Verein Münchner Sportjournalisten
Verein Münchner Sportjournalisten

Geburtstage

September 2017

Wolfgang Gärner 70

Einer der letzten Allrounder

  Die erste Begegnung mit ihm fand irgendwann in den Siebzigern statt. Wir trafen uns nach einem Skirennen am Sudelfeld, er bot sich an, den SZ-Kollegen im Auto nach Hause mitzu-

nehmen. Was der Reporter von der Süddeutschen nicht wissen konnte: Wolfgang Gärner, zu jener Zeit noch Redakteur beim Münchner Merkur, war ein Anhänger sportlichen Fah-

rens. Den Sitz extrem zurückgeschoben, Rückenlehne mehr waagrecht gestellt als senk-

recht, die Arme weit ausgestreckt am Lenkrad dergestalt bretterte der lange Kerl die som-

mers gelegentlich automobilen Bergrennen vorbehaltene Strecke bei Bayrischzell so rasant hinab, dass der Beifahrer sich gezwungen sah, die Luft anzuhalten.

  Jahre später gingen die Gedanken zurück an die Höllenfahrt an jenem Tag, an dem „gä“, inzwischen von der Bayerstraße in die Redaktion an der Sendlingerstraße gewechselt, deren Großraumbüro im ersten Stock in diesem Zustand betrat: leicht verschwitzt, das

Haar vom Fahrtwind zersaust – das Rennrad geschultert.

  So war das damals, gelegentlich ließ Sportfex Gärner den Wagen tatsächlich in der Gara-

ge und peste zweirädrig zum Dienst - von Garmisch aus, wohin er seinen Lebensmittel-

punkt inzwischen verlegt hatte, bekanntlich 90 km entfernt von München.

  Heute soll die Erinnerung an einen verehrten Kollegen natürlich weit hinausgehen über Episoden von Auto- und Rennradtouren, über schweißtreibende Joggingrunden mit dem Chef in den Straßen des heißen Rom anno 1987 während der Leichtathletik-WM und die Tagesarbeit dort, die Schreibmaschine im Trockenen am Beckenrand und die Beine im Pool des Foro Italico.

  Solange Wolfgang Gärner im Dienst stand der SZ (1985-2011) begleitete ihn der gehörige Respekt der Sportcrew. Wir schätzten sein breites Wissen vom sperrigen Gebilde Sport, überhaupt seine Allgemeinbildung, seine markante, zuweilen eigenwillige Schreibe, Ursa-

che des Lesevergnügens, das sich bei der Lektüre seiner Glossen einstellte, seinen trocke-

nen Humor, mit dem er den ganzen Laden bei Laune halten konnte, seine Hilfsbereitschaft; die wusste sein Chef zu würdigen, wenn der sich in Schwierigkeiten sah, den Spätdienst zu besetzen. Obwohl jenseits von München zu Hause, war der in langen Nachtsitzungen mit österreichischen Alpin-Kollegen gestählte Wolfi („Einer muss es ja machen“) stets selbstlos zur Stelle.

  Wolfgang Gärner - einer der im Zeitalter des digitalisierten Spezialistentums leider selten gewordenen Allrounder unserer Zunft. Seine Kunden waren Mark Spitz, die Kühnhackls, Schloders, Truntschkas, Franz Klammer und die Neureuthers; er mischte Funktionäre des Skisports auf und zeigte den Werfern der Leichtathletik, wo der Hammer hängt.

  Am 7. September wird er 70. Ad multos annos, Herr Kollege, hätte der erste Sportchef der SZ, Ludwig Koppenwallner, gewünscht. Wir schließen uns dem an.                               MG

Heinrich Lemer 65

Journalist statt Arzt - Hallbergmoos statt Berlin

(27. August 2017) - Er steht nicht auf Brimbamborium und ist auch kein Freund von speziellen „Würdigungen“, wie er es selbst nennt. Doch zum 65. Geburtstags von Heinrich Lemer, den er am 27. Au-

gust feierte, haben wir – Erlaubnis eingeholt – eine Ausnahme ge-

macht.

  65 ist die Zeit für den wohlverdienten Ruhestand. Für Lemer noch nicht ganz. Seinen Abschied vom beruflichen Sportalltag nimmt der MM-Sportchef nach fast 40 Jahren beim Münchner Merkur, wenn im Februar 2018 im südkoreanischen Pyeongchang die olympischen Winterspiele zu Ende gehen. Nicht weil er da noch einmal als Berichterstatter dabei sein will, von wegen. Bei Großereignissen wie einer Fußball-WM oder etwa Olympischen Spie-

len war er nie im Einsatz, allerdings hatte er einige Jahre jeweils für zwei Wochen seinen Arbeitsplatz auf dem Center Court in Wimbledon, in unmittelbarer Nähe der Royal Box und erlebte so hautnah die Siege von Boris Becker, Michael Stich und Steffi Graf. Diese zwei Wochen waren „immer ein Genuss für mich“, erinnert sich Heinrich Lemer, seit mittlerweile 1994 Mitglied im VMS.

  Dabei wollte Heinrich Lemer ursprünglich Medizin studieren. Doch just in dem Moment, als er einen Studienplatz – allerdings im fernen Berlin – bekommen hätte, las er die Stellen-

ausschreibung für ein Volontariat in der Sportredaktion des Münchner Merkur. Er hatte sich schon in der Kinder- und Jugendzeit für den Sport allgemein interessierte. „Ich kannte sämtliche Leichtathletik-Weltrekorde“, sagt er.

  Weil es doch einige Bewerber waren, wurden sie auch getestet. Er schrieb einen Bericht und eine Randgeschichte über das Bundesligaspiel FC Bayern gegen Borussia Mönchen-

gladbach – und wurde genommen. Am 1. Mai 1978 stieg er als Volontär ein, wurde 1980 als Redakteur übernommen, seit Ende der 1990er ist er Ressortleiter Sport beim Münchner Merkur.

  Und als solcher ist er auch einer der Väter des weltgrößten E-Junioren-Fußballturniers: den Merkur CUP. „Als wir in der Redaktion 1995 die Idee hatten, dachten wir, das Turnier wird schon einige Jahre Bestand haben“, erinnert sich Lemer, aber dass es solche Aus-

maße annehmen würde, hätte man nie geglaubt. „Es ist zu einer Marke geworden, eine tolle Sache“, schwärmt der MM-Sportchef.

   Gibt es dann auch etwas, worüber der Jubilar nicht so begeistert ist? Allerdings, sagt Lemer: „Mein größter Ärger hat sich über die Jahre entwickelt: Der Fußball hat die anderen Sportarten mehr und mehr aufgefressen, keine Chance, dem Masseninteresse entgegen-

zuwirken.“

  Der Sport prägte allerdings nicht nur sein berufliches Leben. Zuhause in Hallbergmoos hat er bei seinem VfB – damals in der B-Klasse – Fußball gespielt, später hobbymäßig Tennis. Aber eigentlich frönte er dem Tischtennisspiel. „40 Jahre lang, als der Sechser vorn dran war, habe ich aufgehört“, sagt er lachend.

  Überhaupt ist es sein großes Anliegen, dass sich die Sportgemeinde Hallbergmoos wei-

terentwickelt und sich vor allem bei Ereignissen top präsentiert. Die Voraussetzungen wur-

den zweifelsohne mit der Eröffnung des Sport- und Freizeitparks 2012 geschaffen, für des-

sen Verwirklichung – „sein Baby“ – er sich als Sportreferent nachhaltig stark gemacht hat. Auch er ist oft dort, er versäumt kaum ein Heimkspiel seines VfB Hallbergmoos umt er in der Landesliga Südost.

  Apropos Gemeinde Hallbergmoos. Fast – die Stichwahl brachte ein anderes Ergebnis – hätte Heinrich Lemer 2014 auf dem Bürgermeistersessel im Rathaus Platz genommen. „Nicht weil es mich vom Merkur weggezogen hat“, erklärt er, aber die Freien Wähler, für die er seit 2002 im Gemeinderat sitzt, hatten ihn fast zu einer Kandidatur gedrängt.

  Dass Heinrich Lemer kein Kind von Traurigkeit ist, beweist sein Einsatz als Faschingsprinz 1974, und gegen einen gepflegten Schafkopf hat er nichts einzuwenden. „Immer am Don-

nerstagabend, das ist mir heilig, und das seit 45 Jahren“, erzählt er, diesen Tag hat er sich bislang immer für die gesellige Runde freischaufeln können.

  Sportjournalisten wird oft eine große Reiseleidenschaft nachgesagt. „Ich bin keiner, der die Welt erkundet“, sagt Lemer, „aber ich fahre mit Vorliebe nach Griechenland, ich mag die Mentalität“. Vor allem die Inseln haben es Lemer angetan, der bei den Hellenen nicht ganz sprachlos sein muss. Hat er doch als Schüler eines humanistischen Gymnasiums sieben Jahre Altgriechisch gelernt.

  Sein Geburtstag wird ohne große Festivität über die Bühne gehen. Der Familienmensch feiert ihn gemütlich mit seiner Frau Gerlinde, den Kindern und den Enkeln. Margit Conrad

Kurt Reich 90

Journalist, Sportlehrer, Funktionär

Foto: Ralf Lienert

(21. August 2017) - Ein Satz, den er bei seiner Kandidatur zum Vorsitzenden des Allgäuer Skiverbandes im Jahr 1970 gesagt hat, verfolgt ihn lebenslang. „Der Vorsitzende eines Geflügelzuchtver-

eines muss ja auch keine Eier legen können“, hatte Kurt Reich geantwortet, als er gefragt wurde, warum der Berliner Chef eines Skiverbandes werden wolle. Das löste Gelächter aus – und über-

zeugte. Reich wurde Vorsitzender des Allgäuer Skiverbands und blieb es 24 Jahre lang; seit 1994 ist er Ehrenvorsitzender.

  Der in Schlesien geborene und in Berlin groß gewordene Reich hat den Sport aus vielen Perspektiven erlebt. Als Weitspringer, Handball- und Basketballspieler, Sportlehrer an einem Berliner Gymnasium und bei der Bundeswehr in Sonthofen. Als Leiter des Oberstdorfer Eislaufzentrum, Trainer, Funktionär und Pressechef der Nordischen Ski-WM 1987 in Oberstdorf. Und natürlich als Journalist. Kurt Reich war 28 Jahre für die All-

gäuer Zeitung in Kempten tätig, davon 17 Jahre lang als Chef des Allgäu-Sports. Er berich-

tete von Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen. Mehr als sechs Jahrzehnte lang war er für das Oberstdorf Magazin verantwortlich.1989 erhielt Reich das Bundesverdienst-

kreuz, 1992 ging er in Ruhestand.

  Der Verein Münchner Sportjournalisten (VMS) gratuliert zum 90. Geburtstag am 24. Au-

gust, den er mit seiner Frau an einem schönen Plätzchen in seiner Wahlheimat Allgäu  feiert. Nicht nur, weil Kurt Reich dem Nachbarverein Sportpresse Augsburg-Allgäu ange-

hört. Sondern auch, weil der ehemalige VMS-Vorsitzenden Hans Eiberle dem nachmaligen Kollegen Reich noch heute dankbar dafür ist. dass er ihn 1960 für einige Wochen aus der Ödnis des Wehrdiensts in der Münchner Funkkaserne erlöste.

  1960 beteiligte sich die Bundeswehr zum ersten Mal nach dem 2. Weltkrieg mit einer Leichtathletikmannschaft an den Internationalen Militärweltmeisterschaften (CISM). Kurt Reich war freiberuflicher Sportlehrer an der Bundeswehrsportschule in Sonthofen und stellte für die Wettkämpfe in Athen ein zehnköpfiges Team aus Heer, Luftwaffe und Marine zusammen. Er berief unter anderen den späteren Zehnkampf-Europameister Werner von Moltke, den nachmaligen EM-Zweiten über 110 m Hürden, Hinrich John, sowie Hans Eiberle, mit dem er selber schon um die Wette in die Weitsprunggrube gehüpft war, und Jan-Eberhard Vaubel, beide vom TSV München von 1860. Nach einem mehrwöchigen Trainingslager in Sonthofen flog die Mannschaft nach Athen. Vaubel gewann mit der deut-

schen Staffel den Titel über 4x100 m, Eiberle belegte mit 7,20 m den vierten Platz im Weitsprung.

  Später kreuzten sich Wege des Trios immer wieder. Hans Eiberle wurde Sportredakteur der Süddeutschen Zeitung und traf Reich beim nordischen Wintersport. Eberhard Vaubel bearbeitete in der SZ den Amateurfußball und wer von 1989-1997 Stellvertreter des VMS-Vorsitzenden Hans Eiberle.

Werner-Johannes Müller 65

Der Mann, der den kicker-Stammtisch erfand

Nach der Deutschen Journalisten Schule und einer Ausbildung beim Sport Informations Dienst (SID) in München landete Werner-Johannes Müller rasch beim kicker-sportmagazin. Die großen Re-

portagen lagen dem exzellenten Schreiber mehr als Ergebnis-

dienste und mit heißer Nadel gestrickte Spielberichte. So stieg er beim Fachblatt rasch zum Chefreporter auf, nahm Nachwuchsre-

porter unter seine Fittiche, konnte im Alltag aber auch sehr stör-

risch werden, wenn er seine Meinung für die richtige hielt.

  Er schuf Porträts über die Großen der Sportwelt. Becker, Lendl, Tiriac, Ecclestone, Fußballer sowieso – dafür war er schließlich beim kicker. Das Periodi-

kum Fußballmaganzin (inzwischen zugunsten von einer Flut von Sonderheften eingestellt) wurde durch seine Hintergrundberichte und Porträts wesentlich geprägt; er gab vielen Jün-

gerern eine Spielwiese.
  Aber schon früh erkannte „WJM“, wie er genannt wird, die Bedeutung des Bewegtbildes und die heraufdämmernde technische Entwicklung. Er bedrängte den Chefredakteur, Karl Heinz Heimann, einmal monatlich in Ludwigshafen den „kicker stammtisch“ auszustrahlen, denn anderswo gab es zu Beginn der Privatfernsehens noch keine Einspeisemöglichkeit. Dort muste er nach dem Nachrichtensprecher Michael Nowak, heute Pressepresser der DFL, den Unterhaltungsmenschen präsentieren. Ein ungeheurer logistischer Aufwand und viel Überzeugungsarbeit, die Gäste nach Ludwigshafen zu bringen!
  Höhepunkt war, als er 1984 im Vorfeld der EM in Frankreich die Trainer Jupp Derwall und Michel Hidalgo in Landersheim bei „adidas“ für eine einstündige Dokumentation zusammen brachte, die im Grunde ja unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgestrahlt wurde. 1983 hatte er schon einen Film mit Franz Beckenbauer in New York gedreht („Meine größten Spiele“). Unvergessen, der gemeinsame Hubschrauberflug über die Sky-Line der Stadt, die „never sleeps“.
  Als 1989 im niederländischen Hilversum Eurosport an den Start ging, gab es für Müller kein Halten mehr. Eine weiterer Aufstieg in der Hierarchie des kicker war ihm versperrt oder interessierte ihn nicht, und so wurde er Redaktionsleiter Deutschland für den paneuropäi-

schen Sender. Er entdeckte einige Talente, die heute noch dabei sind : Siegfried Heinrich, Bettina Schneider, Wolfgang Ley, Rolf Kalb, inzwischen Snooker-Papst. Vor allem gab er Fernsehreportern aus der vergangenen DDR, die auf der Straße standen, eine Chance.
  Als Eurosport von Murdoch an den französischen Sender TF1verkauft wurde, verzichtete Müller aus privaten Gründen auf die Anwesenheitspflicht in Paris. Stattdessen orientierte er sich anderweitig, machte sich selbständig und suchte Aufgaben über das (auch finanziell) zu eng gewordene Feld des Sports hinaus.
  Die Position des meinungsbildenden Sportreporters hat er verlassen, die Passion für den Sport nie – wie auch seine quasi ewig währende Mitgliedschaft im VMS beweist, die er auch in Nürnberger Zeiten nie aufgegeben hat.
  Seit 2008 ist Müller in verantwortlicher Position für WEB1TV „am Ball“, kümmert sich um Technik, Software und Inhalt – eine „optimale Mischung“, wie er meint.
  Am 31. Juli wurde WJM 65 Lenze alt, doch nach Ruhestand steht dem grauhaarigen und -bärtigen nicht der Sinn. Er träumt davon, eine von unabhängigen Print- und Video-Jour-

nalisten gestaltete Sportzeitung im Internet zu inszenieren. Müller: „Im Zeitalter von „FC Bayern TV" und „BVB total" ist eine jede unabhängige Stimme nötiger als je zuvor.“ Schön, wenn jemand mit 65 sich noch seine Visionen erhält.                                         Rainer Kalb

Robert Lübenoff 60

Power-Krebs

Eines hat er mit seiner Sternzeichen-Partnerin Angela Merkel sicherlich gemein: Der Krebs hat gerne Macht! Das äußerte sich bei dem Hessen Robert Lübenoff aus Fulda, der am 19.Juli ein „Sechziger“ wurde, schon in den 80erJahren, nachdem er vom Münchner Merkur zu uns ins AZ-Sport-

team kam. Als begnadeter Schreiber, der vor allem die von Kollege Franz Hellmut Urban kreierte „Steno-Schreibe“ – manchmal ohne Verbum – ver-

feinerte und erst recht, als er 1985 auch jenem „Bobbele“ folgte, der sein Leben prägte.

  „Lüb“ war weltweit immer der Erste, der auch auf Englisch in den PKs fragte, „Lüb“ war der Erste, der Boris’ erhobenen Siegerfinger auch im Journalisten-Tennis zur Marke machte (weil er verdammt oft gewann), „Lüb“ war einer der erster Becker-Buchautoren, „Lüb“ war einfach ein Leader. Und ist es heute im „zweiten Leben“ nach dem Journalismus erst recht.

Nachdem er ab 1986 als Tennis-Experte für über 30 Publikationen weltweit tätig war und 1988 vom Tennis-Weltverband sogar als „Media Person of the year“ nominiert wurde, grün-

dete er 1994 als alleiniger Gesellschafter die LübMEDIA GmbH. Zudem war er 1999 bis 2005 Berater von Boris Becker und Senior Consultant der Anschütz Entertainment Group – als Event- & Marketing-Manager.

  Doch dann öffnete er sein Herz ganz weit für soziale Projekte, konzipierte, die Charity-Plattformen fit-4-future und United Kids Foundations, berät RTL (Wir helfen Kindern e.V.), die Cleven- und Volksbank-Stiftung, war bis 2014 Medien-Berater für Laureus und reali-

sierte u.a. den Laureus Medienpreis. Schwerpunkte des „aktuellen Lübenoff“ sind zudem das„Quality Life Forum“, der Golf- und Business-Summit und fit4future-Kongresse. Last but not least ist “Lüb” Senior Consultant beim Porsche European Golf Open. Golf ist nach Ten-

nis seine zweite Sport-Leidenschaft... und sein ausgeprägter Sports- und Kampfgeist half und hilft ihm als Manager enorm.

   Ein Networker, der sich gerne immer jeder Herausforderungen stellte, mit seinem selbst-

bewßtem Motto: „Driver Seat“! Da wären wir wieder beim Krebs mit Macht...Wie einst als Chef und Gründer des einzigartigen Münchner Presse-Tennisclubs, für den Robert Lüben-

off unzählige legendäre Turniere mit phänomenalen Feiern organisierte. Der „Wilde Kaiser“ im tirolerischen Ellmau verneigte sich oft mehrmals vor Ehrfurcht – und den Alkoholfahnen der Lüb-Jünger. In dieser Zeit der 90er Jahre schien Robert Lübenoff doppelt zu leben, nie zu schlafen und 25 Stunden am Tag Ideen zu produzieren – alles mit abgespreiztem klei-

nen Finger bei seinen Reden – und die hielt er gerne...

  Happy Sixties! Dein Wegbegleiter                                                               Conny Konzack

Corinna Halke-Teichmann 60

Vom Eis vor die Kamera

Ihre journalistische Laufbahn war nicht geplant. Corinna Halke-Teich-

mann, die am 9. Juli ihren 60.Geburtstag feierte, wollte ursprünglich Zahnmedizin studieren. Doch die jüngste Teilnehmerin der Olympi-

schen Winterspiele 1972, die auch 1976 bei Olympia noch am Start war, hätte mit ihrem Abi-Durchschnitt zwei Jahre lang auf einen Stu-

dienplatz warten müssen. Herbert Jung gab der gebürtigen Dort-

munderin die Chance, als freie Mitarbeiterin in der BILD-Sportredak-

ktion München „etwas Kohle zu verdienen“.

  Die konnte die Eiskunstläuferin, die mit ihrem Partner Eberhard Rausch von 1974 bis 1976 jeweils die deutsche Meisterschaft im Paarlauf gewann, gute gebrauchen. Darüber hinaus hatte sie fünfmal an Europameisterschaften und ebenso oft an Weltmeisterschaften teilgenommen,. ohne dass es dabei zu Medaillen gereicht hatte. Als ihr BILD ein Volontariat anbot und sie zur EM und WM in ihrer Sportart sowie auch zu Olympia nach Sarajewo schickte, war längst klar, dass sie ihren Traumberuf gefunden hatte.

  Als zweite Frau nach Angela Gebhard erhielt Corinna Halke eine Festanstellung in der BILD-Sportredaktion. Längst waren auch BR und ZDF auf die ehemalige Leistungssport-

lerin aufmerksam geworden. Ein Casting für „Pfiff – das Sportstudio für Kinder“, bei dem auch Christa Haas unter den 20 Kandidaten war und das Werben von BR-Sportchef Eber-

hard Stanjek, der ebenfalls eine Frau für seine Redaktion suchte, leitete den Weg vom Eis vor die Kamera ein.

  Weil sie dem BR 1984 fest zugesagt hatte, musste sie den Mainzelmännern absagen, die kein Problem mit ihrer BR-Tätigkeit gehabt hätten. Der Bayerische Rundfunk forderte ein entweder oder. „Ich habe Eberhard Stanjek alles zu verdanken“, sagt die Mutter der 24 Jahre alten Camilla, die mit der Familie in Grainau lebt, immer wieder. Denn Stanjek brach-

te sie an der Seite von Hans-Joachim Rauschenbach und später auch Rudi Cerne im Eis-

kunstlauf-Team der ARD unter. Sie kommentierte auch bei Olympia und war in Calgary erste Sportmoderatorin im Morgenmagazin.

  Dazu kamen Mittagsmagazin, Blickpunkt Sport, die Abendschau und die Rundschau mit dem BR-Redakteur Franz Schäffner, „meinem großen Lehrmeister und Mentor, was das handwerkliche betrifft.“ Auch als die Zeiten schwieriger, die Aufträge weniger wurden, steckte Corinna Halke-Teichmann nicht auf. Auch unter Werner Rabe und aktuell Klaus Kastan ist sie eine wertvolle Stütze im Team mit Beiträgen über Eiskunstlaufen in Oberst-

dorf, Tanzen in allen Variationen, der Turn-Gala oder Olympischem aus ihrer Wahlheimat dem Werdenfelser Land.

  Ob bei der Gästebetreuung für die Kultsendung „Blickpunkt Sport“ oder inzwischen auch am Redaktions- und Planungstisch für die aktuellen Sportsendungen beim BR hat sich Corinna Halke-Teichmann bestens eingearbeitet und ist gut vernetzt. Als eine der ersten Spitzensportlerinnen überhaupt, die den Weg in den Sportjournalismus gegangen ist, kann sie auf eine erfolgreiche Arbeit in vielen Bereichen verweisen, nicht nur im Eiskunstlauf, ihrer nach wie vor großen Liebe.                                                                        Werner Rabe

Oskar Brunnthaler 70

Ewig jung!

  Er bewegt sich (hoffentlich nicht nur beim Golfen) wie ein 40jäh-

riger, scherzt wie ein 30jähriger, wurde aber am 7.7. 70 Jahre alt: Ein Phänomen, dieser Wiener, den es schon vor fast 40 Jahren nach Deutschland zog. Immerhin war Oskar Brunnthaler – Markenzei-

chen: immer lässig und ein bissl ironisch – von 1978 bis 1993 der sogenannte. „Österreich-Chefredakteur“ von „Bunte“, die damals noch jede Woche einen eigenen, recht erfolgreichen Austria-Teil produzierte. Oskars. Für das er sich anlässlich des 75. Geburts-

tages von Verleger Hubert Burda als „prägend für mein ganzes Leben“ bedankte.

  Es war die Zeit, als bei Burda nicht nur Kreativität herrschte, sondern auch noch Mensch-

lichkeit, Entspanntheit, Lockerheit. Und „Oskars Bunte“ immerhin über 250.000 Leser fand. Wöchentlich! Hoch-Zeiten für Hochzeiten, Adel, Wiener Schmäh – und Sonder-Titel wie z. B. mit Niki Lauda oder Boris Becker und Steffi Graf u.a. Nach Lady Dianas Tod schufteten wir für eine Sonderausgabe mal 36 Stunden durch... Und es waren die Zeiten von diversen Chefredakteuren. Einer anders als der andere. Oskar „überlebte“ zehn.

  Wir zwei teilten uns im Verlagshaus ein großes Büro, spielten ab und zu mal Tennis, bis Oskar immer öfter zum Chippen, Putten oder Abschlagen ging. Nahe des Burda-Verlages hatte damals ein gewiefter Erdbeer-Plantagenbesitzer einige Golfbahnen und eine kleine Practise-Area gebaut.

  Der Beginn (s)einer großen Leidenschaft. Das war vor über 30 Jahren! Die Leidenschaft ließ ihn nicht mehr los, auch wenn sie so manche Leiden schaffte. Klein-Verleger Oskar Brunnthaler war damals aber schon ein Visionär, glaubte an die Golf-Gilde in Germany und entwickelte schließlich „GolfTime“. Mit so manchem Re-Launch machte er das Fachblatt „einstellig“, wobei ihm vor allem das älteste der drei Kinder, Marcus, Tochter Eva-Carina und seine Frau Natascha halfen, die ihren Oskar noch als österreichischen Basketball-Meister kennengelernt hatte. Noch heute nimmt er sie zu vielen Golf-Terminen mit.

   Eigentlich hat sich der „Ossi“ seinen Lebens-Traum längst erfüllt. Verleger, ein Haus im Salzburger Land, einen Jaguar (der mehr cruist statt faucht), eine tolle, mittlerweile zwölf-

köpfige Groß-Familie. Nur ein alter Traum blieb ihm bis dato verwehrt – ein eigener Golf-

platz nahe Zell am See. Die Pachtverträge hat er immer noch. Aber wenn einer wie er so jung „daher kommt“, kann’s ja noch was werden...

  Alter, ewig junger Ossi: Happy Birthday!                                                      Conny Konzack

Kurt Schneider 65

Er war die Sport-Stimme von B5 aktuell

Wenn er nicht gerade auf dem Golfplatz, am Stammtisch oder mit den (Halb-) Enkelkindern unterwegs ist, dann hat man sogar mal die Chance, den Schneider Kurti am Telefon zu erwischen. Wobei: Er-

reichbar ist er, dank Whats App, eigentlich immer. Zeit hat er aller-

dings fast nie. Erstaunlich für einen, der sich vor gut zwei Jahren in den Ruhestand verabschiedet hat. Aber, das kennt man ja…

Nach 37 Jahren im BR-Hörfunk, das war mehr als sein halbes Leben, genießt er jetzt das Leben voll. Mit 65 besonders. Vor allem, wie er selbst sagt, als Ersatz-Opa, der Enkelkinder seiner Lebensgefährtin. Schön, dass es so ist, dass es ihm nach gesundheitlichen Tiefs jetzt wieder gut geht.

  Kurt Schneider. Ehrlich. Gerade heraus. Ein Mann mit Humor, der lachen kann. Auch und vor allem über sich selbst. Wie heißt es doch: Lachen ist die beste Therapie. Wäre Kurt Schneider nicht Sportredakteur und Reporter geworden, als (Lach-)Therapeut wäre er min-

destens genauso begabt gewesen. (Fragen Sie mal seinen ehemaligen Kollegen Franz Muxeneder!).

  Auch Sterne-Koch hätte er werden können. Nicht nur sein Lachen, auch seine Kochkünste werden von vielen Kollegen, die mit ihm auch auf Dienstreisen unterwegs waren, schmerzlich vermisst.

  Einzig als Verkäufer von Häusern, Autos, Brautkleidern oder anderen Dingen des täglichen Lebens hätte er wohl nicht die beste Figur gemacht. Dazu ist er viel zu großzügig. Jemandem etwas „anzudrehen“, war und ist nicht seine Art. Im Gegenteil: Eher verschenkt er „Haus und Hof.“

  In seinen letzten Berufsjahren war Kurt Schneider die Sport-Stimme von B5 aktuell. Kaum einer war so oft am Mikrofon wie er. Und viele Hörer werden noch heute fragen: Wo ist ei-

gentlich Kurt Schneider?

D  ie Frage lässt sich leicht beantworten: Auf dem Golfplatz, am Stammtisch oder mit den Enkelkindern unterwegs. Und genau so soll es sein: Herzlichen Glückwunsch zum 65. Ge-

burtstag am 22. April 2017!

 

Der Laudator Martin Raspe teilte sieben Jahre lang das Büro mit Kurt Schneider und trifft ihn heute noch. Selten am Stammtisch, öfter auf dem Golfplatz, meistens im "Liebighof" im Lehel.

Hans-Peter Rudolph 60

Ein Langer wurde groß

  Als eingefleischter „Roter“ hat Hans-Peter Rudolph mit 60 prinzipiell eher wenig am Hut. Heuer musste er Abstriche machen, aber er tat es - wie für ihn üblich - kreativ und augenzwinkernd. Von seinem runden Geburtstages am 24. April sprach der gebürtige Coburger, seit 1996 Mitglied des FC Bayern und noch elf Jahre länger Mitglied des Vereins Münchner Sportjournalisten (VMS), nur vom „59+1“. Auf Sprach- und Mutterwitz wie auch verlässlich sich einstellende Geis-

tesblitze konnte sich der Gastwirtssohn aus der Vestestadt stets ver-

lassen; sie sind zu Markenzeichen geworden.

  Hoch hinaus wollte Rudolph früh. Zunächst in die körperliche Länge, dann in sportliche Höhe. Beides führte zu 1,90 Meter - körperliches Gardemaß und Bestleistung im Hoch-

sprung. Länge und Sprungvermögen setzte er danach auch erfolgreich für die TS Kronach in der Basketball-Regionalliga ein. Seine Sportbegeisterung führte ihn, über den Umweg einer Ausbildung zum Groß- und Einzelhandelskaufmann, zum Journalismus. Als Volontär des Coburger Tageblattes ging er durch das abwechslungsreiche Stahlbad der Ausbildung einer klassischen Lokalzeitung und wurde mit Jahreshauptversammlungen von Kleintier-

züchtervereinen ebenso konfrontiert wie mit Stadtratsskandälchen, Missstimmungen beim Mäzen eines lokalen Fußball-Bayernligisten oder dem dienstlichen Umtrunk mit der Presse-

sprecherin von Schwedens Königin Silvia. Als Redakteur des CT wurde Rudolph dann in der Sportredaktion heimisch - und Mitglied im VDS.

  Das blieb er auch, als er 1986 nach Fürth wechselte. Drei Monate im Hause Schickedanz reichten aber aus, um zu erkennen, dass diese Quelle keine fruchtbare sein würde. Also zog Rudolph weiter, nur knapp 13 Kilometer Luftlinie nach Herzogenaurach. Als Presse-

sprecher von Puma erlebte er tierisch turbulente Zeiten. Er sah sieben Vorstandsvorsitzen-

de kommen und gehen und saß im ersten Wagen, als die Firma mit der Wildkatze ihre Ach-

terbahnfahrt antrat mit rasantem Aufstieg, der Adelung durch den Börsengang, dem Ab-

sturz in die Fast-Pleite bis zur wirtschaftlichen Auferstehung.

  Rudolph stand immer an vorderster Pressefront als Verbindungsmann zu den Journali-

stenkollegen von Fachzeitungen, Funk und Fernsehen, natürlich auch in den sportlichen HochZeiten: Boris-Becker-Hype, der erste Davis Cup-Sieg eines deutschen Tennis-Teams, die Goldmedaillen von Merlene Ottey, Heike Drechsler und Linford Christie, ISPO-Auftritte mit Fußball-Legenden wie Diego Maradona, Udo Lattek und Jupp Heynckes, der Empfang des frisch gebackenen Weltmeisters Lothar Matthäus in seiner Heimatstadt Herzogenau-

rach 1990 - allein die Highlights reichen für drei Pressesprecher-Karrieren.

  Zehn Jahre lang half Rudolph der hüpfenden Wildkatze als One-Man-Show für Presse-

mappen und Produkt-Infos, Redenschreiber und Marken-Repräsentant in TV-Talkshows auf die Sprünge - und seinen Kollegen bei Print, Radio und TV zu Interviews und Schmankerl für ihre Berichterstattung. Als Journalist wusste er stets, was Kollegen benötigen. Und er half: „Leben und leben lassen“ und „man muss gönnen können“.

  1996 ließ der begeisterte Motorrad- und Cabrio-Fahrer die Katze dann im Regen stehen und sah sich nach Wetterfestem um. Er wurde in Bad Aibling heimisch, wo er noch heute lebt, und übernahm bei W.L. Gore die Leitung von Presse, PR und Sponsoring für den Tex-

tilbereich (Gore-Tex). Auch hier setzte er Events auf, die bei teilnehmenden Pressekollegen Legendenstatus erlangt haben (Outdoor-Trophy in der Fränkischen Schweiz, Snow-Trophy im Kaunertal, Presse-Expedition nach Kap Hoorn).

  Schließlich wurde er vom Outdoor-Profi zum Indoor-Fachmann. Seit 2014 ist er Presse-

sprecher der Commerzbank für die Marktregion Süd (Bayern und Baden-Württemberg). Auch hier bleibt er dem Sport treu, betreut Sponsoring- und Sport-Aktivitäten wie etwa Coba-Pott, Das Grüne Band oder das Projekt „DFB-Junior-Coach“, 2016 unterstützte er den VMS bei der Ausrichtung der VDS-HV in München. Einmal Sport, immer Sport.

  Im Kollegen- und Freundeskreis ist der mit einer Journalistenkollegin (Kathrin) aus Cobur-

ger Tagen verheiratete Vater zweier erwachsener Kinder (Moritz, 24, Franziska, 19) dafür berühmt, dass er Leidenschaft lebt. Beruflich wie privat, und gerne beides ineinander über-

greifend. Seit 25 Jahren besteht die Runde des von ihm initiierten ISPO-Stammtischs im „Weißen Bräuhaus“ im Münchner Tal, seit 30 Jahren pilgern Freunde und Kollegen jährlich anlässlich eines Rudolph’schen Eisstockevents nach Kitzbühel – „zufällig“ meist zur Renn-

zeit der „Streif“ - seit 35 Jahren wird auf den Grundlagen seiner Idee in mindestens zwei Fußball-Tippgemeinschaften Bundesliga und Zweite Liga getippt.

  Rudolph, aller (Kollegen-)Welt als „Richy“ bekannt, fiel früher zwar gerne mal aus allen Wolken (als Tandemfallschirmspringer), meist steht er aber mit beiden Beinen auf dem Boden. Gerne wieder beim Basketball, zu dem er - alte Liebe rostet nie - zurückkehrte. Als Fan und Networker für die Bundesliga-Damen der „Bad Aibling Fireballs“, als Hallenspre-

cher der Regionalliga-Herren und Spieler der 3. Herren-Mannschaft. Wobei er hier vor al-

lem auf die Teilnahme an den Auswärtsspielen in Venedig Wert legt. Was seiner Vorliebe für mediterranes Essen und Trinken - und Lebensgefühl! - zu pass kommt. Es muss nicht immer Highspeed sein. Weshalb er sich wohl auch jüngst einen ernsten Golf-Bazillus einfing …

  Lang war er schon immer. Groß wurde er über die Jahre in einer von Freude und Fairness geprägten Journalistenkarriere. Vor allem deshalb, weil er sein Gardemaß nie nutzte, um auf andere herabzuschauen. Er war und ist stets Partner. Vor allem Mensch. Ein großer…

 

Der Laudator Jürgen Winzer volontierte gemeinsam mit Hans-Peter Rudolph beim „Cobur-

ger Tageblatt", ist seither enger Freund des Jubilars und selbst seit 35 Jahren Journalist, u.a. bei Bauer, Gruner, Klambt, MVG, Panini, Springer und VisionMedia.

Maria Mühlberger 80

Golfen beim Calima und 31 Grad im März

An manchen Tagen, und es scheint, als seien es vor allem jene Tage, an denen das Münchner Wetter verrückt spielt, schickt sie von Gran Canaria eine Email-Nachricht wie diese vom 10. März: „Bei uns ist es jetzt sehr heiß geworden: 31 Grad, Calima.“ Das ist eine Wetterlage mit Ostwind auf den Kanarischen Inseln, es bläst der Sandwind aus Afrika.

  Maria Mühlberger überwintert mit ihrem Mann Kurt, vornehmlich Golf spielend, in ihrem Domizil hoch über dem Hafenstädtchen Puerto Rico.Das schöne Haus stand früher oft leer, denn berufli-

ches und berufsständisches Engagement ließen längere Aufenthalte nicht zu.

  Rückblick: 5. März 1979, Jahresversammlung des Vereins Münchner Sportjournalisten (VMS). Werner Rzehaczek (werek) kandidierte nicht mehr als VMS-Geschäftsführer; es war wieder einmal Not am Mann. Frau half: Maria Mühberger, allerdings mit der Einschränkung, sie stehe nur für ein Jahr zur Verfügung.

Daraus sind vier Jahrzehnte geworden, in denen Maria Mühlberger im VMS und dem Ver-

band Deutscher Sportjournalisten mitarbeitete. 1974 war sie in den VMS-Aufnahmeaus-

schuss gewählt worden, 1977 zur Beisitzerin, 1979 zur Geschäftsführerin; ab 2012 war sie als Beisitzerin im Vorstand und Fotografen-Beauftragte. Im VDS war die Münchnerin von 1981 bis 1987 Sprecherin der Fotografen und Beisitzerin Mitglied des Präsidiums, übrigens auch damals als Nachfolgerin von Rzehaczek.

1962, mit 25, hatte die junge Fotografin beim VDS-Berufswettbewerb den 1. Preis in der Kategorie Schwarz-Weiß gewonnen. Und 1975 in der Kategorie Farbe, wie 1965 ihr Mann Max Mühlberger. Der starb 1972 auf der Heimfahrt von der Fotokina bei einem Autounfall.

Sein Beifahrer und Kollege Fred Joch erlitt Knochenbrüche. Bewundernswert, wie Maria, die als Sekretärin gearbeitet hatte, als Alleinerziehende diesen Schicksalsschlag meisterte, die Fotoagentur weiterführte und sich berufsständisch engagierte.

  Maria Mühlberger fotografierte drei Jahrzehnte lang für die Münchner Olympiapark GmbH (MOG) und das Sportamt der Stadt München. In der Arena akkreditierte sie bis 2014 im Wechsel mit Martin Hangen bei den Spielen des FC Bayern ihre Kolleginnen und Kollegen.

  Am 26. März wird Maria Mühlberger 80 Jahre alt. Ihren Geburtstag feiert sie, rechtzeitig zurück aus Gran Canaria daheim im Münchner Stadtteil Großhadern. Der VMS gratuliert herzlich einer liebenswerten, engagierten Kollegin, die überall Wertschätzung genießt. H.E.

Johann Holzhauser 80

Vom Kameramann zum Regisseur

(Feb. 2017)  Er begann als Kameramann, drehte für Heinz Mägerleins Sendungen „Zwischen Sommer und Winter“ und „Zwischen Winter und Sommer“. Mägerlein war es auch, der Johann Holzhauser zusammen mit dem Bergfilmer Hermann Magerer 1971  in die Sport- und Freizeitredaktion des Bayerischen Fernsehens holte. Als Redakteur kam Holzhauser, der am 21. Februar 80 Jahre alt wird, sogar bei den Olympischen Spielen in Innsbruck zu einem Kurzeinsatz als Reporter. Seine Berufung fand er jedoch als Regisseur, zu einer Zeit, da die alpinen Wettbewerbe oder auch Biathlon und Skispringen noch nicht mit über 30 Kameras wie ein Event begleitet wurden, sondern noch der Sport und die schönen Bilder im Blickpunkt standen.

Beim Bob setzte Sportchef Eberhard Stanjek drei EB-Kameras an Start und Ziel sowie im Kreisel ein. Beim zweiten Lauf bekamen diese andere Positionen und am Ende wurde aus beiden Läufen eine Fahrt zusammengeschnitten. Zusammen mit Chefkameramann Utz Lichtenberg, Fred Schuster in der MAZ und Technik und dem heute immer zwischen München und Südafrika pendelnden Redakteur, Moderator  und Kommentator Manfred Vorderwülbecke, der noch Jahre später, als Parkinson grausam seine Laufbahn beendet hatte, mit ihm zum Angeln ging und anschließend die Fische zum Räuchern und auf den Tisch brachte, ließen sich die BRler im Wintersport immer wieder Neues einfallen und wurden ihrem Ruf als „Schneeflockensender“ mehr als gerecht. Mit einfachen Mitteln, heute kaum mehr vorstellbar.

Beinahe hätte es bei einer Biathlon-WM in Ruhpolding sogar einen politischen Skandal gegeben, als Holzhauser sich beim Zieleinlauf nicht auf den späteren Sieger aus der DDR fokussierte, sondern einen bayerischen Lokalmatador  ins Ziel stürzen ließ. Die DDR drohte mit der Abreise.

Viel zu früh musste Josef Holzhauser seinen Beruf und Berufung an den Nagel hängen. In Michael Senge hat er einen Nachfolger als Sportregisseur ausgebildet, der sich noch heute gerne an den Lehrmeister erinnert. Auch daran, dass sich das Team um Johann Holzhauser bei den Vorbesichtigungen der Skipisten und Schanzen gerne am jeweils höchsten Punkt aus einem Flachmann ein Schnäpschen gegönnt hat.

Den Lebensabend kann Johann Holzhauser wieder in seinem Haus in Garching, liebevoll betreut von Ehefrau Hildegard und einem Pfleger, verbringen. „Wir kommen gut zu- recht“,  was alle seine früheren Kollegen und Freunde mehr als freut.                       W. R.

70 Böller für Peter M. Lill

In München geboren, in der Pfalz aufgewachsen, auf der ganzen Welt zu Hause: Peter M. Lill. Am 26. Januar wird der Journalist, Autor und Hobby-Koch 70 Jahre alt.

Nach dem Abitur hat Lill ein Bauingenieur-Studium in München be-

gonnen, aber bald auf Journalismus umgesattelt. Noch während des Volontariats durfte er für die tz von den Olympischen Spielen 1972 in München berichten. „In Erinnerung bleibt natürlich die Terror-Nacht“, sagt er. „Der schrecklichste Moment als Journalist.“

1974 der Wechsel zu BILD München. 1860 und Bayern München, Ski nordisch, Bob,

Rodel, Eisschnelllauf und Motorsport waren seine Themen. „In meiner Laufbahn komme ich auf mehr als 50 Welt- und Europameisterschaften“, zählt er nach.

Nach einem Abstecher in die Werbe-Abteilung der Firma Rodenstock kehrt Lill 1979 zu BILD zurück. Berichtet von der Rallye Paris – Dakar, der Sportwagen-WM, der Formel 1 und als Höhepunkte von den Olympischen Spielen 1988 in Calgary und Seoul. 1991 macht sich Peter Lill selbstständig. Schreibt für verschiedene Presseorgane in Deutsch-

land, verstärkt das DTM-Presseteam und betreut diverse ADAC-Serien, insgesamt neun Jahre.

Mit 52 Jahren unterschreibt er wieder einen Vertrag – beim ADAC. „Ich war verantwort-

lich für die Motorsport-Presse vom Kart bis zur Formel 1“, sagt Lill stolz. „Ich habe mit Vettel Medienschulung gemacht, da war er 15 Jahre alt. Auch mit Nico Rosberg hatte ich zu tun oder mit Motorrad-Leuten wie Mang.“ Über ihn schrieb Lill das Buch „Toni Mang – Weltmeister auf zwei Rädern“.

Lill, seit 2010 im Ruhestand, hat sich aber auch als Verfasser von Kochbüchern einen Namen gemacht. Dafür hat er sich 1976 das Rauchen abgewöhnt. „Ich musste meine Geschmacks-Partikel regenerieren“, sagt der ehemalige Geschäftsführer beim VMS (2012 bis 2013). Von seinen diversen Motorsportbüchern sowie Werken wie „Schiffer-

stadter Kochbuch“ mit Pfälzer Speisen, „So koche ich mein Fett weg“ oder „Mythos Weiß

wurst“ wurden über 100.000 Stück verkauft. Genügend Vorlagen wenn er in seinem Haus in Ebersberg am Herd steht. „Ich bekoche jeden Tag meine Frau“, gesteht er. Lill steht aber nicht nur für neue Gerichte. Schon 1992 hat er beim Golf Club Ebersberg, den er 1988 gegründet hat, den Schnupperkurs erfunden. Und wenn sich der Tausend-

sassa nicht gerade auf dem Golfplatz „rumschlägt“ ist er beim Qi Gong oder übt jeden Montag mit dem Luftgewehr bei den Königlich Privilegierten Feuerschützen Ebersberg.

70 Böller für Peter M. Lill!                                                                                                jg.

Der Geigel-Stein-Bichler ist 80

Vom Matterhorn bis zum Kilimandscharo

Mit 14 wurde er Schriftsetzerlehrling. Auch dieser Ausbil-

dungsweg konnte seinerzeit in den Sportjournalismus führen, wie bei den Kollegen Wolfgang Uhrig, ehemaliger Kicker-Chefredakteur, und Dieter Bracke, einst Ressort-

leiter Sport der Nürnberger Zeitung. Später stieg Hans Steinbichler zum Maschinensetzer auf („Monotype, der Porsche unter den Setzmaschinen“).

1960 wurde Hans Steinbichler arbeitslos, eine Woche später stand er schon wieder in Lohn und Brot - bei der Solothurner Zeitung; er war kurzerhand ausgewandert. „In der Schweiz verdiente ich viel mehr und die Berge waren ganz nah.“ 1967 wurde er beför-

dert. „Ich sollte die Meldung über einen Bergunfall setzen, aber da stimmte gar nichts. Ich sagte es dem Chefredakteur, weil – ich war dabei. Der ließ mich den Bericht um-

schreiben.“ Hans Steinbichler wechselte den Beruf und wurde Redakteur.

In Solothurn ist Steinbichlers Sohn Hans Sebastian (49) geboren, den man vor dem Vater findet, wenn man bei Google sucht. Der Filmemacher gewann 2003 mit seinem Spielfilmdebüt „Hierankl“, einem modernen Heimatfilm, für den er auch das Drehbuch schrieb, den Förderpreis Deutscher Film sowie den Adolf-Grimme-Preis in Gold. Für seinen Film „Die zweite Frau“ (2007) wurde er mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. 2011 erhielt Steinbichler für sein Melodrama „Das Blaue vom Himmel“ den Bayerischen Filmpreis. Das bisher letzte Werk von Hans Steinbichler jun. ist das „Tagebuch der Anne Frank“ 2015 (Regie). Auch Sohn Leonhard ist Filmemacher, vor allem für den Bayerischen Rundfunk (Serie „Die gefährlichsten Schulwege der Welt“). Der Vater sieht seine Söhne selten. „Der Hans ist grad in Tokio, der Leo in Nepal.“

1971 kehrte Hans Steinbichler heim ins Elternhaus nach Kothöd, einem Ortsteil von Ber

nau am Chiemsee. Schrieb für mehrere Zeitungen über Alpines und begann zu fotogra-

fieren. Der Sohn eines armen Kleinbauern („drei Kühe, sieben Kinder“) wurde Chefre-

dakteur der Bergsteiger-Zeitschrift „Bergwelt“. Er schrieb ein Dutzend Bücher. Mit der  Hasselblad 6x6 macht er noch immer brillante Fotos in konventioneller Analogtechnik.

Das Fotoarchiv des Alpinjournaisten ist umfangreich, die Zahl der von ihm bestiegenen Gipfel gewaltig, vom Matterhorn bis zum Kilimandscharo. Ganz wichtig war und ist ihm sein Hausberg, der 1813 Meter hohe Geigelstein. Dieser Chiemgauer Gebirgsstock mit seinem Naturschutzgebiet sollte in den 1970er-Jahren für die Alpin-Skifahrer mit Berg-

bahnen, Skiliften, Hotels, einem Trainingsgelände für den Bundesgrenzschutz und einer Skischaukel von Schleching bis Sachrang erschlossen werden. Dagegen kämpften Steinbichler, seine Bürgerinitiative und der Bund Naturschutz fast vier Jahrzehnte. Das brachte ihm den Kampfnamen „Geigel-Stein-Bichler“ ein. 1991 wurde der Geigelstein unter Naturschutz gestellt.

Hans Steinbichler, der am 14. November 2016 80 Jahre alt wird, hat mit wortgewaltiger und lebendiger Sprache rund 2.000 Diavorträge gehalten und ist immer noch bis in die entlegendsten Winkel Bayerns unterwegs. Daheim führt sein liebster Weg hinauf zur Roßalm. Wir wünschen ihm, dass er ihn noch lange gehen kann.                Hans Eiberle

Christian Wechslinger 65

150 Euro Prämie für Verbrecherjagd

Er hat einen Handtaschenräuber verfolgt, gestellt, fotografiert und die Polizei alarmieren lassen, die den Täter und seine Komplizin festnahm. „Und jetzt bin ich der Held von Berchtesgaden“, sagte Christian Wechslinger, "und komme zu keiner Arbeit mehr.“ Zwei Stunden Vernehmung bei der Polizei, Interviews, vom Berchtes-

gadener Anzeiger bis zu Bayern 1, das ihn zum „Held der Woche“ kürte, dazu Anrufe und Emails von Kollegen, die er seit Jahrzehnten aus den Augen verloren hatte. "Und die Polizei will mich ehren. Dabei war alles halb so wild.“ Die Polizei war anderer Meinung: „Das war schon eine tolle Sache. Wir bedan-

ken uns ausdrücklich bei den beiden für ihr Engagement“, sagte der Berchtesgadener Polizei-Inspektionsleiter Andreas Heynig.

Das geschah im Juli 2016. „Zwei Monate später ist sogar der leitende Kripodirektor aus Traunstein gekommen und hat mir eine Urkunde überreicht“, sagt Wechslinger. Dazu gab es 150 Euro. (http://www.berchtesgadener-anzeiger.de/region+lokal/landkreis-berchtesgadener-land/berchtesgaden_artikel,-Dankesurkunde-fuer-das-dynamische-Duo-_arid,295709.html). „Davon wollte ich mir Sportschuhe kaufen, um schnell zu bleiben. Aber die Alten tun es auch noch und so ist das Geld in die Einkaufskasse für meine Familie geflossen.“

Christian Wechslinger, der am 5. Oktober 65 Jahre alt wird, ist als Journalist ist ein Spätberufener. Er schied nach zwölf Jahren als Obereldwebel bei den Gebirgsjägern nach einem schweren Autounfall aus dem Dienst. Danach war er Pressesprecher von Helmut Weinbuch, dem nachmaligen Generalsekretär des Deutschen Skiverband (DSV), als dieser den Weltcup der nordischen Kombinierer organisierte. Schließlich wurde Wechslinger freier Journalist mit festem Engagement beim Berchtesgadener Anzeiger.

Mit dem Eintritt ins Rentenalter wollte er sein berufliches Engagement halbieren. „ Aber als Freier musst du aufpassen, sonst kommt ein Jüngerer und der Alte ist raus.“ Da sei-

ne Zwillingssöhne (19) noch in Ausbildung sind, ist der Vater gefordert. Auf Wohnungs-

suche ist er auch. Seine Vermieterin Kathrin Hölzl, die Riesenslalomweltmeisterin von 2009, hat Eigenbedarf angemeldet.

Der VMS gratulierte Christian Wechslinger mit italienischem Rotwein.                     H.E.

Klaus Kirschner 70

K. K. schreibt weiter

Am 5. Oktober 2011 gratulierte der Verein Münchner Sportjournali-

sten (VMS) seinem Mitglied Klaus Kirschner zum 65. Geburtstag. Endlich Rente, aber der Jublilar kündigte damals an: „Ich schreibe weiter!“ Denn wer sonst soll im Münchner Merkur am Sonntag über die Fußballbezirksliga schreiben, 360 Zeilen, pünktlich fertig um 18 Uhr?

Ältere Journalisten, die nicht aufhören können oder wollen, müssen sich schon überlegen, ob sie den jungen Kollegen nicht das tägliche Brot streitig ma-

chen. Kirschner sagt: „Die wollen doch alle zum FC Bayern und bestimmt nicht über die Bezirksliga schreiben.“

Klaus Kirschner hat einst zur Finanzierung seines Studiums der Betriebswirtschaft an-

gefangen, über Amateurfußball und Eishockey zu berichten. „Dabei habe ich Eberhard Vaubel getroffen, dem habe ich alles zu verdanken.“ Vaubel, der den Amateurfußball für die Süddeutsche Zeitung koordinierte, holte Kirschner als Redakteur in die Pressestelle des Bayerischen Landessportverbands (BLSV), wo beide die Verbandszeitung Bayern-

sport redigierten. Nebenbei blieben sie freiberuflich tätig. Nach sechs Jahren beim BLSV verabschiedete sich Kirschner in die Selbständigkeit, aber die Zusammenarbeit mit Vaubel hatte Bestand. „Wir waren ein Team, wir haben uns abgesprochen und ergänzt“, erinnert sich Vaubel, der auf der Kanareninsel La Palma lebt. Kirschner hat seinen alte Spezi dort besucht.

Sein Lokalsportchef Wilfried Jendreizeik hat Kirschner als jener Spezies von Sportjourn-

alisten zugehörig bezeichnet, die „unversichtbar“ sind. Weil sie über das Sportgesche-

hen berichten, vom dem weder Rundfunk noch Fernsehen Notiz nehmen. Ihre Berichte sind häufig die einzige Informationsquelle der Anhänger kleiner und kleinster Vereine. Jendreizik, Jahrgang 1951, hat sich in den Ruhestand verabschiedet. Klaus Kirschner schreibt weiter.

Am 5. Oktober feiert Klaus Kirchner, VMS-Mitglied seit 38 Jahren, mit Frau und Freun-

den in Seefeld in Tirol. Schneefrei, hoffentlich. Herzlichen Glückwunsch.                 H. E.

Markus Hörwick 60

Rücktritt und 60. Geburtstag: Danke, Markus

Markus Hörwick und Papst Franziskus

(5. August 2016) - Am Ende war er ein letztes Mal ganz PR-Mann, in einer höchst persönlichen Ange-

legenheit. Weil er ein Ballyhoo vermeiden wollte um die News in eigener Sache, schlug er dem FC Bay-

ern vor, die vereinbarte Trennung zwischen ihm und dem Arbeitgeber erst vor dem Finale um die Fuß-

ball-EM publik zu machen. Doch diese Zeile vom 8.Juli schlug in der Branche dann trotzdem hohe Wellen: "Markus Hörwick geht !"

Bayern ohne Hörwick. Zwei, die zusammengehörten wie Black und Decker, wie Coca und Cola. Seit 35 Jahren. Die Bayern holten in dieser Zeit 19 deutsche Meisterschaften, 46 nationale und internationale Titel, sie verschlis-

sen 13 Trainer - hatten aber nur einen einzigen Pressechef. Und jetzt von diesem Ur-

Gestein die Trennung. Kurz vor seinem 60.Geburtstag am 14.August.

"Einige hören mit 65 auf, andere mit 70, ich aber kann mit 60 nochmal meine Neugierde befriedigen, was das Leben abseits von Umkleidekabinen, Mannschaftsauf-stellungen und Mixed-Zonen zu bieten hat," sagt Hörwick zufrieden, "für mich ist das wie ein Ge-

schenk." Das Ende zu Spekulationen, die es gegeben hatte um die Medienarbeit beim Rekordmeister. Wer kommt, wer geht - am Ende der Chef selbst. Und das schlug dann ein wie eine Bombe. "Freiwillig", betont Hörwick. Weil die neue digitale Medienwelt, die Auswüchse und Aussagen der Generation #Hashtag, nicht mehr unbedingt sein Leben ist. Aber das sagt er hier nicht.

Sein Leben, das war Bayern. Im Knabenalter, mit vier Jahren, hat er in München an der Säbener Straße sein erstes Fußballspiel bestritten. Beim Stande von 0:15 habe der Va-

ter den weinenden Filius vom Platz geholt. Später spielte er erfolgreicher in der Jugend der Bayern, gründete die Zeitschrift "Bayern-Magazin", begann mit 27 als Pressespre-

cher. Für ihn ein Job mit Leidenschaft, der Leiden schafft. "Mein Mann", hat Frau H. über Herrn H. einmal geseufzt, "ist ein Leibeigener des FC Bayern."

Hörwick war bei seinem Arbeitsbeginn am 1.Juli 1983 der erste Pressesprecher in der Bundesliga. Viele, die nach ihm kamen, sagen, sie hätten sich orientiert an ihm, ihrer Nummer 1. Was er einführte, war ungewöhnlich - ein Trendsetter. Schließlich die höch-

ste Anerkennung: Fachleute der deutschen Wirtschaft kürten Hörwick zum "PR-Profes-

sional des Jahres 2013".

Hörwick, der als Reporter bei BILD und PR-Mann bei adidas begonnen hatte, bevor-

zugte das Prinzip einer offensiven Medienpolitik. Wo andere schon mal als "Presseab-

wehrchef" bezeichnet werden, sah er sich rund um die Uhr als Servicemann, als ver-

lässlicher Kollege. Was in diesem Job nie leicht ist: Er muss Stimmen und Stimmungen aus beiden Lagern registrieren, ein-ordnen, jedem gerecht werden.

Hörwick aber hat diesen sehr schwierigen Spagat (meistens) gut gemeistert, durch Ar-

beit und Auftreten, Fachwissen und Kollegialität. Er sagte einmal, es sei der originäre Ursprung von Public Relation, eine Atmos-phäre von Menschlichkeit zu schaffen, in der sich alle wohl fühlen. Daran hat er sich dann orientiert.

Und jetzt, was bleibt - Rentner Hörwick, mit einer Lebenskarte und rotem Sitzkissen für Spiele seines FC Bayern?

"Die Karte, vielleicht," sagt er lachend, "so oder so werde ich die Hände nicht in den Schoß legen. Da ist noch viel zu viel Energie." Energie für ein Buch, alles aufschreiben: Titel und Tränen aus 35 Jahren, Skandale erlebt, überlebt, verhindert ? "Nein", prote-

stiert Hör-wick, "ein Buch verlangt Enthüllendes, am besten Schmutziges, aber ohne mich! Ich trage das als Erin-nerung, als Erfahrung - ein Schatz, für den ich dem FC Bayern immer dankbar bin."

Erfahrung, die er weitergibt. Wie zuletzt am 18.Juli in der Schweiz, vor Klubs der 1. und 2.Liga: "Markus Hörwick referiert über Medienarbeit" ...

Danke, Markus - und alles Gute zum 60. Geburtstag am 14. August.       

                                                                                                             Wolfgang Uhrig

Wolfgang Weingärtner 95

Was W.W. und Bud Spencer verbindet

Lobreden mag er nicht, schon gar keine auf sich selbst. Bei sei-

nem 90. Geburtstag hat Wolfgang Weingärtner, Sportredakteur der Süddeutschen Zeitung und Rechtsanwalt, eine Ausnahme gemacht für Harry Valérien, seinen Freund, der mit ihm ge-

schwommen ist („er war weit besser als ich“) und Wasserball gespielt hat („gefürchtete Linkshänder“). Erst in fünf Jahren will der Jubilar wieder eine Laudatio erlauben – wenn er 100 wird; „dieses Ungerade“, meint er, lohne nicht.

Wer ihn kennt, der zweifelt keine Sekunde daran, dass er, der deutsche Jugendmeister von 1939 über 100 m Rücken, der noch immer 600 Meter am Stück schwimmt, in der Halle gegen den Fußball tritt und in der Sauna schwitzt, das gesteckte Ziel erreicht.

So bleibt ein schönes Stück leider erst mal ungeschrieben über einen Kollegen, von dem Erstaunliches zu berichten wäre. Eine Episode schon mal vorweg: Weingärtner spielte mit der Wasserballmannschaft des Münchner Männerschwimmvereins gegen den acht Jahre jüngeren zweimaligen Olympiateilnehmer Dr. jur. Carlo Perdersoli, besser bekannt als prügelnder Bud Spencer in zahlreichen italienischen Klamauk-Western.

Ab heute keine Zeile mehr“, kündigte der leidenschaftliche Sportjournalist an, der vor allem über alpinen Wintersport, Schwimmen und Tennis von seinem Stammplatz in Wimbledon aus berichtete, als er sich 1984 aus der SZ-Sportredaktion verabschiedete. Er hat sich daran gehalten – schade eigentlich.

Am 15. Mai 2016 wurde Wolfgang Weingärtner 95 Jahre alt. Der Verein Münchner Sportjournalisten (VMS) gratuliert seinem zweitältesten Mitglied herzlich.   H.E.  

Hans-Dieter Rath

Fein essen gehen statt Sport

Es ist ein Glücksfall, dass Dieter Rath am 15. Mai seinen 75. Ge-

burtstag feiern kann. Ende der 90er Jahre stand das Leben des gebürtigen Esseners auf des Messers Schneide. Tagelang klagte Rath über Bauchschmerzen. Als er endlich zum Arzt ging, legte der ihn gleich auf den OP-Tisch. Eine lange Naht vom Bauchnabel abwärts erinnert ihn heute noch an die kritischen Minuten. Dieter: „Ich hatte einen perforierten Darm und der Abfall hatte sich schon im Körper ausgebreitet. Der Arzt hat mir 25 Meter vom Dünndarm und vier Meter Dickdarm entfernt. Danach ging es mir wieder gut. Aber viel hat nicht gefehlt…“

Dieter Rath kam 1970 als Layouter von der Abendzeitung zu BILD und arbeitete sich über den Chef-Layouter, Produktioner, Chef-Produktioner bis zum Chef vom Dienst hoch. 2000 zog er sich nach 35 Berufsjahren aufs Altenteil zurück.

Reisen, Garten-Arbeit und fein Essen gehen („das sieht man mir an“) standen nun auf der Agenda. Immer an seiner Seite Frau Traudl, mit der er seit 1970 verheiratet ist.

Vom Sport hält Rath nicht viel. In seiner Jugend stand Judo, Boxen und Fußball auf dem Programm, heute geht er allenfalls mal Schwimmen. Spaziergänge sind seit dem Tod seines Hundes auch gestrichen.                                                                               H.J.

Walter Schmitz 70

Seine Kunst macht Gänsehaut

Auf seiner Website walterschmitz.com steht: „Beim Fotografieren verbinde ich mich mit der Welt. Sie ist wie eine Bühne, auf der es mir um Begegnung und Beziehung geht, zu Menschen in ihrem Sein und Tun, zu Orten und Dingen in ihrem Zusammenspiel, um Nähe und Abstand, um Inhalt und Form. Und, die Magie des Au-

genblicks.“ Die Reportagen und Foto-Essays von Walter Schmitz werden seit 30 Jahren in Stern, GEO, FAZ-magazin, Spiegel, Merian und internationalen Magazinen veröffentlicht.

Die Reportagen und Foto-Essays von Walter Schmitz werden seit 30 Jahren in Stern, GEO, FAZ-magazin, Spiegel, Merian und internationalen Magazinen veröffentlicht. Ange-

fangen hat der am 5. Mai 1946 in Bayreuth geborene Sohn einer Fotografin in München, wo er sich in der Agentur von Axel Springer jr., der unter dem Pseudonym Sven Simon die Szene der Sportfotografen aufmischte, fotojournalistisch ausbilden ließ. . Bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal fotografierte er unter anderem auch für den Stern. Das war der Anfang einer langen Zusammenarbeit. Walter Schmitz zog nach Hamburg, wo er dank Rolf Gillhausen (das „Auge" des Stern) die ersten großen Sportreportagen fotografierte, die es bis dahin beim Stern in dieser Länge nicht gab, zum Beispiel Fußball in Brasilien über acht Doppelseiten, oder Sport in den Arabischen Emiraten.

Mit dem VMS-Mitglied Peter Bizer, damals Korespondent des Stern in Moskau, machte Schmitz eine große Reportage über Eishockey in der UdSSR auch in Moskauer Hinter-

höfen, „bandy-hockey“ in Sibirien und über die Eishockey-Weltmeister von Dynamo Mos-

kau. Später fotografierte er Fußball in Italien und Afrika, Capoeira in Brasilien, „speed-sailing“ in Tunesien“.

"Walter, flieg' nach Brasilien..."

Über ihre Zusammenarbeit sagt Bizer: „Es gibt keinen Fotografen, dem man so wenig er-

klären musste, auf was es ankommt. Walter, flieg' nach Brasilien und mach' was über Capueira! - Was ist dass denn? - Na, dieser Sport der Sklaven, mit dem sie sich einst gegen ihre Peiniger verteidigten und der eine Mischung aus Samba und kontrolliertem Totschlag ist. - Aha! Wann soll ich fliegen? Dann war er weg und kam zwei Wochen spä-

ter wieder mit einer hinreißenden Auswahl von Bildern, von denen eines, auf dem ein heranfliegender Fuß eben nur fast den Kopf eines Jungen trifft, ein Kunstwerk des Me-

tiers ist (Foto oben).

Für das Magazin Sports reiste Schmitz bis zu dessen Einstellung zu Maradona nach Neapel, fotografierte Boxer in Kuba, Sport in der DDR während der Wendezeit und in der UdSSR. Für seine Reportage von der Tour de France 1992 gewann Walter Schmitz beim Wettbewerb world press foto den ersten Preis. Für GEO fotografierte Schmitz Land-

schaften in Schottland, Australien, England, für MERIAN und für das FAZ-Magazin bis zu dessen Einstellung im Jahr 2000.

Erinnerung an "die tollen Zeiten in München"

Kurt Tucholsky soll gesagt haben: Kunst ist, wenn es Gänsehaut gibt. Beim Betrachten der Fotos von Walter Schmitz fängt es an zu kribbeln. Bizer: „Das liegt auch daran, dass er immer dann stehen blieb und seine Kamera auspackte, wenn Kinder Sport spielten. Und damit hat sich Walter Schmitz nicht nur als Fotograf, sondern als Mensch verraten. Seit ich ihn kenne, und das ist über 30 Jahre her, ist er Kind geblieben – neugierig, auch nicht immer folgsam, aber immer zu einem neuen Spielchen bereit und von einer Krea-

tivität beflügelt, die irgendwo in seinem Bauch geboren wird.“

Die Sportfotgrafie, mit der in München alles begann, hat Walter Schmitz nie ganz losge-

lassen. Er sagt, Sport verstehe man auf der ganzen Welt, der Sport öffne Türen und schaffe Nähe zu den Menschen.

Peter Bizer über Walter Schmitz: „Er liebt vor allem Fotografieren und seine Tochter. Die-

se Auskunft stammt von seiner Frau Silvia. Sie hatte einst in München bei der Agentur Sven Simon die Bilder und Negative der Fotografen sortiert, die nicht alle genial, aber alle chaotisch waren. Der schlimmste Fall war Walter Schmitz und deshalb hat sie ihn auch geheiratet und ist seitdem nicht nur seine fantastische Frau, sondern vor allem seine Managerin. Ein wunderbares Paar. Er fotografiert und sie redet.“

Und weshalb ist Walter Schmitz, der schon drei Jahrzehnte lang im Hamburg lebt, noch immer Mitglied im Verein Münchner Sportjournalisten? Er sagt, wohl auch, weil es es ihn „an die tollen Zeiten in München erinnert“. Nicht vergessen hat er die „Fotosichtungen“ in den Münchner Redaktionen, „als alles noch offline war“.

Der VMS dankt für die Treue und gratuliert zum 70. Geburtstag mit Champagner.     

                                                                                                                               P.B./H.E.

Edgar Fuchs 75

Stiller Brüter aus der Oberpfalz

Als er 50 wurde, brachte die Münchner Abendzeitung eine ganze Seite 3 über ihn, ihren stellvertretenden Chefredakteur. Darüber stand „Keiner schweigt so laut wie unser Mann aus der Ober-

pfalz.“ Auch Alfred Brehm kam zu Wort, unter der Zeile „Lob des Fuchses“ schrieb der große Tierfreund: „Als Einzelgänger gebo-

ren, hasst der Fuchs jegliche Rudel und hält sich meist von ei-

nem solchen entfernt.“

Eine Metapher, die auch noch heute für ihn gilt, 25 Jahre danach - für Edgar Fuchs, der am 21.April in Straßlach bei München sei-

nen 75.Geburtstag begeht.

Edgar Fuchs, ein stiller Brüter. Wohl niemand, der einst neben ihm in einer Redaktion gearbeitet hat, kann sich daran erinnern, dass er jemals laut geworden ist. Dafür aber knurrend. Etwa wenn er als Textchef bei BUNTE einem Kollegen mürrisch das Manus-

kript über den Tisch zurückschob, und in tiefem Boairisch grollte: „Mein Lieber, sog´ amol, mogst mich jetzt verorschen?“

Fuchsig ließ Edgar die Redakteure spüren, wenn sie nachlässig dachten - oder über-

haupt nicht. Wie ein Magnet fand er in jedem Text einen Schwachpunkt. Seine Abend-

zeitung nannte ihn auf ihrer Sonderseite zum Fünfzigsten „Macho mit dem spitzen Stift.“

Kaum ein Redaktionsmitglied aber zog sich ihm gegenüber deshalb beleidigt zurück. Denn alle wussten nachher - beim Lesen redigierter Texte -, was sie hätten besser ma-

chen können. Und wenn gerade Deadline war, dann setzte sich Edgar Fuchs hin, hat die Tür zum Büro abgeschlossen und den ganzen Text in Windeseile rigoros umgeschrieben.

Und das machte ihm offensichtlich auch noch Freude - es war seine Freude an der Spra-

che. Hier genoss einer die Macht, mit Worten zu spielen, kleine Kunstwerke in Sätzen zu gestalten. (Und so nebenbei schmückte er ja auch noch durch den neuen Text die Auto-

renzeile des Kollegen ...)

Seine bevorzugte Liebe gehörte dem originellen Gedanken, besonders in Titeln und Überschriften. Ein Fuchs-Klassiker aus der Abendzeitung während der Olympischen Spiele 1972 in München: „Die anderen siegen, wir bleiben heiter.“ Oder in BUNTE mit „Das schönste Mauerblümchen“ über die Eiskunstläuferin Kati Witt aus der damaligen DDR.

Damals konnte Fuchs freilich noch nicht ahnen, dass er einmal Witts Memoiren schrei-

ben würde, den Bestseller: „Meine Jahre zwischen Pflicht und Kür“. Edgar Fuchs als Ghostwriter, so wie in den neunziger Jahren die Beckenbauer-Biografie: „Ich, wie es wirklich war“. Diese stand sogar in der Jahres-Bestsellerliste beim Spiegel.

Fuchs volontierte bei den Oberpfälzer Nachrichten in Weiden. Über den Lokalsport der Neuen Rhein-Zeitung in Düsseldorf ging es nach München zur Abendzeitung, wo er es bis zum Stellvertreter des Chefredakteurs brachte. Bei BUNTE in Offenburg war Fuchs nacheinander Ressortleiter Sport, Textchef und Geschäftsführender Redakteur, am Ende der Karriere in Hamburg bei Gala und SportBild jeweils Chefredakteur.

Viele Aufgaben, aber nur eine Hingabe: zur Abendzeitung, nicht nur Arbeits-, sondern auch Herzensplatz. Von ihm geliebt als Redaktion und Identifikation mit dem Münchne-

rischen, durch Geist und Witz und Esprit, in einer „kritisch liberalen Straßenverkaufszeitung“ (Redaktionsstatut). Hört man ihm zu, im Rückblick auf seine rund 50 Jahre Journalismus - die AZ von damals, das war sein Ding ...!

Reporter, Ressortleiter, Textchef, Geschäftsführer, Chefredakteur, Ghostwriter - das volle Tablett. Alles doch schon so viele Jahre her und ganz weit weg, für ihn, den Privatier. Endlich kein Ärger mehr über Fehler von anderen! Diese sucht Edgar Fuchs heute nur noch bei sich selbst, im Golfspiel. Dabei hat er doch immerhin Handicap 18 - nicht nur dazu herzlichen Glückwunsch, Edgar !                                                        Wolfgang Uhrig

Fred Joch 75

Noch gut in Schuss

Fred Joch ist mit seinen 75 Jahren (geb. 21. März 1941 in Proskowitz/Proskovice bei Ostrava/Ostrau) noch gut in Schuss. Er wurde, als Mitglied des Schützenvereins Neufarn-Parsdorf, mit der Luftpistole, aufgelegt, Klasse Senioren C, Meister vom Gau Ebersberg, mit 278 von 300 möglichen Ringen. Der Schützenmeister habe ihm versichert, dass das „C“ nicht für „Composti“ steht.

Das Hantieren mit der Kamera war für Fred Joch schon immer ein gutes Schießtraining, und ist es noch. 49 Jahre, nachdem er im Münchner Stadion an der Grünwalder Straße sein erstes Fußballfoto schoss, fotografiert Joch zusammen mit seiner Frau Heide in der Münchner Arena für Sponsoren des FC Bayern.

Er war 1966 der erste Angestellte von Axel Springer junior, der unter dem Pseudonym Sven Simon die Münchner Sportfotografenszene aufmischte. Fred Joch hatte Springer bei der Illustrierten Quick kennengelernt. Und dort auch seine spätere Frau. Die ist ge-

lernte Fotografin, Fred war damals noch Zimmermann und werkelte beim Wiederaufbau des Bayerischen Nationaltheaters mit. 1970 war Axel Springer Trauzeuge der Jochs.

1968 machten sich Fred und Heide Jochs selbständig. Freds Nachfolger bei Sven Simon war Günter R. Müller, die beiden ließen die Fotoagentur SVEN SIMON GmbH ins Han-

delsregister eintragen.

Das Schicksal meinte es gut mit Fred Joch. Er war Beifahrer seines Kollegen Max Mühl-

berger, als die beiden Fotografen 1972 auf der Rückfahrt von der Photokina in Köln am Kindinger Berg über dem Altmühltal verunglückten. Joch überlebte mit Schlüsselbein und Schulterbruch. Als er das Krankenhaus verlassen konnte, hatten sie Max Mühlberger im Ostfriedhof zu Grabe getragen.

Fred Joch fotografierte 42 Jahre lang für Bild München. Und er engagierte sich berufs-

ständisch: Als Schatzmeister des Vereins Münchner Sportjournalisten (VMS) von 1989-

1997, danach als Beisitzer im Vorstand und als Fotografensprecher von 1972-2010. Er ist seit 1969 Mitglied des VMS.

Gefragt, ob er zur Sportfotografie als Broterwerb rate, warnt Fred Joch junge Menschen: „Das ist ein aussterbender Beruf.“ Er sieht die Zukunft für seine Zunft illusionslos. „Es ist nur noch eine Zeitfrage, bis es gelingt, vom Fernseher weg scharfe Bilder zu machen.“ Das kann dann jeder.                                                                                H.E.

Michael Steinbrecher wäre 100 Jahre alt

Er war das wandelnde Münchner Fußballarchiv

Michael Steinbrecher (l.) und Franz Beckenbauer

In der Aufstiegsrunde 1965 zur Bundesliga holte Trainer Tschik Cajkovski den 17-jähri-

gen Franz Beckenbauer in die Mannhaft — als Linksaußen. Der FC Bayern besiegte den FC St. Pauli in Hamburg 4:0, das dritte Tor schoss Beckenbauer. St. Pauli traf nur den Pfosten - kein Wunder: An den hatte Torhüter Sepp Maier als Talismann eine Matrosen-

puppe gehängt, die ihm der Münchner Fußball-Journalist Michael Steinbrecher ge-

schenkt hatte. Der Aufstieg gelang allerdings erst ein Jahr später.

Steinbrecher war das wandelnde Münchner Fußball-Lexikon. Er belieferte die Sportre-

daktionen mit Statistiken in einer Zeit, da diese nicht beliebig verfügbar waren. Der PC war noch nicht erfunden und Google noch nicht gegründet. Über die Münchner Lokal-

derbys wusste er alles. Aber seine Manuskripte waren gefürchtet. Wer Pech hatte, der bekam den kaum mehr lesbaren und siebten oder achten Durchschlag aus dünnem Luftpostbriefpapier, aus dem die perforierten Buchstaben fielen.

Für die Münchner Fußballspieler war Michael Steinbrecher eine Respektsperson. Zu sei-

nem 80. Geburtstag im Hofbräukeller kam Franz Beckenbauer als Ehrengast.

Steinbrecher engagierte sich auch berufsständisch. Er war von 1971 bis 1985 2. VMS-

Vorsitzender. 1980 wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Michael Steinbrecher starb im 83. Lebensjahr. Er wäre am 23. April 2015 100 Jahre alt geworden. Am 21. August 1997 sprach der damalige VMS-Vorsitzende Hans Eiberle auf dem Haidhauser Friedhof den Nachruf. Die Grabstelle: Gräberfeld 1, Reihe 3, Grab Nummer 5 .                                                                                                              H. E.

Sammy Drechsel wäre 90 Jahre alt

Mikrofon, Fußball und die Lach- und Schieß

Sammy Drechsel, 1951 beim 2:0-Sieg des VMS gegen die Augsburger Kollegen.

Jetzt passen Sie auf, jetzt kommt der lange Finne und zieht dem Alois Schloder, ach herrje, die Beine unterm Allerwertesten weg, und auf dem liegt er jetzt." Eishockey mit Sammy Drechsel war in den 60-ern ein TV-Glanzlicht. Trotz seiner Berliner Schnauze machte der Reporter, der vor 90 Jahren, am 25. April 1925, in Berlin als Karl-Heinz Kamke geboren wurde, auch in Bayern Karriere. Beim Bayerischen Rundfunk kommen-

tierte er in den Fünfzigern Fußball, Radrennen und Boxen, bei der Fußball-WM 1966 das Halbfinale Deutschland — UdSSR (2:1).

In den späten 40-er Jahren war Drechsel, der nach einer kaufmännischen Lehre beim Sportreporter Rolf Wernicke volontiert hatte, bei Rias Berlin Sensationsreporter. Er ba-

lancierte übers Hochseil, entschärfte eine 20-Zentner-Bombe, ließ sich, zwischen den Gleisen liegend, von einem D-Zug überrollen - und sprach dabei live seine Reportagen.

1950 kam Drechsel nach München zum Bayerischen Rundfunk. 1956 gründete er mit

Dieter Hildebrandt die Lach– und Schießgesellschaft, deren Leiter und Regisseur er bis zu seinem Tod am 19. Januar 1986 war. Schon 1955 hatte er das Jugendbuch „Elf Freunde müsst ihr sein“ geschrieben, es wurde sehr viel später als Hörbuch von Dieter Hildebrandt gesprochen. Drechsel führte die Studioregie für Hildebrandts TV-Formate „Notizen aus der Provinz“ und beim „Scheibenwischer“.

Fußball war Sammy Drechsels Leidenschaft. Er wurde mit dem BSV 92 Berliner Jugend-Fußballmeister. In München gründete 1956 den FC Schmiere, bei dem zahlreiche Promi-

nete spielten, meist für wohltätige Zwecke. Drechsel erzielte in 963 Spielen rund 1500 Tore.

Einen letzten Kurzauftritt im Fernsehen hatte Drechsel in der Serie Kir Royal (1986) von Helmut Dietl. Die Aufnahmen entstanden, kurz bevor er an den Folgen einer Krebser-

krankung starb. Er war seit 1962 mit Irene Koss verheiratet. Beider Grabstelle ist auf dem Münchner Nordfriedhof (Grab Mauer rechts Nr. 244).                                              H. E.

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