Verein Münchner Sportjournalisten
Verein Münchner Sportjournalisten

Verein Münchner Sportjournalisten (VMS)

Der Verein Münchner Sportjournalisten, mit 391 Mitgliedern (Stand 21. März 2022) der zweitgrößte der 20 Regionalvereine des Ver-bands Deutscher Sportjournalisten (VDS), ist die berufsständische Vereinigung der hauptberuflich tätigen Sportjournalistinnen und Sportjournalisten (Print, Online, Rundfunk, Fernsehen, Foto) inOber- und Teilen von Niederbayern. Über uns...

Neu: VMS INFO - als pfd-Datei

Das 21. Jahresheft des Vereins Münchner Sportjournalisten

(1. Juni 2022) - Die 21. Ausgabe von VMS INFO, dem Jahresheft des Vereins Münchner Sportjournalisten (VMS), ist als pdf-Datei erschienen (linke Spalte). VMS INFO gibt es seit 2002. Auch in den Pandemiejahren 2020 und 2021 gab es lediglich eine pdf-Ausgabe.

In diesem Heft: Rückblick auf die XX. Olympischen Spiele 1972 in München und das Attentat, mit Zeitzeugen-Interviews von Joachim Day. Texte und Fotos der in den VDS-Berufswettbewerben prämierten VMS-Mitglieder, sowie die Gewinnerin und Gewinner im vom VMS zum 21. Mal ausgeschriebenen Helmut-Stegmann-Nachwuchs-Förderpreis für regionale und lokale Sportberichterstattung und das VMS-Stipendium. Außerdem Berichte über die Jahresversammlungen des Verbands Deutscher Sportjournalisten (VDS) sowie dessen regionaler Organisation, dem Verein Münchner Sportjournalisten (VMS). Das Editorial schrieb Margit Conrad, die 2. VMS-Vorsitzende. Und die ausgezeichneten Texte und Fotos sowie Begebenheiten aus der VMS-Chronik, Geburtstagestexte, Nachrufe, das Protokoll der VMS-Jahreshauptversammlung und die Satzung.

In dankbarer Erinnerung an Helmut Stegmann

(28. März 2022) - Vor 25 Jahren, am 29. März 1997, starb Helmut Stegmann. Er war von 1971-1989 1. Vorsitzender des Vereins Münch-ner Sportjournalisten (VMS). Vorstand und Mit-glieder erinnern sich in Dankbarkeit an einen herausragenden Journalisten. Er fing 1960 als Volontär beim Münchner Merkur an und war Gründungsmitglied der Boulevardzeitung tz, zu deren Chefredakteur er 1973 aufstieg. An einen Kollegen mit berufsständischem Engagement und an einen hilfsbereiten, liebenswerten Men-schen.

  Sein Grab ist in seinem Geburtsort Seees-haupt am Starnberger See. Thomas Walz, 1. Vorsitzender des VMS, legte dort am Jahrestag ein Blumengebinde nieder. Weiter

"Woast du scho, was a Abseits is?“

Das Standing der Sportjournalistinnen im Fußball hat sich gebessert

(15.April 2022) – Der Verein Münchner Sportjournalisten (VMS) verzeichnete schon einmal einen Mitgliederbestand von knapp über 400, Pandemie-bedingt erlebte auch er einen kleinen Aderlass. 391 Mitglieder können sich trotzdem sehen lassen, nicht jedoch der Anteil der Frauen in dem von Männern nach wie vor stark dominierten Sportjournalismus. Nur zwölf Prozent – also 48 Frauen – scheinen sich in diese Materie, diesen Aufgabenbereich zu „trauen“.

  Das sei viel zu wenig, sagte VMS-Geschäftsführer Diethelm Straube im großen Saal des Bayerischen Landessportverbands, wo der Verein dank des Entgegenkommens von Geschäftsführer Thomas Kern die längst überfällige Hauptversammlung mit Neuwahl abhalten konnte. Zwar bestätigte Elisabeth Schlammerl als 1. Vizepräsidentin des VDS, dass das zahlenmäßige Verhältnis – weibliche/männliche Sportjournalisten – im Dachver-band ähnlich gelagert sei, doch das ist für Straube kein Grund aufzuatmen. Schließlich rüctken in vielen Sportarten, in denen man es jahrzehntelang nicht für möglich gehalten habe, längst auch die Frauen in den Mittelpunkt des Geschehens. Und warum sollten diese Aktivitäten nur von männlichen Sportjournalisten beleuchtet werden?

  Die stellvertretenden VMS-Vorsitzende Margit Conrad kann ein Lied davon singen, wie oft sie in den 1980er und 1990er Jahren belächelt und verhöhnt wurde, weil sie sich getraut hat, über Fußball zu schreiben. Natürlich passierte das auf Lokalebene im unterklassigen Bereich. Als wäre es gestern gewesen, erinnert sie sich noch gut an ein wegen Wintereinbruchs im März ausgefallenes Nachholspiel der damaligen Spielverei-nigung Moosburg beim SC Kirchasch am Ostermontag. „Damals noch mit Stift und Block bewaffnet stand ich am Spielfeldrand, um die Szenen, Vorfälle und Tore zu notieren. Es war warm, sehr warm, und alles lief gut. Doch plötzlich war da eine Alkoholfahne, die mich bald umgehauen hat. Noch nicht ganz ausgenüchtert, lallte ein Kirchasch-Fan mir über die Schulte.“ „Wos schreibst denn do, woast du scho, was a Abseits is?“ Und was sagte ich: „Na, aba du werst es mir ja glei erklärn.“ Dazu kam es nicht, denn der Fan wurde von SCK-Verantwortlichen „abgezogen“.

  So etwas passiert Frauen, die über den FC Bayern oder anderen hochklassigen Vereinen schreiben, vielleicht nicht auf diese Art und Weise. Aber gefeit vor Anfeindungen und beleidigenden Kommentaren sind auch sie nicht. „Gerade die Social-Media-Kanäle bieten heutzutage Plattformen für unqualifizierte Kommentare“, bestätigt Elisabeth Schlammerl (ihr Spezialgebiet ist neben dem Wintersport eben der Fußball), „weil man einfach schneller was loswerden kann und sich nicht wie früher hinsetzen, einen Leserbrief schreiben und diesen dann noch zur Post bringen muss“.

  Aber das Standing der Sportjournalistinnen hat sich in der Fußballberichterstattung deutlich gebessert. Und Margit Conrad erzählt, dass es auch in den 1980er und 1990er Jahren hochkarätige Trainer gegeben hat, denen es egal war, wem sie Auskunft geben oder Fragen beantworten sollten, und von denen man als eine über Fußball schreibende Frau absolut korrekt und nicht herablassend behandelt worden sei. „In bester Erinnerung bleiben mir Peter Grosser, als er als Trainer der SpVgg Unterhaching das Pokalspiel bei der SpVgg Moosburg bestritten hat (letztlich nach Moosburger Führung ein 4:1-Sieg) oder Sigi Held, der in der Saison 1993/94 den 1. FC Dynamo Dresden trainierte. Held kampier-te mit seiner Mannschaft im Dorint-Hotel Freising, und für ihn war es ganz selbstverständ-lich, einer Lokalsportjournalistin ein Interview zu geben. Auch der frühere Handball-Bundestrainer Heiner Brand und andere haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass Frauen als Sportreporter anders zu behandeln seien.

  „Deshalb, liebe Kolleginnen: Habt Mut, einzusteigen. Ihr könnt es!!!“                          mac

Athletes for Ukraine gegründet

(10. März 2022) - Am 6. März 2022 wurde in Traunstein der Verein „Athletes for Ukraine e.V.“ gegründet. Ziel des Vereins ist es, alle Athleten weltweit zu vereinen, um gemeinsam ein Zeichen gegen Krieg und für Frieden und Solidarität zu setzen.
  Jens Steinigen, 1992 Olympiasieger im Biathlon, Initiator und 1. Vorsitzender des Vereins zu seiner Motivation: „Athletes for Ukraine habe ich initiiert, weil ich schreiendes Unrecht nicht ertragen kann. Putin muss sofort gestoppt werden. Für das ukrainische Volk, das auch unsere Werte mit seinem Leben verteidigt. Für unsere Zukunft und die unserer Kin-der, für die Zukunft aller, die in Freiheit und Demokratie leben wollen! Es kann und soll aber jeder mitmachen, egal ob er Profi, Trainer, Hobbysportler oder Fan ist oder sich nur gegen den Krieg in der Ukraine engagieren möchte. Gemeinsam sind wir stark!“, so Ste-inigen weiter.
  Schon viele internationale Prominente aus dem Bereich des Sports haben sich dem Verein angeschlossen oder unterstützen die Idee. „Mit finanziellen und humanitärerer Hilfe sollen vor allem Hilfsprojekte entstehen und unterstützt werden, um so Familien und Kin-dern wieder Mut und Zuversicht zu geben“, so Tobias Angerer, Gründungsmitglied des Vereins und vierfacher Olympiamedaillengewinner.
  Neben der finanziellen und humanitären Hilfe ist es ein besonderes Ziel des Vereins, dass es keine Bilder von Sportveranstaltungen mehr auf dieser Welt gibt, auf dem nicht in irgendeiner Form gegen den Krieg in der Ukraine protestiert wird, bis der Krieg zu Ende und die russische Armee aus der Ukraine abgezogen ist!
  Wolfgang Pichler, Erfolgstrainer im Biathlon, beschreibt seine Motivation, wie folgt: „Ich denke, wenn wir alle vereint sind, haben wir eine Chance. Es wird schwierig, aber wenn wir nichts machen, wird es noch schwieriger!“
  Auch prominente aktive Sportler zeigen aktuell schon klare Kante gegen diesen Krieg, so auch Felix Loch, dreimaliger Olympiasieger im Rodeln: „Wir Sportler sind untereinan-der die größten Konkurrenten, kämpfen in der Rodelbahn um 1000Tel Sekunden und geben jeden Tag unser Bestes, um zu gewinnen. Für uns selbst und auch für unser Land! Aber nicht um jeden Preis. In den letzten Tag rückt dies alles in den Hintergrund. Ukraini-sche Sportler kämpfen jetzt in einem realen Krieg hier in Europa. Wir müssen sie und ihre Familien von hier aus bestmöglich unterstützen und helfen.“
  Der Vorstandschaft ist es wichtig, dem ukrainischen Volk Mut zu machen und ihm zu zei-gen, dass wir fest an seiner Seite stehen.

www.athletes-for-ukraine.de

Pressekontakt: Jonahwerner@web.de

"Nichts ist so praktisch wie gute Theorie"

Abschlussbericht der VMS-Stipendiatin Melina Maria Kutsch

Melina Maria Kutsch war seit April 2021 Stipendiatin des Ver-

eins Münchner Sportjournalisten (VMS). Sie berichtete viertel-jährlich über ihre duale Ausbildung mit Studium an der Uni Eich-stätt-Ingolstadt und Volontariats bei sport1. Ihr Abschlussbericht:

 

(2. März 2022) - Mein drittes Semester des Studiengangs „Jour

nalistik mit Schwerpunkt Innovation und Management“ an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt stand ganz im Zei-

chen der Praxisprojekte mit dem Bayrischen Rundfunk und dem SPIEGEL Online. Nebenbei gab es noch sieben weitere Kurse. Dadurch, dass ich die ersten beiden Semester im Teilzeit-Modus neben meinem Volon-tariat absolviert habe, war mein Ziel für das Wintersemester klar: die Veranstaltungen des ersten und zweiten Teil-zeitsemesters aufholen sowie das normale Pensum des dritten Vollzeitsemesters schaffen. Wie im letzten Bericht angedeutet, möchte ich den Master so schnell wie möglich been-den, um weiterhin Praxiserfahrung zu sammeln und so richtig im Berufsleben anzukom-men. Weiter

                        Sportbild des Jahres 2021

                 von Sebastian Widmann, München, Mitglied im VMS

                                                                            Foto: Getty Images / Sebastian Widmann

Sebastian Widmanns Fußballmotiv „Es war einmal in Kiew“ überzeugte die Jury beim Berufswettbewerb „Sport-foto des Jahres“ von kicker und Verband Deutscher Sportjourna-listen am meisten. Das preisgekrönte Bild fand sich im 2021er-Jahrgang unter 915 Motiven von 64 Teilnehmer-

*innen. kicker, Volkswagen, Deutscher Fußball-Bund und Nikon unterstützen den Wettbewerb „Sportfoto des Jahres“ mit insge-samt 30.000 Euro. Ausstellungspartner ist das Deutsche Fußballmuseum in Dortmund.

  Die Jury (Vorsitz Jörg Jakob, kicker-Chefredaktion) wählte unter den besten Fotos der Kategorien „Sport allgemein“, „Olympia und Paralympics“, „Amateur- und Jugendfußball“, „Fußball allgemein“ und „Portfolio und Sportreportage“ als „Sportfoto des Jahres“ Sebastian Widmanns Fußballmotiv „Es war einmal in Kiew“ mit dem Bayern-Stürmer Robert Lewandowski.
  Widmann fotografierte Lewandowski am 23. November 2021 im Olympiastadion in Kiew beim Champions-League-Gruppenspiel Dynamo Kiew gegen FC Bayern München, als er mit Fallrück-zieher zum 1:0 traf. Sebastian Widmann (44) ist freiberuflich tätig. Er ist Mitglied des Vereins Münchner Sportjournalisten (VMS) an. Weitere Auszeichnungen: Sportfoto des Jahres 2015: 1. Platz.

  Sebastian Widmann, geb. 1978 in Gräfelfing bei München, studierte 1999 Associates in Arts in Photography and Digital Imaging am Foothill College in Los Altos, Kalifornien, USA. 2001 erwarb er den Bachelor of Science in Photojournalism an der San Jose State University in Kalifornien. 2001-2005: Freier Fotograf in München. 2001.2003: Assistenz bei Erol Gurian Fotografie. 2005-

2007: Foto-Volontariat Deutsche Presse Agentur (dpa). 2007.2009: Freier Fotograf u.a. für die dpa in Hamburg. Seit 2009 Freier Fotograf in Mün-chen. 2011-2013: Pauschalist dapd nachrichten-agentur.

  Wolfgang Rattay (Reuters), der VDS-Fotografensprecher, der im Jahr zuvor das „Sportbild des Jahres geschossen hatte, ist ebenfalls VMS-Mitglied. Rattay war für sein Foto „Selfie mit Papp-Fans“ ausgezeichnet worden.

  Auch Alexander Hassenstein ist VMS-Mitglied. Er wurde diesmal gleich viermal prämiert. Olym-pia und Paralympics: 1. Platz. Fußball allgemein: 2. Platz. Amateur und Jugendfußball: 3. Platz. Portfolio/Reportagen: 3. Platz. "Bilder während zweier Spieltage der DAFL (Deutschen Amputier-ten Fussball Liga) aus Vorndorf": 3, Platz.

"Der Ball im Kopf-Ball-Tor von Leroy Sane gegen Marc-Andre ter Stegen"

                                                                                                   FOTO: Alexander Hassenstein/GettyImages

VMS im Schatten der Pandemie

(24. Dezember 2021) – „Sie konnten zusammen nicht kommen...“. Aber nicht weil das Wasser viel zu tief war, wie im Liedtext von den zwei Königskindern. Wir, der Verein Münchner Sportjournalisten (VMS), konnten bedauerlicherweise coronabedingt auch in 2021 die längst überfällige Mitgliederversammlung mit Neuwahlen nicht abhalten.

  Nein, wir sind nicht handlungsunfähig, aber irgendwie ist es schon traurig, dass uns die Pandemie so in die Schranken weist und immer wieder Prügel zwischen die Beine wirft. Schließlich lebt ein Verein aus der Gemeinschaft, und der Austausch mit unseren Mitglie-dern, also euch allen, ist uns ungemein wichtig.

  Aber auch wir müssen uns dem beugen, was uns die rechtliche Lage vorgibt. Wegen der Kontaktbeschränkungen und vor allem den zuschauerlosen Stadien konnten wir nicht – wie gewohnt – zur Mitgliederversammlung in den Presseraum des FC Bayern einladen und schon gar nicht die doch von den Teilnehmern begehrte sportliche Anschlussver-anstaltung (aktuelles Bundesligaspiel des FC Bayern) anbieten.

  Vize-VMS-Vorsitzende Margit Conrad hat sich deshalb in ihrer Funktion als stellvertre-tende BLSV-Vorsitzende des Kreises 9 Freising bemüht, Termine im großes Sitzungsaal beim Bayerischen Landessportverbands (BLSV) zu vereinbaren. In Absprache mit Ge-schäftsführer Thomas Kern ist dies auch gelungen. Erst in 2020, doch dann schnellten die Inzidenzen in die Höhe, und auch beim BLSV gab’s nur noch Online- oder Videokon-ferenzen. Wir haben diesen unerfreulichen Entwicklungen Rechnung getragen.

 

Wieder keine Mitgliederversammlung

 

  Aber auch im Frühjahr 2021: keine Chance, eine ordentliche Mitgliederversammlung durchzuführen. Erneut haben wir abgewartet, gehofft. Und als es im Spätsommer bzw. Frühherbst danach ausgesehen hat, man könnte – mit gegebenem Abstand – eine Mit-gliederversammlung durchziehen, haben wir uns noch einmal mit der BLSV-Geschäfts-führung ins Benehmen gesetzt. Der Termin für Dienstag, 14. Dezember, hat gestanden, war fix gebucht, doch erneut hat uns Corona und die explosive Entwicklung der Mutanten einen Strich durch die Rechnung gemacht.

  Alles, was in trockenen Tüchern galt, war wie weggeblasen, und deshalb hat sich der Vorstand in seiner jüngsten Ausschusssitzung einstimmig dazu ausgesprochen, die für Dezember geplante Mitgliederversammlung im Haus des Sports abzublasen. „Wir haben so etwas schon erwartet“, erklärte sich Geschäftsführer Thomas Kern wohl auch etwas erleichtert. Wie es weitergeht? Wir schauen, wie die Lage ist.

  Es gibt aber auch andere Nachrichten, die positiv sind: Der VDS-Kongress mit Neuwah-len hat stattgefunden und zwar im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund. Wie be-schreibt es Autorin Elke Rutschmann: „Man hätte keinen besseren Ort finden können“. Keinen besseren Ort, um einen Präsidenten zu verabschieden, der sicherlich nicht jeder-manns Freund gewesen ist. Aber er hat seine Eigenheit, seinen eigenen Charme gehabt, und er hat immer versucht, den VDS weiterzubringen, und hat es auch getan. In welchen Positionen man auch ist: Man wird immer Kritiker und Befürworter finden.

  Verabschiedet hat sich Erich Laaser von den österreichischen Kollegen der Sports Media Austria (SMA) – wenn auch eher unbewusst – bereits im April 2019, als der VDS-Präsident, wie übrigens auch die beiden VMS-Vorsitzenden seit 2016, erneut zu einer Jahrestagung eingeladen worden waren. Anlass damals: der Wien-Marathon und die Ehrung des langjährigen Vorsitzenden Michael Kuhn.

  Am Wahlkongress 2021, der sich coronabedingt verzögert hat, nahm VMS-Vorsitzender Thomas Walz teil. Und er freute sich wie wir alle, dass der Verein Münchner Sportjourna-listen im VDS-Präsidium in den kommenden zwei Jahren gut vertreten ist. Elisabeth Schlammerl ist neue 1. Vizepräsidentin, und Spox-Chef Martin Volkmar vertritt als Beisitzer die digitalen Medien. Nach wie vor dazu gehört als Fotografensprecher Wolfgang Rattay. „Wir sind auf alle Fälle im VDS stark vertreten“, das kann man nur so unterstreichen, sagt VMS-Vorsitzender Thomas Walz.

  Und dann gibt es noch eine Neuigkeit: „Mit der Ausgabe 13.222, Jahrgang 70, Dezember 21/Januar 22 ist die gedruckte Form des SPORTJOURNALIST Vergangenheit, denn ab dem kommenden Jahr gibt es Informationen und Texte nur noch digital. Ausgelöst wurde diese Diskussion bereits 2016 bei der VDS-Mitgliederversammlung in der Allianz-Arena, als vor allem die jungen Kollegen und die Onliner sich für eine zeitgemäße Digitalisierung des Produkts, auch aus Kostengründen, stark gemacht hatten. Daraufhin hatte man die Ausgaben zum 1.1.2018 auf sechs Ausgaben reduziert.

  Auch wenn vieles digital und online wird: wir hoffen und möchten den persönlichen Kon-takt zu euch, unseren Mitgliedern aufrechterhalten. Wir arbeiten daran und glauben fest, bis im Frühjahr die Jahreshauptversammlung als Präsenzveranstaltung abhalten zu kön-nen. Wir wünschen euch allen ein schönes und erholsames Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Jahr 2022.           Thomas Walz, Margit Conrad und der VMS-Vorstand

FOTO: MARIA MÜHLBERGER

Als Richard Süßmeier der VMS-Nikolaus war

Jahresabschlussfeier auch 2021 ein Opfer der Pandemie

(14. Dezember 2021) – Die Nikolausfeier des Vereins Münchner Sportjournalisten (VMS) ist so alt wie der Verein selbst. Die letzte gesellschaftliche Veranstaltung des 1950 gegründeten Zusammenschlusses der über Sport Schreibenden, Fotografierenden, Rund-funk- und Fernsehschaffenden und Online-Tätigen aus München und dem oberbayeri-schen Umland, die nicht wie Ausflüge und Fußballspiele dem Zeitgeist zum Opfer gefallen ist, wurde allerdings 2021 erneut ein Opfer der Pandemie und erlebt hoffentlich 2022 eine Wiedergeburt.

  Mehr als ein Vierteljahrhundert lang las Richard Süßmeier den um den 6. Dezember he-rum in festlicher Runde versammelnden Nikoläusinnen und Nikoläusen des VMS die Le-viten – meist in Versform. Er erzählte von seinem bewegten Leben als Wiesnwirt und Münchner Original sowie Geschichten aus der Nachkriegszeit, als sein Vater, der Wirt vom Straubinger Hof, die Sechziger-Fußballer durchfütterte. Richard Süßmeier hatte ab 1987 den VMS in seinem Forsthaus Wörnbrunn zu Gast, zog mit ihm weiter an den Chinesi-schen Turm, schließlich Da Fausto in die Schönstraße und mit dem Gastronomen Fausto Tassi weiter in die Helmtrudenstraße. 2013 ging Süßmeier als Nikolaus in Pension.

  Bekannt geworden war der Großgastronom auch durch einen von ihm 1984 verursachten lokalen Politskandal, als er sich über den damaligen Kreisverwaltungsreferenten Peter Gauweiler lustig machte. Süßmeier verkleidete sich als Gauweiler und ließ sarkastische Plakate mit Gauweilers Konterfei und dem Spruch „Gauweiler sieht dich - Gauweiler is watching you“ in seinem Armbrustschützenzelt aufhängen. Außerdem demostrierte er fürs Fernsehen, wie man aus einen Wiesnhendl drei halbe Hendl machen kann.

  Da wurde Gauweiler sauer. Infolge dieser Provokation verschärfte sein Kreisverwaltungsreferat die Kontrollmaßnahmen in Süßmeiers Betrieb, was am 30. Sep-tember 1984 zum Verlust der Wiesn-Konzession und zum Rücktritt als Sprecher der Wiesn-Wirte führte. Danach betrieb Süßmeier unter anderem die Traditionsgaststätte Zum Spöckmeier.

  Richard Süßmeier hatte Gastrollen in Michael Verhoevens preisgekröntem Spielfilm „Das schreckliche Mädchen“ (1990), im Tatort „...und die Musi spielt dazu“ (1994) und spielte sich selbst im Dokumentarfilm „Der Napoleon der Wirte“ (1996). Er starb am 30. November 2020 im 91. Lebensjahr.

André Keil löst Erich Laaser als VDS-Präsident ab

Das neue VDS-Präsidium (v. l.): Martin Volkmar (Beisitzer), Wolfgang Rattay (Fotografen-sprecher), Andre Keil (Präsident), Thorsten Poppe (Beisitzer), Elisabeth Schlammerl (1. Vizepräsidentin), Wolfram Köhli (Schatzmeister), Arno Boes (2. Vizepräsident).

                                                                                                   FOTO: INA FASSBENDER

VMS Online-Beisitzer Martin Volkmar auch Beisitzer im VDS-Präsidium

(27. Oktober 2021) - Die Mitglieder des Verbandes Deutscher Sportjournalisten haben entschieden: André Keil ist der neue Präsident. Er folgt auf Erich Laaser, der seit 1999 amtierte und wie der langjährige Schatzmeister Christoph Schu-mann nicht wieder kandidierte. Neu in der Verbandsführung sind Wolfram Köhli, Martin Volkmar und Thorsten Poppe.

Dem VDS-Präsidium gehören jetzt drei Mitglieder des Vereins Münchner Sport-journalisten (VMS) an: Elisabeth Schlammerl (1. Vizepräsidentin), Wolfgang Rattey (Fotografensprecher), Martin Volkmar (Beisitzer).

 

  Auf dem Wahlkongress des Verbandes Deutscher Sportjournalisten im Deutschen Fuß-ballmuseum in Dortmund wurde André Keil am Dienstag einstimmig zum neuen Präsiden-ten gewählt. „Ich freue mich auf die Aufgabe und bedanke mich für das Vertrauen“, sagte der 54 Jahre alte Vorsitzende des Sportjournalisten-Vereins Mecklenburg-Vorpommern und vormalige 1. VDS-Vizepräsident.

mehr auf www.sportjournalist.de/VDS-Nachrichten/Meldungen/;4454-VDS-Wahlkongress_in_Dortmund

VMS INFO 2021 im Netz

Jahresheft mit 76 Seiten als Pdf-Datei

(26. Mai 2021) - VMS INFO, das Jahresheft des Vereins Münchner Sportjournalisten (VMS), erscheint seit 2002, jeweils im April/Mai. Bis 2019 gab es gedruckte Ausgaben, 2020 und 2021 lediglich eine Pdf-Datei.

 

  Das Heft 2021 (76 Seiten) steht in der linken Spalte unter Aktuelles.

 

Inhalt: Texte sowie Fotos der erfolgreichen VMS-Mitglieder in den VDS-Berufswettbewer-ben. Herausragend: Das Sportbild des Jahres von Wolfgang Rattay, und die faszinierenden Bilder vom Klettern, mit denen Adam Pretty unter anderem beim AIPS-Award gewann. Außerdem die prämierten Texte des 20. Helmut-Stegmann-Nachwuchs-Förderpreises für regionale und lokale Sportberichterstattung.

   Im Editorial weisen Thomas Walz (1. Vorsitzender) und Margit Conrad (2. Vorsitzende) „Neue Wege in und aus der Krise“. Der freie Journalist Jupp Suttner schrieb über „Fußball ohne Ton und O-Ton“. Hans Eiberle sprach mit Armin Gibis, dem Ressortleiter Sport des Münchner Merkur, über ein Jahr ohne Livesport. Christoph Seidl erklärt, wie das Amateurfußball-Portal FuPa Oberbayern nicht nur überlebt, sondern die Klickzahlen des Vorjahrs nur knapp verfehlte. Martin Volkmar, Vorsitzender des VDS-Arbeitskreises Online, beschreibt ein schwieriges Jahr. Gerhard Waldherr (Jahrgang 1960) war „aus der Bronze-zeit ins Internet“ unterwegs. Gerd Raithel, 1954 der jüngste deutsche Chronist des Wunders von Bern. erinnerte sich aus Anlass seines 90. Geburtstags an das WM-Finale.

Der VMS gratuliert

1, April 2021 - Bei den Berufswettbewerben des Verbands Deutscher Sportjournalisten 2020/21 haben sich sechs Mitglieder des Vereins Münchner Sportjournalisten erfolgreich beteiligt. Nach den Fotografen Wolfang Rattay und Adam Pretty (siehe) gab es in den Kategorien Fernsehen, Print und Onlina vier weitere Preisträger.

  Der Vorstand gratuliert den ausgezeichneten Kollegen Mario Kottkamp, Claudio Catuogno, Nicklas König und Maximilian Schmeckel im Namen aller Mitglieder zu ihren herausragenden beruflichen Erfolgen.

VDS-FERNSEHPREIS
Förderer: Deutsche Fußball Liga GmbH

1. Preis (2.000 Euro)
Mario Kottkamp (Rosenheim)

Verein Münchner Sportjournalisten (VMS):

„Weiter, immer weiter – Corona. Die Bundesliga. Der Restart.“

gesendet am 25. Oktober 2020 in der ARD

GROSSER ONLINE-PREIS
Förderer: Commerzbank AG

2. Preis: (1.500 Euro)
Niklas König

Verein Münchner Sportjournalisten (VMS)

 

Maximilian Schmeckel

Verein Münchner Sportjournalisten (VMS)

Als selbst die Bagger staunten –

wie Erling Haaland der umworbenste Torjäger Europas wurde“
erschienen am 18. Februar 2020 auf goal.com

GROSSER VDS-PREIS
Förderer: reservix

 

3. Preis (1.000 Euro)
Claudio Catuogno

Verein Münchner Sportjournalisten (VMS):

„Blut und Stollen“

erschienen am 30. September 2020

in der Süddeutschen Zeitung

                                    Text

Die Basketballer des FC Bayern gedachten vor dem Spiel gegen die Baskets Oldenburg des verstorbenen Sportfotografen Hans Rauchensteiner. FOTO: STEFAN MATZKE

Zum Tod von Hans Rauchensteiner

Das Auge des Sports

  Als er im Dezember 2013 seinen 65. Geburtstag feierte, schrieb ihm Sammy Minkoff „als Freund und Kollege“ in einer Gratulation für den „sportjournalist“ den Schluss-satz:Viel-

leicht findest Du jetzt Zeit und Gelegenheit, um das Leben mit Deiner Frau Hanni zu ge-nießen.“

  Offenkundig nahm er diesen Rat nicht so ernst, denn bei seinem Siebzigsten vor zwei Jahren war er noch immer aktiv, immerhin aber versprach er in der Laudatio im VDS-Magazin: „Ich will es demnächst ruhiger angehen lassen, nur noch kleine Termine wie ab und zu mal hinterm Tor in der Allianz Arena.“ Und dort ereilte ihn jetzt der Tod, am Abend des 6. März beim Heimspiel des FC Bayern gegen Dortmund. Hans Rauchensteiner, das Auge des Sports, starb nach einem Herzinfarkt.

  Die Betroffenheit unter Kolleg*innen war groß am Morgen danach. Alexander Hassen-stein weckte von der Hallen-WM der Leichtathleten aus in Polen mit dieser Nachricht befreundete Journalisten aus dem Schlaf. Rüdiger Schrader beschrieb auf Facebook einen „hochgeschätzten Menschen, sein Lächeln, seinen Witz, seine Fröhlichkeit, seine Herzlichkeit und seinen Humor“.

  Für Stefan Matzke, einer der VDS-Fotografensprecher*innen, war Rauchensteiner ein „sensationeller Fotograf, der immer ein Auge für den ganz besonderen Augen-blick hatte, der beruflich und menschlich mein Vorbild war.“

  Fred Joch, wie Rauchensteiner ein Urgestein der Branche, lobte: „In 50 Jahren war Hans einer der besten und liebenswertesten Kollegen, den ich kennen lernen durfte.“ Auf der FC Bayern-Homepage schätzte man Rauchensteiner „wegen seiner höflichen und freundlichen Art. Deshalb gewährten ihm die Sportler oft tiefere Ein-blicke, da sie sich eines vertrauensvollen Umgangs mit ihm sicher sein konnten.“

  Hans Rauchensteiner - sein Leben war die Fotografie. Damit begann er in seiner Heimatstadt Landshut, wo er als Kind für eine Kamera sparte und später auf Objekt-suche durch die Stadt schlenderte. Eines Tages, so erzählte er gerne, habe er dann Renate getroffen: “Ein bildhübsches Mädchen, siebzehn Jahre, angehende Schau-spielerin.“ Die Mutter dieser jungen Schönheit soll von den Bildern, mit einem Blick in die Zukunft, geschwärmt haben: „Hans, Sie müssen später mal Fotograf werden …“ 

  Das aber dauerte. Erst war er noch Panzerfahrer bei der Bundeswehr, dann Dreher, später Maschinenbautechniker bei Siemens. Das Fotografieren war für ihn noch immer nicht mehr als ein Hobby. Bis er dann einem Mitarbeiter von sven simon auffiel, Synonym für die Bild-Agentur des Sohnes vom legendären Medienzar Axel Springer. Sven Simon akkreditierte ihn für die Fußball-WM 1974 in Deutsch-land. Dafür nahm sich Rauchen-steiner bei Siemens den Jahresurlaub – und ging nie mehr zurück.

 

  Schwieriger Einstieg in die Selbständigkeit

 

Er arbeitete fortan für sven simon. Nach vier Jahren verdiente Rauchensteiner dort 1750 Mark. Mit 22 000 Mark auf der hohen Kante wagte er ab 1.Januar 1980 den Schritt in die Selbstständigkeit. „Vierzehn Tage später war mein Erspartes weg,“ erzählte mir Rauchen-steiner einmal, „schon das erste Wochenende war ein Chaos. Ich wollte so viele Veran-staltungen wie möglich machen und habe dann nichts weggeschafft – mit den Fotos in der Hand bin ich hinter dem Zug herge-rannt, habe ihn verpasst, wollte alle Bilder auf die Schienen schmeißen. Das erste Jahr war eine Katastrophe: 118 000 Mark Umsatz, 110 000 Mark Ausgaben, also 8.000 Mark Verdienst im Jahr, vor Steuern!“

  Doch es kamen bessere Zeiten. Für den „Playboy“ produzierte er eine aufwendige Play-mate-Strecke, was ihm ein fünfstelliges Honorar einbrachte. Eine Werbe-agentur zahlte für eine Uhrenkampagne pro Tag so viel, wie er sonst in einem ganzen Monat verdiente. Und immer wieder kamen lukrative Aufträge von Illu-strierten, großen Buchverlagen. Er fotografierte bei 18 Olympischen Spielen, 22 Wimbledon-Turnieren, neun Fußball-Welt-meisterschaften, bei ungezählten Ski- und Leichtathletikevents – er gehörte einfach dazu, der Münchner mit dem Schnauzer.

  Die Liste der Auszeichnungen reicht vom „World-Press-Foto 1978“, dem 1. Platz in ei-

nem IOC-Wettbewerb 1989, den Siegen 1987 und 1993 im Verband Deutscher Sport-journalisten bis zum Sven-Simon-Preis 2010. „Dafür gab es stolze 10 000 Euro,“ erzählte Hans Rauchensteiner einmal, „aber wichtiger war mir, dass es der Preis meines Mentors und Freundes Axel war.“

  Würdigungen als Auszeichnungen und Ansporn zugleich. Um immer weiter noch dem selbst gestellten Anspruch gerecht zu werden. Auch über das Rentenalter hinaus, mit zweiundsiebzig. Obwohl ihm doch das Herz immer mal wieder Probleme machte. „Am Samstag, im Presseraum der Allianz-Arena hatte Hans plötzlich Übelkeit beklagt,“ berich-tet der Kollege Günter Schiffmann, „blass nahm er Platz auf einem Stuhl. Ich fragte, was los sei. Er nahm seine Corona-Schutzmaske ab und meinte, ihm sei nur übel, das ginge gleich vorbei.“

  Aber da war vor allem auch noch sein Ehrgeiz, dieser Termin FC Bayern gegen Borussia Dortmund. Und wo er sich doch glücklich schätzte wegen der Akkredi-tierung zu diesem Spiel. Die ihm erst zugefallen war durch Losentscheidung gegenüber einem Münchner Kollegen. Es habe nur noch ein einziges Ticket zur Ver-fügung gestanden, wie Kollegen berichten.

  Das letzte Spiel für Hans Rauchensteiner – der tragische Schlusspunkt für ein Auge des Sports, mit zweiundsiebzig, bei der Arbeit im Fußballstadion.                     Wolfgang Uhrig

 

Nachruf auf Hans Rauchensteiner: Bilder können sprechen - Sport - SZ.de (sueddeutsche.de)

 

https://www.sport1.de/fussball/bundesliga/2021/03/fotograf-hans-rauchensteiner-stirbt-in-der-allianz-arena-in-muenchen

 

https://www.abendzeitung-muenchen.de/sport/fcbayern/sport-fotograf-hans-rauchensteiner-ist-tot-art-711450

Gerd Müller

Einer wie keiner

(03.November 2020)  Jetzt ist Fantasie gefragt. Der Ringfinger der linken Hand, das ist der Grabowski. Und der Zeigefinger, das ist der Bonhof. „Also, die stehen rechts“, sagt Gerd Müller, und setzt die Fingerspitzen auf den Tisch; den muss man sich grün vor-stellen, er ist das Spielfeld des Münchner Olympiastadions. Und Müller stämmig, mit schwarzem Haar und Bart, nicht rank und schlank wie er dasitzt im Besprechungszimmer des FC Bayern München: Grau meliert, mit Brille. Beim Blick in die Vergangenheit funkeln die Augen hinter den Gläsern. „Der Bonhof spielt den Ball rein, und ich bin da, ungefähr“, in diesem Augenblick in Gestalt des rechten Zeigefingers. „Da stehen zwei Holländer.“ Die Finger, die eben noch Grabowski und Bonhof waren, heißen jetzt Rijsbergen, und Krol, „der ist bei mir dran. Ich geh’ nach vorn und geh’ dann zurück. Der Ball springt auf mei-nen linken Fuß und springt dann weg.“

 

  Wer ein Foto dieser Szene vor Augen oder sie live erlebt und im Gedächtnis gespei-chert hat, sieht jetzt Krols verzweifelte Grätsche. „Und in dem Moment hab’ ich mit dem rechten Fuß aus der Drehung geschossen, ins lange Eck.“ Müller nimmt die Hände vom Tisch. 2:1 in der 44. Spielminute, eine Halbzeit später war die Mannschaft der Bundes-republik Deutschland Fußball-Weltmeister, am Sonntag, dem 7. Juli 1974, kurz vor 18 Uhr, und mit ihr die sechs Münchner Bayern Franz Beckenbauer, Paul Breitner, Uli Hoeneß, Sepp Maier, Gerd Müller und Hans-Georg Schwarzenbeck.

                                           (Gerd Müller über sein WM-Siegtor 1974 (Hans Eiberle, 2010)

 

  Gerd Müller erklärte ganz einfach, aber trefflich, das Phänomen Gerd Müller: „Als Mit-telstürmer musst du wissen, wo dasTor steht, und das habe ich gewusst.“

 

  Sein Mitspieler Paul Breitner sagte, sichtlich bewegt: „Es gibt wunderbare Mannschaften, es gibt wunderbare Spieler, die nie ganz Große werden, weil sie keinen haben, der sie zu einem ganz großen macht. Ohne Gerd Müller wäre nich nur die Geschichte des FC Bay-ern ganz anders gelaufen, es wären auch das Leben Vieler, die mit ihm gespielt haben, anders verlaufen. Ohne Gerd Müller wäre ich heute nicht hier.“

 

  Gerd Müller hat auch den Lebensweg vieler Sportjournalisten beeinflusst, so wie meinen:

Mit dem FC Bayern und der Nationalmannschaft kreuz und quer durch Europa und nach Südamerika, Siege, Tore, Pokale. Und ganz zum Schluss durfte ich mittwochs beim Jour-nalisten-Hallenkick mit und gegen Gerd Müller spielen.

 

Am 15.August 2021 ist Gerd Müller gestorben, wer wurde 75 Jahre alt.

 

https://www.sport1.de/tv-video/video/paul-breitner-nimmt-hall-of-fame-ehrung-fuer-gerd-mueller-entgegen__1443095C-FC9B-440B-9273-933D81DAF399

 

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/sportclub/Zum-75-Geburtstag-von-Gerd-Mueller,sendung1094654.html

"Schon wieder diese Blonde“: Den Original-Abzug eines Fotos für den „Sunday Mirror“ und den dazugehörigen Artikel hortet Elisabeth Zeitler in ihrem Album.               Repro: Willfurth

Im rosa Kostüm zweimal London und zurück

Als Sissi Zeitler das Covergirl des Sunday Mirror war

(9. September 2019) – Mittwoch, 19. Mai 1965. 1860 spielt im Londoner Wembleystadion gegen Westham United im Finale des Europacups der Pokalsieger. Am Spielfeldrand sitzt eine blonde junge Frau im rosafarbenen Kostüm, in der Hand eine Kamera, Marke Rollei-flex. Ein ungewohnter Anblick, Fußball war damals eine Männerdomäne, erst recht in Eng-

land, und die Sportfotografie nicht minde-

  Den Kollegen des Boulevardblatte „Sunday Mirror“ war die Blonde auch aufgefallen. Die Journalisten witterten eine interessante Geschichte. Zu spät, die Fotografin war frühmor-gens mit der Mannschaft heim nach München geflogen, wo sich die Sechziger trotz der 0:2-Niederlage im Löwenbräukeller am Stiglmaier Platz feiern ließen.

  Elisabeth (Sissi Zeitler) war nicht dabei. Sie saß schon wieder im Flugzeug, zurück nach London, auf Einladung des "Sunday Mirror“. Das Blatt hatte beim beim Münchner Merkur anrufen lassen, für den Josef Zeitler in London fotografierte, gemeinsam mit seiner Frau Elisabeth (Sissi). Sie war die Blonde aus dem Wembleystadion.  Weiter

Plattform für journalistische Talente

Auch Martin Machowecz profitiert vom Stegmann-Preis des VMS 

(2. September 2019 ) - Martin Machowecz (31), Redakteur im Leipziger Büro der ZEIT, diskutierte am Sonntag (1. September 2019) bei Anne Will über die Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg. Der in Meißen (Sachsen) geborene Machowecz studierte Politik und besuchte die Deutsche Journalistenschule in München.

  Machowecz ist einer jener Journalisten, denen der Verein Münchner Sportjournalisten (VMS) mit seinem Helmut-Stegmann-Nachwuchs-Förderpreis für regionale und lokale Sportberichterstattung eine Plattform bietet auf der sie sich in jungen Jahren präsentieren können. Machowecz gewann 2011 mit einem Porträt der Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Katharina Witt („Miss Olympia“), die als Vorsitzende eines 23-köpfigen Kuratoriums mit namhaften Persönlichkeiten aus Sport, Politik, Wirtschaft und Kultur die Bewerbung Mün-chens um die Olympischen Winterspiele 2018 anführte. Der Autor schrieb damals an den VMS: „Von Leipzig aus nochmals herzlichen Dank für die Verleihung des Stegmannpreises, besonders aber auch für den schönen Nachmittag in München. Wunderbar, dass der VMS diesen Preis ausschreibt, über den ich mich sehr freue.“

  Die Platzierten waren damals Sebastian Winter, mit einem Porträt des Wasserspringers Albin Killat („Jenseits des Hasenbergls“), und Philipp Schneider über die Wohngemein-schaft der 1860-Fußballspieler Kevin Volland und Markus Ziereis (Freunde). Winter und Schneider sind Redakteure im Sportressort der Süddeutschen Zeitung.

  Auch andere ehemalige Stegmann-Preisträger etablierten sich im Journalismus. Marc Widmann, 2002 der erste Sieger beim Stegmann-Wettbewerb mit einer Reportage von der Trabrennbahn in Daglfing („Auf der Stufe des Pferdeflüsterers“), ist Leiter der Hamburger Redaktion der „ZEIT“.

  2006 siegte Christina Warta mit einer Reportage über zwei Sechzigerfans („Orgie in Weiß und Blau“), und 2007 gleich noch mit einer Zustandsbeschreibung des einst als Europa-pokalsieger im Handball erfolgreichen TSV Milbertshofen („Alltag in der Hölle Süd"). Sie ist Pressesprecherin für Sport im Referat für Bildung und Gesundheit der Landeshauptstadt München.

  2007 belegte Daniel Pontzen den 2. Platz mit einem Text über den Fußballspieler Philipp Lahm („Eine schrecklich normale Familie“). Pontzen (39) ist Korrespondent im ZDF-Hauptstadtstudio, zuständig u.a. für CDU/CSU, Linke, Außen- und Europapolitik, Bildung. Er promovierte im Fach Politische Wissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität in Frei-burg.

  2012 gewann den 1. Preis Andreas Glas; der als Sechzigerfan verkleidet mit Bayernfans per Bahn nach Freiburg fuhr ("Seitenwechsel). Glas (34) ist Korrespondent der Süddeutschen Zeitung für Nordbayern mit Sitz in Regensburg.

                                                                                                                    H.E.

Reporterglück - Reporterpech

VMS-Stipendiat Johannes Holbein berichtet über seine Ausbildung

(21. August 2019) – Johannes Holbein (25) ist der zehnte Stipendiat des Vereins Münchner Sportjournalisten (VMS). Er wird vom VMS ein Jahr lang bis März 2020 finanziell unterstützt.Holbein besuchte das Albeck-Gym-nasium in Sulz am Neckar (2004-2009) und das Ludwig-Wilhelm-Gymnasium Rastatt (2009-2012), wo er das Abitur mit Note 1,7 bestand. Er ist Schüler der Maste-rklasse der Deutschen Journalistenschule (DJS) in Mün-chen. Vorher studierte am Karlsruher Institut für Techno-logie (2012-2013) und erwarb den Bachelor in Politik-wissenschaften und Geschichte (Note 1,3). Holbein spielt Geige und Fußball, er besitzt den C-Trainerschein.

  Die Print-Ausbildung hat Holbein abgeschlossen, die Radio-Kurse haben angefangen. „Ich habe gelernt, Kommentare und Nachrichten zu schreiben, Interviews zu führen und gründ-lich zu recherchieren“. Er schrieb eine Reportage über eine Autistin und übte sich in der aktuellen Berichterstattung aus dem Fußballstadion. Vor ihm saß Miroslav Klose, Holbein nennt es „Reporterglück“. Weniger Glück hatte er mit dem Torschützen – es war der Fal-sche. Tätigkeitsbericht

Als Sepp Blatter beim VMS die Zeit maß

1973 beim Sportpressefest in der Münchner Olympiahalle

Willi Daume mit Startpistole, Sepp Blatter am Mikrofon, Mitveranstalter Peter Bizer, und in den Kettcars Eberhard Gienger (l.) und Hans Joachim Stuck.

(5. Juni 2015) – VMS-Mitglied Peter Bizer kramte in seinem Archiv („natürlich nicht ganz zufällig“) und fand dabei ein über 40 Jahre altes Foto, von dem er vermutet, „dass es für die Schmunzelecke der VMS-Seite taugen könnte“. Damit sei „den vielen Schlagzeilen und Kommentaren zum Thema FIFA noch eine kleine Fußnote hinzugefügt“.

  Josef („Sepp“) Blatter hat auch in der Chronik des Vereins Münchner Sportjournalisten eine Spur hinterlassen. Am 15. Dezember 1973 assistierte er Willi Daume, dem damali-

gen NOK-Chef und IOC-Vizepräsidenten, beim Münchner Sportpressefest, als dieser in der neuen Olympiahalle die beiden Sport-Asse Eberhard Gienger (l.) und Hans Joachim Stuck ins Rennen schickte. Mit dem „Super-Zehnkampf“ war im Jahr Eins nach den Olympischen Spielen die Tradition der Münchner Sportpressefeste wieder aufgenommen worden. Der spätere FIFA-Boss sorgte im eleganten Jacket in Diensten von Longines für die Zeitmessung bei den mehr oder weniger spaßigen Wettbewerben.

  Sieger des Abends wurde vor ausverkauftem Haus der Gewichtheber Rolf Milser, vor Franz Beckenbauer, der den 50-m-Lauf sowie den Hochsprung mit 1,65 m gewann, aber beim abschließenden Holzsägen einen Ast erwischte und seine Führung einbüßte.

  Organisatoren des Abends waren, im Auftrag des VMS und seines Präsidenten Helmut Stegmann, die Kollegen Peter Bizer (im Bild rechts) und der im März 2015 verstorbene Uli Kaiser.                                                                                               

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Besucher seit 19. Juni 2013

Aktuelles

VMS INFO 2022                                         Das Jahresheft des Vereins Münchner  Sportjournalisten

VMS INFO 2022 neu3.pdf
PDF-Dokument [28.6 MB]

Stegmann-Nachwuchs-Förderpreis 2022 -   Die prämierten Texte

Stegmann 2022 16 S. pdf.pdf
PDF-Dokument [3.6 MB]
Presseausweis-Antrag 2022
Antragsformular_Presseausweis_2022.pdf
PDF-Dokument [248.7 KB]
VMS INFO 2021 Final.pdf
PDF-Dokument [11.4 MB]

Ansichtssache

Gedenktage

Geburtstage

Maria Mühlberger 85

Die Kamera mit dem

Golfschläger getauscht

Edgar Endres 60

BR-Hörfunkreporter

statt Papstnachfolger

2 x 60

Thomas + Joachim Walz

Peter M. Lill 75

Vom Bauingenieursstudium über 1860 und Vettel zum Kochbuch-Autor

Christian Wechslinger 70

In 35 Sportarten daheim

Neue Bücher                           

Die Süddeutsche Zeitung schrieb, Hartmut Scherzer sei „der verrück-teste deutsche Sportreporter“. Er berichtete über 15 Fußball-Weltmei-sterschaften, 21 Olympische Spiele und 33-mal von der Tour de France. Und hat alle großen Boxkämpfe live gesehen; „Rumble in the Jungle“ in Kinshasa, wo George Forman von Muhammad Ali eine Tracht Prügel bezog, und den „Thrilla in Manila“, als Joe Frazier von Ali vermöbelt wurde.

Ein ereignisreiches Reporterleben – kein Wunder, dass Scherzer 735 Seiten benötigte, um unter dem Titel „Welt Sport“ aus 50 Jahren Sportgeschichte aufzuschreiben, was ihm wichtig ist. Legendäre Boxkämpfe natürlich - er war als Student zweimal deutscher Hochschulmeister und trainiert auch mit 83 Jahren noch den Faustkampf.

Aber Hartmut Scherzer will auch vermitteln, dass der Sport jenseits seiner Grenzen etwas bewegen kann, weil allem mit allem zusam-menhängt: Mit Rassismus, Terror, Black Power, siehe Muhammad Alis Protest gegen den Vietnamkrieg. Mit Doping und Hooligans. Ich sehe ihn noch, wie er sich vor dem Länder-spiel gegen die Niederlande in Rotterdam mit blutiger Glatze vor dem Mob in einen Juwelierladen rettete, in den wir Reporter geflüchtet waren. Hinter ihm fiel das Türgitter.

Dreieinhalb Jahre hat Scherzer ge-schrieben und Fotos sortiert („ich bin ein Sammler“). Entstanden ist ein prall gefülltes Zeitdokument eines Sportreporters, wie es ihn in der neuen digitalen Welt vermutlich bald nicht mehr geben wird. H.E.

 

Societäts-Verlag. 736 Seiten, ISBN 978-3-95542-384-1. Format Hardcover, 25 Euro

Nur eines unterscheidet Fotios, Marius und Niko von ihren Freunden in der nordbayerischen Provinz: Sie spielen alle drei un-widerstehlich gut Fußball. Noch bevor sie 14 werden, nehmen die Profiklubs 1. FC Nürnberg und Greuther Fürth sie in ihre Lei-stungszentren auf. Von da an führen ihre Leben in neue, un-

vermutete Richtungen.

  Ein Buch über drei fantastische Jungs, die dribbeln wie Messi und von großen Karrieren träumen.

  Ronald Reng hat die drei be-gleitet, hat neun Jahre lang Dra-matik und Glück, Einsichten und schwere Entscheidungen miter-

lebt, das Scheitern und Gelingen eines großen Traums. (Verlagstext, Bespechung folgt).

13,8 x 22,0 cm / ca. 432 S.

Hardcover mit Schutzumschlag

22,- Euro

ISBN 978-3-492-07099-7

Anno dazumal

Als Gerd Müller zurücktrat        Als Beckenbauer nachtrat

Wenn Ronny mit                         dem Kopf abstaubt

Fußballsprache oder ganz schlechtes Deutsch?

 

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