Verein Münchner Sportjournalisten
Verein Münchner Sportjournalisten

Geburtstage

Dezember 2020

Januar 2021

Joachim Day 60

Liebenswertes Multitalent

Wer mich nicht mag, muss noch ein bisserl an sich arbeiten.“ Diese Aussage, die manche vielleicht brüskieren könnte, spiegelt aber genau die lockere und unkomplizierte Mentalität von Joa-

chim „Joe“ Day wider. Vielleicht liegt es daran, dass der in Lör-rach, in Südbaden Geborene absolut nicht wortfaul ist, sondern ob beruflich, privat oder auch sportlich immer den richtigen Dreh gefunden hat. Dass er am letzten Tag des zweifelsohne unge-wöhnlichen Jahres 2020 auf sein ihm persönlich zugeschnittenes Silvesterkonzert anlässlich seines 60. Geburtstags verzichten muss, das stört ihn nicht die Bohne. Und wenn auch nur im kleinen Kreis gefeiert werden kann – Tatsache ist: die 60 sieht man dem Joe nicht an.

  Und genau in diesen bevorstehenden Lebensabschnitt mit der „6“ vorne dran, passt sein Spruch: „Je mehr ich über mich nachdenke, desto besser komme ich weg.“ Ob er bei all seiner beruflichen Tätigkeit tatsächlich Zeit hatte, über sich nachzudenken, lassen wir vom VMS, bei dem er seit 1997 Mitglied ist, dahingestellt. Denn immerhin hat der Joe bislang mehr als 1600 Beiträge für das Deutsche Fernsehen und bestimmt über 400 Image-Filme beziehungsweise Porträts für Unternehmen usw. produziert. In seiner mehr als 30-jährigen journalistischen Tätigkeit arbeitete er unter anderem über 20 Jahre vor-nehmlich für ZDF, n-tv, DSF/Sport1 und tv.münchen.

  Regionalen Bekanntheitsgrad erreichte Joachim Day zuletzt über seine von August 2013 bis August 2019 monatlich ausgestrahlte, drei Mal ausgezeichnete und durchschnittlich 55-minütige Internetfernseh-Sendung „Dachau TV – Das Magazin nicht nur für Stadt und Landkreis“. Ja, nicht zu vergessen: Er ist ein hervorragender Handballer („habe bis Re-gionalliga gespielt“), und auch seine beiden Kinder – Jan (12) und Kira (10) – konnte er für diese rasante Sportart so sehr begeistern, dass beide anvisierte Kaderspieler sind und schon in ihrem jungen Alter durchschnittlich vier bis fünf Mal die Woche trainieren.

  Joachim Day ist aber nicht nur ausgebildeter Trainer „Handball“, den zweiten Schein er-warb er sich ebenso bei einem schnellen Spiel, nämlich jenem an der Grünen Platte: Tischtennis.

  Natürlich hat das mit seinem Beruf nur zweitrangig zu tun. Er, der seit 1999 mit seiner Katrin (44), einer Grundschullehrerin und ehemaligen niedersächsischen Handballerin verheiratet ist, ist sehr stolz auf seine derzeitige berufliche Tätigkeit: So wurde ihm im zurückliegenden Jahr die „ehrenvolle Aufgabe“ der Produktion und Moderation von elf Zeitzeugen-Interviews, Thema „Erinnerungsort Olympia-Attentat 1972 in München und Fürstenfeldbruck“ übertragen. Da waren Gesprächspartner wie Klaus Wolfermann (sein Speerwurf-Olympiasieg war am 3. September, also kurz vor dem Attentat), aber auch unserem Mitglied Peter M. Lill, der als Journalist für verschiedene Medien damals über die Olympischen Spiele berichtete.

  Aber Joe Day hatte auch die Möglichkeit noch Dr. Hans-Jochen Vogel zu interviewen, ergo den ehemaligen Münchner OB, der Ende der 1960er Jahre entscheidender Mann war, dass die Olympischen Spiele nach München vergeben worden sind. Vogel verstarb bekanntlich sechs Monate nach dem Gespräch am 26. Juli im Alter von 94 Jahren.

  Ja, was kann man über diesen unkomplizierten und irgendwie immer gut aufgelegten Typen und Kollegen Joachim Day noch sagen? Dass er auf Messen aktiv ist, Vorträge hält, viele Sportevents auf seine besondere Art moderiert, einfach ein liebenswertes Multitalent ist. Wichtig ist es Joe zu betonen, dass er bereits zweimal das Quiz bei der VMS-Nikolausfeier gewann, „die anderen Male gab ich nicht alles, weil ich nicht immer gewinnen wollte“, unterstreicht Joe mit einem schallenden Lachen.

  Und: Ganz entscheidend ist für ihn, er, der sich trotz lockerer Sprüche alles andere als wichtig nimmt: „Die Familie ist Auffangbecken und große Stütze in allen Belangen. Sie vermittelt ungeheuer viel Freude und Gelassenheit.“

  Mehr ist nicht hinzuzufügen. Alles Gute, Joe, zum Runden.                        Margit Conrad

 

Margit Conrad ist stell. Vorsitzende des Vereins Münchner Sportjournalisten (VMS).

Conny Konzack 70

Journalistische und soziale Ader

(27.12.2020) -Die meisten Kollegen kennen ihn nur als Sport-redakteur bzw. Mitarbeiter von SZ, BILD, AZ, TZ, Sport 1, dpa/sid und einigen Rundfunksendern. Und zwar schon vor den Zeiten von Boris Becker & Steffi Graf, mit denen der studierte Englischlehrer Conny Konzack später mehrmals um die ganze Welt jettete und berichtete. Bis Tennisfreund Dr. Burda und seine Verlagsherren auf ihn aufmerksam wurden. Der Vertrag als Sportchef wurde nachts um 1 unterschrieben, und weil Conny damals, mit 38, schon die ganze Welt kannte, auch noch gleich als Reisechef mit. Das war er für BUNTE fast 19 Jahre lang, bis er plötzlich auf der Intensivstation aufwachte – und nach acht Wochen Sanatorium nie wieder in seinen geliebten Job zurückkehrte. „Heute würde man wohl Burnout dazu sagen“, meint er trocken zu seinem plötzlichen Ausstieg, der damals selbst Freunde ratlos gemacht hatte.

  Dafür wurde der blonde Bayer, der lange in New York und Kalifornien lebte und heute noch mächtig stolz auf den Titel „Frisbee Champion of Southern California“ ist, ab 2006 Buchautor und Chefredakteur des TOP Magazins seiner Frau Fedra, mit der er bis heute zudem noch die Agentur ‚media & marketing münchen‘ leitet. „Auch mit viel Sport, vor allem Golf.“

  Das wurde seine neue Leidenschaft, nach Handball und Tennis. Typisch CK: „Die Bälle wurden komischerweise immer kleiner, obwohl meine Augen immer schlechter wurden...“ Eine Laser-OP machte ihn 2000 wieder (seh-)scharf, bis heute. Sein Augen-Artikel darüber („Vom Maulwurf zum Späher“) wurde in Deutschland zig Mal gedruckt...

  Doch der Sport ließ ihn bis heute nicht los. Morgens um acht schon vier Tageszeitungen „seziert“, dazu circa 20 Magazine pro Woche und zudem alle möglichen TV-Talkshows „verarbeitet“ – so bleibt er up-to-date und zieht daraus auch die Ergüsse für seine Edito-rials im Top Magazin – immer auf den Punkt. Nicht immer leicht bei einem Quartals-Produkt!

  „Den Sport“, so Conny Konzack, der im Tennis und im Golf immer noch mit den 50jähri-gen den Bällen hinterherjagt, „sehe ich heute ein bissl skeptischer und reflektierender als früher – vor allem, was den Profifußball betrifft. Die Verhältnisse von Leistung und Gegen-leistung stimmen oft nicht. Vor allem die Gagen der Kicker rechtfertigen nicht, was deren Muskeln und leider oft auch deren Hirne so hergeben bzw. nicht hergeben....!“

  Diese Erkenntnis über die Kicker gewann er schon aus seinen Berichterstatter-Zeiten über Skifahrer, Hand- und Volleyballer, Bob & Rodelfahrer, Kanuten & Co. „Alle nicht vom schnöden Mammon versaut...! Nur in der Formel 1 war’s für den Münchner mondäner. Die begleitete CK 26 Jahre lang. Über PS-Heroes wie Graham Hill, Niki Lauda, Jackie Stewart oder Ayrton Senna wollte er immer nur das Menschliche berichten. Buchreif sind seine Erinnerungen an Michael Schumacher, den er 14 Jahre lang begleitete und auch dessen Hochzeit für Burda medial initiierte. Der Abschied aus dem PS-Zirkus nahm er, nachdem er sich 2004 mit Bernie Ecclestone zerstritt, dem er nahegelegt hatte, doch einen jüngeren Managertypen ans Steuer zu lassen. „Das mochte der Zwerg damals gar nicht“ reflektiert Konzack heute schmunzelnd.

  Connys soziale Ader kennen die wenigsten: Seit 22 Jahren sammelt er, der 2005 (in o.a. Intensivstation) und 2008 bei einem Autounfall selbst zweimal dem Tod von der Schippe sprang, für Arme, Bedürftige, Menschen in Not und solche, „die es nicht so gut wie ich erwischt haben“. Dabei hilft ihm sein Hobby Golf. CK: „Sag mir einen anderen Sport, bei dem Amateure in zahlreichen Charity-Turnieren so viel Geld zusammenspielen, ersteigern und spenden können! In der Saison vor der Pandemie haben meine Frau und ich in einem einzigen Sommer mitgeholfen, über eine halbe Million Euro für Bedürftige zu generieren! Nur durch Golf!“

  Journalismus blieb dennoch seine Triebfeder. Tagtäglich textet er noch für die Agentur und das Magazin. „Zum großen Sportstar hatte es eh nicht gereicht...“ Sein früherer New Yorker Fast-Nachbar John McEnroe, mit dem er in Manhattan oft um die Häuser zog, spöttelte einst darüber: „Die, die es können, die tun’s. Die, die es nicht können, schreiben drüber.“ Am meisten bespaßt das CK selbst...

  Fast schade, dass er selbstredend wohl eines nicht mehr schafft - sein Lebensbuch. „Allein das Kapitel Boris Becker wäre schier endlos...na na, ich geh‘ meiner Gesundheit zuliebe lieber golfen“

  Der VMS gratuliert zum 70. am 27. Dezember 2020 herzlich und wünscht alles Gute. Vor allem: Xund bleim.

Conny Konzack und Michael Schumacher. FOTO: Privat

Dieter Schön, 80

„Eigentlich bin ich ziemlich fit...!“

(08.09.2020) - Das Verlagswesen und Tennis - das war sein Le-ben. Und noch heute, 15 Jahre nach seinem Renten-Eintritt, schreibt er immer noch für ein Edel-Magazin über das Pflege-wesen: Dieter Schön sagt zu seinem 80., dass er zusammen mit einigen Kollegen „die allerschönste Zeit in der Ära mit Boris und Steffi erlebt“ hat. Recht so. Dieter war damals nach seinen jour-nalistischen Stationen beim Springer Berlin, bei einer „Kegel & Bowling“-Zeitschrift in Buxtehude, beim Limpert Verlag und schließlich bei der Tennis Revue beschäftig. Zuerst unter dem unvergessenen Uli Kaiser, dann 17 Jahre als Chefredakteur.

  „Mein Gott, war das toll! Die Erfolgsjahre im deutschen Tennis und dann die vielen schö-nen Reisen!“ Schön hat’s schön gehabt...

  Heute lebt der 80-jährige 12 Kilometer von Bad Nauheim glücklich mit seiner Frau Moni-ka, „wenn man mal von den Pillen absieht, die ich nach meiner Bypass-OP 2010 nehmen muss. Aber sonst bin ich eigentlich ziemlich fit!“ Leider erkrankte sein Sohn an MS und sitzt seither im Rollstuhl. Als wir ihn am Handy antrafen, war Dieter Schön gerade auf dem Weg zu ihm nach Berlin...

  Die Freude, einen alten Kollegen und Weggefährten mal wieder zu hören, war ihm anzu-merken. Ganz meinerseits, lieber Dieter! Vor allem in dieser Zeit gilt es doppelt und drei-fach: Bleib fit!  Der VMS gratuliert recht herzlich.                                       Conny Konzack

Gerhard Waldherr 60

Boris Becker, Muhammad Ali und Frau Hirschkuss

  Was der Wildschütz Caspar Haslinger, genannt Lexenkaspar, und der Journalist und Autor Gerhard Waldherr, die auf der Website von Gaißach unter fünf „Persönlichkeiten“ aufgeführt sind, gemeinsam haben? Beide sind in dem oberbayerischen 3.000-Seelen-Dorf südöstlich von Bad Tölz geboren, beide zog es in die USA. Den Lexenkasper nach zweijähriger Haft, mit von einem Schrotschuss des Jagdgehilfen Hansei Scheidter entstellten Gesicht und für vogelfrei erklärt, nach Indiana.

  Waldherr emigrierte 1996 freiwillig. Er sei ein sehr gut be-zahlter Reporter mit Betriebsrente und Gruner+Jahr-Gewinn-beteiligung im Sportressort des stern gewesen, sagt er. Und trotzdem zog es ihn in die USA, er wollte „im Ausland leben und Reportagen schreiben über alles, was mich interessierte“. Das sei die beste Entscheidung seines Lebens gewesen.

  Seinen Einstieg in den Journalismus nennt Waldherr „heute undenkbar“. Sieben Jahre spielte er Eishockey in der 2. Bundesliga, von 1979-1985 153 Mal für den EC Bad Tölz und TuS Geretsried. In Tölz schrieb er die Stadionzeitung voll, weil der Klubpräsident vermutete, der BWL-Student Waldherr sei der Einzige im Team, der die deutsche Spra-che beherrsche. Sigi Heinrich, später Eurosport-Kultreporter, gerade von den Bad Tölz-Wolfratshauser Neuesten Nachrichten zur Süddeutschen Zeitung gewechselt, empfahl ihn als Pauschalist und später als SZ-Volontär. Mit dem Eishockey war aber schon mit 24 Schluss, nach einem Dutzend Knochenbrüchen, der rechte Arm durch zwei komplizierten Brüchen dauerhaft geschädigt.

  Von der SZ 2019 nach seinem persönlichen Rekord gefragt, erinnerte sich Gerhard Waldherr jedoch nicht ans Eishockey, sondern an „Platz zwei, Alters-klasse 30 bis 40, bei einem Halbmarathon in der Antarktis nach einem Abend an der Schiffsbar mit zwei Fla-schen Rotwein, einer Schachtel Marlboro rot und drei Stunden Schlaf. Hintergrund war eine Wette. Mein Gewinn: eine Flasche Rotwein und eine Schachtel Marlboro rot.“

  Bei der SZ nahm Waldherrs Karriere Fahrt auf: Mit dem FC Bayern im Europacup un-terwegs; 1988 Fußball-EM; 1989 Boris Beckers dritten Wimbledonsieg beschreiben; im Davis Cup bis nach Argentinien. Becker, Graf, Muhammad Ali. Waldherr sagt, er habe sich „maßlos überfordert“ gefühlt: „Ich bin nie auf eine Journalistenschule gegangen. Mir wurde nie erklärt, wie der Job geht“.

  1993 wechselte Gerhard Waldherr nach Hamburg. „Wir brachten im stern Beckers erstes Kind zur Welt und durften exklusiv aus Steffi Grafs Elternhaus berichten. Es war aber auch die große Zeit von Maske, Rocchigiani und Michalczewski. Ich begleitete Axel Schulz zum WM-Kampf nach Las Vegas, und als ich 1996 gekündigt hatte und als freier Korrespondent nach New York ging, drehte sich meine erste Reportage für den stern um einen Besuch bei Muhammad Ali anlässlich des Dokumentarfilms ,When We Were Kings“.

  Sechs Jahre lang arbeitete Waldherr als freiberuflicher Korrespondent und Buchautor in New York. Zu den Publikationen, die er aus den USA belieferte, gehörten u. a. Die Zeit, Geo, Spiegel special, Stern, Süddeutsche Zeitung, Neue Zürcher Zeitung, Merian, Die Welt, Vogue, Brigitte, GQ, Playboy, brand eins und Greenpeace Magazin. Eine Auswahl der Texte aus dieser Zeit er-schien 2002 in dem Buch „Elvis ist tot“.

  Nach seiner Rückkehr aus den USA war Waldherr zwei Jahre lang als freier Reporter auf allen Kontinenten unterwegs, überwiegend in Asien. Da konnte es schon mal sein, dass er, mit der Transsibirischen Eisenbahn unterwegs, in Mün-chen anrief, weil er eine Auskunft benötigte, oder auch nur, um zu reden.

  2006 wurde Gerhard Waldherr Chefreporter des Wirtschaftsmagazins brand eins. Re-portagen aus dieser Zeit erschienen in den Büchern Bruttoglobal-tournee (2011) und Deutschkunde (2017).

  Waldherrs brand eins-Texte wurden für den Egon-Erwin-Kisch-Preis und den Deutschen Reporterpreis nominiert und mit dem 1. Preis des Verbandes Deutscher Sportjournalisten ausgezeichnet. 2012 erhielt er diese Auszeichnung für einen Text in Die Welt zum Thema Breitensport zum fünften Mal.

  Seit 2015 arbeitet Gerhard Waldherr überwiegend als Autor und Berater im Bereich Corporate Publishing („Die Sinupret-Story“, „Frau Hirschkuss und ihre Männer“) und schreibt Bücher.

  Der Lexenkasper kehrte nie zurück, er starb 1921 in Indiana. Gerhard Waldherr ist 2005 in Berlin in der Schwäbischen Straße heimisch geworden, wo er mit seiner Frau, einer Anwältin, und Sohn Max lebt. Seit 1988 ist Waldherr Mitglied des Vereins Münchner Sportjournalisten.

Am Sonntag, dem 6. September, wird Gerhard Waldherr 60. Herzlichen Glückwunsch!                                                                                                                              Hans Eiberle

Anmerkung von Gerhard Waldherr: "Mein Urgroßvater war übrigens auch Wilderer. Er wurde beim Wildern vom Jäger angeschossen und starb daraufhin an einer Blutver-

giftung".

Jürgen Hasenkopf 70

Immer (noch) im Bilde

Das Leben des Foto-Künstlers Jürgen Hasenkopf brachte viele unterschiedliche Bilder hervor: Selbstredend „renitent als Ju-gendlicher“ , schon nach einem Jahr von der Handelsschule in Recklinghausen geflogen, die Mutter verzweifelt, und eine Schaufensteranzeige als Rettung: Fotolaborant gesucht! Job gefunden, aber auch eine neue Versuchung, die an der Wand des Labors hing: Fotos von „Down Under“. Und dann auch noch eine Anzeige: Jobs in Australien!

  Genau dahin zog es den Youngster, ans andere Ende der Welt. Auf Umwegen und nur mit 25 Dollar in der Tasche. Da der Suezkanal wegen des damaligen Sinai-Krieges ge-sperrt war, lernte Jürgen Hasenkopf unfreiwillig ganz Afrika von der See- seite aus ken-nen. Und von der Seh-Seite. Schon damals war er ein „Optiker“...dessen Augen einfach den Blick fürs Außergewöhnliche, fürs Schöne hatten.

  Ein Leben wie im wahren Leben: Fabrikarbeiter in Melbourne, heute noch Jürgens „Lieb-lingsstadt weltweit“, ohne Englischkenntnisse. Mutig, fast frech.... aber die überall inter-nationale Sprache gewann: die (erste) große Liebe gefunden – und schon mit 20 Vater. Der renitente Roockie aus Recklinghausen...

  Ein Faible hatte Jürgen H. schon immer für den Sport. „Damals waren deutsche Tenniss-pielerinnen wie Helga Masthoff oder Heidi Eisterlehner in Melbourne und ich habe meine Laborantenkenntnisse genutzt und die einfach mal in Action fotografiert.“ Die Tennis Revue orderte die Bilder als erste. Jürgen erinnert sich: „Alles mit Unsicherheiten: Ende der 60er-, Anfang der 70er-Jahre wurde ja noch ein Brief mit den Papierfotos um die hal-be Welt geschickt, in der Hoffnung, dass sie ankamen. Beckenbauer spielte mit Cosmos New York auch mal in Melbourne....“ Schon damals lichtete Hasenkopf die „Lichtgestalt“ ab.

  Aber die Liebe zur Sportfotografie zog ihn schließlich mit Ehefrau Janet in deren Heimat England. Europa hatte ihn zurück, aber die alte Liebe zu „Down Under“ blieb bis heute. Es folgten alle Arten von Jobs, nach der Scheidung sogar mal als „Campingplatz- und Van-Manager“ im schweizerischen Interlaken. Bis die Schwester aus München anrief und Feature-Fotos für die Münchner Bildagentur AMW folgten, später auch für Thomas Exlers Fotoagentur in München-Olching. Fotos für ein Buch von dem unvergessenen Werner Stratenschulte kamen als Auftrag. Bis heute blieb Jürgen Hasenkopf, der am 14. August 70 Jahre alt wurde, im Bilde – als überall gern gesehener, bescheidener Kollege, dem schon mit 65 das Wort „Rente“ ein Fremdwort war und der ein englisches Sprichwort be-herzigt: „Old photographers never die, they just go out of focus.“

  Lieber Jürgen, behalte bitte Deine australische Staatsbürgerschaft, geh' weiterhin zwi-schen Dezember und April nach Indien, Australien, Dubai u. a. zum Yoga etc.! Und denke endlich daran, Deine riesige Foto-Datenbank und Dein gigantisches Tennis-Archiv zu ver-kaufen. Damit Du einen lässigen Lebensabend genießen kannst. Wo auch immer.

                                                                                                                    Conny Konzack

Ludger Schulze 70

"Couragierter Journalist mit Mut                               zur eigenen Meinung"

(28. Jul 2020) - Vorab am wichtigsten für alle, die Ludger Schulze am 28. Juli zum 70. Geburtstag gratulieren wollten, war die Info, dass er telefonisch nicht erreichbar ist, da er sich im Familienkreis zurückgezogen hatte. Alle Freunde, die Ludger gut kennen, konnte das nicht überraschen, denn von jeher steht er nicht gerne im Blickpunkt.

  Vielmehr war und ist er ein Mann der leisen Töne, obwohl seine journalistische Laufbahn guten Grund bieten würde, ge-rade heute im Zeitalter des ausufernden Profi(t)-Sports selbst-bewusst gelegentlich die Stimme zu erheben. Als er 2017 in Hamburg vom Verband Deut-scher Sportjournalisten für sein Lebenswerk geehrt wurde, brachte Jupp Heynckes die Qualitäten von L. S. in seiner Laudatio auf den Punkt: „Er ist ein couragierter Journalist mit Mut zur eigenen Meinung. Seine schön formulierten, mit feiner Ironie durchsetzten Beiträge waren oft journalistische Glanzstücke, die selbst in der an guten Schreibern ja nun wahrlich nicht verlegenen ‚Süddeutschen Zeitung‘ hervorstachen.“

  Ludger Schulze gehörte von 1976 bis 2010 mit einer kurzen Unterbrechung der SZ-Re-daktion an. Er begann als Volontär, schnupperte 1980 bei den Olympischen Spielen in Moskau erstmals die Atmosphäre internationaler Top-Events, wechselte später von der Sport- in die Seite 3-Redaktion, bevor er 1993 stellvertretender Ressortleiter im SZ-Sport wurde und diesen von 2003 bis 2010 leitete. In dieser Zeit setzte er nicht nur weiterhin journalistische Maßstäbe mit der Redaktion, sondern erwarb sich auch den Ruf, ein gutes Näschen dafür zu haben, journalistische Talente zu fördern. Viele bekannte Namen haben ihm viel zu verdanken, etwa Axel Hacke, Thomas Kistner und Klaus Hoeltzenbein von der heute älteren Generation oder noch etwas jüngere Kollegen wie Philipp Selldorf, Christof Kneer, Ronald Reng und Raphael Honigstein.

  Es ist daher durchaus zutreffend, wenn ihn diese Weggefährten, mit denen er ebenso wie mit seinem Vorgänger Michael Gernandt und seinem Intimus Martin Hägele noch heu-te Kontakt pflegt, gern „die Legende“ bezeichnen. Ludger geht das oft sehr nahe, nicht nur aus nostalgischen Gründen, sondern auch, weil ihm der Redaktions-Alltag immer wieder mal fehlt. Doch auf ärztliches Anraten hin musste er sich 2010 ins Privatleben nach Laufen an der Salzach zurückziehen. Und von dort aus ist er unter neuen Vorzeichen ein interessierter Beobachter des heutzutage stark vom Kommerz geprägten Sports und des im digitalen Zeitalter vielfach oberflächlich gewordenen Sportjournalismus-Alltags.

  Eine persönliche Anmerkung: Wann immer wir uns auf den Besuch einer Fußball-Welt- oder Europameisterschaft vorbereiteten, kam irgendwann von Ludger die ehrliche und keineswegs nur kokettierende Frage: „Meinst Du, ich schaff´ das noch, von der Leistung her mit den jungen Kollegen mitzuhalten? Die Antwort war stets die gleiche: „Wenn es einer schafft, dann bist Du es, lieber Ludger!“ Denn er war eine von allen geschätzte Edelfeder und ein Zeitgenosse, der nicht durch seiner brillanten Schreibe auffiel, sondern bis zuletzt außerdem knallhart analysieren konnte und wollte, der unbeirrt seine Kritik formulierte und bei allem Respekt vor den handelnden Personen keine falschen Rück-sichten kannte.

  Das spürte am meisten die deutschen Nationalmannschaft, der FC Bayern und der DFB, aber auch manch andere Person oder Institution des nationalen und internationalen Sports. Nahezu prophetische Gaben bewies Ludger Schulze Ende der 90er Jahren als Tour de France-Berichterstatter. So leidenschaftlich und gern er bei der „Großen Schleife“ dabei war, sehr früh ging er auf Distanz zu den Stars des Metiers wie Lance Armstrong, weil er die Doping-Scheinheiligkeit in den Rennställen in aller Sachlichkeit frühzeitig durchschaute. Typisch Schulze, der sich als Mensch und Journalist immer treu geblieben ist!

  Seine Liebe zum Radsport holt ihn jedoch heute bei gutem Wetter fast täglich ein. Dann sitzt er auf seinem E-Bike und fährt 40, 50 km durch die Gegend, erst kürzlich mit Kicker-Chefreporter Carlo Wild, der ihm in alter Verbundenheit einen Besuch abstattete. Wir wünschen Ludger Schulze, dass er noch lange seinem Hobby frönen kann.

(Foto Ludger Schulze: Privat Schulze-Assauer)                                        Harald Stenger

Raimond Hinko 70

Schampus, bitte, aber 7 Grad kühl!

(17.07.2020) - Keine Frage, 2020 ist das Jahr der Legenden-Jubiläen. Franz Beckenbauer und Gerd Müller werden 75 Jahre alt, Beatles-Schlagzeuger Ringo Starr und Thomas Gottschalk wurden erst kürzlich 80 bzw. 70 Jahre alt. Da passt dieser „Run-de“ bestens ins Bild: Am 17. Juli feiert Sportreporter-Legende Raimund Hinko seinen 70. Geburtstag.
  In einem Alter, in dem andere längst ihren Ruhestand genießen, wirbelt Raimund noch immer auf vollen Touren. Kolumnen, Inter-views, Hintergrund-Stories - „Honki“, wie ihn seine Freunde nen-nen, liefert fast immer Außergewöhnliches, keine 08/15-Ware. Und das nun schon seit über 50 Jahren.
  Raimund hat, vorbildlich unterstützt von seiner verständnisvollen Frau Gerti, eigentlich immer gearbeitet. Auch an freien Tagen, auch im Urlaub. Am Adria-Strand, im geliebten Rom und in vielen anderen Orten, die vorzugsweise mit dem Auto oder dem Zug erreich-bar sind - Raimund hat nämlich Flugangst. Er produzierte und produziert einen schier unglaublichen Ausstoß an Geschichten und Zeilen. Seit Anfang der Siebziger Jahre für BILD, ab 1990 dann für Sport BILD. Nebenbei war er Ghostwriter für Franz Beckenbauer, Paul Breitner, Udo Lattek und andere „Big Shots“. Nicht mal von einem gebrochenen Handgelenk (Sturz bei einem Andy-Möller-Besuch in Turin) ließ er sich am Schreiben hindern.

  Bei aller Hektik und Härte des Boulevardjournalismus hatte Honki stets ein offenes Ohr für Kollegen, nahm jüngere Kollegen unter seine Fittiche und befeuerte ihre Karrieren:

Pit Gottschalk (Chefredakteur Sport 1), Michael Schilling (Chefredakteur Abendzeitung), Christian Falk (Fußballchef BILD-Gruppe), um nur einige zu nennen. Auch die beiden Verfasser dieser Zeilen sind ihm zu Dank verpflichtet. Wir, wie viele andere, haben von der Sportreporter-Legende eine Menge gelernt: Interviews führen und umsetzen, Schrei-ben, Netzwerken - nicht zuletzt mit den ganz Großen des Fußballs, den Beckenbauers, Netzers, Matthäus' etc. Auch mit Sportmedizin-Koryphäe Müller-Wohlfahrt. Über den Bay-ern-Doc hat er oft geschrieben, noch öfter war er Patient bei ihm...

  Bei aller Leidenschaft für seinen Beruf ist Raimund auch ein sehr lebenslustiger Genuss-Mensch. Egal, wohin man mit ihm reiste, nach Norditalien zum Uefa-Cup- oder Champi-

ons-League-Finale, nach Japan zur Fußball-WM – Raimund kannte immer die besten Restaurants. Und das in Zeiten, als an Google noch nicht zu denken war. Sehr beein-druckend war das.  Sehr schnell erfuhr man auf solchen Reisen auch, was Honki unter dem Begriff „Champagnisieren“ verstand, Champagner trinken halt. Am liebsten genau 7 Grad Celsius kühl. Das hat er von Champagner-Willi O. Hoffmann (90) gelernt. Im Gegen-zug verpasste Raimund dem damaligen Bayern-Boss seinen legendären Spitznamen.

  Seine große Leidenschaft neben dem Schreiben und gutem Essen ist der FC Bayern und die Berichterstattung über den FCB. Raimund weiß alles über diesen Verein, hat vie-les miterlebt, aber längst nicht alles veröffentlicht.  An dieser Stelle sei ein kleines Ge-heimnis verraten: Schon als 18-Jähriger trainierte Honki beim FC Bayern eine Jugend-mannschaft. Sehr schnell musste er sich aber zwischen Fußball- und Reporter-Karriere entscheiden - das Ergebnis ist bekannt. Möglicherweise hat der Fußball dadurch einen großen Trainer verloren.

 Ganz sicher aber ist: Der Sportjournalismus hat dadurch einen ganz Großen gewonnen!                                                                                                                                      ja./fh. 

Fritz von Thurn und Taxis 70

Yoga statt Joshua

(22.06.2020) Ein Nachmittag in der Allianz-Arena, vor dem Heimspiel der Bayern gegen Hannover. Es kommt in den prall gefüllten Pressesaal die Reporter-Ikone Fritz von Thurn und Taxis: Ein adretter Herr betritt den Raum, picobello wie immer, das Einstecktuch im braun-beigen Sakko. Jeder erkennt ihn, jeder mag mit ihm sprechen, jeder will wissen, was er denn jetzt so macht im Ruhestand, wie es ihm geht. Und für jeden nimmt er sich Zeit. Ein Gentleman.

  Es folgt ein freundliches Hallo, für die früheren Weggefährten wie Muxi (Muxeneder), Conny (Konzack) oder Uli (Köhler) und vielen anderen. Immer verbun-den mit einer herzlichen Umarmung und dem „Wie geht es Dir?“ Bei Thurn und Taxis ist das dann aber mehr als nur eine Frage. TT, wie ihn alle nennen, will wirklich hören, wie es um sein Gegenüber bestellt ist. Eine einfache, kurze Antwort reicht ihm da nicht. Doch bedarf es eigentlich keiner Auskunft. Sein sensibles Gespür hat ihm schon verraten, was der andere gleich sagen könnte – ihm, dem Menschenversteher.

  Und so dauert es jetzt fast eine Halbzeit lang, ehe er hinkommt zu einem Tisch, der re-serviert ist für eine Münchner Rentner-Runde. Er trifft dort auf ein Dutzend Kollegen, die in den 1970er-Jahren die Anfänge vom Aufstieg der Bayern begleitet haben, in Erinnerung daran einmal im Jahr eingeladen werden vom FCB. Thurn und Taxis war seinerzeit für das Bayerische Fernsehen tätig, bis zuletzt dabei mit Sky. Und ist jetzt zum ersten Mal Gast in dieser Oldie-Runde – am 22. Juni wird TT siebzig Jahre alt.

  Wiedersehen macht Freude mit diesem Ur-Gestein der Branche. Als Reporter besonders geschätzt für Mitgefühl am Menschen im Sportler. Dazu wiegelt er ab und gibt zu beden-ken: „Man könnte ja jetzt auch mal die Frage stellen, was denn den Adel unter anderem auszeichnet. Zum Beispiel: Wie geht man mit Menschen um?“ Dazu erinnert er kurz an seine Erziehung auf einem Schloss. An eine Welt, wo seine Durchlaucht übrigens standesgemäß sieben Vornamen erhielt, durch Friedrich, Leonhard, Ignatius, Josef, Maria, Lamorel, Balthasar.

  Ein Prinz aus dem Hochadel – und zugleich Mann des Volkes im Fußball, einem Proleta-riersport. Das scheint so unvereinbar wie seine formvollendete Sprache, in Reportagen manchmal würdevoll getragen und alles andere als fußballerisch. Aber dann doch diese Leidenschaft, dieser emotionale Ausbruch: „Joscha Kimmich – Hach, was für ein Spann-schlag zu Serrrrsch Gnapryy – herrrrlich – ein Trrraumtor, meine Damen und Herren!“

  Bei dieser Stimmung in der Stimme ist der Zuhörer nicht nur dabei, er ist mittendrin im Stadion. Dazu gibt es ein „Best of“ bei youtube: „Ich hoffe, Sie haben Ihren Geist präpa-riert, gut gegessen, ausreichend getrunken und es reicht für 120 Minuten und ein Elfme-terschießen“ – „Schauen Sie sich diese Bauchmuskeln von Lewandowski an“ – „Socrates muss zum Dentisten, er beißt dauernd auf die Zähne“ – „Ich liebe dieses Spiel, sonst könnte ich das nicht machen“. TT hat gelitten und gejubelt mit den Fußballern: „Seit Män-ner, keine Pflaumen!“

  Still geworden ist es um ihn, viel lieber hört er jetzt in sich hinein, ganz besonders bei seinen Yoga-Übungen neben Ehefrau Beata Bery. „Für uns beide seit Jahren ein Ritual, immer am Montagnachmittag von Viertel nach vier bis um sechs,“ erzählt TT, „es ist ei-gentlich mehr Gymnastik, am Ende mit einer tiefen Entspannungsphase.“ Und schmun-zelnd: „Dabei schlafe ich dann immer ein …“

  Genieße diese Ruhe, lieber Fritz. Alles Gute und herzlichen Glückwunsch zum Siebzig-sten!                                                                                                            Wolfgang Uhrig

Karlheinz Kas 65

„Mettwurst gegen Weißwurst“,                     Kultreporter und "Eisverkäufer"

(08.06.2020)   Es würde „Kasi“ nicht mal im Ansatz gerecht werden, ihn auf seine Sprüche zu reduzieren, wenngleich dieser Artikel auch ausschließlich mit einem „best-of-Kasi-Potpourri“ funktionieren würde. 
  Nein, der gebürtige Ansbacher, der am 8. Juni seinen 65. Geburtstag feierte,  ist viel mehr als das. Kasi ist Kult-reporter bei „Heute im Stadion“ auf Bayern 1, Kasi ist seit vielen Jah- ren „the voice“ als Stadionsprecher beim Biathlon-Weltcup in Ruh-polding und Kasi ist Redaktionsleiter beim Trostberger Tagblatt.
  Doch der Reihe nach. In den 80er-Jahren startete Karlheinz seine Reporter-Karriere beim Bayerischen Rundfunk und waren es zu Be-ginn noch kleinere Berichte für die regionale Südschiene, so entwickelte er sich sehr schnell zum unverzichtbaren Reporter-Tausendsassa, der zunächst vom Speedway, Eis-hockey und Tennis berichtete, ehe er rasch auch zum Bundesliga-Reporter wurde. 
  So nebenbei war er auch immer wieder für die Oberbayern-Redaktion im Einsatz. Noch heute existieren legendäre Reportagen von den Vogelgezwitscher-Europameisterschaften aus Palling oder von den offenen Chiemgaumeisterschaften der Fingerhakler. Kein Scherz übrigens. 
  Heute ist er nicht mehr wegzudenken aus der Bundesliga-Konferenz am Samstag auf Bayern 1 und es sagt eigentlich alles, wenn die Kolleg*innen aus der ARD immer wieder den BR bitten, der Kasi möge doch so häufig wie möglich in der legendären Schlusskon-

ferenz auftauchen. Das ist sicherlich das größte Kompliment: ein Reporter, der sich nicht verstellt, der authentisch kommentiert, der aus dem Bauch heraus schildert, wird von WDR und NDR angefragt. Mehr geht nicht auf dieser Ebene! 

  Im Grunde genommen gilt diese Aussage auch für Ruhpolding! Mehr geht einfach nicht. Seit 2003 ist Kasi die Stimme von Ruhpolding. Seit 17 Jahren. Jedes Jahr im Januar, sieben Tage am Stück, unterhält er als Stadionsprecher die Zuschauermassen auf seine ihm ganz eigene Art. Und fällt ihm mal der Name des nächsten Starters, etwa vom Asiaten Wang Wenqiang spontan nicht ein, dann sagt er halt: „Des is der Chinees!“. Die Zu-schauer lieben ihn dafür. 
  Und er liebt dieses ganz besondere Ruhpoldinger Flair während dieser verrückten Tage. Denn ist erstmal die Reporterschicht zu Ende, dann zieht er los, der Kasi. Von Hütte zu Hütte, erst die „Strafrunde“, dann das „Adlernest“ und zum Abschluss in die „Gamsblut-alm“. Er kennt aber auch einfach alle und dass da dann häufig kein Auge trocken bleibt, ist auch keine Überraschung. Ich habe mich schon häufig gefragt, wie er das bloß immer wieder schafft: einen anstrengenden Job zu bewältigen, die Nacht zum Tage zu machen und dann am nächsten Morgen wieder wie ein Einser in seiner Kabine zu stehen, als ob nichts gewesen wäre. 

Vor einigen Jahren durfte ich ein sechswöchiges Praktikum bei Kasi, bei seinem Trostbe-rger Tagblatt, absolvieren. Bisher arbeiteten wir hauptsächlich telefonisch zusammen. Er, der Reporter, immer im Außeneinsatz, ich, in der Redaktion, unter anderem verantwortlich für seine Sprechzeiten während seiner Reportagen. 
  Mit sehr gutem Draht und zudem Berchtesgadener, Reichenhaller und Chiemgauer Ge-meinsamkeiten. Ich möchte diese Zeit nicht missen, denn ich habe damals in seiner Re-daktion eine weitere Facette seiner vielfältigen Kompetenz erleben dürfen. Der „Kaslin-ger“, wie ihn der ehemalige BR-Sportchef Franz Muxeneder immer nannte, hatte den La-den im Griff. Ein Vollblutjournalist, immer am Puls der Zeit, mit einem unfassbaren, hoch-qualitativen Gespür und Output, der sich immer hinter sein Team stellte und sich stets seine Menschlichkeit und Freude am Dasein bewahrte. 
  Erinnern Sie sich noch an die Geschichte mit Kasi und der RAF-Terroristin Brigitte Mohnhaupt? Googeln Sie doch einmal „Karlheinz Kas“ und „Mohnhaupt“, was war da los damals in oberbayerischer Idylle! Und welcher Journalist hatte hier den richtigen Riecher? Exakt! Karlheinz Kas. Die größte Geschichte seiner Karriere. 

  Und heute? Kasi ist nach wie vor schwer im Geschäft. Ein Auftritt bei „Volle Kanne“ im ZDF, sein neuer Podcast „Kas der Woche“ für den Donaukurier und immer wieder Auftritte in den Social-Kolumnen der ARD-Sender. Einfach so, nebenher. Bis heute frage ich mich, woher dieser Mann diese Energie nimmt. Und seine gute Laune. Ich habe Kasi in den letzten 20 Jahren nie, wirklich nie, schlecht gelaunt erlebt. 
  Ich werde auch nie vergessen, wie Kasi am Vorabend zu meinem 50. Geburtstag nicht nur meine 30-Mann-Gesellschaft alleine unterhalten hat, sondern binnen kürzester Zeit das ganze Lokal bzw. Hotel. Bis 3 Uhr in der Früh. Und am nächsten Tag kommentierte er ein Spiel der Nürnberger, ehe er pünktlich um 20 Uhr zum Essen kerzengerade wieder dastand und sich der eigentlichen Feier anschloss.

  Übrigens: der Spruch „Mettwurst gegen Weißwurst“ bezog sich auf ein Spiel der Bayern auf Schalke 2005, die Münchner spielten die Knappen an die Wand und Kasi meinte: "Das ist hier Vizemeister gegen Meister, das ist hier Mettwurst gegen Weißwurst und die Weißwurst, die schwimmt oben auf." 

  In diesem Sinne, lieber Kasi, weiterhin viel Freude mit den beiden Enkelkindern Kimi- Sophia und Rafael und mit deiner Elke. Sei bitte noch viele Jahre unsere Weißwurst.
Alles Gute zum Geburtstag.                                  
Malte Held, ehemals BR-Sportredaktion

Und dann war da noch die Geschichte vom Traumjob Eisverkäufer

1972 war Karlheinz 17, lebte in Rosenheim und besuchte das Finsterwalder Gymnasium. Ein Nachbar war Mitarbeiter bei der Firma EFA Eiskrem in Amerang. Er fragte ihn, ob er bei den Spielen Eis verkaufen wolle, es würden noch ein paar Studenten gesucht. Es waren über 1000 Bewerber. Kasi wurde genommen und im Olympiastadion eingesetzt (Foto). "Es war ein Traumjob," schwärmt er noch heute, "es gab 1000 Mark für 16 Tage (weil ich auch gut verkauft habe!). Aber das wichtigste war: Ich habe sämtliche Wettbewerbe gesehen. Es war mit Abstand mein schönster Ferienjob!"

 

Karlheinz Kas ist Redaktionsleiter des Trostberger Tagblatts und Hörfunkreporter des Bayerischen Rundfunks.

Dr. Philipp Geiss 60.

Zum 60. Geburtstag von Dr. Philipp Geiss

  Als mein Vater am 06. Juni 1960 in der hessischen Kleinstadt Lauterbach geboren wurde, war ihm früh klar: Die elterliche Metzgerei und Gaststätte zu übernehmen, wird ihn nicht glücklich machen. Stattdessen schlug sein Herz für den Sport, im Spezi-ellen für den Fußball. Wochenende für Wochenende kämpfte er mit der Mannschaft des VfL Lauterbach um Punkte, verbrachte aber auch Stunden auf dem Tennisplatz, zog im Schwimmbad seine Bahnen, war später Zehnkämpfer.

  Gerne hätte er sich als aktiver Sportler seinen Lebensunterhalt verdient und ich bin sicher, dass der Plan aufgegangen wäre – hätten ihn nicht mit quä-lender Regelmäßigkeit Knieverletzungen und Rückenprobleme immer wieder daran er-innert, dass das mit ihm und dem Profisport keine (gesunde) Zukunft hat.

  In der Schule hatte er große Freude am Deutschunterricht, ihm gefiel die Vorstellung, als Lehrer Anderen etwas beizubringen. Nach dem Abitur und dem Wehrdienst begann er mit dem Sportwissenschaft- und Germanistikstudium an der Justus-Liebig-Universität in Gie-ßen und legte 1988 sein Erstes Staatsexamen für das Lehramt an der gymnasialen Ober-stufe ab. Drei Jahre später promovierte er in Philosophie und begann sein Referendariat in Bad Nauheim.
  Das zweite Staatsexamen schließlich in der Tasche, war mein Vater bereit für den Be-rufseinstieg. Doch der Arbeitsmarkt Anfang der 1990er-Jahre nahm ihm sämtliche Chan-
cen: Lehrer mit der Fächerkombination meines Vaters gab es im Überfluss. Verträge,
die auf wenige Monate befristet waren, gewährten Einblicke in eine anstrengende Zu-kunft. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter für Bildungsforschung und Pädagogik des Auslands bot sich die Gelegenheit, an einer deutschen Schule in Peking zu unterrichten.
Dennoch durchkämmte er Zeitungsannoncen nach Jobangeboten – bis er fündig wurde.

  Eine Stelle als freier Mitarbeiter bei Sat.1 in Mainz sollte sein erster Berührungspunkt mit der Welt des Fernsehens werden. Rückblickend gesehen ein Wendepunkt, wenn nicht sogar der Schlüsselmoment in der beruflichen Karriere meines Vaters. Im Jahr 1992 wechselte er als Mitglied der Programmdirektion Sport nach Hamburg und gehörte dem Kernteam um die Entwicklung des „ran“-Konzepts an. Eine intensive Zeit, aus der ein Format hervorging, das heute noch jedem in der Sportbranche ein Begriff ist. Aus Er-zählungen weiß ich, dass mein Vater im alljährlichen Sommerurlaub am Gardasee bei seinem morgendlichen Spaziergang in den Ortskern neben der Tageszeitung häufig auch einen Stapel Papier mitbrachte, ausgespuckt von einem Faxgerät, das in einem kleinen Kiosk stand. Es waren Unterlagen und Dokumente aus dem Büro, neues Futter zum Drauf-Rumdenken unter der Sonnenliege.

  So habe ich früh gelernt, dass der Begriff „Sommerpause“ ein falscher Freund im Sport-geschäft ist. Wenn der Ball nicht mehr rollt, geht die Arbeit oft erst richtig los – für manche sogar mehr, als während der laufenden Saison. Nichtsdestotrotz habe ich als Kind nie et-was von der Mühseligkeit mitbekommen, die stundenlange Telefonkonferenzen mit sich bringen. Ich habe nicht gemerkt, dass Verhandlungsgespräche kräftezehrend sein und Diskussionen um Vertragsinhalte viele Nerven kosten können. Erst mit zunehmendem Alter hatte ich überhaupt eine Vorstellung davon, dass das, was da auf dem - physischen und mentalen - Tisch meines Vaters landete, sehr wohl Kopfzerbrechen bereiten kann und Momente der Abwesenheit auch nach Feierabend mehr als gerechtfertigt wären. Aber dem war nie so. Wenn sich mein Vater mit mir beschäftigte, war er voll und ganz bei der Sache. Seine Arbeit hatte Sendepause.
  Ab 1999 pendelte mein Vater als Sat.1-Sportchef mehrere Jahre zwischen Hamburg und
Berlin. Familienzeit gab es bald nur noch an den Wochenenden. Während einige Kolle-gen schon die Umzugskoffer gepackt hatten und in der Hauptstadt angekommen waren,
gehörten wir dem Trupp einiger weniger Nachzügler an. Irgendwann aber nahm Berlin als
neuer Lebensmittelpunkt auch für uns immer konkretere Züge an, eine neue Grund-schule plante meinen ersten Schultag, ein neues Heim war gefunden (es fehlte nur noch eine Unterschrift). Doch am letzten Tag, bevor der Beschluss nach Berlin zu ziehen seine
Endgültigkeit erfahren hätte, erhielt mein Vater einen Anruf: Alles auf Anfang, Kommando
zurück! Er erfuhr, dass Sat.1 und ProSieben fusionieren würden, und die neu formierte
ProSiebenSat.1 Media AG ihren Hauptsitz in Unterföhring bei München haben wird. Als
Direktor Sport verantwortete mein Vater dort bis 2014 die Sport-Angebote des Senders.
2006 wurde er darüber hinaus in die Geschäftsführung der PSEvent GmbH berufen und war für die Organisation und Vermarktung von Fernsehevents innerhalb der ProSieben

Sat.1-Gruppe zuständig.

  Während der gesamten Zeit aber, unabhängig seines Aufenthaltsortes, hat mein Vater nie vergessen, wo seine Wurzeln liegen. So zog es ihn vor einigen Jahren zurück in seine Heimatstadt Lauterbach. In der Region wurde er bereits auf verschiedenen Veranstaltun-

gen als Ehrengast eingeladen und zog mit Rednerauftritten das Publikum in seinen Bann. Er engagiert sich für den Golfclub ganz in der Nähe seines Geburtsortes und feilt in sei-ner freien Zeit mit Herzblut an seinem einstelligen Handicap - all das am liebsten ge-

meinsam mit seiner Frau Iris, meiner Mutter, die ihm seit 44 Jahren den Rücken freihält
und die stärkste Person ist, die ich kenne.

  Ich bewundere meinen Vater für seine Karriere. Das tue ich und das tut mit Sicherheit manch anderer auch. Mit den Augen einer Tochter sehe ich in erster Linie aber eins: ei-nen großartigen Vater. Wie er es geschafft hat, durch seine Arbeit so viel für das Sport-

mediengeschäft zu leisten und gleichzeitig mit Leib und Seele Vater zu sein - daraus
setzt sich meine ganz persönliche Bewunderung für ihn zusammen.
  Geburtstage verbringen wir traditionell gemeinsam, so auch in diesem Jahr. Ich freue mich deshalb, meinem Vater alle Glückwünsche persönlich überbringen zu können und noch viele Worte an ihn zu richten, die von Herzen kommen, für die aber die Zeilen in diesem Artikel nicht mehr ausgereicht haben.                                                  Elisa Geiss

Hans Staar 70

Masseur, Filmvorführer, Sportjournalist

(28.05.2020) – Er spricht von einem Fehlstart ins Berufsleben. Damit meint Hans Staar allerdings nicht den Journalismus, den er für drei Jahrzehnte mit großem Erfolg und vor allem mit viel Empathie ausgeübt hat. Nein, es war die jugendliche Unent-schlossenheit, was er eigentlich machen wolle.

  Zwar hatte er in den 1970er Jahren für die Tölzer SPD eine Zeitschrift herausgebracht und ein paar einschlägige Seminare besucht, doch dass die Schreiberei später sein Beruf werden sollte, hätte er nicht einmal zu träumen gewagt. Deshalb ver-suchte er sich in verschiedenen Bereichen, machte etwa eine Ausbildung zum Masseur und Medizinischen Bademeister.

  Die Einberufung zur Bundeswehr ersparte ihm zunächst die Berufsentscheidung. Als er zehn Jahre später ins „Zivilleben“ zurückkehrte“, war er zwar Staatlich anerkannter Krankenpfleger, Sanitäter, Fußpfleger, Saunameister – und auch Filmvorführer, allerdings bei der Berufswahl weiterhin unent-schlossen. Um Geld zu verdienen, bewarb er sich beim Freistaat Bayern für den gehobe-nen Dienst, wurde auch genommen und erhielt einen Einstellungstermin für den September des darauffolgenden Jahres. Dann war da die Stellenanzeige in einem Anzeigenblatt „Fre-ier Mitarbeiter gesucht“, und Hans Staar sah darin die Chance, die Wartezeit zu überbrü-cken. Dachte er sich zumindest zunächst.

A  m 28. Mai 2020 kann er seinen 70. Geburtstag feiern, zum dem der VMS herzlichst gra-tuliert, und wenn Hans Staar an diesem, seinem Ehrentag selbst auf sein erfolgreiches Schaffen als Journalist und Sportredakteur zurückblickt, ist es ein spannender Lesestoff: „Ich lieferte ein paar Fingerübungen ab, die allesamt abgedruckt wurden. Zwei, drei exklu-sive Berichte bot ich mit Erfolg der örtlichen SZ an. Bald darauf meldete sich Gregor Dorf-meister, Redaktionsleiter des Tölzer Kurier, Autor des weltberühmten Antikriegsromans „Die Brücke“, bei mir: Ob ich mir vorstellen könne, künftig für ihn zu arbeiten.

  Und ob ich wollte. Ich war schon bald sieben Tage die Woche für den Tölzer Ableger des Münchner Merkur im Einsatz. Mit Reiseschreibmaschine, Spiegelreflexkamera und Dunkel-kammer im Bad. Lange vor dem September legte mir Gregor Dorfmeister nahe, dem Frei-staat abzusagen und stattdessen ein Volontariat bei der Heimatzeitung anzutreten.

  Es war eine Entscheidung, die ich nie bereuen musste. Dorfmeister war ein kluger, hu-morvoller, hilfsbereiter Mensch, ein brillanter Schreiber und ein angenehmer Redaktions-leiter. Ich habe sehr viel von ihm gelernt. Unter seiner wohlwollenden Duldung durfte ich etwa eine tägliche Lokal-Sportseite einrichten, die es bis dahin nur in der Montagausgabe gegeben hatte. Später sollten es dann auch mal zwei, drei oder vier Sportseiten werden. Nachdem ich als Redakteur übernommen worden war, bekam ich irgendwann die Leitung der inzwischen fest etablierten Sportredaktion übertragen und wurde auch noch stellver-

tretender Redaktionsleiter.

  Wie es in einer Lokalredaktion mit nicht einmal zehn Festangestellten ist, sind die Gren-zen zwischen den Ressorts fließend. Im Sport habe ich Olympiasieger, Welt- und Europa-meister interviewt und über so ziemlich jede Sportart – außer vielleicht Apnoetauchen oder Boßeln – geschrieben. Am liebsten über Fußball und Eishockey. Aber eben auch über Räu-ber, Mörder, Betrüger und Vergewaltiger."

  Nach einem Altersteilzeit-Angebot verabschiedete sich Hans Staar nach mehr als einem Vierteljahrhundert von der Redaktion. Es folgten ein paar Jahre die Pressearbeit für die Tölzer Löwen (Eishockey, damals 3. Liga) und als Freizeitzeitfußball-Schiedsrichter.

  Diese Zeiten sind vorbei. Jetzt ist Staar als Bergsteiger, Mountainbiker, Rennradler und Golfer unterwegs. Für den Tölzer Kurier schreibt er nur noch dann und wann. „Zwei meiner Nachfolger sind nämlich meine Schwiegertochter und mein Sohn. Und ich finde, dass zwei „Staare“ in der Redaktion genug sind. Ich kümmere mich derweil mit meiner Frau sehr gerne um die beiden Enkel, den potenziellen Journalisten-Nachwuchs.“

                                                                                                       Margit Conrad/Hans Staar

Gerhard Bosch 70

Fingerspitzengefühl

  „Leichtathletik-EM in Helsinki, 28. Juni 2012, Kugelstoßen, Frauen, Qualifikation. Seit Jah-ren versuche ich, die Kugel zu erwischen, wenn sie gerade noch am Finger ist. Bei Chris-tina Schwanitz, die später Fünfte wird, klappt es endlich – und besonders gut, exakt auf die Tausendstelsekunde. Die Vier-Kilo-Kugel bekommt hier eine unglaubliche Leichtigkeit.“

So schilderte Gerhard Bosch, wie ihm das Foto gelang, das er "Fingerspitzengefühl nannte, und das 2013 bei den Berufswettbewerben des Verbands Deutscher Sportjournalisten (VDS) in der Kategorie Sport Allgemein/Action/Feature mit dem 1. Preis ausgezeichnet wurde.

  Gerhard Bosch, der am 18. Mai 2020 70 Jahre alt wird, erinnert sich: "„Es war natürlich viel Glück dabei, die Kugel so millimetergenau am Finger zu erwischen. Ich habe das zwar immer wieder versucht, aber immer war die Kugel noch in der Hand oder schon in der Luft, so dass man nie den ausgestreckten Finger sehen konnte. In Helsinki hatte ich (zum Glück) keine Innenraum-Berechtigung, ich konnte die Kugelstoßerinnen also nur von der ersten Zuschauerreihe aus und nur von hinten fotografieren. Licht war genügend da, so dass ich die Belichtungszeit auf 1/5000 Sekunde einstellte und eigentlich nur darauf ach-htete, nicht zu früh abzudrücken, damit die Kugel nicht verdeckt war. Die modernen Kame-ras sind zwar schnell, aber selbst wenn man den Fischer auf dem Auslöser lässt, fliegt die Kugel etwas 1,5 Meter zwischen zwei Serienaufnehmen. Auch in 1/5000 Sekunde bewegt sich die Kugel noch um 2 Millimeter, da brauch man schon eine ganze Menge Glück für so eine Aufnahme."

  Christine Schwanitz belegte mit 18,25 m den 5. Platz, Europameisterin wurde Nadine Kleinert mit 19,18 m.

Ein Jahr später stand in VMS INFO, dem Jahresheft des Vereins Münchner Sportjournalisten, diese Meldung. Während einer langen Reha-Zeit hat sich Gerhard Bosch ins Leben zurückgekämpft. Er be-nötigt zwar eine Gehhilfe und zum Fotografieren ein Stativ, aber es hätte schlimmer kommen können. Herzlichen Glückwunsch!          HE 

Fritz Heimann 80

Ein Herz für Nischen

Man mag es heute kaum glauben, aber so war es vor einem knappen Jahrhundert tatsächlich: Da interessierte sich für einen Sport namens Biathlon in den Redaktionsstuben nicht mal eine Minderheit. Skilanglauf mit Schusswechsel? Aber bitte nicht mit uns!

  Einer der landesweit wirklich ganz wenigen Kollegen, die sich frei machten von solchen Ressentiments, der früher als andere der Zunft die Attraktivität des Zweikampfs in Loipe und am Schießstand erkannte, ist Fritz Heimann gewesen. Es passierte 1972: Die „Süddeutsche“ entsandte erstmals einen Reporter zu einer Biathlon-WM, zur Kleinkaliber-Premiere in Hochfilzen, merkte aber erst spät, dass sich ihr Redakteur dabei schlimm infiziert hatte. Mit dem Biathlon-Virus. Ihn ist Fritz Heimann bis zum Ende seiner Tätigkeit bei der SZ nicht mehr los geworden.

  Den Biathleten war`s nur recht: „Pionier“ Heimann hat sie aus der Nische der Sportbe-richterstattung herausgeholt. Fragt nach bei Peter Angerer und Uschi Disl.

  Auch vor anderen Kellerkindern der Berichterstattung - Ringen, Gewichtheben, Judo und Sportschießen - ist er von Beginn an in der SZ „nicht zurückgeschreckt“. Sagt er heute. Diese Disziplinen regelmäßig zu betreuen, sie in den wenig aussichtsreichen Kampf um Zeilen gegen die Fußballer zu führen, betrachtete Heimann als Akt der Fairness und jour-nalistischen Ausgewogenheit. Manchen Widerstand hat er dabei brechen müssen, da war viel Beharrungsvermögen gefragt.

  Das war auch gefragt, als er vor einem Jahr sich ein letztes Mal in sein Archiv vertiefte, im Internet recherchierte und im Oktober 2019 seine letzte große, sehr lesenswerte Geschich-te in der SZ veröffentlichte: Ringen im Widerstand - Zur Erinnerung an den Berliner Werner Seelenbinder, der vor 75 Jahren von den Nationalsozialisten ermordet wurde.

  Fritz Heimann, der am 28. April zu Hause in Erding zusammen mit seiner Frau Heide (wird im Mai 81) seinen 80. Geburtstag feiert, stammt aus Troppau im Sudentenland, er musste 1946 mit Familie im Güterwagen nach Hof/Saale fliehen. Dort erst Realschule, dann Banklehre, 1961 Volontariat bei der Frankenpost, von deren Verleger er sich schon nach vier Monaten wieder verabschiedete mit den Worten: „Bei Ihnen kann ich nichts mehr lernen“. Nächste Station: München, Abi (1965) auf dem Zweiten Bildungsweg, Sonntags-dienste bei der Abendzeitung. Dort trennte ihn nur noch eine schwere Eisentür im vierten Stock der Sendlinger Straße von seinem Ziel, der Süddeutschen Zeitung, Abteilung Sport.

  Sie öffnete sich 1962: feste freie Mitarbeit, parallel dazu Studium der Zeitungswissen-schaften, Politik und Geschichte, 1969 Festanstellung bei der SZ und 1981 der Aufstieg zum stellvertretenden Ressortleiter. Schließlich 2003: ab in die Rente. Deren Rhythmus unterbrach er mit gelegentlichen journalistischen Arbeiten und zuweilen einem Tennis-match. Seine Slice-Rückhand war gefürchtet. Doch zwei Jahre nach einer gut überstande-nen Herzoperation (2010) blieb er dem Tennisplatz fern! Warum? „Ich seh` doch meine Altersgenossen, die nur noch auf dem Platz stehen, um zu sehen wie der Ball auf dich zukommt – na, des mog i ned!“ meint der Jubilar und erzählt, dass er jetzt viel lieber mit seiner Frau auf Wanderungen geht, anfangs auf größere (Naabtal), dann auf kleinere, zur-zeit allerdings nur auf ganz kleine; nicht nur wegen Corona, sondern weil Ehefrau Hilde erst jetzt von einem Fersenbruch wieder genesen ist: ein Wanderunfall.

Alles Gute Fritz Heimann                                                                                           MG/TW

Wolfgang Uhrig 80

Der Marathon-Mann

(21.04.2020) - Sie brachte es auf den Punkt: „Den Menschen würde ich immer wieder heiraten – den Journalisten nicht.“ Monika Uhrig meint ihren Mann Wolfgang, und niemand kennt ihn besser als sie, 55 Jahre sind sie nun verheiratet. Da gibt`s keine Lücken mehr zu füllen, und für Geheimnisse fehlt eben-falls der Platz. Beide sind sie nun 80, mit der „8“ vor der „0“ muss man um-gehen können, auch wenn`s irgendwo zwickt.

  Wer so in seinem Beruf geradezu manisch verhaftet ist wie Wolfgang Uhrig, hat nichts vergessen, nicht das Geringste, von den Anfängen bis in die Jetztzeit. Aufgewachsen in Nieder-Klingen im Odenwald, wo die Welt zwar nicht zu Ende ist, aber doch enden könnte. Als Jugendlicher berichtete er für das Lokale im „Darmstädter Echo“. Eine Stelle als Volontär hatte man für ihn nicht, und ohne Beziehungen ging damals sowie nichts. Aber Schreiben, Neuigkeiten verbreiten, das hatte er immer im Sinn.

  Nach der Mittleren Reife begann er eine Lehre als Schriftsetzer, doch arbeiten wollte er als Journalist, im Sport natürlich. Er war von klein auf sportbesessen. Sein Vater Adam, Polizei-Oberkommissar, hatte ihn angesteckt, der setzte ihn am Wochenende hinter sich auf den Rücksitz seines 125er-Ardie-Motorrads und ab ging`s zum Fußball zu Viktoria Aschaffenburg, auf den Bieberer Berg zu den Kickers von Offenbach oder zu den „Lilien“ nach Darmstadt.

  Um einen Job in irgendeiner Redaktion zu ergattern, fasste er einen für damalige Zeiten geradezu tollkühnen Entschluss. Ohne Umweg über irgendwelche Zweigstellen oder Ressorts schrieb er mit achtzehn direkt das Bundespresseamt am früheren Regierungssitz in Bonn an, und zwar geradeaus dem Leiter Felix von Eckhardt. Und er erhielt Antwort („das Schreiben habe ich immer noch“), man ließ ihn wissen, er solle sich doch an den Sport-Informations-Dienst (sid) in Düsseldorf wenden. Und auch von dort kam Post mit einer Einladung zu einem Vorstellungsgespräch.

  An einem Novembermorgen 1958 fuhr er mit dem Fahrrad nach Lengfeld zur Bahnstation, dann mit dem Eilzug gen Düsseldorf. Im vierten Stock des Pressehauses am Martin-Luther-Platz hatte der „sid“ seine Redaktionsstuben. Dort stand er dann aufgeregt vor Alfons Gerz, dem Chefredakteur des „sid“, der damals größten Sport-Presse-Agentur der Welt. Und der hatte auch noch so eine zusätzliche Marotte an sich, er stellte Testfragen, ob man auch etwas wisse vom Sport. So wollte er von Uhrig erfahren, wer 1936 bei den Olympischen Sommerspielen in Berlin den 800 m-Lauf gewonnen habe.

  Nach der positiv verlaufenen Vorstellung begann er am 1. April 1959 beim sid ein dreijähriges Volontariat, danach erhielt er als Redakteur die Ressorts Kunstturnen und Eiskunstlauf, „weil die niemand anderer wollte“. Seine erste größere Story hatte er im „Darmstädter Echo“ über das „Wettmelken der Landjugend“ am Euter der Gummi-Kuh Minna geschrieben, für den sid berichtete erstmals 1961 von den Eiskunstlauf-Europameisterschaften in Berlin, dorthin war er per Anhalter gereist, „weil der sid, ihm als Volontär, die Fahrtkosten nicht bezahlte“.

  Und 1965 erschien im „sid“ die bis dahin einmalige Lesestoffgeschichte in einer Ich-Form „Beinahe wäre ich Letzter geworden…“, die gar später von Wolfgang Menge, dem Erfinder von „Ekel Alfred“, fast verfilmt worden wäre. „Adam“, wie Wolfgang Uhrig aufgrund des Vornamens seines Vaters gerufen wurde, hatte sich mit einer gefundenen Startnummer in den Pulk der Marathonläufer bei den deutschen Meisterschaften in Düsseldorf geschmug-gelt, beim Kilometer 38 las ihn jedoch der „Besenwagen“ auf. Und den Leidensweg bis dahin auf dem Asphalt, die Gespräche mit anderen Mitläufern schrieb er auf, der „sid“ ließ die Story über den Sender tickern.

  Wolfgang Uhrig unterhält, pflegt aber auch nach wie vor seine Kontakte bis heute bei-spielsweise zu Marika Kilius und Hans-Jürgen Bäumler, zu Christian Neureuther und Rosi Mittermaier oder zum Kunstturner Eberhard Gienger. Nach 16 Jahren „sid“, die prägten, holte ihn Hubert Burda 1975 zur „Bunte“ als Allrounder nach Offenburg, er war Reporter, dann Ressortleiter Nachrichten, 1987 wechselte er zur Illustrierten „Quick“, verantwortlich für das Ressort Aktuelles betreute. Von 1988 bis 2005 wirkte er zusammen mit Rainer Holzschuh als Chefredakteur beim „Kicker“. Über viele Jahre gab er dem "Spportjourna-list“ (das Verbandsblatt des VDS) Konturen.  

  Uhrig war von 1968 (Grenoble/Winter) bis 2012 (London/Sommer) insgesamt 20-mal Berichterstatter bei Olympischen Spielen. Er betreute zusätzlich während der Zeit beim „Kicker“ von 1969 bis 2005 als Chefredakteur die Jahresbücher der Olympischen Sport-Bibliothek, die Standardwerke des NOK bzw. des DOSB.                           Dieter Ludwig

 

Anmerkung: Olympiasieger 1936 über 800 m war John Woodruff (USA) in 1:52,9 Minuten.

Horst Huber 85

Hohe Schlagzahl

(08.04.2020) -  Jaja, man sieht’s: sein Glas ist immer noch halb voll...und war wohl nie halb leer! Nur sein Hometrainer, das Ruder-gerät im Wohnzimmer, stöhnt schon mal – weil der „Chef“ die Schlagzahl täglich noch erhöhen will...

  Kein Wunder, wenn man wie ein Neu-Rentner ausschaut und Kopf & Körper sogar noch jünger sind. Aber dieser ewig agile „Energieträger“ ist Jahrgang '35! Also 85! Die Story eines Phänomens – nicht nur unter den (Sport-)Jour-nalisten.

  Wer in diesem Alter geistig und körperlich noch derart fit ist wie Horst Huber, der ist nicht nur ein Glücksfall der Gene, sondern verkörpert im wahrsten Sinne des Wortes auch „die Konsequenz einer entspre-chenden Lebensführung“, wie der unvergessene Kollege Jan Eberhard Vaubel schon zu seinem 80. schrieb.

  Sportlich war Horst Huber einst einer der besten deutschen Viertelmeiler der 1950er- und 60er-Jahre (Bestzeit 47,3 Sekunden), trug zehnmal das Nationaltrikot und feierte seinen Höhepunkt beim ersten Länderkampf Deutschland – USA im Stuttgarter Neckarstadion.
Die Gene seines Vater Erwin, der bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin Vierter im Zehnkampf war!

  Bis ihn die Liebe zu den kleinen Bällen im Tennis und Golf traf – und sportlich und bis heute auch beruflich als Journalist fesselte – was ihm lieber als der Programmierer- und PR-Job bei Siemens war.

  Alles begann als ‚Freier‘ bei der SZ. Der Autor erinnert sich an die Jahre 1969 ff: HH for-mulierte fachlich-sachlich immer so informativ über den Amateurfußball, dass der damalige Ressortleiter Ludwig Koppenwallner jeweils begeistert war.

  Später erstellte Horst Huber für die Süddeutsche Zeitung in München bei den BMW Open im Golf und Tennis die SZ Daily News, leitete zudem die Pressearbeit diverser Sportver-anstaltungen, schreibt heute noch für seinen Golfclub Brunnthal und ist nach wie vor der maßgebliche Redakteur von bayerntennis. Was wäre Chefredakteur Ludwig Rembold ohne ihn? Als ich HH anrief, machte er sich gerade Gedanken darüber, ob die Punktspielsaison wegen Corona wirklich am 8.Juni beginnen kann: „Ich bin da skeptisch!“

  Gerade jetzt in Corona-Zeiten vermisst man ihn, der bei jeder Pressekonferenz immer als Erster erscheint – mit Stift und Kamera – und dessen Fragen mit fester, klarer Stimme immer auf den Punkt kommen. Jüngere Kollegen könnten lernen.

  Am 8. April wird Horst Huber 85. Sein Golf-Handicap ist gerade mal ein Viertel „so alt“.

Medikamente kennt er nur von seiner Susi, 76, die er hoffentlich noch lange täglich be-suchen kann – per Auto, versteht sich!

   Auch wenn er mich letztes Jahr mal mächtig zusammengeschissen hat, weil ich mich als sein Zähler beim Golf verschrieben hatte, nachdem er doch „nur ein Bogey und doch kein Par“ (!) gespielt hatte: Ich verneige mich im Namen aller Kollegen vor diesem unserem Vorbild!                                                                                                          Conny Konzack

Sammy Drechsel wäre am 25.4.2020 95 Jahre alt geworden

Mikrofon, Fußball und die Lach- und Schieß

Sammy Drechsel, 1951 beim 2:0-Sieg des VMS gegen die Augsburger Kollegen.

Jetzt passen Sie auf, jetzt kommt der lange Finne und zieht dem Alois Schloder, ach herrje, die Beine unterm Allerwertesten weg, und auf dem liegt er jetzt." Eishockey mit Sammy Drechsel war in den 60-ern ein TV-Glanzlicht. Trotz seiner Berliner Schnauze machte der Reporter, der vor 90 Jahren, am 25. April 1925, in Berlin als Karl-Heinz Kamke geboren wurde, auch in Bayern Karriere. Beim Bayerischen Rundfunk kommen-

tierte er in den Fünfzigern Fußball, Radrennen und Boxen, bei der Fußball-WM 1966 das Halbfinale Deutschland — UdSSR (2:1).

In den späten 40-er Jahren war Drechsel, der nach einer kaufmännischen Lehre beim Sportreporter Rolf Wernicke volontiert hatte, bei Rias Berlin Sensationsreporter. Er ba-

lancierte übers Hochseil, entschärfte eine 20-Zentner-Bombe, ließ sich, zwischen den Gleisen liegend, von einem D-Zug überrollen - und sprach dabei live seine Reportagen.

1950 kam Drechsel nach München zum Bayerischen Rundfunk. 1956 gründete er mit

Dieter Hildebrandt die Lach– und Schießgesellschaft, deren Leiter und Regisseur er bis zu seinem Tod am 19. Januar 1986 war. Schon 1955 hatte er das Jugendbuch „Elf Freunde müsst ihr sein“ geschrieben, es wurde sehr viel später als Hörbuch von Dieter Hildebrandt gesprochen. Drechsel führte die Studioregie für Hildebrandts TV-Formate „Notizen aus der Provinz“ und beim „Scheibenwischer“.

Fußball war Sammy Drechsels Leidenschaft. Er wurde mit dem BSV 92 Berliner Jugend-Fußballmeister. In München gründete 1956 den FC Schmiere, bei dem zahlreiche Promi-

nete spielten, meist für wohltätige Zwecke. Drechsel erzielte in 963 Spielen rund 1500 Tore.

Einen letzten Kurzauftritt im Fernsehen hatte Drechsel in der Serie Kir Royal (1986) von Helmut Dietl. Die Aufnahmen entstanden, kurz bevor er an den Folgen einer Krebser-

krankung starb. Er war seit 1962 mit Irene Koss verheiratet. Beider Grabstelle ist auf dem Münchner Nordfriedhof (Grab Mauer rechts Nr. 244).                                              H. E.

Geschäftsstelle:

Verein Münchner Sportjournalisten (VMS)

Geschäftsführer:

Diethelm Straube

Münchener Straße 101 (24.5 Süd/ EG)

85737 Ismaning

T 0170 2268029 

1. Vorsitzender

Thomas Walz

T 0170 2268043

Besucher seit 19. Juni 2013

Aktuelles

VMS INFO 2020_Final3.pdf
PDF-Dokument [22.6 MB]

Gedenktage

Ludwig Koppenwallner,

Ressortleiter Sport der Süd-deut-schen Zeitung von 1946-

1982, wäre am 12. Januar 2021 100 Jahre alt geworden. Von 1950-1989 war 2.Vorsitzender und Geschäftsführer des Ver-

eins Münchner Sportjourna-

listen (VMS)

In Smoking und Torwartdress

Die kuriose Silvesterfeier des DFB 1980/81 in Montevideo

Geburtstage

Joachim Day 60

Liebenswertes

Multitalent

Conny Konzack 70 Journalistische und

soziale Ader

Dieter Schön 80               

"Eigentlich bin ich ziemlich fit...!"

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Neue Bücher                           

Die erste Reise: Weil sie den Blick auf die Welt, das Leben und auf einen selbst verändert – wie die erste Liebe

  • Gebundene Ausgabe : 320 Seiten

  • Preis: Euro 19,50

  • ISBN: 978-3963480133

  • Herausgeber: Gerhard Waldherr

(2. Oktober 2020) – Seine erste Reise führte Gerhard Waldherr ins Land der Träume. Dort lag Gaißach, seine Heimatstadt. Sie lag am Meer. Darüber schrieb er einen Schulaufsatz. Der Autor war elf Jahre alt, verreist war er noch nie. Später hat sich Wald-herr seinen Traum erfüllt und ist als Reporter für Zeiungen und Magazine viel und weit durch die Welt gereist.

  Corona dämpft die Reiselust. Es ist die Zeit der Nostalgie. Irgend-wann stand Waldherr vor seinem Bücherregal, wo ihm Elias Canet-tis Erzählband „Die Stimmen von Mar-rakech“ in die Hände fiel. Das Buch war Inspiration für sei-ne erste Reise nach Marrakech. Das war 1978, er war 17.

  So entstand die Idee für das Buch „Die erste Reise“, Untertitel: „Weil sie den Blick auf die Welt, das Leben und auf einen selbst ver-ändert – wie die erste Liebe.“                                   .  Weiter

Der „Doppelpass“ als Lese-Spaß

Besprechung von Wolfgang Uhrig

Mehr als ein Spiel“

100 Seiten, 7.00 Euro.

Aus der Serie „Fußball-Gold“ von

Oliver Wurm (Herausgeber, Chefredakteur),

Udo Muras, Broder-Jürgen Trede (Red.),

Hein-Hoyer-Straße 36, 20359 Hamburg

                      FOTO: SEBASTIAN WELLS

Ronny Blaschke, Jahrgang 1981, beschäftigt sich als Journalist und Autor mit politi-schen Themen im Sport, u. a. für Deutschland-

funk, SZ und Deutsche Welle. Die Recherchen für seine Bücher lässt er in politische Bildung ein- fließen, in Vorträge, Moderationen und und Konferenzen. Zudem entwickelt er unterschiedliche Informationsreihen.

Blaschke wurde für seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet.

                     "Machtspiele"

Diktatoren bringen Spieler auf Linie und nutzen Stadien als Militärbasen. Ob einst in Jugoslawien, in der Ukraine und zuneh-mend in der arabischen Welt: Ultras kämpfen in Revolutionen an vorderster Front und ziehen sogar in den Krieg. Vereinsinvestoren aus China, Russland und den Golfstaaten sichern ihren Regie-rungen Einfluss in Europa. 

„Machtspieler“ verdichtet Recherchen in 15 Ländern und blickt durch das Vergrö-ßerungsglas Fußball auf Geschichte, Kul-tur und Religion.

Die Einleitung des Buches finden Sie auf meiner Homepage https://ronnyblaschke.de/machtspieler-fussball-in-propaganda-krieg-und-revolution/?mc_cid=fbf2aff28b&mc_eid=e09f0ee157#Einleitung

 

Wer das ganze Buch lesen möchte, kann es hier bestellen:

https://www.werkstatt-verlag.de/isbn/9783730704950?mc_cid=fbf2aff28b&mc_eid=e09f0ee157

 

256 Seiten, Format 13,5 × 21,5 cm, Paperback, ISBN 9783730704950,

1. Auflage 2020. Preis € 19,90, E-Book 14,99.

Erschienen am 2. September 2019

22,00 (D), € 22,70 (A)

Erscheint am 02.09.2019 im Piper Verlag

448 Seiten, Hardcover mit Schutzum-schlag

EAN 978-3-492-05953-4

MIRO

Anno dazumal

Als Gerd Müller zurücktrat        Als Beckenbauer nachtrat

Wenn Ronny mit                         dem Kopf abstaubt

Fußballsprache oder ganz schlechtes Deutsch?

 

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