Verein Münchner Sportjournalisten
Verein Münchner Sportjournalisten

Stipendium

Aussschreibung

Stipendium des Vereins Münchner Sportjournalisten (VMS) für Studierende, die im Raum Oberbayern/Niederbayern freiberuflich sportjournalistisch tätig sind.

 

Der Verein Münchner Sportjournalisten (VMS) vergibt zum 7. Mal sein Stipendium (April 2017 bis März 2018). Es ist Studierenden der Bereiche Journalismus (DJS), Kommuni-

kationswissenschaft (IFKW), Sport, Medien und Kommunikation (TU an der ZHS) und anderen vorbehalten, die im Raum Oberbayern/Niederbayern studieren und gleichzeitig sportjournalistisch tätig sind.
Das Stipendium beträgt 3.000 Euro und wird in monatlichen Raten von 250 Euro gezahlt, beginnend im zweiten Quartal 2016.
Die Verleihung des Stipendiums erfolgt, zusammen mit der Vergabe des Helmut-Steg-

mann-Nachwuchs-Förderpreises für regionale und lokale Sportberichterstattung, im März/April 2017 in München.
Vom Stipendiaten/der Stipendiatin ist vierteljährlich ein Tätigkeitsbericht zu erstellen.

BEWERBUNGSUNTERLAGEN

Motivationsschreiben
Lebenslauf
5 Arbeitsproben (Originalbelege)
Immatrikulationsbescheinigung/aktueller Studiennachweis der Hochschule

BEWERBUNGSTERMIN UND ADRESSE

Bitte senden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen bis 31. Januar 2017 an

VMS-Geschäftsstelle

Diethelm Straube

Türkenstr. 95

80799 München

VMS-Stipendiat 2016/17 Christopher Gerards:

DJS, Frankfurt, Israel, SZ

(30. August 2016) - Neun Monate an der Deutschen Journalistenschule liegen hinter mir. Neun Monate, in denen ich das journalistische Handwerk in den verschiedensten Medien gelernt habe: Print, Online, Radio und Fernsehen.

Vor allem der Print-Block nahm einen großen Teil der Ausbildung ein, fünf Monate insge-

samt. Auf dem Stundenplan standen zum Beispiel der Umgang mit Sprache, das Verfas-

sen von Nachrichten oder auch Recherchetechniken. Daneben lernten wir die journalisti-

schen Ressorts kennen. So sahen wir im Feuilleton-Kurs einen Film („Bach in Brazil“), um in Anschluss eine Kritik zu schreiben (falls es interessiert: Nein, der Film ist nicht zu empfehlen, weil er sehr vorhersehbar ist).

Im Politikseminar besuchten wir den Bayerischen Landtag, sahen uns eine Plenardebatte an und schrieben eine Meldung.

Im Sportkurs unterrichtete uns Stefan Brunner, Professor an der Macromedia Hochschu-

le. Mit ihm sahen wir in der Arena in Fröttmaning das Bundesligaspiel zwischen dem FC Bayern und der TSG Hoffenheim (2:0). Unsere Aufgabe: Bis spätestens zehn Minuten nach Schlusspfiff mussten wir einen Spielbericht abgeben – eine gute Übung fürs schnel-

le Schreiben.

Die Texte an der DJS wurden intern besprochen und in der Regel nicht veröffentlicht. Das änderte sich im März. Zunächst produzierten wir mit der Münchner tz eine Zeitung zum Thema Gesundheit, die samstags am Kiosk ging, Schlagzeile: „München ist die beste Medizin“. Kurz darauf machten wir unser eigenes Magazin an der DJS, zum Ab-

schluss des Print-Blocks. Unter dem Titel „Flux“ recherchierten und schrieben wir Ge-

schichten von Jägern und Gejagten – etwa von deutschen Städten, die den einen eige-

nen Tatort wollen; von einem Ermittler, der 28 Jahre einen Mörder suchte; von Schatz-

suchern, die Deutschlands Böden durchpflügen. Wir machten das Layout der Geschich-

ten selbst, wir vertonten sie, und wir präsentierten sie auf einer eigenen Website (http://www.klartext-magazin.de/54K/). Mitte Juni wurde das Ergebnis dann veröffentlicht und an alle Absolventen unserer Schule verschickt.

 

Neue Medien

 

Danach standen für je rund zwei Monate andere – und für mich: neue – Medien auf dem Stundenplan. Zunächst: Radio. Nachdem wir uns mit der Technik vertraut gemacht hat-

ten, lernten wir gebaute Beiträge zu produzieren, Nachrichten und Reportagen. Jürgen Kaul (Bayern1) brachte uns zudem bei, wie wir Sendungen moderieren und fahren. Für mich waren das sehr interessante Einblicke. Ich hatte Radio zuvor immer nur als Hörer erlebt; erst in den Seminaren begriff ich, wie schwierig es zum Beispiel ist, eine Sendung zu moderieren, hier den richtigen Ton zu finden.

Der Fernseh-Block begann bald darauf mit einem Seminar, das ich als Höhepunkt der Ausbildung bezeichnen würde: dem VJ-Seminar bei Matthias Zuber und Mike Friedrich. VJ steht für Videojournalismus; man geht als Reporter nicht mit Kamera- und Tonassi-

stenten zum Dreh, sondern allein. Man ist dafür verantwortlich, dass man eine konsi-

stente Geschichte erzählt, und das mit möglichst guten Bildern und einwandfreiem Ton. Für mich klang das nach einer unlösbaren Aufgabe, aber das achttägige Seminar hat mir einige Furcht genommen. Mehr noch: Es hat mir Lust gemacht auf das Medium Fernse-

hen. Gut, auf unsere Drehs sind wir letztlich zu zweit gegangen, aber vor allem, weil wir Anfänger waren und nicht hinreichend viele Kameras für alle 16 Schüler hatten. Thema unserer Beiträge waren die Afrikatage auf der Theresienwiese und eine Kleingarten-

siedlung in Berg am Laim.

 

Reportage über afrikanische Flüchtlinge im Radsporttraining

 

Danach lernten wir den Fernseh-Journalismus noch besser kennen: In Seminaren zu Nachrichten im TV, zu anderen Bildern – oder im Seminar zu Aufsagern vor der Kamera bei Richard C. Schneider, Leiter des ARD-Studios in Rom. Und kurz darauf recherchier-

ten wir für unser Abschlussmagazin. Zwei Mitschüler und ich fuhren nach Frankfurt. Dort trainiert eine Radsportmannschaft aus afrikanischen Flüchtlingen. Wir begleiteten das Team zwei Tage und produzierten einen rund vierminütigen Film. Während dieser Zeit nahmen wir zudem an einem Austauschprojekt teil. Zunächst besuchten uns 16 Studen-

ten der Universität Tel-Aviv; Ende Juli/Anfang August flogen wir für eine Woche nach Israel.

In der zweiten Augustwoche hatte ich meinen letzten Schultag, was jedoch nicht bedeu-

tet, dass die Ausbildung an der DJS vorbei ist. Sie umfasst auch zwei dreimonatige Prak-

tika. Das erste davon beginnt für mich Anfang September im Sport-Ressort der Süddeut-

schen Zeitung. Das kenne ich schon insofern, als ich 2015 im Online-Sport der SZ hos-

pitiert und seither als freier Mitarbeiter für denselben gearbeitet habe. Nun verbringe ich drei Monate im Print-Sport.

Die Klasse 53B der Deutschen Journalistenschule. Foto Wolfgang Maria Weber

VMS-Stipendiat Johannes Kirchmeier berichtet (3)

Umgang mit der Journalismuskritik

(10. Februar 2016) - Anfang November steckte ich noch mitten im Radioblock, der ist in-

zwischen vorbei. Außerdem habe ich meinen letzten größeren Abschnitt an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) absolviert und stehe in den Startlöchern der TV-Ausbil-

dung an der Deutschen Journalistenschule.

An der LMU belegte ich zwischen November und Januar ein Seminar zum Thema Lügen-

presse. Der Journalismus steht ja seit einiger Zeit in der Kritik in Deutschland. In diesem Seminar haben wir uns mit dem Vorwurf der „Lügenpresse“ und der Herkunft, Verbreitung und Berechtigung des Begriffs auseinandergesetzt. In diesem Rahmen habe ich mich mit „Meinungsmacht“ befasst, der Doktorarbeit von Uwe Krüger, einem wissenschaftlichen Mitarbeiter der Universität Leipzig. Krüger wirft darin einigen Journalisten eine zu große Nähe zu transatlantischen Organisationen vor – und mangelnde Transparenz über die politisch-journalistischen Verbindungen. Es gibt jedoch auch einige Kritikpunkte, darauf bin ich in einem Referat eingegangen. Im Anschluss habe ich eine wissenschaftliche Ar-

beit über die Rezensionen des Buches erstellt – unter der Leitfrage: „Wie gehen Journa-

listen mit der Journalismuskritik um?“

Bayerische Politik und Landtagspresse

Besonders spannend war im Rahmen des Seminars auch der Besuch von Uwe Wolf. Wolf ist Reporter bei der „Sächsischen Zeitung“ in Dresden und berichtet dabei in den vergangenen Jahren über „Pegida“. Er erzählte uns aus seinem etwas eingeschränkten Arbeitsalltag. Zum Abschluss des Seminars haben wir in einer Gruppenarbeit den Ein-

fluss der Politik auf die bayerische Landtagspresse untersucht – und dabei ethische Grundsätze für den Umgang miteinander herausgearbeitet. Dazu führten wir mit vier Landtagskorrespondenten Forschungsinterviews und fassten das Ergebnis in einem Forschungsbericht zusammen.

Anfang Januar folgte der Abschluss der Hörfunk-Ausbildung. Ich habe mit meiner Klasse ein zweistündiges Magazin über Datensicherheit erstellt. Das lief beim Münchner Ausbildungssender „M94.5“ an einem Sonntagmittag. Ein weiteres einstündiges Kulturmagazin erstellten wir zusammen mit Dieter Heß von „Bayern 2“ in einer kleineren Gruppe zum Thema „Rache“. Auch dieses Magazin werden wir Radiosender anbieten und sind ganz zuversichtlich, dass es veröffentlicht wird.

Nach der Radio-Ausbildung geht es an der DJS nun weiter mit dem TV-Block. Und in den bin ich Ende Januar bereits gestartet. Dabei hat meine Klasse ein achttägiges Videojournalismus-Seminar absolviert. Filmen, Drehen und Schneiden haben uns die erfahrenen Dozenten Matthias Zuber und Mike Friedrich näher gebracht. Dabei wurden uns an zwei Tagen die Aufgabe gestellt, in einem bestimmten Stadtgebiet zu drehen und jeweils eine Geschichte an einem Tag zu erzählen. In Bogenhausen habe ich den evangelischen Pfarrer Markus Hepp porträtiert unter dem Gesichtspunkt, dass immer mehr Menschen aus der Kirche austreten. In Trudering waren eine Kollegin und ich bei einer Druckerei, die 18 Millionen Wertmarken pro Jahr für Volksfeste erstellt – unter anderem auch fürs Oktoberfest.

Im Radio als Nostalgie-Reporter

In den nächsten Monaten wird meine Klasse jetzt zwei TV-Magazine erstellen und dann die DJS beenden, danach stehen noch die Masterarbeit und ein zweites Praktikum an – für mich geht es wahrscheinlich zum Fernsehen. Außerdem werde ich wie schon in den letzten Monaten weiterhin als freier Journalist nebenher unterwegs sein. In den vergan-

genen Monaten habe ich etwa bei der SZ im Bayern- und Regionssport veröffentlicht und für SZ Digital Sport am Wochenende gearbeitet.

 

Außerdem bin ich immer mal wieder als Sportreporter, der alte Sportereignisse vertont, in der Radio-Sendung „The Other Side“ zu hören, die ein DJS-Kollege moderiert. Sie läuft monatlich (letzter Samstag im Monat) im Internet auf „detektor.fm“, alle Sendungen kann man als Podcast nachhören (Link: http://detektor.fm/serien/das-pop-feuilleton). In der Januar-Sendung habe ich das Duell Andreas Widhölzl gegen Martin Schmitt bei der Vier-

schanzentournee in Bischofshofen am 6. Januar 2000 neu erzählt.

Stipendiat Johannes Kirchmeier berichtet (2)

Von der DJS ein paar Stockwerke höher zur SZ

(5. November 20159 - Seit meinem letzten Bericht Anfang Juli hat sich einiges in meiner Ausbildung getan. Der Printblock an der Deutschen Journalistenschule (DJS) ist abge-

schlossen, unser Magazin „Vegas“, ein Magazin übers Spielen, ist im Druck und er-

scheint am 16. Dezember. Nach dem Printblock an der DJS war ich vom 1. Juli bis zum 30. September drei Monate im Praktikum im Sport der Süddeutschen Zeitung und bei sz.de. Der Anfahrtsweg blieb der gleiche, da die Journalistenschule ebenfalls im SZ-

Hochhaus in Berg am Laim ist. Sie befindet sich nur ein paar Stockwerke tiefer als das Sportressort.

Die ersten sechs Wochen des Praktikums verbrachte ich bei sz.de. Dabei schrieb ich unter anderem Meldungen, betreute Liveticker zu Wimbledon oder der Tour de France, baute Bilderstrecken oder formulierte Titel und Teaser für Texte, die aus der Zeitung übernommen wurden. Aber das war natürlich nicht alles: Ich konnte auch meine eigenen Themenideen umsetzen. Zum Beispiel habe ich, als der FC Bayern zu Gast in China war, mit den Legionären Sejad Salihovic und Andreas Nägelein (spielt aktuell in Hongkong) über die Wahrnehmung des Münchner Fußballklubs in China gesprochen (Link: www.sz.de/1.2577385).

 

Beim überraschenden 2:0-Sieg des Lokalrivalen TSV 1860 München in der ersten Pokal-

runde gegen Hoffenheim war ich im Stadion und habe im Anschluss einen Nachdreher zum Spiel geschrieben (www.sz.de/1.2600866). Außerdem berichtete ich über Keisuke Hondas Investorenengagement beim niederösterreichischen Klub SV Horn. Mit dem Horner Vorstandsobmann Rudi Laudon sprach ich über den Einstieg des Spielmachers vom AC Mailand, der den Klub von der dritten Liga in die Bundesliga hieven will – und dann in die Champions League (www.sz.de/1.2599795). Zudem porträtierte ich Öster-

reichs „Mister Europacup“ Louis Schaub von Rapid Wien (www.sz.de/1.2621129). Er ist der Sohn des Frankfurter Europapokalhelden Fred Schaub.

Benjamin Lauth exklusiv

Zur Praktikumshalbzeit, also Mitte August, wechselte ich zur Zeitung und auch dort habe ich mich schnell eingelebt und durfte von Beginn an eigene Themenideen einbringen, eine Auswahl davon stelle ich hier kurz vor: Der Höhepunkt war wohl meine Geschichte über den ehemaligen Löwen-Stürmer Benjamin Lauth, der mit mir über sein Karriereende und seine Zukunftspläne sprach (www.sz.de/1.2652810). Die Nachricht über das Karrie-

reende zitierten die Agenturen und somit Medien in ganz Deutschland. Außerdem habe ich unter anderem den schnellsten Läufer Unterfrankens, Patrick Karl, porträtiert und eine Reportage von den deutschen Box-Meisterschaften in Straubing geschrieben. Und weil ich ja gebürtiger Niederbayer bin, habe ich auch Texte über die Volleyball-Bundes-

ligaklubs Rote Raben Vilsbiburg und Nawaro Straubing erstellt.

 

Als die Eishockey-Cracks der Straubing Tigers in der Vorbereitung in einem Benefizspiel die Straubinger Volleyballerinnen in deren Sport am Netz herausforderten, schrieb ich einen kurzen, humorigen Artikel darüber. Als die Straubing Tigers dann überraschend Tabellenführer am Anfang der DEL-Saison waren, ordnete ich den Erfolg im Hauptsport ein.

Als freier Mitarbeiter engagiert

Die Praktikumszeit hat mich natürlich journalistisch weitergebracht. Durch die tägliche Arbeit und die Betreuung der sehr erfahrenen Sportjournalisten lernt man als junger Schreiber einfach dazu. Zudem habe ich die Abläufe in einer der meistgelesenen Sport-

redaktionen Deutschlands hautnah miterlebt. Und in der Themenfindung und –um-

setzung habe ich mich ebenfalls verbessert, weil ich mich sehr viel einbringen konnte und viel veröffentlichen durfte. Naja, und wie es so ist, nachdem ich mich nach den drei Mo-

naten richtig eingelebt habe in der Redaktion und alle Abläufe kannte, war das Praktikum dann zu Ende – mit einer guten Nachricht: Ich schreibe weiterhin als freier Mitarbeiter für die Süddeutsche Zeitung und SZ Sport am Wochenende, die Digitalausgabe, die sams-

tagabends erscheint.

 

Ein paar Stockwerke unterhalb des Sportressorts startete ich am 5. Oktober in den Hör-

funkblock, Teil zwei von drei der DJS-Ausbildung. Nach einer kurzen Einführung ins Medium Radio und die Technik, die dabei natürlich nicht ganz unwichtig ist, ging es auch schon los mit den ersten eigenen Beiträgen. Die brachte uns Detlef Kuschka näher, der bis 2013 Chefredakteur von Antenne Bayern war. Seine ehemalige Mitarbeiterin Jutta Ribbrock trainierte uns bei den Nachrichten im Radio, die SWR-Redakteurin Doris Maull bei der (Live-)Reportage im Hörfunk und der BR-Moderator Johannes Marchl übte mit uns Live-Interviews. Ich interviewte dabei den Münchner Krimischreiber Su Turhan („Kommissar Pascha“) im Studio, der als Gastarbeiter-Kind in Straubing aufgewachsen ist und in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts als erster gebürtiger Türke in der niederbayerischen Stadt Abitur gemacht hat.

 

Das Hörfunkstudio ist in den letzten Wochen ein Stückchen Heimat für unsere Klasse geworden, weil wir darin auch Sprecherziehungs- und Moderationsseminare haben und uns eigentlich die meiste Zeit der Woche aufhalten. Gleichwohl haben wir uns aber auch in die weite Welt hinausgewagt – oder besser: nach Frankfurt und Mainz. Dorthin haben wir Ende Oktober eine Exkursion gemacht und dabei die Zeitarbeitsfirma Randstad und das ZDF besucht und vor Ort auch Interviews geführt. Teile davon fließen in eine Sen-

dung zum Thema Datensicherheit ein, die wir diese Woche aufgezeichnet haben und die in den kommenden Wochen an einem Sonntag beim Münchner Radiosender „M94.5“ ausgestrahlt werden wird. Ich habe dafür mit einem Hacker und Sicherheitsberater ge-

sprochen und gebe den Hörern in einem Kollegengespräch mit dem Moderator Tipps, wie sie ihre Daten beim Reisen schützen können. Reinhören lohnt sich also.

 

In den nächsten Wochen werde ich die Radio-Ausbildung weiter voranbringen und mit einem Kulturmagazin abschließen. Am Ende des Jahres geht es noch einmal an die Ludwig-Maximilians-Universität für mich, wo ich das Seminar „Lügenpresse – Bedeutung, Entstehung und Berechtigung eines Vorwurfs“ belegen und eine wissenschaftliche Arbeit dazu erstellen werde. Und sportjournalistisch bin ich natürlich nebenbei weiterhin tätig – als freier Mitarbeiter ein paar Stockwerke über der Deutschen Journalistenschule.

Stipendiat Johannes Kirchmeier berichtet über seine Ausbildung (1)

(8. Juli 2015) - Seit Februar lerne ich an der Deutschen Journalistenschule (DJS) das journalistische Handwerk und werde zum Redakteur ausgebildet. Dabei bekomme ich vor allem praktische Einblicke ins Berufsleben. Die Theorie absolvierte ich zuvor im Winter-

semester 2014/15 im ersten Universitäts-Teil für den Master Journalismus. Den werde ich gleichzeitig mit dem Redakteurszeugnis der DJS im kommenden Jahr erhalten.

 

An der Ludwig-Maximilians-Universität habe ich unter anderem in einer wissenschaftli-

chen Arbeit den Einsatz von Datenjournalismus beim Fußball in einem Qualitäts- und einem Boulevardmedium verglichen – und zwar zu den Zeitpunkten WM 2002 in Japan und Südkorea und WM 2014 in Brasilien. Ich kam zu dem Ergebnis, dass sich der Daten-

journalismus ganz grundsätzlich weiterentwickelt und sehr stark zugenommen hat und dass er inzwischen eine gewichtige Rolle einnimmt. Während 2002 noch vor allem PK-

Berichterstattung den Sport beherrschte und gerade Zitate zur Untermauerung dienten, untermauern Journalisten ihre Thesen inzwischen vor allem mit Daten und Fakten. Ende Januar schloss ich das Semester mit guten Noten ab.

Reportage, Glosse, Kommentar

Die DJS begann danach mit mehreren journalistischen Einstiegsveranstaltungen im Printblock. Anfang Februar standen Rechercheseminare, sowie Übungen zu Interview- und Fragetechnik und ein Vortrag zum Presserecht auf dem Stundenplan. Danach war es dann an uns Schülern, eigenständig zu arbeiten. Wir texteten Nachrichten, redigierten und führten Interviews. Außerdem bekamen wir vom Seite-Drei-Autor der Süddeutschen Zeitung, Holger Gertz, die Kunst der Reportage nähergebracht, Streiflicht-Autor Wolf-

gang Görl führte uns in die Glossenform ein und SZ-Außenpolitik-Chef Stefan Kornelius zeigte uns, wie Kommentare gelingen.

 

Besonders interessant waren die Ressort-Workshops. Ich bekam in den ersten Monaten Einblicke in Wirtschafts-, Politik-, Gerichts- und Sportberichterstattung und besuchte da-

bei das Amtsgericht München, den Bayerischen Landtag und die Bayerische Staats-

kanzlei. Dabei führte ich auch ein Hintergrundgespräch mit Rainer Riedl, dem stellver-

tretenden Pressesprecher des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer. Gerade weil ich schon festgelegt auf den Sportjournalismus bin, war es interessant für mich, noch einmal in die anderen Ressorts hineinzuschnuppern.

Üben in der Arena

Den Sportjournalismus brachte uns der Autor und Mediencoach Stefan Brunner näher, der auch an der Macromedia Hochschule München lehrt. Mit ihm besuchten wir das Spiel TSV 1860 München gegen den VfL Bochum in der Allianz Arena, das die Münchner im April in letzter Minute 2:1 gewannen. Ich verfasste neben der Partie einen Spielbericht. Zehn Minuten nach dem Ende musste dieser fertig sein. In puncto Schnelligkeit war das eine extrem wichtige Übung. Auch wenn ich gerade Schnelligkeit als Online-Journalist natürlich schon gewohnt bin.

 

Das neu erworbene Wissen mündete erst einmal in die Konzeption von Übungszeitun-

gen. Jeweils zwei Qualitäts- und Boulevardzeitungen mit verschiedenen Ressorts er-

stellte unsere Klasse in vier Tagen. Mit festen Aufgaben: Wir produzierten mit wechseln-

den Chefredakteuren, Ressortleitern, Layoutern und Redakteuren.

Ausflug nach Berlin

Die Klasse der Deutschen Journalistenschule (DJS) mit Schulleiter Jörg Sadrozinski (l.) und VMS-Stipendiat Johannes Kirchmeier (r.).

Anfang Mai war es dann Zeit, den Schulstoff auch einmal außerhalb der DJS-Räume an-

zuwenden. Unsere Klasse fuhr zur Internet-Konferenz Re:publica (im Bild)nach Berlin und erstellte dort gemeinsam mit der Berliner Zeitung und der Self-Publishing-Plattform Epubli das sogenannte „schnellste Buch der Welt“, den E-Reader, der täglich über die Veranstaltungen des Vortags informierte. Ich schrieb zum Beispiel über einen Talk, der sich mit Digitalisierung und seelischen Krankheiten befasste. Im Anschluss daran blieb es für uns praktisch, wir erstellten ein weiteres Buch gemeinsam mit der Vodafone Stiftung Deutschland über Ausbildungsabbruch. Ich besuchte dabei eine Münchner Verwaltungs-

fachangestellte und stellte ihren Beruf vor. Zudem interviewte ich eine fränkische Ausbil-

dungsabbrecherin, die von ihrem Abbruch profitierte und im neuen Job zufriedener ist.

Wer druckt die Geschichte des FC Bayern Kaserne?

Am Ende unseres Printblocks produzierten wir im Juni dann unser Abschlussmagazin. Wir einigten uns darauf, ein Themenheft zu gestalten. Es entstand „Vegas – Irgendwer spielt immer“, ein Heft übers Spielen. Ich schrieb dafür zwei Geschichten: eine Reportage über den FC Bayern Kaserne und ein Berufsporträt über den Lego-Modellbauer René Hoffmeister. Gerade die Recherche und letztlich die Geschichte über den FC Bayern Kaserne war sehr spannend. Es ist ein Klub, der in der Royal Bavarian Liga, der Münch-

ner Freizeitliga, antritt. Das Team besteht nahezu vollständig aus minderjährigen Flücht-

lingen. Den Text würde ich auch gerne noch vor der Veröffentlichung im Dezember ver-

kaufen. Ich biete ihn in den nächsten Wochen daher Magazinen und Zeitungen an. Falls das Thema auf diesem Weg eine Redaktion anspricht, darf sie sich gerne über den VMS bei mir melden.

 

Besonders interessant war für mich an der Magazinphase der Prozess einer Neugestal-

tung eines Heftes und diesen hautnah mitzuerleben und seine eigenen Ideen dabei ein-

zubringen. Und das Produkt gemeinsam zu verbessern und weiterzuentwickeln. Das Magazin „Vegas“ erscheint am 15. Dezember 2015. In einem meiner nächsten Stipendi-

umsberichte gibt es dann auch Bilder davon – und den Link dazu.

Praktikum im Sportressort von sueddeutsche.de

Auch im Sportressort bei Focus Online habe ich natürlich weiterhin nebenher gearbeitet. Leider war die Zeit dafür durch die DJS etwas begrenzt. Das wird sich aber nach dem Printblock ändern, der nach den Erfahrungen meiner Vorgänger der aufwendigste ist. Danach gibt es mehr Möglichkeiten, um nebenher frei zu arbeiten. Meine Dienste be-

schränkten sich in den vergangenen drei Monaten vor allem aufs Wochenende und den Abend. Ich war für Bundesliga, Champions-League- oder Nationalmannschaftsspiele in der Redaktion und berichtete darüber.

 

Gleich im Anschluss an die Magazinphase folgt jetzt eine sehr aufregende Zeit: Ich starte ab 1. Juli in die Praxisphase. Drei Monate arbeite ich im Haus der Süddeutschen Zei-

tung. Erst absolviere ich im Rahmen der Ausbildung an der DJS ein sechswöchiges Praktikum im Sport-Ressort bei sueddeutsche.de, ab Mitte August bin ich dann noch ein-

mal für sechs Wochen im Praktikum beim Hauptsport der Süddeutschen Zeitung.

VMS-Stipendium 2015/16 für Johannes Kirchmeier

Stipendiat Johannes Kirchmeier (l.) mit dem VMS-Vorsitzenden Thomas Walz. FOTO: MARTIN HANGEN

VMS-Stipendiatin Marieke Reimann berichtet

Schwierige Einstieg ins journalistische Berufsleben

(26. Januar 2015) - Kurz nachdem ich meine Masterarbeit, „Or-

ganisation alternativer Medienangebote im Netz“, erfolgreich verteidigt hatte, zog ich Ende September nach Berlin. In der Hauptstadt hatte ich – ziemlich spontan – einen Praktikumsplatz beim Fußballmagazin 11FREUNDE erhalten. Spontan deshalb, weil ich mich, nachdem mir der MDR in Leipzig kurzfristig abge-

sagt hatte, bundesweit für allerhand sportjournalistische Prakti-

ka und vor allem Jobs beworben hatte. Da es schier unmöglich schien, direkt nach dem Studium eine bezahlte Redakteursstelle zu bekommen, spielte ich auch mit dem Gedanken, an meiner Schreibe im Magazin-Journalismus zu feilen. 11FREUNDE hat nicht nur einen frechen, jungen und dynami-

schen Schreibstil, sondern auch Themen, die einen Blick hinter die Kommerz-Vorhänge des Profisports werfen. Deshalb war ich froh, als ich ab 1. Oktober als einzige Redak-

teurIN in ihrem Team mitkicken durfte.

Tolles Praktikum bei 11FREUNDE

Volltreffer, statt Lattenknaller – das Praktikum war toll! Ich durfte alle Themen, die ich vor-

schlug, umsetzen und bekam für jeden angefertigten Artikel persönliches und detailliertes Feedback. An einige Geschichten kann ich mich besonders erinnern: Ich hatte über meh-

rere Wochen versucht, Stilijan Petrow zu erreichen. Petrow war lange Zeit bulgarischer Nationalspieler und Kapitän von Aston Villa und Celtic Glasgow. 2012 wurde bei ihm Leu-

kämie diagnostiziert, woraufhin er seine Profikarriere beendete. Ende letzten Jahres be-

gann er dann wieder mit Kicken und spielt jetzt regelmäßig in der Sunday League, einer britischen Freizeitliga.

 

Mit ihm sprach ich eine Stunde darüber

http://www.11freunde.de/interview/nach-der-

leukaemie-erkrankung-stilijan-petrow-ueber-sein-comeback/page/1

warum er wieder Fußball spielt und was der Unterschied zwischen Dorfmannschaft und Premier League ist. Er erzählte mir auch von seinem Kampf gegen den Blutkrebs und die Unterstützung von Familie und Fans. Er sagte, dass es das Schlimmste für ihn gewesen sei, teilweise isoliert, mit seiner Krankheit alleine zu sein: Er durfte z.B. aufgrund seines schwachen Immunsystems während seiner Behandlung sechs Wochen seine Söhne nur durch eine Glasscheibe sehen. Heute scheint er allerdings wieder auf dem Weg der Besserung und erwischt schon mal seine undisziplinierten Mitspieler am Abend vor einem Sonntagsspiel an der Pommesbude. Mich hat es beeindruckt, dass er genau weiß, wie vermögend er ist und dass er deshalb wahrscheinlich eine bessere Genesungschance hat als an Leukämie erkrankte Nicht-Profifußballer.

Eine andere ausführlichere Geschichte beschäftigte sich mit dem Thema Polizeigewalt bei Fußballspieleinsätzen

(http://www.11freunde.de/artikel/polizeigewalt-bei-faneinsaetzen).

Hierfür habe ich wirklich viele Tage recherchiert und drei Fälle aus den vergangenen Jah

ren nacherzählt. Bei zwei Vorfällen wurden Fußballfans zu Unrecht beschuldigt, nach ei-

nem Spiel ihres Lieblingsvereins einen Beamten angegangen zu haben. Beim dritten Fall filmte ein Mann selbst die rohe Vorgehensweise der Polizisten gegen einen Fußballfan und wurde daraufhin von den Beamten aufgefordert, sein Handy abzugeben. Als er sich weigerte, wurde er unter anderem mit Pfefferspray besprüht und nach unten gedrückt. Nun hat er Anzeige erstattet.

 

Die Unschuld der beiden ersten Fans konnte nur durch zufällig gefilmte Videos nachge-

wiesen werden. Die Beamten, die Anzeige erstatteten, hatten vor Gericht zunächst falsch ausgesagt und Recht erhalten. Das ist kurios und nicht hinnehmbar, sollten doch vor Ge-

richt alle gleich behandelt werden. Ein Richter schätzte diese Situation in dem Artikel so ein: „Hätte man hier kein Video, hätten 20 Fans aussagen können, was sie wollen, man hätte dem einen Beamten geglaubt.“

 

Ich wollte mit dem Artikel keinesfalls die Generalaussage treffen, dass sich Polizisten ge-

genüber Fußballfans falsch verhalten. Es ist mir lediglich schon öfter aufgefallen, dass bei Fußballspielen von vornherein auf beiden Seiten – sowohl auf der der Fans, als auch der der Beamten – eine gewisse Grund-Aggression herrscht. Woher die kommt und wie sie vielleicht in Zukunft abgemildert werden könnte, ließ ich einen Fanforscher einordnen. Der Artikel bekam unzählige Kommentare und Likes, aber auch negative Kritik. Einige Leser, unter ihnen Polizisten, warfen mir vor, das Bild von Polizeieinsätzen verzerrt dar-

gestellt zu haben. Ein Kommentator gab sich sogar als einer der Fans aus und beschul-

digte mich, Dinge falsch aufgeschrieben zu haben.

Keine Chance gegen Zensur der Pressesprecher

In diesem Praktikum wurde mir durch Reaktionen wie diese einmal mehr bewusst, wie schnelllebig Onlinejournalismus ist. Gerade noch publiziert – schon hundertfach kom-

mentiert. Man sollte als Journalist stets darauf gefasst sein, dass alles, was man im Text geschrieben hat, nachgegoogled werden kann. Das ist auch gut so, denn lupenreine Recherche sollte Pflicht sein. Die Kür ist, durch persönliche Gespräche und reale Ein-

drücke, etwa durch Ortsbesuche, Live-Elemente mit einzupflegen, die eben nicht irgen-

dwo im Netz stehen.

 

Deswegen nutzte ich die Chance und interviewte Nachwuchstalent Julian Weigl an ei-

nem Sonntagmorgen auf dem Trainingsgelände des TSV 1860 München. Gerne hätte ich alles, was er mir in dem Interview sagte auch publiziert, aber auch das ist etwas, was man als Journalist immer wieder verkraften muss: Die schönsten Anekdoten werden meist durch Pressesprecher gestrichen oder so verklausuliert, dass nur noch Jurastu-

denten im zwölften Semester sie verstehen.

Das Praktikum ist mit dem Jahr 2014 zu Ende gegangen. Unkomplizierte Artikel mit Sprachblüten kann ich nun noch schneller als zuvor ins Netz zaubern. Das würde ich auch gerne zukünftig weiter tun, weshalb ich gerade versuche, mich als freie Journalistin in Berlin richtig einzuleben. Das ist nicht so einfach. Mein berufliches Netzwerk hier ist noch klein und klar gibt es Aufträge, aber kaum welche von denen ich meine Miete be-

zahlen könnte.

Abnehmer für Berichterstattung von Frauenfußball-WM gesucht

Deshalb organisiere ich gerade meinen Aufenthalt in Kanada. Im Sommer möchte ich hier mehrere Wochen zur Frauenfußball-WM fahren, um von dort aus verschiedenen Medien unterschiedliche Geschichten anzubieten. Am liebsten würde ich das über ein gemeinsa-

mes Onlineprojekt zusammen mit einer sportjournalistischen Webseite, einem Magazin oder einer Tageszeitung gestalten, um so nicht nur Artikel zu schreiben, sondern auch per Video aus Kanada zu berichten.

 

Wer sich hierbei also angesprochen fühlt, kann sich ab sofort gerne bei mir melden (https://www.torial.com/marieke.reimann).

VMS-Stipendiatin Anna Dreher berichtet

Über Berlin und ZEIT online zum Endspurt

(1. Dezember 2014) - Nach zwei Wochen Urlaub, die auf die Print- und Onlineausbildung folgten, ging es am 20. August mit dem Radio- und Fernsehblock an der Deutschen Journalistenschule weiter. Nach der intensiven Textarbeit während der Produktion unseres Abschlussmagazins und der „Summer School“, einem datenjour-

nalistischen Online-Projekt mit Journalisten aus Süd- und Osteuropa zum Thema Lebensmittel, habe ich mich sehr auf die Arbeit mit der Stimme, Tönen und Bewegtbild gefreut. Ich wusste aus früheren Praktika, dass mir das sehr viel Spaß macht und ich mir vorstellen kann, auch in diesem Bereich als Sportjournalistin zu arbeiten.

 

Nach den ersten Unterrichtseinheiten zu den technischen Grundlagen im Rundfunk hatten wir Seminare zu Darstellungsformen, zum gebauten Beitrag, zur „Schreibe“ im Radio, Sprecherziehung, Interview, Moderation und Reportage. Das alles haben wir dann in zwei Abschlussmagazinen angewandt. Das erste waren zwei Stunden ohne festen thematischen Rahmen, außer der Festlegung auf Zuhörerinnen und Zuhörer aus München, sowie die Art der Radiostation. Gemeinsam mit einem Kommilitonen habe ich moderiert und hatte viel Spaß dabei.

 

Es war interessant zu sehen, wie aus einem anfänglichen Konzept eine Sendung mit Musik, eigens produzier-

ten Musikbetten, Jingles und Stationvoice, Live-Interviews und Beiträgen geworden ist – und welche techni-

schen Schwierigkeiten dabei auftreten können und wie man damit umgehen muss. Das zweite Magazin, eine Kultursendung, hat sich mit der Frankfurter Buchmesse auseinander gesetzt, zu der wir Anfang Oktober auch gefahren sind und für den Messe-Blog geschrieben haben.

BOAH!

In dieser Zeit kam auch das Abschlussmagazin aus der Druckerei zu uns an die DJS und für uns alle war es – glaube ich – ein sehr schöner Moment, das Magazin endlich in den Händen zu halten und nach dem Websitencountdown auch „richtig“ online zu gehen.

 

Im Oktober startete dann der letzte Ausbildungsteil der DJS: Fernsehen. Wir hatten in der ersten Woche einen intensiven, lehrreichen und sehr interessanten VJ-Kurs. Auf was muss man beim Drehen achten? Wie ist der richtige Umgang mit Stativ, Kamera und Ton? Welche Einstellungen dürfen nicht fehlen, welche sollte man möglichst vermeiden? Etc waren Fragen, die wir zunächst in der Theorie und später auch in der Praxis beant-

wortet haben.

 

Nach den ersten Übungen haben wir in Kleingruppen Filme gedreht und dabei sind sehr schöne Kurzbeiträge entstanden, die vor allem auch gut gezeigt haben, worauf wir noch achten müssen. Nach einem Seminar zum Leben als freie Journalisten gab es Einheiten zur Präsentation vor der Kamera, Nachrichten und Erklärstücken, Texten im Fernsehen, Interview, Reportage, Mobile Reporting und der Live-Berichterstattung inklusive Aufsager (übersprochenes Hintergrund-Informationsstück in den Radio-Nachrichten, oft vor Hinter-

grundmusik - die Red.) aus dem Bayerischen Landtag nach der ersten Regierungser-

klärung von Markus Söder als Heimatminister. Das alles war im Gesamteindruck ganz anders als das, was wir bisher gemacht hatten und hat wirklich sehr viel Spaß gemacht.

Kritische Auseinandersetzung mit der Regenbogenpresse

Wir haben dann mit Hilfe eines Dozenten ein Magazin produziert, das sich mit dem Bou-

levard-Journalismus beschäftigt hat und gleichzeitig in diesem Stil gehalten wurde. Darin haben wir uns kritisch mit der Regenbogenpresse und den dort arbeitenden Journalisten auseinander gesetzt. Der Film wurde am 29.11 während des verdi-Journalistentags in Berlin gezeigt.

Seit dem haben wir mit der intensiveren Recherche und Produktion unseres zweiten TV-

Films begonnen. Im Gegensatz zum Ersten wird der Zweite aber nicht von allen 15 künf-

tigen Absolventen gemacht, sondern in fünf Kleingruppen, die in der Themenwahl sehr frei sind. Dreharbeiten, Schnitt und Vertonung müssen bis zum 19. Dezember abge-

schlossen sein. An diesem – unserem letzten – DJS-Tag werden die Filme gezeigt und markieren gleichzeitig den Abschied der 52A aus dem vierten Stock.

Ab Januar bin ich dann für drei Monate in der Sportredaktion von Zeit Online in Berlin, bevor im April die Masterarbeit beginnt, die ich zur Medienlage in Kuba schreiben möch-

te. Wie ich in meinem letzten Quartalsbericht schon vermutet hatte, bin ich während des Radio- und Fernsehblocks wieder mehr zum Schreiben gekommen und konnte für die Süddeutsche Zeitung unter anderem vermehrt über die Fußballerinnen des FC Bayern München, den München Marathon oder verschiedene Portraits wie beispielsweise über den Drittliga-Spieler Daniel Engelbrecht, der nach langer Pause und Herzrhythmusstö-

rungen dank eines Defibrillators wieder Fußball spielen kann.

Ich habe noch ein paar Textideen, die ich hoffentlich noch vor meinem Umzug – wenn nicht, dann während Berlin oder danach – auch dank meines Stipediums umsetzten kann.                                                                                                               Anna Dreher

Die VMS-Stipendiatinnen 2014/15

Anna Dreher (l.) und Marieke Reimann sind die Stipendiatinnen des VMS für 2014/15. Der 1. Vorsitzende Hans Eiberle überreichte die Urkunden anlässlich der Verleihung des Helmut-Stegmann-Nachwuchs-Förderpreises im Botticelli-Zimmer des Münchner Rats-

kellers.

Seit 2009 lobt der Verein Münchner Sportjournalisten (VMS) jährlich ein Stipendium für Studierende aus, die während ihres Studiums sportjournalistisch tätig sind. Es ist mit 3.000 Euro dotiert. Weil dem VMS zwei gleichwertige Bewerbungen vorlagen, beschloss der Vorstand, das Stipendium auf 4.800 Euro zu erhöhen. Die beiden Stipendiatinnen er-

halten ein Jahr lang monatlich 200 Euro. Sie müssen vierteljährlich über ihre Aktivitäten an der Uni, bei der DJS und als Journalistinnen berichten.

Anna Dreher hatte sich schon einmal um das Stipendium beworben, allerdings vergeb-

lich, weil sie damals noch in Tübingen und damit außerhalb des VMS-Einzugsbereichs Medienwissenschaft studierte. Sie und Marieke Reimann studieren derzeit an der Lud-

wigs-Maximilians-Universität in München Journalismus und werden an der Deutschen Journalistenschule ausgebildet.

Marieke Reimann, geboren in Rostock, hat zahlreiche Praktika absolviert (Süddeutsche Zeitung, Focus Online, ProSiebenSat.1 Digital) und vier Monate lang auf Malta als freie Journalistin gearbeitet.

Anna Dreher, geboren in Berlin, aufgewachsen in Herrenberg, rund 40 Kilometer süd-

westlich von Stuttgart, hat ebenfalls zahlreiche Praktika aufzuweisen (Stuttgarter Nach-

richten, Deutsche Presse-Agentur in Washington, Süddeutsche Zeitung, ARD in New York, ZDF, SWR Stuttgart), außerdem freie Mitarbeit (Süddeutsche Zeitung, Stuttgarter Zeitung). 2014 wurde Anna Dreher mit dem Medienpreis des Behinderten- und Rehabi-

litations-Sportverbands Bayern ausgezeichnet. In ihrem prämierten Text, der in der Süd-

deutschen Zeitung erschien ("Wie, bist du schon fertig?") schildert die Autorin, wie sich die blinde Biathletin Verena Bentele, vielmalige Paralympics-Siegerin, am Schießstand mit der Olympiasiegerin und ehemaligen Weltmeisterin Kati Wilhelm misst.

Thomas Gröbner, Stipendiat 2012/13

"Fundament für Träume"

Bürgermeisterin Christine Strobl mit VMS-Stipendiat Thomas Gröbner.

Ich bedanke mich für  die Un-

terstützung durch das VMS-

Stipendium. Dank dieser Hil-

fe war es mir möglich, mein Projekt erfolgreich weiterzu-

führen und auszubauen.

 

Das VMS-Stipendium ist eine wunderbare Form der Förde-

rung. Es gießt ein stabiles

Fundament für die Träume und Luftschlösser des Nach-

wuchses, genau dorthin wo vorher ein dunkles Loch der Unsicherheit war. Es gibt jungen Journalisten den Mut, sich in dem schwierigen Umfeld weiter zu behaupten.

 

Aktuell erarbeite ich mit Kommilitonen einen Business-Plan für die Ausgestaltung des Chiemgaukickers mit einem entsprechenden Geschäftsmodell und Erlösmodellen. Ohne die Unterstützung des VMS hätte wohl ich nicht die Ausdauer gehabt, die für solche Pro-

jekte unabdingbar sind.

 

In großer Dankbarkeit und Verbundenheit.                                           Thomas Gröbner

Geschäftsstelle:

Verein Münchner Sportjournalisten (VMS)

Geschäftsführer:

Diethelm Straube

Türkenstr. 95

80799 München

 

T 089 99019250 

info(at)vms-sportjournalisten.de

1. Vorsitzender

Thomas Walz

T 0170 2268043

thomas.walz(at)vms-sportjournalisten.de

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VMS INFO 2016/17
VMS INFO 2017 neu quer.pdf
PDF-Dokument [15.7 MB]

Geburtstage 2017

Weltmeisterlicher Treffer zum 2:1-Sieg über die Niederlande, 1974 im Münchner Olympiastadion.

Gerd Müller 72 (3.11.2017) Unerreicht, unvergessen. Danke Gerd, alles Gute!

Rolf Hofmann 90                    Mit dem Fußball                     um die ganze Welt

Diethelm "Didi" Straube 60    Von Darmstadt in die Welt hinaus - bis nach Afrika

Gerhard M. Gmelch 75        Jura, Fußball und eine              Kreuzfahrt ins Glück

Wolfgang Gärner 70               Einer der letzten Allrounder

Heinrich Lemer 65        Journalist statt Arzt - Hallbergmoos statt Berlin

Kurt Reich 90               Schlesier, Berliner, Allgäuer, Journalist + Funktionär

Werner-Johannes Müller 65   Der Mann, der den kicker-Stammtisch erfand

Robert Lübenoff 60               Power-Krebs

Corinna Halke-Teichmann    Vom Eis vor die Kamera

Oskar Brunnthaler 70          Ewig jung

Ansichtssache

Wolfgang Uhrig:               Servus, TT            

Neue Mitglieder

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Neue Bücher                           

Ulrich Kühne-Hellmessen

Hardcover, 160 Seiten.

Erschienen: Oktober 2017.

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ISBN: 978-3-7423-0378-3

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Gerhard Waldherr

Deutschkunde

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30,00 (D) / € 30,90 (A)

ISBN

978-3-946514-55-8

Anno dazumal

Als Gerd Müller zurücktrat        Als Beckenbauer nachtrat

Wenn Ronny mit                         dem Kopf abstaubt

Fußballsprache oder ganz schlechtes Deutsch?

 

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Ausgezeichnete Texte

VMS-Mitglieder haben zahlreiche Preise gewonnnen. Die prämierten Texte:

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