Gattin. Es verschlug den Weinliebhaber an die Loire, wo ich ihn seitdem diverse Male besuchen durfte.

  Da habe ich auch immer wieder die unverwechselbare Warmherzigkeit von Rainer ge-spürt, wenn er mit den Dorfbewohnern am Morgen beim Kauf der Tageszeitungen einen Plausch hält und sich auch für deren Sorge und Nöte interessiert. Für Rainer Kalb, dessen Bruder Rolf als bekannter Eurosport-Kommentator ebenfalls Karriere im Sportjournalismus gemacht hat, ist es kein Unterschied, ob er mit dem FIFA- oder UEFA-Präsidenten oder seinem Nachbarn an der Loire parliert. Unverwechselbar auch seine Hartnäckigkeit, wenn es darum geht, eine Meldung zu recherchieren oder ein besonderes Zitat zu bekommen.

  Das Duo Kalb/Durry hat sich als SID-Reporter glänzend ergänzt, ich war für die Organi-sation, das große Ganze zuständig, Rainer konnte sich als fliegender Reporter ausleben. „Angst kennt das Kälbchen nicht“, hat der hoch geschätzte Kollege Stefan Thies mal über ihn gesagt. Denn eine große Stärke von Rainer Kalb war und ist, dass er seine Meinung auch gegen heftige Widerstände stets vertrat und sich nicht einschüchtern lässt. Als ein bekannter Trainer mal wieder Probleme mit seiner Berichterstattung hatte und Rainer Kalb vorwarf, er habe ja keine Ahnung vom Fußball, entgegnete er kess: „Sonst wäre ich ja auch Trainer geworden!“

  Rainer Kalb war nie der klassische Sportjournalist, er verstand sich immer vor allem als Fußball-Reporter. Sein Studium an der RWTH Aachen finanzierte er mit Wochenend-Ein-sätzen bei der RP Erkelenz, wo er sich auch um die Kreisligisten kümmerte. Er absolvierte ein Stipendium-Semester an der berühmten Sorbonne in Paris. Maitrise è Lettres über Emile Zola, Staatsexamen über Naturalismus in der deutschen Literatur.

  Als Gladbach-Fan hat ihn die Annullierung des 7:1-Sieges der Borussia gegen Inter Mai-land aufgrund eines Büchsenwurfes gegen Roberto Boninsegna geprägt. Seine Skepsis gegen Funktionäre liegt wohl in diesem Trauma begründet. „Es durfte nicht sein, weil es nicht sein durfte, aber ich habe es gesehen“, betonte er einmal.

  Es schreckte ihn jedoch nicht ab, ganz im Gegenteil. Eine Hochschulkarriere war nichts für ihn, der Sportjournalismus hatte ihn angefixt. Als seinen Lehrmeister bei der Rheini-schen Post in Erkelenz bezeichnet er stets Hans Groob, ein Volontariat bei der RP war aufgrund seiner langen freien Mitarbeiterschaft kein Problem. HG Martin war damals der RP-Sportchef. Rainer Kalb bekam bei der RP Mönchengladbach als Nachfolger des legen-dären Wilhelm August Hurtmanns eine Festanstellung. Im März 1980 durfte er erstmals ein Europacup-Auswärtsspiel der Borussia bei AS St. Etienne (4:1 für Gladbach) besuchen. Das kicker Sportmagazin wird auf Kalb aufmerksam, der Gladbach-Chef der RP, Otto E. Schütz, lässt seinen hoch veranlagten Musterschüler ziehen.

  Die WM 1982 erlebt erstmals den Weltmeisterschafts-Berichterstatter Rainer Kalb. Beim Halbfinal-"Thrilla“ in Sevilla zwischen Deutschland und Frankreich ist er hautnah dabei, auch als Toni Schumacher Gegenspieler Patrick Battiston über den Haufen rannte. Als Nachfolger von Hans Blickensdorfer war Kalb zu diesem Zeitpunkt freier Auslands-Korres-pondent von L'Equipe und France Football, ein auch international hoch angesehener Jour-nalist. Im Fußball-Magazin verfasste Kalb damals einen flammenden Artikel gegen Schu-macher, worauf dessen Manager Rüdiger Schmitz sogar eine Klage anstrengte. Kicker-Chefredakteur Karl-Heinz Heimann verteidigte seinen Reporter bis aufs Blut, reduzierte die Präsenz des Kölner Torwarts in der kicker-Berichterstattung auf ein Minimum - „bis er Rai-ner Kalb ein Interview gewährt“. So kam es schließlich. „Das hat mein Berufsleben geprägt und auch den Gerichtsstreit mit Karl-Heinz Rummenigge aussitzen lassen, bei dem mich die tz vehement unterstützt hat“, sagte Kalb. Für die Münchner tz ist er bis zum heutigen Tag tätig und hat über 1500 Fußball-Kolumnen verfasst.

  Als SID-Nationalmannschaftsreporter nahm er 1996 mit dem EM-Titel unter Bundestrainer Berti Vogts im Fußball-Mekka Wembley-Stadion Abschied. Es folgte aber weitere SID-Ein-sätze bei Fußball-Großereignissen bis 2006. Danach trat er kürzer, überwand eine schwere Erkrankung dank seiner robusten Gesundheit und der Fürsorge seiner „regierenden Für-stin“ (Kalb über seine Ehefrau Catherine) und blieb der Agentur bis zum heutigen Tag treu. Mit seiner feinsinnigen, pointierten Schreibe hat der Buchautor Rainer Kalb, der bei seinen Kommentaren stets lieber das Florett statt des Säbels schwang, Maßstäbe gesetzt.

  Bon anniversaire!                                                                                               Ralph Durry

 

Rainer Kalb ist seit 1988 Mitglied des Vereins Münchner Sportjournalisten, der gleichfalls herzlich gratuliert.

Monika und Harry Melchert 70

Im Stadion gefunden, mit der Kamera durchs Leben

Ehepaare, die als Fotojournalisten arbeiten und arbei-teten, gab und gibt es einige im Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS). Und schon seit über einem halben Jahrhundert im Verein Münchner Sportjourna-listen (VMS): Die Rauchensteiners, die Jochs, die Mühlbergers, die Frinkes. Meist war der Mann Foto-graf und die Ehefrau kam aus einem anderen Beruf.

  Nicht so bei den Melcherts. Monika Bludau hatte in ihrer Heimatstadt Essen eine Ausbildung zur Foto-grafin abgeschlossen, sie arbeitete in einer Werbeagentur und später bei einem politischen Fotografen, ehe sie 1971 bei Sven Simon in Essen anfing. Harry Melchert, gebürtiger Ham-burger, hatte in seiner Heimatstadt bei Conti Press gelernt – nicht ganz freiwillig. Er wollte Schauspieler werden wie sein Bruder. Die Mutter aber setzte sich mit ihrer Ansicht durch, dass „ein Gaukler in der Familie“ reiche, wie sich der Sohn erinnert. Nach der Lehre arbei-tete Melchert als freier Fotograf für den Axel Springer Verlag. Dessen Angebot, zu Bild nach Stuttgart zu wechseln, schlug er aus, er fing 1971 bei Sven Simon in München an.

  Es war derselbe Arbeitgeber wie für Monika Bludau, wenn auch in München. Die beiden fanden sich trotzdem, in welchem Fußballstadion, weiß Harry Melchert nicht mehr. 1973 übernahm er, gemeinsam mit Monika, das Münchner Büro der Agentur Horstmüller, beide traten dem Verein Münchner Sportjournalisten (VMS) bei. Weshalb sie über 45 Jahre spä-ter noch immer Mitglied sind? „In München habe ich meine schönste Zeit erlebt,“ sagt Harry Melchert, mit den Olympischen Spielen. Es sei ein Miteinander der Fotografen-Kollegen ge-wesen „später wurden die Ellbogen spitzer. Wo früher eine Kamera war, sind heute 20. Je billiger die Motorkameras wurden, desto mehr Fotografen gab es.“

  Gemeinsam zogen die Melcherts 1974 nach Düsseldorf, 1975 heirateten sie. Harry Mel-chert: „Da hatten wir endlich mal Zeit.“ Er fotografierte für die Sportredaktion von Bild und Bild am Sonntag in Kettwig, seine Frau arbeitete frei.

  1981 führte ihre Deutschlandreise die Melcherts nach Stuttgart, wo Harry bei der Deut-schen Presse-Agentur (dpa) Büroleiter für Baden-Württemberg wurde. Wohnen mochten sie mit ihren beiden Söhnen in Stuttgart aber nicht. „Unten im Talkessel gefiel es uns nicht, droben am Killesberg waren die Wohnungen zu teuer.“ Sie siedelten sich in Backnang an, rund 30 Kilometer nördlich von Stuttgart. Monika Melchert arbeitete frei, sie fotografierte auch für den Billard-Weltverband. Wie das? Der Kontakt lief über den vielfachen Weltmei-ster Torbjörn Blomdahl, einem Schweden, der in eine Backnanger Metzgerei eingeheiratet hat.

  2004 legte die Deutsche Presse-Agentur zwei Büros zusammen. Melchert wurde ein Opfer des Synergie-Effekts und ging in Altersteilzeit; seit 2009 arbeitet er frei. Er sagt, rück-wirkend betrachtet sei das eher eine glückliche Fügung gewesen, „sonst hätte ich zwei schwere Erkrankungen nicht so gut überstanden“.

  Monika (15. Mai) und Harry Melchert (18. Juni) werden 70 Jahre alt. Sie fotografieren immer noch, im Sport und für die Autoindustrie, weil sie das gerne machen. Ein Zubrot zur Rente ist allerdings nicht zu verachten. „Wir nehmen aber nur Aufträge an, wenn wir den jungen Fotografen nicht schaden“, sagt Harry Melchert. Dieses Verhalten ist nachahmen-menswert.                                                                                                                         HE

Klaus K. Müller 80

Sportchef mit 21, Bild, adidas, Focus

Ich genieße die Endzeit. Wer weiß, wie lange man das Leben noch genießen kann“, sagte mir Klaus Müller bei einem Telefonat. Der Jubilar klang etwas verschnupft „sonst geht es mir aber gut.“ Nebenjobs wie dem Vorsitz der Behinderten-Stiftung Attl hat er auf-gegeben. „Ich wollte keine Verantwortung mehr tragen.“

  Mit 21 Jahren jüngster Sportchef Deutschlands beim Nürnberger 8-Uhr-Blatt. Leiter der Sportredaktion von Bild München. Leiter Hauptabteilung PR und Corporate PR weltweit bei adidas. Mitglied der Chefredaktion der Super-Zeitung. Und zum Schluss Leiter des Focus-Hauptstadt-Büros in Berlin.

  Befehlsempfänger war nie das „Ding“ von Klaus Müller. Ich habe „km“ während seiner Zeit bei Bild München (1963 bis 1979) als einen „Sir“ des Journalismus kennengelernt. Er war pünktlich, verlässlich, höflich, immer den Anlässen entsprechend gekleidet und streng. Da flossen schon mal Tränen, wenn ein junger Kollege eine Bildunterschrift viermal schrei-ben musste. Der Karriere hat es bei keinem geschadet.

  Zum Sportjournalismus kam Klaus Müller durch Zufall. Während seines Volontariats bei der Mainzer Allgemeinen starb überraschend der Sportchef des Tochterblatts Wiesbadener Allgemeine. Da beförderte der Chef vom Dienst den Jungspund mit den Worten: „Du ver-

antwortest ab heute den Sport.“ Von dieser Zufallsliebe kam der gebürtige Schmiedeberger (Erzgebirge) lange nicht los. In seinen 15 Springer-Jahren berichtete Klaus Müller von vier Olympischen Spielen und als Bild-Teamchef von den Fußball-Weltmeisterschaften in Deutschland 1974 und Argentinien 1978.

  Auch als Sprecher des Hauses adidas, wo er ein weltweites Millionen-Budget zu verant-worten hatte, besuchte er sechs Olympische Spiele und drei Fußball-Weltmeisterschaften. Nach einem Zerwürfnis mit adidas-Chef Bernhard Tapie kehrte Klaus Müller in den gelieb-ten Journalismus zurück. Zuletzt leitete er elf Jahre das Focus-Büro in Berlin („die erfolg-reichste und schönste Zeit meiner Karriere“) und verabschiedete sich 2004 in den Ruhe-stand. Seither lebt der Weinkenner mit seiner Frau Wilma (59 Jahre verheiratet) im baye-rischen Bad Endorf. Spielt Golf, sammelt Wasservögel aus Ton und Porzellan.

  Der gängigste Wunsch zum Geburtstag lautet: „Gesundheit ist das Wichtigste!“ Nach „Fußball-Philosoph“ Franz Beckenbauer stimmt das nicht. Der sagt: „Die meisten Passa-giere auf der Titanic waren gesund. Glück braucht man.“ Und das wünsche ich Dir neben Gesundheit zum 80.                                                                                          Herbert Jung

 

Günter R. Müller 75

Mit der Kamera unterwegs im geliebten Chiemgau

  In seinem Beitrag zum 70. Geburtstag von Günter R. Müller er-zählte Laudator Hans Eiberle die Geschichte, wie der Jubilar im Jahr 1969 den Meisterschaftsjubel von Sepp Maier und Gerd Müller einen Tag später für ein Foto nachstellte, und er beendete seinen Text mit dem Trost für heutige Sportfotografen, dass so etwas in der Jetztzeit wohl nicht mehr möglich wäre.

  Das mag so sein. Aber diese Geschichte zeigt sehr gut auf, mit welcher Beharrlichkeit Günter R. Müller seine fotografischen Ziele verfolgte und dass das Ergebnis in der Regel hervorragende Fotos waren. So war denn auch „das geht nicht, gibt es nicht!“ einer der Grundsätze, die er uns Fotografen einzuimpfen versuchte. Dazu gab es oft stundenlange Ausführungen darüber, was ein gutes Bild ausmacht. Das war manchmal auch für den Schreiber dieser Zeilen etwas anstrengend, aber nicht zuletzt dadurch hat Herr Müller die Grundlage dafür ge-schaffen, dass die Fotoagentur Sven Simon auch heute noch eine feste Größe im Bilder-geschäft ist.

  Auch nach seinem Ausscheiden aus der Agentur im Jahr 1995 blieb er „Sven Simon“ loyal verbunden und gab und gibt uns auf Nachfrage immer noch gerne seine Erfahrung weiter.

Nicht mehr in der Agentur tätig zu sein, war für den Fotografen Müller nicht gleichbedeu-

tend mit Ruhestand. Er gestaltete unter anderem einen eindrucksvollen Bildband über sei-nen geliebten Chiemgau und fotografierte jahrelang für die Süddeutsche Zeitung. Zur Ka-mera greift er derzeit nur noch selten, wie er mir erzählte. Aber sollte ihn wieder einmal ein fotografisches Thema packen, dann könne sich das auch schnell wieder ändern.

  Da ich weiß, wie sehr Müller lateinische Sprüche („ad multos annos“) zuwider sind, eben-so große Geburtstagsfeiern, denen er aber dank seiner Frau nicht immer entkommen kann, wünsche ich ihm einfach von Herzen alles Gute zu seinem 75 Geburtstag am 21. März.

 

Franz Wälischmiller ist seit 1981 als Fotograf in der Fotoagentur Sven Simon beschäftigt und seit 1995 zusammen mit Frank Hörmann Nachfolger von Günter R. Müller als Ge-schäftsführender Gesellschafter der Sven Simon Fotoagentur GmbH & Co. Pressefoto KG.

Michael Gernandt 80

Ein Sprinter als journalistischer Langstreckler

Jugendliches Aussehen schmückt den Menschen und gereicht ihm, sollte man meinen, in allen Lebenslagen zum Vorteil. Irrtum. Für unseren Jubilar wäre seine nahezu Clooney-hafte Erscheinung – superschlank, volles Haar, meist braungebrannt – schier zum Verhängnis geworden. Als die Verleger der Süddeutschen Zeitung 1981 einen neuen Sportchef suchten, hegten sie Zweifel, ob Michael Gernandt der richtige Mann wäre für einen so verantwor-tungsvollen Posten. Viel zu jung, sieht aus wie 25, murrten sie. Die Herren überwanden ihre anfängliche Skepsis, möglicherweise nach einem Blick in die Personalakte. Denn dort stand schwarz auf weiß, dass der Kandi-dat bereits 41 Jahre zählte und seit 20 Jahren Redaktionsmitglied war. Diese Entscheidung jedenfalls dürfte zu ihren klügsten gehört haben, denn der neue Chef sollte das Blatt prä-gen wie nur wenige andere.

  Michael Gernandt blieb fast 22 Jahre Ressortleiter, und bis heute ist kein Kollege aufzu-treiben, der diese Zeit nicht als großartiges, respektvolles Miteinander empfunden hätte. Gernandt war ein Vorgesetzter, wie ihn sich moderne Betriebspsychologen erträumen. Auf-geschlossen, teambezogen, großzügig, einfühlsam, ermutigend, diskussionsfreudig, frei von Eitelkeit. Nichts befehlen, stets überzeugen, lautete seine Führungsdevise. Die Sport-redaktion, ursprünglich Schlusslicht der internen Hierarchie, wurde zum Aushängeschild der Süddeutschen und zum magnetischen Anziehungspunkt für außergewöhnliche Talente. Ihr Handwerk erlernten bei Gernandt unzählige Gewinner von Journalistenpreisen, renom-mierte Autoren wie der Schriftsteller Axel Hacke, Seite-3-Reporter Holger Gertz oder Aus-landskorrespondenten wie etwa Christian Zaschke (New York). In der ZDF-Kultursendung Aspekte wurde Gernandts Sportteil als „das wahre Feuilleton der SZ“ bezeichnet.

  Als Journalist war Gernandt ein Langstreckenläufer – 42 SZ-Jahre sind stark rekordver-dächtig. Ursprünglich aber war er Sprinter. Als deutscher Juniorenmeister und – Europa-rekordhalter (10,4) über 100 m gehörte er dem Olympiakader von 1960 an und hatte beste Aussichten auf einen Platz in der Staffel, die in Rom Gold gewinnen sollte. Aber, verfluch-tes Pech, kurz vor den Spielen zog er sich einen Muskelbündelriss zu.

  Das Sprinten ist inzwischen nicht mehr so seine Sache, obwohl man das dem drahtig-eleganten Kerl auf den ersten Blick noch zutrauen würde. Michael Gernandt, der immer schon über den Tellerrand hinausblickte, widmet sich heute seinen Hobbys: neuzeitliche Geschichte mit Schwerpunkt Nationalsozialismus, klassische Musik und Kino – und bis-weilen bringt er, wenn gefordert, auch noch seine Meinung zu Papier. An erster Stelle der Interessensskala freilich stehen seine Enkel, die allesamt sportlich erstklassig unterwegs sind. Zwei sind sogar spitzenmäßige Hockeyjunioren, die dem Opa großes Vergnügen bereiten.

  Michael Gernandt sieht immer noch verblüffend viel jünger aus, als er tatsächlich ist. Es wäre also kein Wunder, wenn am 17. Januar Zweifel aufkämen, ob er an diesem Tag tat-sächlich 80 Jahre alt wird. Ist aber so. Deshalb die herzlichsten Glückwünsche einem vor-bildlichen Kollegen und: ad multos annos!                                                    Ludger Schulze

 

 

(Michael Gernandt ist seit dem 1. Oktober 1961 Mitglied im Verein Münchner Sportjournalisten (VMS), mit einer Pause von 2006-2011. Er war von 1974 bis 1976 VMS-Geschäftsführer und gehörte von 2002 – 2017 der Jury des vom VMS alljährlich ausgeschriebenen Helmut-Stegman-Nachwuchs-Förderpreises für regionale und lokale Sportberichterstattung an.)

Fritz Hautsch 65

Vom Boten zum Chef

(Dez. 2018) - Als Fritz Hautsch, ab Freitag, dem 21. Dezem-ber 65 Jahre alt, noch in der A-Jugend des FC Bayern die Fäden zog, war das Spiel immer geordnet. Spielzüge wie fern-gesteuert. Hinter allem stand ER mit der Nummer 10.

  Dennoch waren es nicht die Profis – damals verdienten sie noch nicht so viel, die Beckenbauers, Schwarzenbecks, Müllers – , die Fritz faszinierten. Ihn faszinierte der Sportjour-nalismus, in den schon damals schwer reinzukommen war. Eine geschlossene Gesellschaft - nicht für den ehrgeizigen, phantasievollen Fritz.

  Irgendwann im Frühjahr 1972 lernte er Klaus Müller kennen, den damaligen Sportchef von BILD-München. „Ich hab' da eine Idee“, sagte Müller. „Wir suchen einen Olympia-Boten.“ Also flitzte Fritz Hautsch zwei Wochen lang zwischen dem BILD-Büro und dem Olympischen Pressedorf hin- und her. Kiloweise vollbepackt mit Agenturberichten von dpa und sid. Richtig, damals ging noch nichts mit Knopfdruck her, man hielt druckwarme Meldungen in der Hand. Da Fritz das alles so schnell machte, schneller und geordneter als alle anderen Boten, nannten ihn die Kollegen schnell „Flitzi“, von „flitzen“ eben.

  Es ging rasant weiter bei Fritz. Nach den Olympischen Spielen saß er schnell in den Schwabinger Redaktionsräumen von BILD. Er schleppte Storys von überall her an, bevor-zugt von 1860 München. Damals schon, immerhin noch in Bundesliga und zweiten Liga, zerfleischten sich die Löwen selbst. Es gab Storys zuhauf. Fritz hatte immer die besten.

Es ging steil bergauf mit ihm, von den ersten Honoraren konnte er zwar nicht reich werden, es reichte immerhin zu einem schnellen Alfa, mit dem er samt Spezis an den wenigen freien Tagen schnell mal zum Gardasee flitzte. Oder an die Adria nach Cattolica/Rimini, um dort was zu treffen? Münchner natürlich, die man zu Hause vor lauter Arbeit das ganze Jahr nicht sah. So war das damals.

  Die Karriere nahm ihren Lauf, nur unterbrochen von der Bundeswehr, wo Fritz vor dem Zapfenstreich seine künftige Ehefrau, eine urige, bayerische Schwäbin kennenlernte, die Irene mit wallend blondem Haar. Er war längst verheiratet, als ihn 1979 Klaus Müller wieder rief. Diesmal zu Adidas nach Herzogenaurach, wo Müller zum PR-Boss aufgestiegen war. Egal, ob in Deutschland, Europa oder anderswo auf der Welt – überall, wo bei DMs, EMs, WMs oder Olympischen Spielen die drei Streifen im Spiel waren, wurden die Kollegen von Herzogenaurach aus mit wundervollen Newslettern versorgt. Wenn sie also in New York, Rio, Tokio, Buxtehude oder Zuffenhausen eintrafen, wussten sie, wo es das leckerste, billigste oder teuerste Essen gab, wo sich die besten Spelunken, die größten Glamour-Bars befanden. Und wenn Not am Mann war, fanden sie des nachts dank Fritzis Ratschlägen auch Schummriges. Akkurat mit Routenplaner.

  So wie der FC Bayern damals verlorene Söhne wie Paul Breitner, Udo Lattek, Lothar Matthäus oder später Jupp Heynckes zurückholte, so rief die Bild-Zeitung nach Fritz Hautsch. Immer lauter. Bis er nach drei, vier Absagen weichgeklopft war – und seit 1982 auf dem Stuhl eines Sport-Chef sitzt - er der Ex-Bote. Welch herrliche Seiteneinstiegs-Karriere.

  Das Organisations-Genie Fritz Hautsch erfand, heute im Zeitalter von digitalen Rechnern weniger mühsam, den ewigen Dienstplan. Da wussten die Redakteure schon drei Jahre im Voraus, wer an Weihnachten frei hatte (die Romantischen) und dafür an Neujahr ran musste. Meist Jungs, die schlucken konnten ohne etwas zu spüren…

  Fritz sorgte dafür, dass der Peitschenknaller Max Merkel (1860 war mit ihm 1966 zum letzten Mal Deutscher Meister) fast den Nobelpreis gewann. Ghostwriter Hautsch brachte den Trainer mit seinem Wiener Schmäh so stilecht zu Papier, dass die Leute Tränen lachen konnten über den Fußball. Es war eine schöne Zeit.

Irgendwann wurde Fritz sowohl München, als auch Friedberg bei Augsburg, wo er ein Haus bewohnte und seinen Sohn Patrick, heute Rechtsanwalt, aufwachsen sah, zu eng. 30 Jahre lang führten ihn sechs Wochen jedes Sommers nach Florida. Er nahm die amerikani-sche Lockerheit an (nein, nicht die von Donald Trump), erzählte auf Knopfdruck Witze wie Ex-Präsident Ronald Reagan, verliebte sich derart in den American Football, dass ihm der Fußball samt Bayern gestohlen bleiben konnten, las tonnenweise amerikanische Literatur, nur gute.

  Wenn jetzt in ein paar Monaten der Ruhestand winkt, wird Fritz locker loslassen können, nur nicht von seinem Enkel Lukas. Und nicht von der Asiatischen Küche seiner Irene. Er will auch gar nimmer nach Florida, wo die Welt immer mehr aus den Fugen gerät, sondern lieber wieder nach Bella Italia.

  Vielleicht gönnt er sich bald wieder einen Alfa Romeo. Wir, die vielen Kollegen, die ihn in toller Erinnerung behalten, gönnen ihm das von Herzen. Auf zwei, drei Weißbier zum 65. Geburtstag, lieber Fritz!                                                                                 Raimund Hinko

Hans Rauchensteiner 70

Das Auge des Sports

(Dez. 2018) - Als Hans Rauchensteiner mit fünfundsechzig das Rentenalter erreicht hatte, schrieb ihm Sammy Minkoff ein paar Zeilen mit dem Schluss: „Das Leben ist zu kurz, um nur zu arbeiten! Herzlichst, Dein Freund und Kollege Sammy.“ Fünf Jahre danach arbeitet er immer noch. Weiter, immer weiter - am 19.Dezember wird er siebzig.

  Sein Leben ist das Fotografieren. Damit begann Rauchensteiner in seiner Geburtsstadt Landshut, wo er im Kindesalter für eine Kamera sparte und dann in jungen Jahren auf Objektsuche durch die Stadt schlenderte. Eines Tages traf der fesche Hans auf Renate, „ein bildhüb-sches Mädchen“, wie er sich erinnert, „siebzehn, angehende Schauspielerin.“ Die Mutter dieser jungen Schönheit schwärmte von Rauchensteiners Bildern: „Hans, Sie müssen später mal Fotograf werden!“

  Das aber dauerte. Erst war er noch Panzerfahrer bei der Bundeswehr, dann Dreher, später Maschinenbautechniker bei Siemens in München. Fotografieren blieb sein Hobby. Bis das einem Mitarbeiter der Fotoagentur Agentur von sven simon auffiel, Pseudonym für den Sohn des legendären Verlegers Axel Springer. Sven Simon gab ihm Spezialaufträge für die „Welt am Sonntag“, schickte ihn zu den Nachfahren von Thomas Mann, dem Mord-prozess Ingrid van Bergen. Und dann der Sport, die Fußball-WM 1974 in Deutschland – Rauchensteiner nahm sich dafür bei Siemens vier Wochen frei, seinen Jahresurlaub.

  Danach ging es nie mehr zurück in den erlernten Beruf. Den kündigte er und heuerte bei Springer jr. an. Nach vier Jahren verdiente er dort 1750 Mark. Mit 22 000 Mark auf der hohen Kante wagte er, sich selbständig zu machen, am 1.Januar 1980. „Vierzehn Tage später war mein Erspartes weg“, erzählt Rauchensteiner, „das erste Wochenende war ein Chaos. Ich wollte so viel Veranstaltungen wie möglich machen und habe dann nichts weg-geschafft – mit den Fotos in der Hand bin ich dem letzten Zug hinterher gerannt, hab´ ihn verpasst und wollte alle Fotos auf die Schienen schmeißen.“ Das erste Jahr „eine Kata-strophe: 118 000 Mark Umsatz, 110.000 Ausgaben, also 8.000 Verdienst im Jahr, vor Steuern!“

  Doch bald kamen bessere Zeiten. Für den „Playboy“ produzierte er eine aufwendige Play-mate-Strecke, was ihm ein fünfstelliges Honorar einbrachte, eine Werbeagentur zahlte für eine Uhren-Kampagne pro Tag so viel wie er sonst im ganzen Monat verdiente. Und immer wieder lukrative Aufträge aus dem Sport, von bunten Illustrierten, großen Buch-Verlagen. Rauchensteiner fotografierte bei 18 Olympischen Spielen, 22 Wimbledon-Turnieren, neun Fußball-Weltmeisterschaften, ungezählten Ski- und Leichtathletik-Events - er gehörte ein-fach dazu, der Münchner mit dem silbergrauen Schnauzer.

 

Rauchensteiner war das Auge des Sports

 

  Die Liste der Auszeichnungen für dieses Ur-Gestein der Branche reicht vom „World-Press-Photo 1978“, dem 1.Platz in einem IOC-Wettbewerb 1989, den Siegen 1987 und 1993 im Verband Deutscher Sportjournalisten bis zum Sven-Simon-Preis 2010. „Dafür gab es stolze 10 000 Euro - wichtiger aber war mir, dass es der Preis meines Freundes Axel war,“ sagt Rauchensteiner, „es schloss sich damit für mich ein Kreis.“

  Es war eine goldene Ära. Doch für die Zukunft, in der Welt der globalen Agenturen, ahnt er nichts Gutes: „Für freie Sportfotografen wird das Überleben immer schwerer.“

  Rauchensteiner will es in Zukunft langsamer angehen lassen: „Nur noch kleine Termine.“ Wie am 19.Dezember daheim in München, hinterm Tor in der Allianz-Arena, FC Bayern gegen RB Leipzig, sein Feier-Abend zum Siebzigsten.                         WOLFGANG UHRIG

Otto Greitner 70

Recherche beim Silvester-Feuerwerk

(Okt. 2018) - Ein Genussmensch wird am 9. Oktober 70. Herz-lichen Glückwunsch Otto Greitner. Gute bayerische Küche, alte Rotweine, intensive Gespräche (nicht nur über Fußball), fröhliche Gesell-schaften – da fühlt sich Otto wohl. Und wenn er sich wohl fühlt, dann schmettert er schon mal Arien (Favorit „Gefangenen-chor“ aus Nabucco). Auch im Repertoire russische Volkslieder in perfektem Russisch, obwohl er die Sprache gar nicht kann. Otto hätte auch Sänger werden können, aber er wurde Journalist.

  Der Werdegang ist bekannt: Vom Volontär bei der Mindelhei-mer Zeitung (Bezirksliga Schwaben war das Highlight) über Sport-Illustrierte, sid, AZ bis er 1990 bei BILD München anheuerte. Spezialgebiet – der FC Bay-ern. Den ersten Kontakt mit dem Star-Ensemble hatte Otto schon 1968. „Da machte die Mannschaft auf der Rückfahrt von Zürich nach München in der Glocke in Mindelheim Station“, erinnert sich der Jubilar. „Ich hab mir Auto-gramme von Beckenbauer, Maier und Olk geholt.“

  Bei BILD stand Otto immer im harten Wettkampf mit der Konkurrenz um die besten News – und ging oft als Sieger hervor. Nur zwei Beispiele:

  Ende 2006 lauerte Ott drei Wochen lang vor der Psychiatrie in München auf den Patienten Sebastian Deisler vom FC Bayern. Mit Erfolg. Er bekam ein Exklusiv-Interview. Silvester 2007 schwatzte er Uli Hoeneß beim Feuerwerk am Platzl das Geheimnis ab, dass Ottmar Hitzfeld die Bayern zu Saison-Ende verlässt. Uli tobte, stellte aber bald darauf Klinsmann als Nachfolger vor. Von dem hielt Otto nicht viel: „Er wollte ohne Erfahrung den Fußball neu erfinden und scheiterte.“

  Nicht gescheitert ist Otto. Das beweist ein Brief vom VDS, der vor kurzem bei ihm in Mün-chen eintraf. „Ich habe die Goldene Ehrennadel für über 40 Jahre berufliche Tätigkeit für den Sport erhalten. Darauf bin ich sehr stolz.“

  Am 15. April 2010 ging der Reporter in Vorruhestand. Wellness-Urlaube mit Frau Helga, Spaziergänge und Besuche im Schwimmbad stehen jetzt im „Terminplan“.

Hans-Peter Pull 65

Der Romantiker am Mikrofon

(24.09.2018)  -Immer charmant, bestens gekleidet, Krawatte, höflich und zuvorkommend: das ist Hans Peter Pull, seit fast vier Jahrzehnten für den Bayerischen Rundfunk und das Gesamtpro-gramm der ARD am Mikrofon. Waren es anfangs noch Bayern-ligaspiele und zahlreiche Randsportarten, von denen er kom-men-tieren durfte, so arbeitete sich der Westfale schnell nach oben. Pull berichtet seit über 30 Jahren aus den Bundesliga-Stadien, seit 2001 auch von der Champions-League und von Länderspielen. Er war bei Weltmeisterschaften und Europa-meisterschaften dabei.

  Auf der BR-Homepage steht über ihn zu lesen:  „Der Romantiker aus dem Ruhrpott“.  1980 kam der leidenschaftliche Junggeselle aus dem tiefen Westen nach München, immer-hin mit der Reporter-Erfahrung von so richtungsweisenden Spielen wie Wuppertaler SV ge-gen Rot-Weiß Essen. Seine Fußballkunst stuft er selbst mit „eher bescheiden“ ein. Er spiel-te im Nachwuchs bei den Sportfreunden Hamborn 07, war später noch Jugendleiter und Schiedsrichter.
  Während seines Studiums (Lehramt Deutsch und Geschichte in Münster) suchte der WDR per Radio-Aufruf Nachwuchsreporter. „Pulli“, wie er gerufen wird, hatte sich gemeldet und wurde zu verschiedenen Probereportagen eingeladen. Er konnte stets überzeugen und hatte 1976 seinen ersten Liveeinsatz auf WDR 2.
  Als Fußballreporter hat der Wahl-Münchner mit Wohnsitz in Unterhaching so ziemlich al--les erlebt. Mal konnte er sich aus dem Stadion nicht melden, weil keine Leitung bestellt war, dann war die Leitung bestellt und brach zusammen, und dann gab sein Reportergerät den Geist auf. Die Technik ließ ausrichten, es sei an ihm gelegen, es sei ein Bedienungsfehler gewesen. Überliefert ist auch eine kuriose Geschichte aus Burghausen. Während des Spiels im Wacker-Stadion quatschte ihm der Schaltraumtechniker permanent aufs Ohr, ob-wohl er live kommentierte. „Pulli“ bekam einen Wutausbruch, was eigentlich sonst nie vor-kam, bügelte den Kollegen aber so richtig zusammen und hatte zehntausende Zuhörer, denn alles ging „on air“ raus. Da war richtig Stimmung an den Radiogeräten!
  Seine große Stärke ist der verbale Auftritt. Er „verzaubert“ bei Festen mit geradezu legen-dären Auftritten ganze Gesellschaften - und er beherrscht die Kunst des Improvisierens. Egal, was sich am Spielfeld gerade ereignet, er kommt immer über die Runden. Da hilft ihm sein riesiger Wortschatz in so manchen Situationen. Es kommt schon mal vor, dass er als Reporter wegen Nebeleinfall oder gezündeter Pyrotechnik gar nichts sieht – egal: der BR-Mann plaudert munter drauf los, erzählt der Hörerschaft dann eben andere Geschichten. „Das kann nur der Pulli“, sagte einst sein Chef Franz Muxeneder.
  Junggeselle Hans-Peter Pull, der klassische Musik liebt und sich selbst als Romantiker sieht, ist unter Kollegen überaus beliebt. Das hängt auch damit zusammen, dass er immer ein offenes Ohr für sie hat, sich für alles und jeden interessiert und immer ehrlich und gera-deaus mit seiner Meinung umgeht. Für den BR wird er noch ein Jahr am Mikrofon sein - leider. Was dann bleibt: viele emotionale Vorstellungen am Mikrofon, viele spannende Mo-mente, unvergessliche Konferenzen und Torschreie.
  Am 24. September war sein großer Tag. Die Kollegen der neuen trimedialen BR-Sportre-daktion schenkten ihm ein Schnapsbrennerei-Seminar und eine individuelle Führung mit den Kollegen in der „Lantenhammer Erlebnisdestillerie“ in Schliersee. Die Idee dazu war in einer private Runde in diesem Sommer entstanden.
  Alles Gute Pulli zum 65!
Karlheinz Kas und alle Deine Kollegen in der BR-Sportredaktion und dem VMS.

Hans Eiberle wurde am 6. August 2018 80 Jahre alt. Der in Reutlingen geborene Sportjournalist lebt seit 1959 in München. Er berichtete, als Mitglied der Sportredaktion der Süddeutschen Zeitung, von 1961-1999 vor allem über Fußball und Nordischen Wintersport,

u.a. von sechs Fußball-Weltmeisterschaften (1970-1990) und 13 Nordischen Skiweltmeisterschaften (1966-1999). Den Verein Münchner Sportjournalisten (VMS), in dem er 1961 Mitglied wurde, führte Eiberle von 1989-2014 als 1. Vorsitzender. Er betreut den Helmut-Stegmann-Nachwuchs-Förderpreis, das Jahresheft VMS INFO und vertritt die Interessen seiner Berufskollegen im Münch-ner Sportbeirat sowie im Bayerischen Landessportbeirat.

Armin Gibis

Ein Sechzger wird 60

(Juli 2018) Armin Gibis einen Sechzger zu nennen, ist völlig korrekt. Weil man ihn zum einen als bekennenden Anhänger der Löwen kennt, er zum anderen am 13. Juli eben jenen runden Geburtstag feiert. Aber erstens ist das Wortspiel mit dem Giesinger Kultverein und dem eigenen Alter - sicher auch nach seinem eigenen Ge-schmack - ziemlich abgegriffen, und zweitens ginge ein Beschränken seines Sportinteresses auf den Fußball völlig an der Wirklich-keit vorbei. Denn Gibis deckt mit seinem Wissen wie kaum noch einer die gesamte Palette des Sport ab. Weil ihn, wie er formulie-ren würde, das sportive Treiben ein Leben lang begleitet und be-geistert hat, privat wie im Beruf.

  Seit 1991 setzt er diese Berufung in der Sportredaktion des Münchner Merkur perfekt um. In ungezählten Branchen des Sports fühlt er sich zuhause. Was alleine schon die schiere Anzahl seiner berufsbedingten Besuche von Olympischen Spielen beweist. Zwischen Lille-hammer 1994 und Sotschi 2018 hat Gibis keine großen Weltspiele versäumt, Sommer wie Winter war er 13 Mal in Folge kundiger Berichterstatter und ausdauernder Reporter.

  Zwischen 1997 und 2007 gehörte seine Passion dazu dem größten Radsport-Spektakel auf dem Erdball, der Tour de France. Die Zeiten der großen Duelle zwischen Lance Arm-strong und Jan Ullrich hat er Tag für Tag unter Inkaufnahme mannigfaltiger Strapazen aus nächster Nähe erlebt. Den scheinbar phänomenalen Aufstieg des deutschen Teams Tele-kom ebenso wie dessen Untergang. Und es hat eine gute Zeit gedauert, bis der enthusias-

tische Beobachter den Schmerz überwunden hatte, erkennen zu müssen, dass er jahrelang ein Spektakel voller Lug und Trug begleitet hatte.

  Doch für Armin Gibis stand die Wahrheit immer im Vordergrund, er hat sie hart und kundig kommentiert - und sich so einen Namen als exzellenter Sportjournalist gemacht.

  Seit einigen Monaten nun führt er die Sportredaktion des Merkur. Auch in seiner neuen Funktion wird er sowohl scharfer Beobachter als auch liebevoller Begleiter des Sports blei-ben. Er wird die aufkeimenden Pflänzchen des deutschen Radsports ebenso pflegen wie die neuen Hoffnungen seiner Sechzger. Und wenn er zwischen all der beruflichen Passion noch Zeit findet für die privaten Leidenschaften, wird er in den oberbayerischen Bergen wandern und die denkbar exotischsten Ziele in der Welt bereisen.

  Die Augen immer offen für die großen, aber auch für die kleinen Momente seiner eigent-lichen Liebhaberei: dem Beobachten und Bewerten sportiven Treibens.      Heinrich Lemer

Sammy Minkoff 70

Momentaufnahmen für die Ewigkeit

(11.07.2018)  Vor fünf Jahren wurde er in der Kategorie „herausragende Prä-sentation des Sports“ durch den damaligen Ministerpräsidenten Horst Seehofer mit dem Bayerischen Sportpreis ausgezeichnet. Gianni Merlo, Präsident des Sportpresse-Weltverbands AIPS, ehrte ihn während der Olympischen Spiele 2012 in London für 16 Teilnahmen an Sommer- und Winterspielen mit einer Miniaturaus-gabe der olympischen Fackel. Und seitdem Sammy Minkoff 1985 das erste Mal vom Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) für das Sportfoto des Jahres ausgezeichnet wurde, folgten noch weitere 18 internationale und nationale Preise.

  Grund genug für den ausgezeichneten Fotografen, der sein Handwerk liebt und vor allem auch lebt, um sich zufrieden zurückzulehnen. Nicht für Sammy Minkoff, für ihn ist es ein Ansporn weiterzumachen. Und wenn er am 11. Juli seinen 70. Geburtstag begehen kann, wird dies mit großer Wahrscheinlichkeit beim NATO-Gipfel in Brüssel sein.

  Und da wird er wieder viele Politiker mit seiner Kamera ins Visier nehmen, denn dass der Sportfotograf Sammy Minkoff die „Großen der Welt“ portraitiert oder szenisch festgehalten hat, blieb der Sportpressewelt lange Zeit verborgen. Die Queen, Barack Obama, Silvio Berlusconi oder Papst Johannes Paul den II. – viele gekrönte und ungekrönte Häupter hatte der aus Berlin stammende Fotograf, der mit seiner Frau Eva in Eching am Ammersee lebt, „schon vor meiner Kamera“. Und besonders stolz ist Minkoff darüber, dass sämtliche deut-

sche Bundeskanzler in seinem mittlerweile mehr als 700.000 Bilder umfassendes Archiv zu finden sind. Nur einer fehlt: Konrad Adenauer. „Den habe ich nicht aufgrund meiner späten Geburt“, ergänzt er schmunzelnd.

  Die Sportfotografie aber ist seine große Leidenschaft, und hier liegt sein Schwerpunkt insbesondere im Ski- und Golfsport. Mit PyeongChang war er bei 19 Olympischen Spielen – acht Mal im Sommer und elf Mal im Winter – in Aktion. Dabei hat er die berühmtesten Sportler der Welt fotografiert: Usain Bolt, Maria Höfl-Riesch, Franziska von Almsick oder Boris Becker gehören ebenso dazu wie die Biathlon-Olympiasiegerin Magdalena Neuner. Sie wurde von Minkoff in dessen Kellerstudio am Ammersee schon portraitiert, als sie 16 und noch im C-Kader des Deutschen Skiverbands (DSV) war. Als Magdalena Neuner an-lässlich der Verleihung des Bayerischen Sportpreises 2013 die Laudatio hielt, nannte sie Sammy Minkoff „schon jetzt eine Legende“. Mehr noch: „Egal, in welchem Wettkampf, auf welcher Loipe, auf welchem Berg du gerade bist, andauernd liegt Sammy Minkoff irgendwo in der Wiese, im Schnee oder am Hang. Wie ein Paparazzo. Aber er ist keiner, er achtet die Privatsphäre.“

  Und genau das dürfte auch das Geheimnis seines erfolgreichen Wirkens sein, dass er bei aller Neugier, die Menschen ins rechte Bild zu rücken, es immer verstanden hat, sich in Zurückhaltung zu üben. Ein Beweis ist sicherlich die Anekdote anlässlich eines Wirtschafts-

empfangs mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl und dem Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker. Er hatte einen undenkbar schlechten Platz zum Fotografieren, konnte alle Größen, die von beiden empfangen wurden, nur von hinten ablichten. Damals schon als selbstständiger Fotograf tätig, wusste er, niemand würde ihm solche Bilder ab-kaufen. Deshalb hat er während einer kurzen Pause Kohl auf die Schulter getippt und die-sen zu verstehen gegeben, dass er „dort neben dem Blumentopf stehe und keine geschei-ten Fotos machen könne“. Es sei ein Riesenglück gewesen, dass der nächste Gast, der die Bühne betrat, kein geringerer als Ronald Reagan gewesen sei. Nach der Begrüßung habe sich Kohl dann mit dem US-Amerikaner zu ihm umgedreht – und Minkoff „hatte eines der besten Fotos des Tages im Kasten“.

  Zum Fotografieren kam Sammy Minkoff, der eigentlich Samuel heißt – aber schon als er noch ein Kind war „hat jeder Sammy zu mir gesagt“ – im Internat in Ising (Gemeinde Chie-ming, Landkreis Traunstein). Dorthin hatten die Eltern den 13-Jährigen gesteckt, der davon träumte, beruflich „irgendwas mit Sport oder Musik zu machen“. Sport kam nicht in Frage, weil seine Mutter der Auffassung war, das sei nicht gut fürs Herz. Und was die Musik anbe-langte, so hatte er einfach nicht genügend Geld, um sich ein Instrument anzuschaffen.

  Die Internatszeit, so erzählt Sammy Minkoff „war die furchtbarste Zeit in meinem Leben“. Da habe ihm ein Erzieher gezeigt, wie man Filme entwickelt und Bilder in der Dunkelkam-mer vergrößert. Von da an fotografierte er, wenn er zu Hause war, alles und machte dann im Internat die Bilder. „Es war mein Kampf gegen das Heimweh“, erinnert er sich an diese Zeit. Mit 15 habe er sich dann geweigert, wieder ins Internat zu gehen, besuchte wieder das Gymnasium in München und verließ dieses mit der Mittleren Reife.

  Da ihn beruflich nichts anderes interessierte, bewarb er sich als Fotografenlehrling bei VMS-Mitglied Josef Zeitler in München. In seiner auf zweieinhalb Jahre verkürzten Aus-bildung arbeitete er schon am Wochenende für den Münchner Merkur und dessen Boule-vardblatt tz (Klatschseiten, Polizeibericht und Sportredaktion) und machte sich sofort selb-ständig. „Ich musste ja Geld verdienen, um von zu Hause wegzukommen“, erklärt er.

  Fast gleichzeitig machte er über den zweiten Bildungsweg mit Englisch und Französisch das Abitur. Das in der Tasche kam er auf die Idee, Politologie und Zeitungswissenschaft zu studieren, er wollte sich mehr auf die schreibende Zunft konzentrieren. „Das war in der Baader-Meinhof-Zeit. Aber ich bin dann wieder zurück zur Fotografie.“ Und dass diese sein Metier, seine Welt ist, das hat er in den vergangenen 40 Jahren mit seinen Momenten für die Ewigkeit vielfach bewiesen.

  Der Verein Münchner Sportjournalisten, dem Minkoff seit 40 Jahren angehört, gratuliert. Herzlichen Glückwunsch Sammy zum Siebzigsten.                                         Margit Conrad

Fritz Häring 60

Mit Fahrrad und Golfschläger

(02.07.2018) Seinen ersten großen Einsatz hat Fritz Häring Ende der 80iger Jahre in Pegnitz. In Vertretung des Redaktionsleiters Thomas Gaitanides muß der BR-Jungredakteur eine Live-Sendung des „Bayern-3-Kurier“auf die Beine stellen- und stellt fest: zwei Stun-den vor Sendebeginn sind alle geplanten Themen und Studio-gäste geplatzt. Fritz trommelt seine Crew zusammen,kurzes Brain

storming, Aufgabenverteilung. Und:Ruhe bewahren. Alles geht gut. Mit heißer Nadel gestrickt, aber authentisch. Häring ist ein Journalist mit Leib und Seele, er liebt das Aktuelle, je mehr los ist, desto besser. Und am liebsten macht er es selbst- Live-Reporta-

gen bei der Biathlon-WM, bei Schwimmmeisterschaften, Motorradrennen, Olympia.

   Seit Jahren moderiert der gebürtige Münchner den Sportblock im Inforadio „B-5-aktuell“ und das „Fitnessmagazin“ – die Geschichten selbst erlebt , selbst erfahren. Fritz Häring hasst das Aufgeblasene,Marktschreierische,Profilneurotiker und Wichtigtuer kann er nicht leiden. Lieber machen als rumquatschen,das ist seine Devise. Journalistische Seriosität geht ihm über alles. Verbiegen läßt er sich nicht.

  1990 gehört der Vater zweier Söhne zu den Gründern der populären „BR-Radltour“. Trotz anfänglicher Zweifel stürzt er sich in die Organisation für das mittlerweile erfolgreichste Event des BR .Kurz zuvor berichtet er eine eiskalte Winternacht lang von der Grenzöffnung zwischen Bayern und Thüringen- ein Erlebnis, das er nie vergißt.

  Seit dem vergangenen Jahr muß Fritz Häring als Leitender Redakteur das Zusammen-wachsen der trimedialen BR-Sportredaktion mitmoderieren und mitorganisieren-seine bis-her wohl größte Herausforderung, die ihm viel Kopfzerbrechen bereitet. Die Kraft dafür holt er sich in der Natur: beim Golfen in Niederbayern oder in irgendeiner Loipe in Oberbayern.

  Am 2. Juli 2018 wurde Fritz Häring 60 Jahre alt. Lieber Fritz, alles Gute auf der Zielgerade deiner Karriere!                                                                                                  Lutz Bäucker

Sigi Heinrich 65

Es zwickt noch nicht

(21. Juni 2018) - Lieber Sigi, herzlichen Glückwunsch zum 65. Geburtstag. In Deinem Alter war ich schon über vier Jahre Rentner. War auch nicht schlecht, aber nix für Dich - Du bist viel robuster. Oder zwickt es mal hier, mal da? Aus Erfahrung weiß ich: Das wird noch schlimmer! Kann aber noch dauern. Das wünscht Dir Dein ehemaliger SZ-Kollege und VMS-Vorsitzender                                                                                              Hans Eiberle 

  Servus Hans. Bin froh, dass ich noch bis in alle Ewigkeit arbeiten kann/darf. Es zwickt noch nicht und der Job macht immer noch einen Heidenspaß. Ob ich alles richtig und gut mache ist mir mittlerweile wurscht. Hauptsache kommentieren und jede Woche schreiben und die Welt ist in Ordnung. Es geht mir also gut. Habe mich sehr über Email gefreut. Sigi

Sigi Heinrich absolvierte ein Sportstudium an der Technischen Uni-versität München. Er ist ehemaliger Sportlehrer, Kunstturner und Volleyballtrainer. Acht Jahre lang arbeitete er als Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung. 1989 wechselte er zum neu gegründeten Sender Eurosport, wo er einer der Haupt-Kommentatoren mit den Schwerpunkten Leichtathletik, Geräteturnen, Biathlon, Ski Alpin, Eiskunstlauf, Wasserspringen und Volleyball ist; zudem berichtet er bei Olympischen Spielen über die Eröffnungs- und Abschlussver-anstaltungen.

  Von 1993 bis 2017 kommentiert Heinrich zusammen mit Dirk Thiele alle Skisprung- und Leichtathletikübertragungen des Senders. Das Duo wurde erstmals 2001 für den Deut-schen Fernsehpreis („Beste Sportsendung des Jahres“) nominiert und 2008 mit diesem Preis ausgezeichnet. Zudem erfolgte 2005 eine Nominierung für den Grimme-Preis (Wettbewerb „Spezial“).

  2006 zeichnete die Internationale Biathlon-Union Sigi Heinrich mit dem „Biathlon-Award“ aus.

  Im Juli 2014 erhielt Heinrich den Bayerischen Sportpreis in der Kategorie „Herausragende Präsentation des Sports“.

Jupp Suttner 70

58 Jahre schreiben, schreiben, schreiben

(21.06.2018) - Hätte er so geschrieben wie sein Auto innen meistens aus-schaut – wäre der Kleine je ein so Großer geworden? Gottlob war seine Schreibe immer „linearer“...

  Der Reihe nach: Jupp Suttners SUV ist eigentlich ein Ein- statt Viersitzer und ein Last- statt Lustwagen: Tennis- und Golf-Uten-silien in Hülle und Fülle, im Winter noch das ganze Ski- und Lang-lauf-Equipment, dazu Werkzeuge für jeden Zweck und Kleidungs-Alternativen für jeden Anlass. Die Sak-kos immer ein bissl größer...

  Jupp versteht diese subtile Ironie besser als jeder andere, ist er doch selbst ein Meister dieser Art, die besonders uns Journalisten zu eigen ist. (S)ein herrliches Durcheinander in seiner Zweitwohnung namens Honda (oder Kia oder Hyundai ?) ist ebenso herrlich konträr zu seiner Profession. Da war und ist er perfekt organisiert. Muss er auch. Schließlich hat(te) kaum ein deutscher Sport-und Reise-Journalist einen so einen großen „Bauchladen“ wie Jupp:

  AZ München, SkiMAGAZIN, SKI Exclusiv, Golf Week, Kicker , Top Magazin und, und, und – seit Jahren als Chefredakteur von Reise-Stories.de – ein herrliches Online-Portal aller möglichen Themen mit Schwerpunkt „Reise“. Das beherrscht er immerhin seit 1968! Mit zahllosen Artikeln über Hotels und Wintersport-Orte rund um die Welt, in der es ihn insge-samt zu 21 (!) Olympischen Sommer- und Winterspielen führte. Zweimal gewann den Fair-play-Preis des deutschen Sportjournalismus, dazu etliche andere Medien-Preise. Zudem war er – bis dato – Autor von sieben Büchern, von „Rosi“ (Mittermeier) über „Franzi“ (van Almsick) bis „Wasi“ (Wasmeier). Und über Marathon (er war sogar Pressechef des Mün-chen Marathons...), über die Geschichte des Schwimmsports und die großen Ski-Stars...

Und: Jupp Suttner ist der Erfinder des berühmten „Brenninger“, jenem ewig 47jährigen Phantom von 1,77 m und „bisweilen“ 80kg, der ein typischer Freizeitsportler ist – und jeden Dienstag herrlich aus dem Leben schreibt. Eine Selbstironie, bei der nur das Alter nicht stimmt? Jupp selbst: „Wer weiß es genau...?“

  Seit Jahren schreibt „JS“ über Fitness, Freizeit und Frohsinn – Letzteres immer mit seinen bekannt amourösen Ironien und Doppeldeutigkeiten, für die er so bekannt ist wie für sein köstliches Schmunzeln über die vielen Unsinnigkeiten und Tolpatschigkeiten dieses Lebens. Daraus „zog“ er so manche Story!

  Jupps Glossen – ein Gedicht!

  Ich lernte Jupp 1972 bei den Olympischen Spielen in München kennen – und war bein-druckt, am meisten von seinem Steno-Stil. Der hilft ihm heute noch so wie damals. Wer kann das noch?

  Und: Jupp Suttner beherrscht immer noch – ganz alte Schule – das sorgfältige Recherchieren, Notieren, Korrigieren. Seit zwölf Jahren darf ich ihn als Autor redigieren – und habe nie nichts zu tun, wie Humor-Hero Karl Valentin es sagen würde, der auch auf Jupps Hitliste weit oben steht!

  Jupp Suttner ohne Humor wäre kein Jupp Suttner.

  Der leidenschaftliche Skifahrer und Golfer lebt als gebürtiger Münchner in den bayerischen Voralpen, die Berge und den Golfplatz vor der Haustür. Möge die „Übung“ noch lange gelingen...

  Dein jüngerer Wegbegleiter- und Bewunderer                                            Conny Konzack

Mihai Octavian Rusu 70

Arbeitsreicher Geburtstag, weil Halep in Paris siegt

Mihai Rusu (r.), Traina Basescu.*

(Juni 2018) - Numerisch 65, biologisch Youngtimer......so schrie-ben wir schon vor fünf Jahren über unseren rumä-nisch-deutschen Kollegen, der immer noch ein Wun-der an Fitness ist. Klar, bei vier Jogging-Einheiten pro Woche, gut 20 Trainerstunden und seiner gerten-schlanken Figur. Mihai bewegt sich dank seiner schnellen Beine und seines guten Auges bei Sport Scheck in München als „Senior Coach“ immer noch wie eine Gazelle, so wie früher, als er neben seinem Job bei Radio Free Europe häufig auf dem Tennisplatz zu finden war. Nicht nur als Trainer der damaligen Weltklassespielerin Sylvia Hanika. Mihai selbst stand – im Schatten von Ilie Nastase und Ion Tiriac – auch im Tennis-Daviscupteam Rumäniens. Später war er in seiner Geburtsstadt auch Turnierdirektor der „Open“ in Bukarest.

  Der (Tennis-)Sport war die eine Seite im Leben des Michael Rusu, der zehn Jahre Profi, viermal rumänischer, später dreimal Journalisten-Weltmeister und viermal deutscher Jung-senioren-Meister wurde – und zudem sein Trainer-Diplom und das für Sport-Management schaffte.

  Die andere Seite war seine Tätigkeit als Journalist, vornehmlich als Redakteur in der Rumänien-Abteilung von Radio Free Europe am Englischen Garten in München (1983 – 1995). Zum Abschied erhielt er damals ein Diplom des Weißen Hauses, signiert von Bill Clinton. Bis 2001 war Rusu Pressechef bei den „Rumänien Open“ und erhielt später für seine Tätigkeit bei „Radio-Romania Jugend“ den Titel „Excellent“. Zudem engagierte er sich bis 2005 bei der Reform des rumänischen Sports und des Tennisverbandes.

   Und heute? Ist er journalistisch engagierter denn je und mit Recht stolz darauf, täglich 30 Minuten aktuell für das Bukarester „Radio Sport total FM“ zu moderieren und zudem zwei-mal wöchentlich den rumänischen Privat-Fernsehsender „TV Realitata“ (die Wahrheit) zu bedienen. Kein Wunder, dass er ausgerechnet an seinem 70. Geburtstag, dem 9.Juni, keine Zeit hatte, weil er mit dem Paris-Sieg seiner Landsmännin Simona Halep voll be-schäftigt war und ihn Ehefrau Silvia quasi zum Feiern zwingen musste.

  Der Sport war und ist Mihai Rusus Leben! 2006 übernahm er die deutsche Lizenz des „Kicker Sportmagazin“ für Rumänien und war 2012 Mitbegründer der Sports Press Asso-ciation in seinem Heimatland. Dafür erhielt er einen Journalistenpreis aus dem Königlichen Hause Hohenzollern. Und erst am 1. Dezember 2017, dem rumänischen Staatsfeiertag, wurde Miahi vom rumänischen Staatspräsidenten mit dem “Ritterorden für Sport und Journalismus“ geehrt.

  Ein Leben für den (Tennis-)Sport - und für seine Heimat Rumänien, deren Entwicklung er stets journalistisch und kritisch betrachtete.

  Happy Birthday zum 70! Dein alter Freund, Kollege,Tennis- und Weißbier-Partner.

                                                                                                                       Conny Konzack

*Mihai Rusu (r.) mit dem rumänischen Staatspräsidenten Traina Basescu in Berlin bei der Übergabe des Rusu-Reformprojekts für den rumänischen Sport.

Ulla Holthoff 60

Die "Mutter des modernen Fußballs"

FOTO: Catharina Hess.

(Juni 2018) - In gelbem T-Shirt und schwarzer Capri-Legging, den Vereins-farben von Borussia Dortmund, kommt sie zu unserem Treffen – mit dem Rennrad. Obwohl Ulla Holthoff seit 24 Jahren in der bayerischen Landeshauptstadt lebt und arbeitet, ihr Sohn Mats Hummels vom BVB nach München zurückgekehrt ist und beim Rekordmeister FC Bayern spielt, schlägt ihr Fußballherz nach wie vor für den westfälischen Bundesligisten.

  Heimatverbundenheit nennt die Sportjournalistin es, die am 7. Juni ihren 60. Geburtstag feiern kann. Aufgewachsen in dem Provinznest Welver, einer kleinen Gemeinde in der Soester Börde, war es üblich, dass die Mädchen am Sonntagnachmittag brav mit der Familie spazieren gingen.

  Aber Ulla Holthoff wollte nicht brav sein und sich damit abfinden. „Ich leistete Widerstand, rebellierte, war immer in der Opposition“, sagt sie, die sich als Kind immer gewünscht hat, „ein Junge zu sein, denn Fußball war für mich der Inbegriff von Jungenhaftigkeit“. Dazu kam, dass sie quasi „hautnah“ dabei war, wenn der SV Welver, damals fünfte Klasse, spielte. Mangels Kabinen auf dem Fußballplatz mussten sich die Teams immer in der nahe-gelegenen Schule umziehen, und der Weg zum Platz führte direkt am Elternhaus vorbei. An das „Klackern der Stollen in der Sonntagsstille“ erinnert sich Ulla Holthoff heute noch.
  Dass sie ihre Eltern in eine private Mädchenrealschule steckten, konnte nichts an ihrem Interesse für diesen Sport ändern, „bei dem man sich auch sonntags dreckig machen durfte“, und ließ in ihr den Wunsch reifen, Journalistin zu werden. Auf dem zweiten Bil-dungsweg machte sie ihr Abitur, und der Einstieg in den Journalismus gelang ihr als 19-Jährige bei der WAZ als Freie Mitarbeiterin. Ulla Holthoff machte ihren Weg: schließlich ist sie im Sternzeichen Zwilling geboren, und damit besonders gut geeignet für alle Berufs-zweige der Kommunikation.
  So richtig startete sie durch, als sie Anfang der 1990er Jahre zum ZDF kam – und Ge-schichte schrieb: denn Holthoff war die erste Frau, die im Fernsehen ein Fußballspiel kommentierte. Die Kollegen unterstellten ihr Ahnungslosigkeit, denn es galt damals als verpönt, in einer von Männern dominierten Sportart Fuß fassen zu wollen. Einige sollen sie sogar süffisant gefragt haben, ob sie ihren Mann (bis 1996 war sie mit Hermann Hummels, der Vater ihrer Söhne Mats und Jonas und damals Trainer bei Mainz 05 liiert) zu den Spielen mitnehmen würde? Auch von Trainerlegende Otto Rehagel wurde sie – weil Frau – als Interviewerin abgelehnt.
  Als sie nicht dem Team für die Fußball-WM 1994 in den USA angehörte, und der Kölner Express über das frauenfeindliche Verhalten des ZDF berichtete, wechselte Ulla Holthoff zum Deutschen Sport-Fernsehen (DSF), einem damals jungen Privatsender, der von den Kollegen der öffentlich-rechtlichen Anstalten, aber auch der Print-Medien belächelt, mit viel Häme und Ironie überschüttet wurde. Aber Ulla Holthoff hatte dafür die richtige Antwort: mit der Sonntags-Talkrunde „Doppelpass“ holte sie sich mit Print-Kollegen auch Kritiker in die Sendung, die sie allerdings nie selbst moderierte. Ihre Idee, gemeinsam über den Spieltag und Fußball zu diskutieren, hat bis heute Bestand.
  Längst hat die „Mutter des modernen Fußballs“, wie sie einst Sportpublizist Oskar Beck in einer Kolumne bezeichnete, den Sender verlassen. Nach unüberbrückbaren Meinungsver-schiedenheiten mit einer neuen Geschäftsführung beim DSF (heute Sport1) war sie von 1999 bis 2001 als Pressesprecherin bei der SpVgg Unterhaching tätig, wo auch Sohn Jonas kickte.

Seit fast 17 Jahren ist Ulla Holthoff, die einst zu Deutschlands besten Wasserballspieler-innen gehörte und während ihres Studiums an der Sporthochschule Köln mit „Inform-West“ das erste freie Pressebüro gründete, in der BR-Fernsehredaktion in Freimann. Dabei hat sie sich anfangs zum Ziel gesetzt, nirgendwo länger als fünf Jahre zu bleiben.
  Bereut hat sie – die als Printjournalistin davon geträumt hat, für die SZ in München zu schreiben – ihren Wechsel zum Fernsehen nicht. Kein Wunder: Sie hat in einer Zeit als Fußball für Mädchen und Frauen eher tabu war, mit den Vorbehalten aufgeräumt und ihren Weg gemacht. Darauf kann sie stolz sein.

  Herzlichen Glückwunsch zum 60. Geburtstag – und natürlich darf dieser besondere Tag einer besonderen Frau auch in Schwarz-Gelb gefeiert werden.                      Margit Conrad

Lutz Bäucker 65

Nach dem Geburtstag auf BR-Radltour

(Juni 2018) - Wer genau hinhört, erkennt in seiner Stimme noch die Thüringer Wurzeln. Natürlich stark abgeschliffen durch die Jugend im Stutt-garter Vorort Fellbach und durch inzwischen mehr als drei Berufs-jahrzehnte in München .

  Es gibt nicht viele Kollegen beim Bayerischen Rundfunk, die über eine so lange Zeit so regelmäßig und so markant „rüberkommen“ wie Lutz Bäucker. Der Reporter mit der dichten, schon lange wei-ßen Mähne fällt sofort auf im Pulk der Anfangs-30iger, wenn er sein Mikro mit dem blauen BR-Windschutz in der Mixed-Zone nach vorne schiebt auf der Jagd nach O-Tönen von FC Bayern-Spielern oder DSV-Ski-Adlern.

Gelernt hat der studierte Apotheker sein Reporter-Handwerk auf der Deutschen Journalis-tenschule in München. Danach fing es für den Spätzünder an mit Jobs im Hintergrund als redaktioneller Zuarbeiter von Thomas Gottschalk und Günther Jauch. Erst allmählich fand Lutz Bäucker ins Sport-Resort und zu seinem eigenen Stil als Reporter: Beiträge mit herr-lich zugespitzen Texten, gespickt mit einem Feuerwerk aus prägnanten O-Tönen. Dazu profiliert sich der journalistische Allrounder weiterhin hinter den Kulissen als routinierter wie kreativer Sendungs-Planer.

  Gleich nach seinem Geburtstag am 7. Juni 2018 kommen übrigens regelmäßig die schönsten Wochen im Jahreskalender von Lutz Bäucker, der genauso gern unterwegs ist wie er arbeitet. Wenn er beides verbinden kann - als Chefreporter der BR-Radltour oder der BR-Kreuzfahrt.

Herzlichen Glückwunsch zum 65igsten!                                                                Fritz Häring

Herbert Jung 80

Nomen est omen

(05. Mai 2018) - Tut mir leid, war meine erste Reaktion, nur „ein paar Zeilen“ über diesen Kollegen schreiben zu dürfen, entspräche dem Jubiläum so gar nicht. Ein Buch müsste es werden, und das würde mit diesem déja-vue beginnen:

1969 trafen wir uns zum ersten Mal, in der Sportredaktion der Münchner Bild-Zeitung. Herbert Jung war, wie er heißt, und dazu sportlich, dynamisch, sympathisch. Über Handball ließ er mich Youngster schreiben.

3.Mai 2018: Herbert Jung auf der Tennis-Anlage des MTTC Iphitos bei den BMW Open: Herbert Jung plant die BILD 50 Jahre-Party mit Kollegen. Und agierte wie früher: sportlich, dynamisch, sympathisch. Und immer noch hoch modisch.

  Was lag in den 49 Jahren dazwischen? Eine der beeindruckendsten Karrieren unserer Branche. Herbert Jung, einst mit dem Karlsruher Turnverein (KTV) deutscher Mannschaftsmeister. im Schwimmen, später Hobby-Skifahrer und bis heute Golfer, der sich immer noch so herrlich über jeden Miss-Hit ärgern kann, schaffte ein halbes Jahrhundert einen Spagat, dem ihn wohl niemand mehr nachmachen wird: Einerseits bis ins letzte Detail auf der ewigen Jagd nach der trächtigen BILD-Schlagzeile – und dennoch mit allen, aber auch wirklich allen Stars und VIPs verbindlich befreundet. Nicht nur mit denen aus dem Sport. Und nicht nur mit denen, die wie er seit über 30 Jahren (als Gründungsmitglied!) mit den Eagles-Golfern Geld für Bedürftige sammeln.

   2004, zu seinem Rentenbeginn, erhielt der „ewige Jung“ den Medienpreis des bayerischen Ministerpräsidenten – lebt aber immer noch im Un-Ruhestand – meist mit seiner herrlichen „Angie“ in Kitzbühel – und liefert dank seiner 1a-Connections immer noch BILD-News.

  Und es liegt ihm nach wie vor die Unterstützung der Stiftung von Franz Beckenbauer, mit dem er nach wie vor eng befreundet ist, am Herzen. Auch da schaffte Herbert Jung einen Spagat.

  Kein Wunder, bei dem Lebensmotto, das er selbst auch wirklich lebt: „Nutze die Zeit – sie ist nicht unendlich!“

Und so verbrachte er auch seinen Jubiläumstag auf dem Golfplatz beim Franz Roth Golf Cup im Golfclub zu Gut Ludwigsberg in Türkheim. Abends liesen ihn dann natürlich die rund 200 Teilnehmer kräftig hochleben. "So hatte ich dann auch noch eine wunderschöne "Geburtstagsparty"! kommentierte Herbert Jung schmunzelnd den Tag.

 

Ein wunderbarer Kollege!                                 

Conny Konzack                       

Golffotos: Schneider Press/EAGLES Charity Golf Club e.V.

Wolfgang Schreiber 60

Ein "Universalgelehrter" der Medienlandschaft

(Feb. 2018) - Wie publikumswirksam muss Sport sein, dass er in und von den Medien wahrgenommen wird? Wie lässt sich eine Sportart telegener gestalten, ohne massiv in das Regelwerk ein-

zugreifen? Und wie lässt sich überhaupt eine Sportart bildlich darstellen, die unter den Auflagen vieler Sicherheitsbestimmungen leidet?

  Für Wolfgang Schreiber war das die „Mission impossible“ als er zusammen mit seinem Vater und seinem Bruder die Schaltstelle der ISSF, des Internationalen Schießsportver-

bands, übernahm. Plötzlich erwarteten den gelernten Journalisten und engagierten Foto-grafen ganz neue Herausforderungen. Da war zuerst einmal die Zeitschrift, die gleich drei-sprachig daherkam und niemanden außer einigen wenigen Funktionären interessierte. Und es ging dem jungen Wolfgang Schreiber so wie so vielen Alleinredakteuren, die von einem auf den anderen Tag den Jüngern des schwarzen Gewerbes ausgeliefert waren: er musste lernen, was nicht geht.

  Aber glücklicherweise blieb sich Wolfgang Schreiber selbst treu, denn er hatte klare Vor-stellungen, wie ein Schießsportmagazin auszusehen hat. Mit brillianten Fotos fing er die Welt des Schießsports ein, machte die Konzentration, die hinter jedem Schuss steht, auch für den Laien sichtbar und wurde so schnell zum Botschafter seines Sports.

   Damit war die erste Hürde genommen, aber glücklich war Wolfgang Schreiber nicht. Für seine Kollegen und sich versuchte er, den Schießsport telegener zu gestalten und machte sich damit – wie sollte es denn auch anders sein – nicht nur Freunde. Er musste lernen, dass all die schönen Vorgaben, die er z. B. an das Licht in den Schießständen stellte nur graue Theorie waren. Draußen bei den Wettkämpfen interessierte niemanden, ob ein Foto-graf verzweifelt versuchte, Schützen in ein halbwegs vernünftiges Bild zu stellen.

  Fortan saß Wolfgang Schreiber zwischen allen Stühlen. Für die einen war er der „Mann der ISSF“, der zumindest von den Medienvertreter so manchen Rüffel einzog, weil es mit der Umsetzung der großen Pläne dann doch nicht so schnell ging. Für die Schützen war er bisweilen der Verräter, weil er den Mut hatte, an Traditionen zu rütteln. Plötzlich mussten da die Spitzenschützen umdenken, als die ersten Fangesänge von den Rängen schallten. Der Schießsport lebt – aber die letzten, die damit klarkamen, waren die Schützen selbst.

  Inzwischen ist die ISSF moderner geworden. Langsam wird dort das Lebenswerk und die Botschaft eines Wolfgang Schreibers erkannt. Er hat immerhin dafür gesorgt, dass der Schießsport telegen geworden ist, seit den letzten Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro wissen wir alle, wie spannend ein Schießsport-Finale sein kann. Sicher – das Regelwerk hierzu hat Wolfgang Schreiber nicht erfunden, aber er hat seinen Einfluss ge-nutzt und das Schießen aus dem Nischendasein befreit.

  An seinem 60. Geburtstag am 19. Februar muss es erlaubt sein, ihn nach seiner Berufs-bezeichnung zu fragen. Eine Antwort lässt sich indes nur schwerlich finden. Er ist der be-gnadete Fotograf des Schießsports, er ist der Sportreporter schlechthin, wobei er kein Medium auslässt, er ist Zeitungsredakteur alter Schule, Blogger, und vor allem ist er ein Macher. Vielleicht ist Wolfgang Schreiber der erste „Universalgelehrte der Medienland-schaft“.

  Und deshalb wünscht nicht nur die kleine Gemeinde der Schießsportredakteure ihm alles Gute zum runden Geburtstag, vor allem aber, dass er noch lange die Lust behält, die Welt der Schützen in die Welt zu tragen, auch wenn er manchmal nach wie vor aneckt.       cps

Hans-Joachim Wolff 60

Allzweckkommentator am Sport1-Mikrofon

Foto: Sport1

(Feb. 2018) - Er hat sie noch! Diese unaufgeregte, angenehme Art des Kommentierens. Eine Live-Übertragung begleitend, Distanz wahrend, aber da, wo es angebracht ist, auch Emotionen zeigend, die Stimme erhebend. Alte Schule eben!

  Hans-Joachim Wolff, der am 10. Februar seinen 60. Geburtstag feiert, ist der Allrounder am Sport1- Mikrofon. Neben Fußball kommentiert HaJo, wie ihn die Kollegen nennen, Leichtathletik, Tischtennis, Volleyball, Beachvolleyball, Tennis, Tischtennis, Faustball und Feldhockey. Ich kann ihn mir aber auch sehr gut beim Reiten vorstellen und selbst Schach denke ich könnte er spannend vermitteln.

  1958 in Leer geboren, schloss Wolff 1976 die Schule mit Abitur ab. Es folgte ein Volon-tariat bei der Ostfriesen-Zeitung Leer und ein Praktikum bei der Bundeswehr-Pressestelle in Oldenburg. In Münster studierte er Publizistik, Politikwissenschaft und Germanistik. An-schließend arbeitete Wolff neun Jahre lang als Moderator, Redakteur und Chef vom Dienst bei Radio RPR, bevor er 1995 zum damaligen DSF ging.

  Oliver Forster, von 1992 bis 2000 Sportchef von Radio FFH, kennt den Jubilar schon seit dessen Radiotagen und schwärmt: „Wenn ich nochmal Chef wäre, würde HaJo mit hundert-prozentiger Sicherheit zu meiner Kommentatoren-Crew gehören.“ Auch menschlich hält Forster, der seit 2000 Fußballkommentator (Sky, Arena, Liga total, DAZN und Sport1) ist, viel von seinem Kollegen: „Für mich ist Hans-Joachim Wolff einer der angenehmsten Menschen in unserer Branche.“

  Als ich 1996 beim DSF (heute Sport1) in der Fußballredaktion anfing, war er schon ein Jahr Mitglied der DSF-Redaktion, und ich lernte ihn vom ersten Tag an als einen äußerst netten, zuverlässigen und hilfsbereiten Kollegen kennen und schätzen. Seine soziale Kom-petenz bewies er nicht zuletzt als Betriebsrat und Betriebsratsvorsitzender. Das Ganze in einer Zeit, als bedingt durch den Zusammenbruch des Kirch-Imperiums, das einstige Sport Dienstleistungszentrum (SDZ) 2002 aufgelöst, 200 Mitarbeiter entlassen wurden und an-schließend 2003 der Verkauf von DSF an KarstadtQuelle abgewickelt werden musste. Wolff war im Gläubigerausschuss, seine schwerste Zeit im DSF, wie er selbst sagt, danach zog er sich aus der Betriebsratsarbeit zurück.

  Seit 1999 arbeiten wir zusammen in der Fußballredaktion. Jedes Mal, wenn Hans-Joachim als Kommentator eingeteilt ist, weiß ich als Leiter der Sendung Bundesliga-Pur und Hattrick Pur: Diesen Kommentar brauche ich nicht abnehmen, der passt mit Sicherheit. Und gibt es wider Erwarten doch Kleinigkeiten zu verbessern, nimmt er diese Tipps stets mit vollstem Verständnis an.

  Akribisch, geradezu detailversessen in der Vorbereitung, überlässt Hans-Joachim Wolff nichts dem Zufall. Gerade weil er sich, die marktschreierische Kommentierung, die immer mehr in Mode kommt, absolut nicht zu Eigen macht, ist er flexibel genug, auf jede Über-raschung einer Live-Übertragung zu reagieren und sich neu einzustellen.

  Keine Überraschung wird sein Geburtstagswochenende sein. Mit Schwester, Bruder und langjährigen Freunden wird mit Brunch gefeiert. Eben ganz unaufgeregt, auf angenehme Art Feiern - das ist einfach Hajo. Herzliche Glückwünsche.                            Thomas Walz

Franz Muxeneder 75

Urgestein des Sportjournalismus

(Jan. 2018) - Das erste Mal, das vergisst man nie. Es war an einem Samstag, ich war aus Düsseldorf gerade in München zugereist, hörte beim Autowaschen „Heute im Stadion“, den Hörfunk-Klassiker zur Fuß-ball-Bundesliga im Bayerischen Rundfunk. Diese wohltuende Stimme, das volle Timbre, für mich eine neue Klangfarbe nahe dem Originalton Süd: der Sound von Franz Muxeneder. Das war im Sommer 1975 - jetzt wird er 75.

  „Der Muxi“, wie ihn alle nur nennen. Zwischen gestern und heute ist aus dieser damaligen Stimme in meinem Kopf längst ein geschätzter Kollege und ver-lässlicher Freund geworden. Oft genießen wir gemeinsam unseren Feierabend als Rentner. In Gesprächen noch immer drauf hat er dann diesen Ton aus früheren Tagen – ganz be-sonders übrigens auch auf seinem telefonischen Anrufbeantworter …

  Muxi ist Franz Muxeneder II. – sein Vater ist Franz Muxeneder I., der populäre Schauspie-ler. In Salzburg geboren, in München aufgewachsen kam Muxi 1963 von der „Abendzei-tung“  zum BR. Dort blieb er 42 Jahre, davon die letzten 15 Jahre als Sportchef. Muxi und der BR, das gehörte zusammen wie Black und Decker oder Coca und Cola. Der Sender war sein Leben. Im Winter als wohl-tuend unaufgeregter Reporter im Skisport - ganz im Gegensatz zu manchem Schreihals von heute. Und im Sommer war Muxi Moderator für Fußball, auch Chef im Hörfunk-Team der ARD beim deutschen WM-Sieg 1990 in Italien.

  Seine besondere Zuneigung für die große hat er inzwischen auf eine kleinere Kugel über-tragen, den Golfball. Eine Leidenschaft, die ihm gelegentlich Leiden schafft. Etwa wenn nach dem Abschlag die Flugkurve des Balles einen verkehrten Weg nimmt, dann ist sein fuchsiges „Sakra-Kruzifix“ programmiert. Ein leiser Fluch, den man übrigens auch hören kann zu Verspätungen bei Verabredungen: Pünktlichkeit, wie früher im Beruf, die ist ihm heilig - als seien Sendezeiten noch immer drin in ihm.

  Der Mensch Muxi hat immer Lust an Gesprächen oder, wie er es wohl nennen würde, am „Ratschen“. Einer wie er braucht keine Online-Freunde, lieber setzt er sich zu Leuten an den Tisch und unterhält sich. Daneben wird es nie langweilig. Muxi redet gern, natürlich fundiert über Sport, aber auch über Gott und die Welt. Oberflächlichkeit aber ist ihm fremd. Ehe er vielleicht mal falsch verstanden werden könnte, schert er lieber aus, senkt leicht den Kopf und sagt: „Na, bittscheen, do konn i jetzt net mitred´n.“

  Ansonsten spricht er schon mal gern impulsiv, nicht selten mit einer Prise Ironie. Spottlust ist ihm beileibe nicht fremd, verletzend aber ist er nie! Das würde auch nicht passen zu seinem ausgeprägten Sinn für Fairness gegenüber jedermann. Muxi ist immer gerade aus, als vorzüglicher Kartenspieler reagiert er schnell, zu seinen Markenzeichen gehört ein trockener Humor.

  Franz Muxeneder, war über viele Jahre geachtet als zweiter Vorsitzender im Verein Münchner Sportjournalisten, dem er seit 56 Jahren angehört. Er wurde ausgezeichnet mit dem „Medienpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten“ (Foto, links Laudator Joachim Fuchsberger). Hier steht er in einer Galerie ne-ben Größen wie Harry Valérien oder Ulrich Kaiser. Für die Ehrung aus der Staatskanzlei war Muxeneder „ein Urgestein des Sportjour-nalismus, ein Synonym für fundierte und seriö-se Berichterstattung“.

  Bei so viel Weihrauch durch den damaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber musste Muxi vor geladenen Gästen nun auch ein paar Dankesworte sagen. Und weil das seinerzeit für ihn, den es sonst überhaupt nicht zum Roten Teppich drängt, wohl ein bewegender Mo-ment war, hatte ich beim Hören seiner kurzen Ansprache noch einmal den Radiosprecher aus den siebziger Jahren in den Ohren, diese kräftige, sonore Stimme – sie schien mir jetzt vor lauter Feierlichkeit ein wenig gebrochen …

  War ja auch kein Wunder damals, an so einem, für ihn besonderen Tag. Wie jetzt dieser 13.Januar 2018, sein 75.Geburtstag. Dazu ein herzlicher Glückwunsch!      Wolfgang Uhrig

Margit Conrad 60

Das Laufwunder

(Jan. 2018) - Wer sich ehrenamtlich engagiert, begibt sich mitunter auf einen Marathonlauf. Auch im Bayerischen Journalistenverband gibt es Höhen sowie Tiefen, Durststrecken, und manchmal möchte man am liebsten vor dem Ziel aussteigen.

  Margit Conrad entpuppte sich indes mit ihrem vielfältigen Engage-ment im BJV geradezu als Laufwunder. Angefeuert und bestätigt wurde und wird sie dabei stets durch unzählige Kolleg*innen, denen sie mit ihrer Arbeit weiterhalf. Freilich hat sie mit ihrer energischen aber stets fairen Art und letztlich wohl mit ihrer charmanten, bayerisch eingefärbten Stimme auch viele Mitstreiter*

innen im BJV motiviert, das Ziel im Auge zu behalten. Mit ihrer Energie und ihrem Optimis-mus begeistert sie zudem auch jüngere Kolleg*innen für unseren Beruf.

  Margit Conrad engagierte sich in unserem Verband seit 2000 neben ihrer Tätigkeit als Sport-Redakteurin beim „Freisinger Tagblatt“ und als Betriebsrätin unter anderem in den Fachgruppen der Betriebsräte und Tageszeitungs-Journalisten, im Vorstand unseres Be-zirksverbandes München – Oberbayern und im Landesvorstand. Aktuell arbeitet sie im Vorstand der Fachgruppe Print mit.

  Wir freuen uns gemeinsam mit Margit, dass sie nun die „Wegmarke“ 60 erreicht hat.

                                                                                   Thomas Mrazek (Pressereferent BJV).

 

Trotz ihres vielseitigen Engagements, auch als stellvertretende Vorsitzende des Kreises Freising im Bayerischen Landessportverband (BLSV), war Margit Conrad bereit, im Verein Münchner Sportjournalisten (VMS) mitzuarbeiten; sie wurde 2016 zur 2. Vorsitzenden ge-wählt. Der 1. Vorsitzende Thomas Walz, den sie 2017 während dessen Krankheit vertreten hat, schätzt ihre engagierte Arbeit und gratuliert namens der Mitgliedschaft herzlich zum Geburtstag.

Rolf Hofmann 90

Schon als kleiner Bub wollte er "zur Zeitung"

(Nov. 2017) - Lokomotivführer oder Polizist oder so etwas Ähnliches zu werden:  diesen Wunsch hatten früher – allerdings ist das sehr lange her – die meisten Buben. Ganz anders  Rolf Hofmann, der am 17. November seinen 90. Geburtstag feiern darf: Er wollte schon als Kind „zur Zeitung“, wie man das damals formulierte. Die brutale Realität der letzten Kriegsjahre drängte solche Gedanken jedoch erst einmal weit in den Hintergrund.

  Als Rolf Hofmann im September 1945 im  Alter von nicht einmal ganz 18 Jahren in seine Heimatstadt Coburg zurückkehrte, hatte er bereits bemerkenswerte Stationen hinter sich: Luftwaffenhelfer, Arbeitsdienst, ein Jahr Kriegsmarine, fünf Monate Gefangenschaft. Da galt es zunächst einmal, für einen ordent-

lichen Schulabschluss zu sorgen. Im Eilverfahren paukte er sich innerhalb nur eines Jahres durch den Stoff der vorangegangenen verlorenen drei Jahre bis zum Abitur durch.

  Hochmotiviert versuchte Rolf Hofmann nun, seinen Sportjournalistentraum zu  verwirkli-

chen. Aber Ausbildungsplätze für junge Leute in den Redaktionen waren rar in diesen ersten Nachkriegsjahren. Beim Coburger Tageblatt sagte ihm man zu, ihn einzustellen, so-

bald eine Stelle frei werde. Der Verlag löste sein Versprechen ein. Nach fast zweijährigem Warten – Hofmann hatte inzwischen ein juristisches Volontariat in einer Rechtsanwalts-

kanzlei absolviert – begann somit seine Laufbahn als Sportjournalist beim Coburger Tage-

blatt. Und schon ab 1952, also mit 24 Jahren, zeichnete er im Impressum als verantwort-

licher Sportredakteur.

  Seine Schreibe, sein Engagement und seine Art, den Sportteil zu gestalten, fielen auch außerhalb der oberfränkischen Provinz auf: 1963 wechselte er zum Münchner Merkur, zu-

nächst als „Fußballchef“, der später zum Co- und Ressortleiter aufstieg. Er berichtete von sechs Fußball-Weltmeisterschaften (ab 1954 in der Schweiz und zum letzten Mal 1978 in Argentinien), von allen Europameisterschaften sowie fast allen Länderspielen der deut-

schen Fußball-Nationalmannschaft in diesem Zeitraum. Außerdem war er natürlich bei vielen Europacup-Spielen des FC Bayern München dabei.

  Auf diesen Reisen war meistens ein Münchner Trio unterwegs – neben Rolf Hofmann die inzwischen verstorbenen Kollegen Hans Schiefele (SZ) und Günter Wolfbauer (AZ).Und wir haben bewiesen, dass trotz des harten Konkurrenzkampfes in München eine gute, freundschaftliche Kollegialität möglich war“, sagt Rolf Hofmann. Besonders erfreuliche Er-

innerungen hat er an die tägliche Arbeit in der Merkur-Sportredaktion, wobei er vor allen an die ebenfalls schon verstorbenen Kollegen Helmut Stegmann („Mein bester Freund im Kollegenkreis“), Eugen Vorwitt und Hans Wiesner denkt. Er schrieb einige Bücher und war nebenbei – mit Genehmigung seines Arbeitgebers – Korrespondent bekannter Tageszei-

tungen. Abendfüllend, konnte er von dieser Zeit erzählen, nicht nur über sportliche Ge-

schehnisse, sondern auch über menschlich bewegende und abenteuerliche Geschichten am Rande.   

  1979 ging Rolf Hofmann zum Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) als Pressechef und Redaktionsleiter des Verbandsorgans "Bayernsport". Für ihn war es kein totaler Front-

wechsel, hatten doch schon vorher enge Verbindungen zum BLSV bestanden: Als freier Mitarbeiter hatte er einen Verbands-Pressedienst herausgegeben und die Umstellung der seit 1946 bestehenden „Amtlichen Sport-Mitteilungen“ (ASM) zum zeitungsgerechten Bayernsport in die Wege geleitet. Den verantwortungsvollen Posten des BLSV-Hauptge-

schäftsführers bekam er 1988 übertragen. Einer der Höhepunkte dieser Tätigkeit im letzten Abschnitt seines Berufslebens war wohl seine Mitarbeit an der Planung der neuen Sport-

schule in Oberhaching.

  Rolf Hofmann habe sich „um den Sport und damit um das Gemeinwohl verdient gemacht““ hieß es in der Laudatio, als er 1995 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeich-

net wurde. Für seine 60-jährige Mitgliedschaft im VDS erhielt er die Goldene Ehrennadel des Verbands. 

  Auch nach seinem Eintritt in den (Un)Ruhestand blieb er dem Sport und dem Journalis-

mus verbunden. Wenige Tage vor seinem 85. Geburtstag, den er am 17. November 2012 im engsten Familienkreis mit Frau, drei Söhnen und einem Enkel feierte, saß Rolf Hofmann in der Münchner Arena beim Bundesligaspiel FC Bayern – Eintracht Frankfurt auf der Tri-

büne als Senior unter zahlreichen Kollegen, die den deutschen Rekordmeister früher auf seinem Erfolgsweg begleitet hatten und immer mal wieder vom Verein eingeladen werden. Es war das letzte Mal, dass er ein Spiel  im Stadion live miterlebte.

  Rolf Hofmann blieb im hohen Alter von Schicksalsschlägen nicht verschont. Am schlimm-

sten traf ihn vor einem Jahr der Tod seiner Frau Ruth, mit der er noch Diamantene Hochzeit feiern durfte: „Sie war mir mit viel Vertrauen immer eine wertvolle Stütze. Ohne sie hätte es meinen beruflichen Werdegang in dieser Form nicht gegeben.“ Drei Jahre lang hatte Rolf Hofmann zuletzt seine gehbehinderte Frau fürsorglich betreut. Er spricht von einer „Um-

schulung zum Hausmann“, die er bestanden habe. Nun sitzt er in einem Altenheim im Münchner Vorort Baldham selbst im Rollstuhl – nach zwei Schlaganfällen, von denen der erste noch relativ glimpflich verlief, der zweite aber seine Mobilität stark einschränkte.

  Das Fernsehen bringt ihm den Sport ins Zimmer. Besonders interessiert ihn nach wie vor der Fußball, und hier wiederum stehen der FC Bayern und der TSV 1860 im Mittelpunkt. Traurig stimmt ihn, dass sein traditionsreicher Heimatverein VfB Coburg, bei dem er in jungen Jahren selbst aktiv war, in der Versenkung verschwunden ist.

  Rolf Hofmann ist keiner, der aufgibt. In einem Telefongespräch sagte er kürzlich: „Ich trainiere eifrig für ein Leben mit dem Gehstock...“  – und  leise fügte er hinzu :„ ... für ein normales Leben“.

Noch ein Traum? Der VMS wünscht seinem langjährigen Mitglied (im VDS seit dem 18. Oktober 1950!), dass er wahr mögen werde.                                                 Gerd Raithel

Diethelm "Didi" Straube 60

Von Darmstadt in die Welt hinaus - bis nach Namibia

(okt 2017) - Mit einer Schreibmaschine in einem Strandhaus an der Nordsee sitzen, dem brandenden Meer zuschauend Bücher schreiben, wäh-

rend er – ganz konventionell die Finger strapazierend – in die Tasten klopft: Wer sich damit identifizieren kann, der kann auch diesen Traum - derzeit sind es noch Träumereien - von Diethelm Straube sehr gut nachvollziehen.

  Also, nicht auf einem Deich (den Stormschen „Schimmelreiter“ mag er übrigens ganz besonders) und ohne großes Aufsehen wird er, seit 2014 Geschäftsführer des VMS, am 24. Oktober seinen 60. Geburtstag feiern. Dabei gäbe es genügend Freunde, nicht nur in Deutschland, die er gerne neben seiner Familie um sich hätte, aber um die richtig große Party zu organisieren, dafür hat der voll im Geschäft Stehende – seit 2008 Inhaber von Straube Medien Service SMS – „zu wenig Zeit, um alles zu organisieren“.

  Glaubt man kaum, denn blickt man auf seinen beruflichen Werdegang, dann würde man salopp in der Sportwelt sagen: der Didi ist ein Wandervogel! Aber einer in einem positiven Sinn, denn Diethelm Straube war niemals jemand, der sich irgendwo angebiedert oder an-

getragen hat: er wurde vielmehr geholt, war ob seines Renommees gefragt. Dabei schweb-

te dem in Darmstadt Geborenen ursprünglich nie vor, irgendwas mit Medien zu machen. Im Gegenteil: Bodenständig, wie man in dieser Zeit sein sollte (zumindest aus Sicht der

Eltern), erlernte er erst etwas Handfestes, etwas Gescheites, das einen auch ernähren kann: Industriekaufmann.

  Aber schnell merkte er – Büro, nein, nicht das meine! Er wollte studieren, hatte u.a. sogar in Berlin dazu die Möglichkeit. Doch dann begann die glückliche Zusammenfügung einer Kette von Zufällen: Bei einem Jazzfrühschoppen animierte ihn ein Freund zum Journalistik-Studium in Dortmund. Straube machte das, volontierte danach bei der Hessisch Nieder-

sächsischen Allgemeinen (HNA) in Kassel. Diese beiden Jahre will er niemals missen. „Sie haben mich geprägt, sie waren unglaublich wertvoll“, erinnert er sich an seine Zeit, auf ei-

ner Olympia-Schreibmaschine seine Berichte geschrieben oder auch die Lokalseiten um-

brochen und gestaltet zu haben. „Internet, Handy, Facebook“ – damals spanische Dörfer, ja utopisch!

   Man griff halt zum Telefon, vereinbarte, wenn zeitlich möglich, noch einen persönlichen Termin – „und das war gut so“, sagt Didi Straube rückwirkend: „Ich bin dankbar, in einer Zeit ins Mediengeschäft eingestiegen zu sein, als man noch Zeit hatte, die Leute anzurufen.“ Und er ist auch überzeugt, „dass man damals der Wahrheit nähergekommen ist als heute“, in der man sich aus Zeitmangel auf Google, Wikipedia etc. verlassen müsse. „Für mich war das Volontariat eine gute Schule, das mir viel gegeben hat und mich gelehrt hat, präzise zu recherchieren, zu schreiben und mich aufs Produkt zu konzentrieren“.

  Ach ja, Zufälle: Als sein Wunsch, in England zu studieren, am Geld scheiterte, kam er – wieder zufällig – zu einem Auslandsstipendium bei einer deutschen Wochenzeitung, den „Namibia Nachrichten“ in Windhoek. Er hätte sogar eine leitende Position bekommen, doch damals wusste er: es wartet noch viel Neues und anderes auf mich – recht hatte er! So kehrte Straube 1986 nach Deutschland zurück und arbeitete im Lokalfunk Dortmund beim WDR.

  Dann wieder eine göttliche Fügung oder Zufall war sein nächster Arbeitsplatz Essen, von wo er von 1990 bis 1992 als Reporter für RTL aktuell und das RTL Frühstücksfernsehen arbeitete. Und dann wurde er gefragt, ob er nicht moderieren wolle. Plötzlich, so Didi Straube, „war ich in Berlin und auf der anderen Seite der Kamera, als Anchor beim RTL-Frühstücksfernsehen. Dann rief München: „Willst nicht zum DSF?“ Straube wollte, war dann von 1994 bis 2003 Leiter „News und Talk“ sowie Moderator beim DSF (Vorgänger von sport1).

  Doch immer wieder zog es den Darmstädter weg: Nachdem er 2004/2005 die Programm-

leitung bei der Hammer TV GmbH inne gehabt hatte, war er 2006/2007 Chefredakteur und Moderator bei rheinmain.tv. Seit 2008 ist er nunmehr irgendwie doch angekommen. In München als Inhaber von Straube-Coaching und Straube Medien Service SMS, eine Agentur für Realisation, Beratung und Coaching. Der VMS-Geschäftsführer ist darüber hinaus Dozent am EC Europa Campus (Karlsruhe, Mannheim, Frankfurt) sowie an der Hochschule für Gesundheit & Sport in Berlin und Ismaning.

  Damit ist er selbstständig tätig – eine tägliche Herausforderung räumt er ein. Denn das bedeutet zwar eine gewisse Freiheit, aber auch eine Disziplin: Es bedeutet, sich jeden Tag aufs Neue in den Hintern zu treten, wach und kreativ zu sein, jeden Tag auf der Matte zu stehen und Neues zu überlegen. „Allein Deine Anwesenheit genügt nicht, damit Du Geld verdienst“, sagt Diethelm Straube.

  Andererseits räumt Straube ein: Es hat schon auch Vorteile, sich die Zeit frei einteilen zu können und damit auch genügend Raum für die Familie, Frau Susan und die gemeinsame Tochter Smilla Maria (viereinhalb Jahre) zu haben. Und vielleicht erlebt sie irgendwann bei ihren Ferien oben an der Nordsee, dass der Papa beim Blick auf die Brandung ihr beim Spielen zuschaut, während er auf der Schreibmaschine tippt – sein Buch.    Margit Conrad

Gerhard M. Gmelch 75

Jura, Fußball und eine Kreuzfahrt ins Glück

(Okt 2017) - Aktiv Fußball gespielt – abgesehen von den Einsätzen im Schulsport – hat er nie. Sich interessiert für die von vielen Zeitgenossen als schönste Nebensache der Welt bezeichnete Sportart jedoch von Kindesbeinen an, nicht zuletzt, „weil mich meine Mutter schon mit fünf Jahren zu den Spielen des SV Berg, ich glaube es war B-Klasse, mitgenommen hat“.

  Am 27. Oktober wird Gerhard M. Gmelch, der frühere Ressortleiter Sport beim Münchner Merkur, 75 Jahre alt. Die Zeitung, die über Jah-

re hinweg sein Arbeits- aber auch Privatleben bestimmt hat, liest er nach wie vor. Zwar erreicht sie Gmelch, den die Liebe 2002 nach Ronneburg in Thüringen (nahe Gera und Jena) gezogen hat, immer erst einen Tag später. Aber die verzögerte Zu-

stellung „ist kein Grund zum Meckern“.

  Warum Gerhard M. Gmelch als Journalist gearbeitet und im Sportjournalismus gelandet ist? Da muss er selbst (kurz) nachdenken. „Ich habe zwar Englisch und Latein bis zum Ende gemacht, hatte aber auch Mathe und Physik, was so gar nicht nach meinem Ge-

schmack war“, erinnert sich der in Berg in der Oberpfalz geborene Gmelch an seine Schul-

zeit. Und auch nach dem Abitur am eher naturwissenschaftliche ausgerichteten Gymna-

sium in Neumarkt/Oberpfalz und seiner Bundeswehrzeit, u. a. bei den Heeresfliegern in Roth bei Nürnberg, gab es noch keinerlei Ambitionen in Richtung Pressearbeit.

  Gerhard M. Gmelch studierte Jura. „Einen Abschluss habe ich nie gemacht“, gibt er zu. Vielleicht war der Kick das Finale im Europacup der Pokalsieger, als der FC Bayern am 31. Mai 1967 gegen die Glasgow Rangers durch das Tor von „Bulle“ Roth 1:0 gewonnen hat. „Das Spiel war noch keine 15 Minuten zu Ende, da wurde am Stadionausgang das Kicker-Sportmagazin mit einem kompletten Spielbericht verkauft“, staunte er damals über diese phänomenale Schnelligkeit.

  Das Interesse, das Phänomen zu enträtseln war geweckt, das Interesse am Fußball noch verstärkt. Gmelch hat dafür konditionsraubende Schlachtenbummler-Torturen auf sich ge-

nommen. Samstags zum Spiel des 1. FC Nürnberg, der geografisch gesehen von Berg aus ein direkter Nachbar war, gleich weiter nach Duisburg, und am Sonntag als Dreingabe in den Ronhof zur SpVgg Fürth.

  Dann kam das Angebot vom „leider“ (Gmelch) längst nicht mehr existierenden „Sportku-

rier“ in München. Der damalige Chefredakteur Paul Ludwig suchte Nachwuchs, Gmelch wurde engagiert, er machte ein verkürztes Volontariat. Und ist Kollegen wie Ludwig dank-

bar, dass sie ihm die Gelegenheit gegeben haben, in die große Sportwelt hinein zu fühlen und dann zu tauchen. „Mein erstes Interview war das mit Jochen Rindt (die Formel-1-

Größe verunglückte bei einem Trainingslauf im Autodrom Nationale Monza, Italien am 5. September 1970 tödlich) im Hotel Bayerischer Hof“, erinnert sich Gmelch und muss schmunzeln über die standardisierten Fragen, die er damals als Vorgabe mitbekommen hat. Aber sie haben irgendwie geholfen, denn schließlich „war ich doch sehr, sehr aufge-

regt“.

  Gerhard M. Gmelch hat es geschafft. Doch dann bestimmte sein journalistisches Leben fast nur noch der Fußball. Er ist seinen älteren Kollegen wie Eugen Vorwitt, Hans Wiesner und Rolf Hofmann, der am 17. November 90 Jahre alt wird, dankbar: „Hofmann war Fuß-

ballchef Nummer 1 beim Merkur, ich nur der Zweite“, gibt er sich bescheiden.

  Natürlich läuft im Berufsleben nicht alles immer so als man denkt, auch nicht bei Gerhard M. Gmelch: Aber der 75-Jährige nimmt es gelassen, dass er den „Merkur“ als Verantwort-

licher der Reise- und dann Leserbriefredaktion verlassen hat. Denn zurück bleibt die Erin-

nerung an eine wunderbare Zeit als Fußballberichterstatter, auch auf internationaler Ebene: Etwa an die EM 1972 – als „die beste deutsche Nationalmannschaft aller Zeiten“ gegen das damalige Team der Sowjetunion im Brüsseler Heysel-Stadion 3:0 gewonnen hat. Und natürlich ist das EM-Finale 1980 mit der Nationalmannschaft unter Jupp Derwall, als die deutsche Mannschaft mit einem 2:1-Sieg über Belgien im Finale in Rom zum zweiten Mal nach 1972 Europameister wurde, nach wie vor in seinem Kopf. Gerne erinnert er sich an die WM 1982 in Spanien – Deutschland verlor zwar das Finale gegen Italien 1:2 – aber der nahe Kontakt zum damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt bei dessen Besuch im Mann-

schaftshotel war eine gewisse Entschädigung für die sportliche Enttäuschung.

  Der Jubilar war (und ist) vielseitig interessiert – neben Politik auch an Literatur –, und auf Fußball bezogen gehört dazu seine Zuneigung zu den sogenannten Kleinen. Gmelch pflegte gute Beziehungen zum FC Wacker München, der mal gar nicht so klein war, und zum BSC Sendling und vielen anderen. Es war ihm ein Anliegen, dass sich deren Leistungen auch im Merkur widerspiegelten. Ein Sonderfall ist der TSV 1860, den man nicht einmal jetzt aktuell als viertklassige Mannschaft zu den Kleinen zählen darf. Gmelch hat sich stets intensiv um das Auf und Ab der Löwen gekümmert, zumal er auch jahreslang das Sechziger Vereinsprogramm für deren Heimspiele journalistisch betreut hat.

  Verein Nummer 1 war aber auch für Gerhard M. Gmelch der FC Bayern. Oft war er bei den Auswärtsspielen dabei und saß mit den Journalistenkollegen im Mannschaftsbus auf dem Weg zum Flughafen („damals war das noch möglich“). „Katsche“ (Hans-Georg Schwarzenbeck) nannte ihn Matthias. „Ich nannte mich Gerhard M. Gmelch: Irgendwann hat mich der Katsche gefragt, was bedeutet eigentlich das „M“. Gmelch hat es ihm verra-

ten: Matthias mit doppelt „tt“ und „h“, wie in Bayern üblich. Und immer, wenn es kritisch wurde, „hat der Katsche mich mit ,Matthias‘ angeredet“.

   Was hat den Oberpfälzer aus München, der immer den Bezug zur Heimat betont und diesen nach wie vor pflegt, nach Thüringen verschlagen? „Na ja“, sagt Gmelch, „als Reise-Redakteur hat man halt so die eine oder andere Gelegenheit auch genützt“. Im Juni 1993 genehmigte er sich eine Kreuzfahrt nach Norwegen. Mit an Bord war eine Gruppe von ost-

deutschen Apothekern - viele Paare, aber es gab dabei auch mindestens eine Solistin. Nach dem Norwegen-Trip stellte sich heraus, dass Gmelch die berühmte Werbe-Empfeh-

lung „fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“ für sich nur noch mit „Apotheker“ bzw. „Apothe-

kerin“ beantworten wollte.

  Der Treffpunkt Schiff war Auslöser eines Doppelpasses zwischen Ost und West. Beate heißt der östliche Teil – seit Sommer 2002 ist Ronneburg die zweite Heimat eines ehema-

ligen Redakteurs des Münchner Merkur geworden, der sich zu seinem Geburtstag vor allem Gesundheit wünscht. Im Herbst 2016 musste er sich einer Herzoperation unterzie-

hen. Sie verlief erfolgreich – zum Glück!

  Der VMS wünscht seinem Mitglied Gerhard M. Gmelch zum Geburtstag das Allerbeste.

                                                                                                                       Margit Conrad

Wolfgang Gärner 70

Einer der letzten Allrounder

(Sep. 2017) -  Die erste Begegnung mit ihm fand irgendwann in den Siebzigern statt. Wir trafen uns nach einem Skirennen am Sudelfeld, er bot sich an, den SZ-Kollegen im Auto nach Hause mitzu-

nehmen. Was der Reporter von der Süddeutschen nicht wissen konnte: Wolfgang Gärner, zu jener Zeit noch Redakteur beim Münchner Merkur, war ein Anhänger sportlichen Fah-

rens. Den Sitz extrem zurückgeschoben, Rückenlehne mehr waagrecht gestellt als senk-

recht, die Arme weit ausgestreckt am Lenkrad dergestalt bretterte der lange Kerl die som-

mers gelegentlich automobilen Bergrennen vorbehaltene Strecke bei Bayrischzell so rasant hinab, dass der Beifahrer sich gezwungen sah, die Luft anzuhalten.

  Jahre später gingen die Gedanken zurück an die Höllenfahrt an jenem Tag, an dem „gä“, inzwischen von der Bayerstraße in die Redaktion an der Sendlingerstraße gewechselt, deren Großraumbüro im ersten Stock in diesem Zustand betrat: leicht verschwitzt, das

Haar vom Fahrtwind zersaust – das Rennrad geschultert.

  So war das damals, gelegentlich ließ Sportfex Gärner den Wagen tatsächlich in der Gara-

ge und peste zweirädrig zum Dienst - von Garmisch aus, wohin er seinen Lebensmittel-

punkt inzwischen verlegt hatte, bekanntlich 90 km entfernt von München.

  Heute soll die Erinnerung an einen verehrten Kollegen natürlich weit hinausgehen über Episoden von Auto- und Rennradtouren, über schweißtreibende Joggingrunden mit dem Chef in den Straßen des heißen Rom anno 1987 während der Leichtathletik-WM und die Tagesarbeit dort, die Schreibmaschine im Trockenen am Beckenrand und die Beine im Pool des Foro Italico.

  Solange Wolfgang Gärner im Dienst stand der SZ (1985-2011) begleitete ihn der gehörige Respekt der Sportcrew. Wir schätzten sein breites Wissen vom sperrigen Gebilde Sport, überhaupt seine Allgemeinbildung, seine markante, zuweilen eigenwillige Schreibe, Ursa-

che des Lesevergnügens, das sich bei der Lektüre seiner Glossen einstellte, seinen trocke-

nen Humor, mit dem er den ganzen Laden bei Laune halten konnte, seine Hilfsbereitschaft; die wusste sein Chef zu würdigen, wenn der sich in Schwierigkeiten sah, den Spätdienst zu besetzen. Obwohl jenseits von München zu Hause, war der in langen Nachtsitzungen mit österreichischen Alpin-Kollegen gestählte Wolfi („Einer muss es ja machen“) stets selbstlos zur Stelle.

  Wolfgang Gärner - einer der im Zeitalter des digitalisierten Spezialistentums leider selten gewordenen Allrounder unserer Zunft. Seine Kunden waren Mark Spitz, die Kühnhackls, Schloders, Truntschkas, Franz Klammer und die Neureuthers; er mischte Funktionäre des Skisports auf und zeigte den Werfern der Leichtathletik, wo der Hammer hängt.

  Am 7. September wird er 70. Ad multos annos, Herr Kollege, hätte der erste Sportchef der SZ, Ludwig Koppenwallner, gewünscht. Wir schließen uns dem an.                               MG

Sammy Drechsel wäre am 25.4.2020 95 Jahre alt geworden

Mikrofon, Fußball und die Lach- und Schieß

Sammy Drechsel, 1951 beim 2:0-Sieg des VMS gegen die Augsburger Kollegen.

Jetzt passen Sie auf, jetzt kommt der lange Finne und zieht dem Alois Schloder, ach herrje, die Beine unterm Allerwertesten weg, und auf dem liegt er jetzt." Eishockey mit Sammy Drechsel war in den 60-ern ein TV-Glanzlicht. Trotz seiner Berliner Schnauze machte der Reporter, der vor 90 Jahren, am 25. April 1925, in Berlin als Karl-Heinz Kamke geboren wurde, auch in Bayern Karriere. Beim Bayerischen Rundfunk kommen-

tierte er in den Fünfzigern Fußball, Radrennen und Boxen, bei der Fußball-WM 1966 das Halbfinale Deutschland — UdSSR (2:1).

In den späten 40-er Jahren war Drechsel, der nach einer kaufmännischen Lehre beim Sportreporter Rolf Wernicke volontiert hatte, bei Rias Berlin Sensationsreporter. Er ba-

lancierte übers Hochseil, entschärfte eine 20-Zentner-Bombe, ließ sich, zwischen den Gleisen liegend, von einem D-Zug überrollen - und sprach dabei live seine Reportagen.

1950 kam Drechsel nach München zum Bayerischen Rundfunk. 1956 gründete er mit

Dieter Hildebrandt die Lach– und Schießgesellschaft, deren Leiter und Regisseur er bis zu seinem Tod am 19. Januar 1986 war. Schon 1955 hatte er das Jugendbuch „Elf Freunde müsst ihr sein“ geschrieben, es wurde sehr viel später als Hörbuch von Dieter Hildebrandt gesprochen. Drechsel führte die Studioregie für Hildebrandts TV-Formate „Notizen aus der Provinz“ und beim „Scheibenwischer“.

Fußball war Sammy Drechsels Leidenschaft. Er wurde mit dem BSV 92 Berliner Jugend-Fußballmeister. In München gründete 1956 den FC Schmiere, bei dem zahlreiche Promi-

nete spielten, meist für wohltätige Zwecke. Drechsel erzielte in 963 Spielen rund 1500 Tore.

Einen letzten Kurzauftritt im Fernsehen hatte Drechsel in der Serie Kir Royal (1986) von Helmut Dietl. Die Aufnahmen entstanden, kurz bevor er an den Folgen einer Krebser-

krankung starb. Er war seit 1962 mit Irene Koss verheiratet. Beider Grabstelle ist auf dem Münchner Nordfriedhof (Grab Mauer rechts Nr. 244).                                              H. E.

Geschäftsstelle:

Verein Münchner Sportjournalisten (VMS)

Geschäftsführer:

Diethelm Straube

Münchener Straße 101 (24.5 Süd/ EG)

85737 Ismaning

T 0170 2268029 

info(at)vms-sportjournalisten.de

1. Vorsitzender

Thomas Walz

T 0170 2268043

info(at)vms-sportjournalisten.de

Besucher seit 19. Juni 2013

Aktuelles

VMS INFO 2020_Final3.pdf
PDF-Dokument [22.6 MB]

Gedenktage

Geburtstage

Gerhard Bosch 70

Fingerspitzengefühl                   

Fritz Heimann 80

Ein Herz für Nischen

Wolfgang Uhrig 80

Der Marathon-Mann

Horst Huber 85

Hohe Schlagzahl

Ansichtssache

Selbstbedienungsladen

Neue Bücher                           

                      FOTO: SEBASTIAN WELLS

Ronny Blaschke, Jahrgang 1981, beschäftigt sich als Journalist und Autor mit politischen Themen im Sport, u. a. für Deutsch-landfunk, SZ und Deutsche Welle. Die Recherchen für seine Bücher lässt er in politische Bildung einfließen, in Vorträge, Moderationen und Konferenzen. Zudem entwickelt er unterschiedliche

Informationsreihen. Blaschke wurde für seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet.

                     "Machtspiele"

Diktatoren bringen Spieler auf Linie und nutzen Stadien als Militärbasen. Ob einst in Jugoslawien, in der Ukraine und zuneh-mend in der arabischen Welt: Ultras kämpfen in Revolutionen an vorderster Front und ziehen sogar in den Krieg. Vereinsinvestoren aus China, Russland und den Golfstaaten sichern ihren Regie-rungen Einfluss in Europa. 

„Machtspieler“ verdichtet Recherchen in 15 Ländern und blickt durch das Vergrö-ßerungsglas Fußball auf Geschichte, Kul-tur und Religion.

Die Einleitung des Buches finden Sie auf meiner Homepage https://ronnyblaschke.de/machtspieler-fussball-in-propaganda-krieg-und-revolution/?mc_cid=fbf2aff28b&mc_eid=e09f0ee157#Einleitung

 

Wer das ganze Buch lesen möchte, kann es hier bestellen:

https://www.werkstatt-verlag.de/isbn/9783730704950?mc_cid=fbf2aff28b&mc_eid=e09f0ee157

 

256 Seiten, Format 13,5 × 21,5 cm, Paperback, ISBN 9783730704950,

1. Auflage 2020. Preis € 19,90, E-Book 14,99.

Erschienen am 2. September 2019

22,00 (D), € 22,70 (A)

Erscheint am 02.09.2019 im Piper Verlag

448 Seiten, Hardcover mit Schutzum-schlag

EAN 978-3-492-05953-4

MIRO

Anno dazumal

Als Gerd Müller zurücktrat        Als Beckenbauer nachtrat

Wenn Ronny mit                         dem Kopf abstaubt

Fußballsprache oder ganz schlechtes Deutsch?

 

Journalismus

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Verein Münchner Sportjournalisten