Verein Münchner Sportjournalisten
Verein Münchner Sportjournalisten

Aktuelles

(10. Januar 2022) - Günther Wolfbauer war jahrzehntelang als Journalist in Bayern allgegenwärtig: Als Sportredakteur des Münchner Merkur, Sportchef der Münchner Abend-zeitung, Fußballreporter beim BR („Heute im Stadion“) und der ARD. Er moderierte bis 1985 "Blickpunkt Sport". Später war Wolfbauer Rathausreporter der AZ und wurde vom OB Erich Kiesl als Leiter der Pressestelle engagiert.

  Weshalb wir jetzt an Günther Wolfbauer erinnern? Weil er im Winter in seiner Heimat-stadt München geboren und gestorben ist (*1. Januar 1926, †17. Dezember 2009).

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Post von Jupp aus Weyarn

(7. Januar 2022) - Jupp Suttner (Jupp Suttner - Chefredakteur, Reise-Stories.de), 1948 in München geboren, seit 1970 Mitglied des Vereins Münchner Sportjournalisten (VMS), ist ein vielfach preisgekrönter Sportj– und Reisejournalist sowie Buchautor. Er lebt in Weyarn, in der Nähe von Golfplatz und Skipisten. Suttner schrieb und schreibt auch Kolumnen, seit einem Jahr den Juppsletter. Nummer 50 hat er, auf Anfrage, für vms-sportjournalisten.de zur Verfügung gestellt.

Der Newsletter namens JUPPSLETTER  ist kein

 

  offizieller  Newsletter  im gewerblichen Sinne, sondern  lediglich  eine  private  Rundmail

an einen kleinen, feinen, exklusiven  Kreis von hauptsächlich  MeinungsbildnerInnen und

EntscheidungsträgerInnen..  

 

  (Das Bild  zeigt  den Autor  im ‘21er In-Look - natürlich mit  Maske, wie  es  sich   gehört.,

auch wenn es der Optik wg. keine FFP2 ist…).

 

Ausgabe 50 vom  5. Januar 2022

 

Liebe Freundinnen,

Freunde & Freundiv.,

 

dies hier ist der 50. JUPPSLETTER seit Bestehen. Zu diesem Jubiläum schenke ich euch – ZEIT!!!! Indem ich in dieser Ausgabe mich ausnahmsweise ganz, ganz kurz fasse und euch lediglich schildere, wie es überhaupt zu diesem Newsletter namens JUPPSLETTER kam.

  Die Sache begann 2010. An einem Frühjahrstag, dessen Wetterbeschaffenheit meinem Gedächtnis entfallen ist, bot Gunnar Jans, der Sportchef der Münchner ABENDZEITUNG, mir an, als Freelancer doch eine täglich erscheinende FREIZEITSPORTSEITE für die AZ zu kreieren. Ein Angebot, das ich jubelnd (was ich mir aber nicht anmerken ließ) annahm und für das ich Gunnar Jans heute noch unendlich dankbar bin. Erstens für den Spaß, den dieser Job bereitete – und der zudem zweitens genau jenes finanzielle missing link bildete, das ich noch bis zur Rente hin benötigte.

  Für diese Freizeitsportseite schrieb ich auch Glossen. Geriet eine von ihnen an den Rand eines erotischen Abgrundes – so pflegte sich die Gattin des Chefredakteurs Makowsky bei ihrem Mann darüber zu beschweren.

  Der Chefredakteur leitete die Beschwerde an den Sportchef weiter und jener sie wieder-um an mich. Schade, dass die Chefredakteursgemahlin sich nicht gleich direkt an mich wandte – wir hätten vielleicht manches Missverständnis klären können. Leider lernte ich sie nie kennen.

  Im Jahre 2012 nun schlug ich Sportchef Jans vor, eine Kolumne namens BRENNINGER zu schreiben für die Freizeitsportseite – der Br. sei eine 47jährige Münchner Kunstfigur, die Freizeitsport betreibe. Und was sie dabei erlebe.

 

Sexleben für Brenninger verboten

 

  Sportchef und Chefredakteur waren damit einverstanden – unter einer Bedingung: BRENNINGER dürfe kein Sex-Leben führen! Da es sich ja ohnehin um eine Kunstfigur handelte, erklärte ich mich einverstanden – auch wenn der Brenninger mir schon irgend-wie leidtat und ich mich im Laufe der Jahre öfter bei ihm entschuldigte für die Unterdrü-ckung seines Triebes.

  Jedenfalls verfasste ich den BRENNINGER einige Jahre lang - bis zur Insolvenz der ABENDZEITUNG 2014 und ich bin mir sicher, dass der BRENNINGER null Schuld trug an dieser Pleite. So wie ich mir ebenso sicher bin, dass ich niemals mehr etwas von den 2.500 Euro sehen werde, welche mir die AZ seit Eröffnung des Inso-Verfahrens schuldig ist.

  Als die AZ dann in neue Hände überging, textete ich den BRENNINGER fortan für das Webmagazin Reise-Stories.de . Und immer, wenn dort eine Folge erschien, informierte ich via Mail meinen Freundes- und Bekanntenkreis, dass ein neuer BRENNINGER erschienen sei.

  Nach einer Sommerpause 2019 fügte ich der nüchternen Mitteilung, dass jetzt erstmals wieder ein BRENNINGER parat liege, noch einige andere Sätze hinzu. Über Sommer-frische und Fremdgehen, was halt in der warmen Jahreszeit so anfällt.

  Das Echo war verblüffend. Nachdem jahrelang zwar eine prima mündliche, jedoch nur eine mäßig schriftliche Resonanz auf meine BRENNINGERs erfolgt war (kein Wunder bei dessem sexlosen Leben), erhielt ich plötzlich etliche Mails, die sich - auf besagte NEBEN-SÄTZE bezogen!

 

Wie der Juppsletter entstand

 

  Also praktizierte ich dies bei der nächsten BRENNINGER-Aussendung probeweise erneut – und das Echo war NOCH größer. Beim dritten Mal GLEICHFALLS eine Steigerung.

  Und so entwickelte sich in mir die Idee, künftig diese Angelegenheit mit den Nebensätzen auszubauen – es entstand der JUPPSLETTER. Der heute rund 1.000 Empfänger/inn/en aufweist, größtenteils Meinungsbildner/innen, Entscheidungsträger/innen und somit Multi-

plikator/inn/en aus der Medien-, Kunst- und Kultur-, Reise- und Genuss-, Sport- und Medizin-Branche. Tausend - das ist nur eine winzig winzig winzige Auflage gegenüber RICHTIGEN Newslettern.

  Aber dennoch ist bei mir nun mit 1.000 vorläufig Schluss. Ich strebe KEINE großartige weitere Steigerung an. Denn: Der Versand erfolgt in fünf Tranchen zu jeweils rund 200 Mail-Adressen – mehr auf einem Haufen packt Outlook anscheinend nicht. Und zwischen den fünf Aussendungen müssen technisch bedingt jeweils auch ein paar Stunden Pause liegen. Deshalb erhalten die Ersten den JUPPSLETTER am frühen Morgen des Versandtages und die Fünften am frühen Abend. Da es sich jedoch um keinen Newsletter mit AKTUELLEM Nachrichtenwert, sondern um eine Unterhaltungs-Wundertüte leichten Inhalts handelt, ist derlei ja egal.

 Natürlich könnte ich einen professionellen Newsletter-Versender damit beauftragen – da drückt man 1 x auf den Knopf und X-Tausend Menschen erhalten gleichzeitig den Newsletter. Aber ich finde es auf meine amateurhafte Weise irgendwie persönlicher – auch wenn das Layout bei fast jeder/jedem Empfänger/in irgendwie unterschiedlich erscheint. Bei AOL etwa völlig anders als bei gmx oder web.de oder… oder… Für eine weitere  Kuddelmuddel-Multiplizierung sorgt zudem die Frage des Empfänger-Endgeräts (Desktop oder Laptop oder Tablet oder Handy?). Und bei manchen kommen die Fotos nur halb an, bei einigen Wenigen sogar gar nicht – seufz, seufz…Aber für die meisten Leser/

innen scheint es irgendwie zu passen.

 

Was ist der Plan?

 

  Also bitte sehr, WAS für eine Frage! REICH werden will ich natürlich mit ihm! In Amerika existieren bereits etliche freie Journalist/inn/en vom Schreiben eines Newsletters! Und was in den USA passiert, schwappt doch schließlich auch zu uns über!

  Also wenn ich das so ausrechne, dass jede/r der 1.000 JUPPSLETTER-LeserInnen 1 Dollar pro Ausgabe bezahlt – dann wären das 4.000 Dollar im Monat: nicht schlecht für 2 Tage Aufwand pro Woche.

  Noch besser: Wenn ich den JUPPSLETTER nicht wöchentlich, sondern TÄGLICH schreiben würde – dann wären das bei 364 Tagen (Weihnachten hielte ich still) immerhin 364.000 Dollar jährlich!

  Ich würde mir dank dieses Zasters sofort eine ständige Suite in der Sportresidenz Zillertal mieten – 1 Minute zum Golfplatz, 10 Minuten zum Skifahren, 90 Minuten nach München. Würde mit meinem Laptop auf dem Bett sitzen und stets das 18. Loch im Auge haben, wer da gerade so reinkommt und ob die Putts fallen oder nicht. 

  Dann freilich bin ich aufgewacht. Und habe – nicht auf dem Bett, sondern ganz normal in meinem Schreibkabuff - diesen JUPPSLETTER hier verfasst:

  Den 50. Jenen, der euch Zeit schenkt. Und mir viel, viel Vergnügen.

 

 Servus bis zum 51. –  euer Jupp

 

IMPRESSUM:

Verantwortlich für den Inhalt des JUPPSLETTERS:

Jupp Suttner
Klosterweg 14
83629 Weyarn/Bayern
Tel. 08020-908 450
Mobil 0172-83 21 648
E-Mail
JSuttner@aol.com

www.facebook.com/jupp.suttner

Instagram: suttnerjupp

Twitter: JuppSuttner

Erinnerung an die Mini-WM in Montevideo 1980/81

(31. Dezember 2021) – Über den Jahreswechsel 1980/81 feierte der Fußballverband von Uruguay sein 100-jähriges Bestehen mit der sogenannten Mini-WM, einem Turnier mit sechs Mannschaften, die in zwei Gruppen spielten. Gruppe 1: Uruguay, Italien, Holland. Gruppe 2: Argentinien, Brasilien, BR Deutschland.

 

Am Tag vor Turnierbeginn lud der Deutsche Fußball-Bund zur Silvesterfeier und begrüßte das Jahr 1981 gleich zweimal: Um 20 Uhr (MEZ) und 24 Uhr. Über dieses denkwürdige Ereignis schrieb ich in der Süddeutschen Zeitung.

Christina Pahnke.                                                                         FOTO: STEFAN MATZKE

SZ über Christina Pahnke

Feuilletonistin unter den Sportfotografen

(13. Dezember 2021) - Christina Pahnke fotografiert Spiele des FC Bayern München ge-nauso wie Partien vom TSV Ottobrunn II - und sucht auch in der Sportfotografie immer die Geschichte hinter der Geschichte. Mit Erfolg. So beschreibt Christoph Leischwitz in der Süddeutschen Zeitung die Arbeit der Münchner Sportfotografin, die gemeinsam mit ihrem Mann die Agentur sampics betreibt. Das Ehepaar wurde mit zahlreichen Preisen bedacht. Matzke ist einer der beiden Sprecher von Wolfgang Rattey, dem Chef der im Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) organisierten Fotografen. Pahnke, Matzke und Rattey gehören dem Verein Münchner Sportjournalisten (VMS) an.

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-sz-serie-christina-pahnke-sportfotografin-1.5485612

Meisterlöwe Hennes Küppers

(17. Dezember 2021) – Am Tag vor dem Heiligen Abend 1962 war es kalt, bitterkalt. Minus 10 Grad, ein eisiger Wind pfiff durchs Karlsruher Wildparkstadion, das Spielfeld war stein-hart gefroren; Rasenheizung gab es erst Jahrzehnte später.

  Zwei Münchner Debütanten hatten Lampenfieber, es war ihr erstes Länderspiel: Hans-Josef Küppers vom TSV München von 1860, der „Hennes“, endlich Nationalspieler, am 23. Dezember 1962, einen Tag vor seinem 24. Geburtstag. Und Hans Eiberle (24), der für die Süddeutsche Zeitung zum ersten Mal über ein Länderspiel berichtete. Unter anderem das, mit steifen Fingern live in die Schreibmaschine gehackt:

  77. Minute: Wieder ist Schnellinger mit nach vorne gegangen. Seine Flanke kommt in den Strafraum, senkt sich auf den Kopf des hochsteigenden Schütz und wieder ist Anser-met geschlagen. Es steht 4:1. Der Konten ist geplatzt, denn schon 60 Sekunden später reißt Küppers jubelnd die Arme hoch. Aus der Luft hat er den von Schütz gekommenen Ball zum 5:1 ins Netz gesetzt. Im ersten Länderspiel gleich Torschütze, wenn das keine Empfehlung ist!

  Die Kritik über Küppers und den gleichfalls zum ersten Mal von Bundestrainer Sepp Herberger berufenen Sechziger Alfred „Fredi“ Heiß las sich so: „Während Heiß sich auf die schwere Aufgabe seines ersten Spiels im Nationaltrikot vorbereiten konnte, traf seinen Vereinskameraden Küppers die Kunde von der Erkrankung Friedhelm Konietzkas und seiner Nominierung völlig überraschend. Vielleicht spielte der „Hennes“ gerade deshalb ungehemmeter, selbstbewußter. Er fügte sich gut ein, schleppte die Bälle wie gewohnt, war einsatzfreudig, trennte sich nach Dribblings stets rechtzeitig vom Ball und nützte seine Torschance, als sie sich ihm bot. Sein oft erprobtes Zusammenspiel mit Heiß war natürlich untadelig.“

  Hennes Küppers war deutscher Meister 1966 mit 1860, DFB-Pokalsieger mit Schwarz-Weiß Essen (1959) und 1860 (1964). Er spielte außerdem für den 1. FC Nürnberg, SV Wattrens, SSW Innsbruck und FC Lugano. Küpppers brachte es auf insgesamt 7 Länder-spiele; der SZ-Reporter beschrieb bis 1992 deren 160.

  Hans-Josef Küppers starb am 15. Dezember in Essen an den Folgen eines Schlagan-falls.                                                                                                                                 HE

VDS-Berufswettbewerbe

(13. Dezember 2021) - Auch für 2021 schreibt der VDS seine sportjournalistischen Be-rufswettbewerbe in den Kategorien Print, Online, TV und Hörfunk aus. Teilnehmen können alle VDS-Mitglieder, beim Nachwuchspreis auch (Noch-)Nicht-Mitglieder. Wettbewerbs-zeitraum ist das Kalenderjahr 2021. Bis 20. Januar 2022 können Beiträge eingereicht wer-den. Die Preisverleihung erfolgt, wenn es die Pandemie erlaubt, bei der VDS-Hauptver-sammlung am 28. März 2022 im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund.
 

Ausschreibung

Mut und Visionen - auch in schwierigen Zeiten

VDS zwischen Abschied und Aufbruch mit neuem Präsidenten

(25. November 2021) - Es hätte wohl keinen besseren Ort geben können für den Wahl-kongress des Verbandes Deutscher Sportjournalisten (VDS) als das Deutsche Fußball-museum in Dortmund, einem Ort der Geschichte und Geschichten, einem Ort, der die

Vergangenheit aber auch die Gegenwart und Zukunft dieses weltumfassenden Sports abbildet: Lehmanns Zettel, Götzes Schuhe und natürlich auch der Spielball der WM-Helden von Bern sind hier zu finden sowie einige herausragende Vertreter aus dem Sportjourna-lismus, die inzwischen fast wie aus der Zeit gefallen wirken.

  Und so spiegelte die zweitä-gige Veranstaltung auch die Gefühlslage des Verbandes und seiner Mitglieder wider – irgendwo zwischen Abschied und Aufbruch mit einem neuen Präsidenten, zwischen der letzten Printausgabe des beliebten Sportjournalisten und dem ambitionierten neuen, digitalen Newsletter. Diskutiert wurden aber auch die ernsten Pro-bleme, mit denen die Kolleg*innen in ihrem Arbeitsalltag zu kämpfen haben: Berichtende,
die in der Ausübung ihres Jobs von Vereinen behindert werden, Dumpinghonorare bei den Sportfotografen, der richtigen Strategie, um neue Mitglieder zu generieren und natürlich die Folgen der Pandemie und den fehlenden Hilfen vor allem für die Freien.
  Die Finanzen des Verbandes sind solide – er hat in den vergangenen zwei Jahren aber 190 Mitglieder verloren. „Wenn sich das beschleunigt, könnte es bedenklich werden“, sagt Geschäftsführerin Ute Maag. Weniger Zulauf hat aber nicht nur der VDS 
 es sind generell weniger junge Menschen, die den Beruf des Journalisten ergreifen, weil Agenturen ganz andere Gehälter aufrufen und die Arbeitsbedingungen in den Redaktionen schlechter geworden sind.

  Es braucht deshalb Ideen und Überzeugungen, um den Nachwuchs zu gewinnen. Zum

einen müsse der Servicecharakter des Verbandes stärker herausgearbeitet und das Profil geschärft werden, fordern die anwesenden Mitglieder. Dabei dürfe gleichzeitig der gesell-schaftlich-soziale Aspekt der Regionalvereine nicht vernachlässigt werden. Der Arbeitskreis Online rät, über Juniormitgliedschaften nachzudenken und ob auch Blogger aufgenommen werden können.

  Und natürlich waren in Dortmund auch jede Menge Emotionen im Spiel  vor allem beim Gala-Abend, bei dem die Preisträger*innen in den VDS-Berufswettbewerben 2020 und 2021 geehrt und Präsident Erich Laaser sowie Schatzmeister Christoph Schumann vera-bschiedet wurden, die beide auf eine weitere Kandidatur verzichtet hatten. Schumann sagte nach 21 Jahren im Amt krankheitsbedingt per Videobotschaft nicht Servus, sondern „aus Hamburg sagt man Tschüss.“ Und weil der Wassersport sein Faible war, erhielt der 72-Jährige eine Art Girlande, die das Flaggenalphabet symbolisiert mit den sieben Zeichen:

Danke C.S.

  Etwas für die Ewigkeit hatte man sich für Erich Laaser ausgedacht  – der 69-Jährige war 1999 auf Karl-Heinz Cammann gefolgt. Zum Abschied gab es einen achtminütiger Film mit Grußbotschaften von Wegbegleitern, prominenten Zeitzeugen aber auch Kritikern, die da-bei auch die Entertainer-Qualitäten des extrovertierten Journalisten und Moderators würdig-ten. Und als seine Frau Dagmar „You did it your way“ in die Kamera sprach, da wirkte der

scheidende „Präsi“ schon ein wenig angefasst. Lobende Worte und eine kleine Meisterschale für den Schreibtisch gab es von DFL-Direk-tor Christian Pfenning.

  „22 Jahre einen Verband zusammenzuhalten ist eine große Leistung“, sagte Laaser.
Thema seiner Präsidentschaft sei es gewesen, den Servicecharakter des Verbandes zu verbesser. „In der Öffentlichkeit wird der VDS mehr wahrgenommen als vor 22 Jahren, er ist ein anerkannter Berufsverband“, sagte er. „Es war nicht immer ein Vergnügen, aber immer eine Ehre.“ Die Mitglieder spendeten langen Applaus und wählten ihn später zum
Ehrenpräsidenten.

  Sein Nachfolger ist André Keil, bislang 1. VDS-Vizepräsident. Einstimmig gewählt über-nimmt er das Amt für die kommenden zwei Jahre in schwierigen Zeiten. „Ich freue mich auf die Aufgabe und bedanke mich für das Vertrauen“, sagte der 54-Jährige, der als CVD beim NDR in Schwerin tätig ist. Das Solidarprinzip, die Wahrung der Pressefreiheit sind ihm
wichtig. „Wir wollen keine Trumpschen Verhältnisse.“

  Wolfram Köhli, 68, ist nun der Hüter der VDS-Finanzen. Neu im Präsidium ist auch Martin Volkmar. Der langjährige Vorsitzende des VDS-Arbeitskreises Online-Journalismus und
Spox-Chefredakteur vertritt als Beisitzer die digitalen Medien. Ebenfalls zum Beisitzer ge-wählt wurde Thorsten Poppe (48) aus Köln, dessen Fokus auf der Hintergrundbericht
er-stattung und in der Sportpolitik liegt.

  Elisabeth Schlammerl, bislang 2. Vizepräsidentin rückt zur ersten auf. Ihren Posten über-nimmt der bisherige Beisitzer Arno Boes vom Verein Mittelrheinischer Sportjournalisten.

  Als Fotografensprecher gehört auch Wolfgang Rattay der Führung des VDS an. Wir sind eine gespaltene Gruppe“, sagt Rattay. Deshalb soll für die Fotograf*innen unter der Be-gleitung von VDS-Anwalt Dirk Feldmann eine Art Codex erstellt werden.

  Bei allen Schwierigkeiten steht der Verband aber auch für Visionen und den Mut zur Ver-änderung. Dafür hat der VDS auch ein heißes Eisen angefasst und bringt den Sportjourna-listen im Dezember ein letztes Mal in Printform heraus. Nachfolgen wird ein monatlich er-scheinender digitaler Newsletter, der auch das Berufsständische nach vorne bringen soll mit Weiterbildungsmöglichkeiten und Jobbörsen. Ein Relaunch der Homepage wird folgen.   Weiter forciert werden soll auch das Sportfilmfest, das am 14. und 15. März 2022 in Ober-hausen stattfindet. „Das wollen wir etablieren – nächstes Jahr steht 50 Jahre Olympiaat-

tentat München an“, sagt André Keil.

  Das Deutsche Fußballmuseum wird den VDS noch länger begleiten – am 27./28. März findet dort die nächste Hauptversammlung statt.                                        Elke Rutschmann

VMS-Stipendiation Melina Maria Kutsch berichtet

Volontariat und Studium

(8. November 2021 - Ein aufregender und prall gefüllter Sport-Sommer liegt hinter mir. Das Ende meines Volontariats naht und der Uni-Alltag nimmt zu. Sowohl meine Fähigkeiten hinter der Kamera als VJ, aber auch die in der Regie während Live-Sen-dungen konnte ich während dieser Zeit enorm ausbauen. Mein erstes eigenes Format zur EM ging an den Start und ich durfte nach eineinhalb Jahren wieder Stadionluft schnuppern.

  Außerdem habe ich den 1. FSV Mainz 05 sowie den VfB Stutt-gart im Trainingslager in Österreich besucht. Das Interview mit dem Youngster Leandro Barreiro aus Mainz gibt es hier zum nachlesen: https://go.sport1.de/Ijr5Dd.

Im Folgenden eine weitere Auswahl meiner vergangen Monate während meines Volon-tariats. Weiter

Eberhard-Stanjek-Pokal im GC Eschenried

Jahresfinale der Pressegolfer

Nicht nur die Sieger danken dem BGV für einen 1a-Tag: (v.l.n.r.) Markus Schauer (ZDF-Landesstudio Bayern), Britta Semmler-Dzösch (freie Journalistin) mit dem Eberhard Stan-jek-Pokal und Günther Zapf (Golf u. NFL-Kommentator) vor den Gastgebern Daniela Schön-Horder (neue BGV-Vizepräsidentin), BGV-Geschäftsführerin Heidrun Klump und BGV-Pressechef Tobias Hennecke.                                                FOTO: THOMAS WALZ

(Alte) Kommunikation neu beleben!

(14.September 2021) - Zugegeben, a bissl Brisanz steckt drin in diesem Thema: Seit dem Tod des legendären Kollegen und BR-Sportchefs Eberhard Stanjek im Jahre 2001 wird im Rahmen der Presseturniere des Bayerischen Golfverband (BGV) der ‚Eberhard Stanjek-Golfpokal‘ (gestiftet von Bernhard Langer) unter Journalisten ausgespielt. Traditionell im GC Eschenried. Seitens der golfenden bayerischen Journaille immer ein sehr beliebter Treff in Memory an einen ebenso beliebten Kollegen. 

  Ende der 1980 er Jahre, vom ehemaligen VMS-Mitglied und Gründer des Pressegolfclub Egon Stengl (†2014) zusammen mit Peter von Winckler (BGV) ins Leben gerufen, stand zuletzt die Organisation der BGV-Presserunde/Journalistenturniere  immer unter der Ägide des langjährigen BGV-Vize Dr. Werner Proebstl , dessen (Ex-)Verband nun neu aufgestellt wurde – u.a. mit Korbian Kofler (GC Wittelsbach) und Daniela Schön-Horder (GC Open 9) als neue Vizepräsidenten und Tobias Hennecke als neuem Pressechef in Nachfolge von Patrizia Kaymer.

  Was wir bis dato feststellen: Es werden z.B. nicht mehr alle der bisherigen Kollegen zu den BGV-Events eingeladen. Okay, kann man sagen: Man setzt neue Maßstäbe und „mistet“ alte Listen mal aus, was so lange legitim ist, solange nicht verdiente Berichter-statter, die seit Jahrzehnten über Golf berichten, ausgeschlossen werden. Gerade der Autor war aufgrund vielfacher Erfahrung (aus zweierlei Sicht) immer ein Verfechter dafür, dass zu Journalisten-Events auch tunlichst nur Kollegen melden sollten, die auch ein Me-dien-Forum haben – und wenn es nur eine One-Man-Show im Home-Portal bzw. Online-Service ist (aber dieses „Problem“ ist zu umfangreich, um hier final gelöst zu werden...).

  Einige tätige Kollegen sind, ob der neuen BGV-Politik etwas irritiert und fragen sich, ob der Golfverband und deren Medienexperten die Bedürfnisse von Berichterstattern auch wirklich gut kennt. Dabei gab es auch diesmal nach dem Golf-Turnier in Eschenried (mit leider nur 20 Teilnehmern, aber 1a-Platzverhältnissen) eine Fülle von Themen: Golf & Natur, Golf & Gesundheit, das Bienensterben, der „Blühpakt“.... etc. etc.., gewohnt sachlich-eloquent vorgetragen von BGV-Geschäftsführerin Heidrun Klump, die seit 22 Jahren für den Verband einen Top-Job macht. 

 

Zu „Golf & Natur“ ...

 

....schrieb ich schon in meiner aktuellen Golf-Broschüre: „Wenigstens die Bienen lieben das Rough! Golfanlagen sind eine rettende Symbiose für den Artenschutz. 70 % unserer Insektenarten und Schmetterlinge sind bedroht – es fehlt an Lebensräumen – aber: Die bietet jeder Golfplatz! Ökologisch gut geführt sind sie wahre Refugien für Flora und Fau-na! 
  Golf beweist zudem: Mit einer bewusst bewahrten Vegetations-vielfalt – aus Blüh-, Streu-obst- und Magerwiesen, Hecken, Büschen, Totholz-bereichen – und den „Insekten-Hotels“ entstehen Naturparadiese, die oft über ein Drittel der Golffläche ausmachen. Nicht nur die Bienen freut’s. Auf den 722 deutschen Golfanlagen wohnen etwa 800.000  Honigbienen-völker. Diese fleißigen Flieger summen und sammeln in Millionenstärke, und Golfplatz-Honig wurde in vielen Clubs schon zum Markenzeichen! Golf und Natur(schutz) ist längst kein Widerspruch mehr. Gepflegte Grüns und feine Fairways fördern Freude.   

  In Eschenried hätten daher viele Kollegen außer dem offiziellen Verbandsorgan auch gerne nachlesbare und verwendbare Updates über diese o.a. Themen erhalten. Früher sagte man: Pressemappe....Und der Mini-Film über das Behinderten-Golfturnier des BGV? Zwar ganz nett anzusehen, aber nach Ansicht von anwesenden Film-erfahrenen Kollegen inhaltlich und handwerklich eher „dünn“... Da war bei gleichem Ereignis 2015 medial mehr los...
  Die Kommunikation mit uns Medienvertretern war bis dato immer eine Verbandsstärke.

  Bitte, lieber BGV: Back to the roots. Wir sind nahbar! Ruft-uns-an – und versucht (wie früher), auch mal unsere Meinung zu hören. Schließlich wird ja um Berichterstattung gebeten! 
  Es geht nicht nur um den Golfsport an sich...wie die eigenen BGV-Offensiven mit „grü-nen“ Themen ja beweisen.                                                                         Conny Konzack

VMS-Stipendiat a. D. Johannes Holbein bedankt sich

(27. August 2021) – Johannes Holbein war während seiner Ausbildung zum Redakteur (2018-2021) an der Deutschen Journalistenschule (DJS) von 2019-2020) Stipendiat des Vereins Münchner Sportjournalisten (VMS). Jetzt arbeitet er als Redakteur in der Sportredaktion der Südwestrundfunks in Stuttgart. Er schrieb an den VMS: „Vielen Dank, dass Sie mich damals unterstützt und mir damit zu einer guten Aus-bildung verholfen haben. Zum Start der Paralympics habe ich ein Video gemacht.

https://www.youtube.com/watch?v=eWSIsN3P6nE.

Mit langem Atem zum großen Traum

Ronald Reng recherchierte neun Jahre lang für sein neues Buch

(27. Juli 2021) - Ronald Reng (50) war in seiner Jugend Leicht-athlet - er lief die Mittelstrecken. Vor einigen Jahren entdeckte er für sich das Laufen neu. Darüber schrieb er das Buch Warum wir laufen. Reng ist wieder in Form. Für sein Buch Der große Traum brauchte er einen langen Atem. Neun Jahre lang begleitete Reng die drei Fußballspieler Fotios "Foti" Katidis (Jahrgang 1996), Marius Wolf (1995) und Niko Reislöhner (1997) auf ihrem Weg, der sie in den Profifußball führen sollte. Das Trio stammt aus der nordbayerischen Provinz (Stopfenheim!)

  Dabei entdeckte der Autor für seine Leser eine Welt, die sich die meisten ganz anders vorgestellt hatten. In den Nachwuchsleistungszentren (NLZ) der Profivereine werden dem Kickernachwuchs zwar gute bis besten Voraussetzungen geboten, sich vom Talent zum professionellen Spieler zu entwickeln und gleichzeitig Schule oder Berufsausbildung zu bewältigen. Die Art der Förderung gibt es auch In anderen Sportarten. In Skigymnasien, und Eliteschulen des Sports werden Training und Unterricht koordiniert.

  Aber nur im Fußball scheint die Auslese gnadenlos. Die NLZ-Plätze sind begrenzt. Von den 26.000 Talenten, die in einem Jahrzehnt die deutschen NLZs bevölkerten, waren bis zur U15 rund 10.000 wieder verabschiedet worden, hat Reng herausgefunden.

  Sie spielen in der U-Bundesligen 15, 17, 19. Auch in der kommenden Saison noch? All-jährlich beginnt kurz vor Saisonschluss das große Zittern: Darf ich bleiben, kriege ich einen Ausbildungsvertrag für kleines Geld, schaffe ich die Schule, brauche ich einen Be-rater?

  Reng schildert einfühlsam, wie die jungen Fußballer im Zeitraffer erwachsen werden müssen. Und irgendwann eine Entscheidung treffen: Reicht mein Talent für die ganz große Karriere oder zumindest, um als Fußballspieler den Lebensunterhalt bestreiten zu können? Schwierig, sich selbst aus einem Traum wecken zu müssen. Aber in anderen Sportarten ist das noch schwerer. Foti und Niko können kicken, solange sie Bock drauf haben; Foti hat vorest keinen mehr. Aber Skispringen als Freizeitbeschäftigung gibt es nicht.

  Foti hat sich nach seiner Ausbildung in der vierten Liga verdingt: Wacker Nordhausen, SV Seeligenporten; er ist jetzt Versicherungskaufmann. Niko spielt für die DJK Stopfen-heim, Kreisklasse Neumarkt/Jura West, neunte Liga, und er verlegt Fliesen. "So, wie er Fußball gespielt hat", schreibt Reng. "Ohne Hast, fast bedächtig, versucht er zunächst, die Situation zu überblicken, um die beste Lösung zu erkennen, und handelt dann über-legt."

  Nur einer kam durch: Marius Wolf, jetzt 26. Der vom Rechtsaußen zum Außenverteidiger umgeschulte Fußballer spielte für 1860 München, Hannover 96, Eintracht Frankfurt, Her-tha BSC Berlin, 1.FC Köln, er steht bei Borussia Dortmund unter Vertrag.

  "Marius' Weg ist wirklich einmalig", lässt Reng den Jugendtrainer Wolfgang Schellenberg sagen, der alle drei Jungs gekannt hat. "Mit 16 aus sportlichen Gründen weggeschickt, mit 24 in der Champions League, da fällt mir wirklich kein anderer ein." Dabei spielten Zufälle und Schicksalsmomente eine Rolle, aber entscheidend war das Plus an Talent. Und Fleiß, eine Eigenschaft, die der flüchtige Betrachter nicht vermutet hätte, sondern Wolf eher unter den Stichworten Wandervogel, Fahren ohne Führerschein, Tätowierungen, extra-vagante Kleidung und Frisur abgespeichert hatte.

  Den Marius sieht Foti manchmal im Fernsehen. Fußball fehle ihm schon, sagt er: "Was soll man sonntagnachmittags sonst machen außer Fußball schauen?" Er selber spielt nicht mehr. Beim SV Pullach hatte er von jetzt auf gleich keine Lust mehr. Er war mit einem jungen Ersatzspieler aneinandergeraten, der motzte ihn an.

  Ronald Reng hat in seinem Buch auch mit der Vermutung aufgeräumt, es werde im Fuß-

ball schon früh mit Geld um sich geworfen. Er hat das Engagement der Eltern gewürdigt, ohne deren Fahrdienste den Kindern verwehrt geblieben wäre, den großen Traum zu leben. Und er entlässt den Leser mit der optimistischen Einschätzung dessen, was die Zukunft für das Trio bringt: "Eigentlich haben alle drei schon wieder dasselbe Gefühl wie zu Beginn des Buchs: Jetzt geht das Leben los."                                          Hans Eiberle

 

Ronald Reng, vielfach prämierter Autor, ist Mitglied des Vereins Münchner Sportjournali-sten  (VMS) und gehört der Jury des Helmut-Stegmann-Nachwuchs-Förderpreises für regionale und lokale Sportberichterstattung an, den der VMS seit 2001 alljährlich aus-

schreibt.

Ein Scheck - und Arbeitsstunde für Golfjournalisten

(15. Juli 2021) Wie man aus einem völlig verreg-neten Golfturnier durch eine positive Einstellung doch noch eine gute Stimmung „einspielen“ kann, bewiesen 20 Golfjournalisten und ein Prominenten-

paar Mitte Juli im Golfpark München-Aschheim: An-lass des Medien-Meetings waren die Verabschiedung von Jochen Hornig als Golfpark-Geschäftsführer, die Begrüßung seines Nachfolgers Harald Lang und die des neuen Sport und Marketingdirektors Simon Arnold sowie die offizielle Einweihung des 1. Lifts für Menschen mit Behinderung in einem deutschen Golfclub durch das Volksmusik-Duo Marianne & Michael Hartl.
  Die beiden golfbegeisterten Erfolgssänger sorgten gleich zum Auftakt für eine faustdicke Überraschung: Dank ihrer Stiftung „Frohes Herz“ hatten sie im Vor-feld nicht nur den Bau des 25 000 Euro teuren Lifts für Rollstuhlfahrer und anderer Menschen mit Behinderung zugunsten des Golfpark-För-dervereins möglich gemacht, sondern begrüßten die Asch-heimer Manager und Medien-vertreter auch noch mit einen 5000 Euro-Scheck – on top! Eine Geste des Herzens für Menschen mit Behinderung, die die ca. 30 Teilnehmer mit Standing Ovations begrüßten.
  (Noch-)Geschäftsführer Jochen Hornig, der den Bau an der Sonnenterrasse trotz der Pandemie vorantrieb: „Ich bin überwältigt! Die Idee zu dem Lift entstand vor Jahren bei den letzten internationalen Bayrischen Behinderten-Meisterschaften, die sich Ende Juli bei uns im Golfpark wiederholen. Damals mussten wir vor allem die Rollstuhlfahrer immer per Hand auf die Terrasse heben. Ich danke Marianne und Michael für diese große Geste!“
  Die beiden Gönner blieben wie immer gut gelaunt im Kreise der Mediengolfer, denn wäh-rend Petrus draußen weiter weinte, erfreute nicht nur die Organisatoren Fedra Sayegh und VMS-Mitglied Conny Konzack die einmalige Stimmung am Medientag, zu der auch Kerstin Schulz beitrug, die seit dem Verlust eines Beines im Golfsport neuen Lebensmut fand und die vorbildliche Aschheimer Inklusionsarbeit lobte.
  In einer „Arbeitsstunde“ vor dem Regenturnier wurden die Golfjournalisten u.a. über die perfekte Platzqualität, die bekannt-beliebte Golf-Gastronomie, aber auch über die nach-lassende Disziplin der Golfer gegenüber Personal, Marschalls und Greenkeepern unter-richtet. Ein Missstand, der leider alle deutsche Golfclubs betrifft.          FOTO: GC ASCHHEIM

Rekord: SPORT1 meldet 93,13 Mio. Visits

(8. Juli 2021) – Rekord-Juni für SPORT1: Das digitale Angebot von Deutschlands führen-der 360°-Sportplattform – mit SPORT1.de und den SPORT1 Apps – hat im vergangenen Monat insgesamt 93,13 Mio. Visits erreicht nach Angaben der IVW – Informationsgemein-schaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. Der bisherige Bestwert stammte aus dem Mai 2016 mit damals 92,4 Mio. Visits. Im Vorjahresmonats-Vergleich zum Juni 2020 mit 63,05 Mio. wurde die Zahl der Visits um rund 48 Prozent gesteigert. Zum Rekordergebnis trugen thematisch insbesondere die umfangreiche Berichterstattung über die Eishockey-WM mit dem Halbfinal-Einzug der deutschen Nationalmannschaft zu Beginn des Monats sowie die am 11. Juni gestartete UEFA EURO 2020 bei.

  Darüber hinaus wurde die Visits-Bestmarke auf der mobilen Website durch eine sehr gute SEO-Performance und einen hohen Social-Media-Traffic erreicht. Getrieben wurden die Reichweiten auch durch das große User-Engagement – insbesondere mit Blick auf die Nutzung des Datenbereichs zur Fußball-EM und die Nutzung des großen Videoangebots auf den digitalen SPORT1 Plattformen.

   Pit Gottschalk, Chefredakteur und Chief Content Officer sowie Mitglied der Geschäfts-leitung der Sport1 GmbH: „Der Visits-Rekord zeigt: Wir begeistern mit unserer Art der Sportberichterstattung unsere Zielgruppe auf allen digitalen Plattformen. Mein großer Dank gilt deshalb unserer Mannschaft: Die Bestmarke ist auch das Resultat der hervorra-genden Teamarbeit aller Kolleginnen und Kollegen in den Bereichen Redaktion und Pro-dukt!“

Pressemitteilung Sport1, Quelle: IVW – Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V.

"Ekelhaft und abscheulich"

Andre Siems über Hass und Häme im Netz

(23.05.2021) Andre Siems (Jahrgang 1975) ist Journalist, Sport-kommentator und Radiomoderator. Er arbeitet beim Bayerischen Rundfunk und beim Bezahlfernsehsender Sky Deutschland als Fußball-kommentator. Siems ist Mitglied des Vereins Münchner Sportjournalisten.

Siems schrieb auf Facebook:

  Habe mir gerade mal die Mühe gemacht und mir die Tweets zum Spiel der Münchner Löwen gegen Ingolstadt angeschaut. Ekelhaft und abscheulich, was da abgeht.

  „Hau dem Kutschke die Fresse kaputt!“

  „Brecht Kutschke seine Beine“

  „Der Reporter gehört mal so richtig vermöbelt, sieht die blinde Sau denn nicht, dass es nicht rot war?“

  „Ingolstadt, die unsympatischste Mülltruppe“

  „Oral und Kutschke, so ekelhafter holy Shit!“

  „Das war ne Schwalbe! Wieviel Audis bekommt denn dieser Türke dafür, dass er so nen scheiss pfeift?“

  „Mein Hass für Ingolstadt lässt sich nicht in Worte fassen“

Um diesen geistigen „Müll“ zu lesen, musste ich nicht mal suchen, zweimal scrollen reichte, dann war das alles eingesammelt. Ist DAS wirklich ein Abbild unserer Gesellschaft? Wisst Ihr was ich besonders beunruhigend finde? Das sind nicht nur sogenannte Fans, die das Schreiben, es sind teilweise auch Reporter. Reporter, die für kleinere Radiosender oder im Internet für Konzerne kommentieren. Ich hätte noch hunderte andere Beispiele bringen können, aber mir kam der Brechreiz.

  Sind wir wirklich schon soweit? Ist DAS ein Abbild unserer Gesellschaft? Ich finde - ja! Facebook und vor allen Dingen Twitter zeigen, wie verrottet und abgestumpft unsere Gesellschaft inzwischen ist. Nur schwarz oder weiß, nur Hass oder Liebe, Tod und Hass dem Gegner, grenzenlose Blindheit und Urvertrauen in das, was man selbst denkt. Denn nur „ich selbst“ habe immer recht, Fakten sind überbewertet, Untersuchungen, Studien, alles Blödsinn, wenn sie mir nicht passen, andere sind die Vollidioten. Ich habe heute beschlossen, dass ich sowas nicht mehr lesen will.

  Ich werde in der kommenden Saison gewisse Spiele/Mannschaften nicht mehr im TV kommentieren, ich habe es satt, dass wir Reporter beleidigt, bedroht, auf offener Straße angegriffen werden. Das ist es nicht wert, niemals! Fussball ist ein toller Sport, aber ande-re Sportarten zeigen, wie man auch zusammen feiern kann, siehe Biathlon und Ski alpin, immer ein Genuss da dabei zu sein, wo man als Reporter noch Meinung haben darf und nicht gleich dafür verprügelt wird.

  Diese Tweets haben mir gezeigt, dass wir längst die Ausfahrt des gesunden Menschen-verstands verlassen haben, ich werde das nicht mehr so mitmachen und mich für be-stimmte Partien nicht mehr einteilen lassen.

  Fürchterlich und widerlich was diese asozialen Netzwerke mit einigen machen. Die einen filmen sich jeden Tag beim Essen oder beim Sport und wollen nur Likes erhaschen, warum auch immer???????? Andere nutzen die Anonymität um Druck abzulassen. Auch ein Grund, warum ich nur noch selten hier was poste, warum auch?

  Bald beginnt wieder die EM, dann kommentier ich Spiele u.a. der Italiener. Wehe, ich bin dann wieder emotional in meinen Repos, dann freu ich mich wieder auf „Spaghetti Sau, Huren Spakko, Lasagne Lusche oder „du fickst doch auch die Panna Cotta, die du isst“ (ok, panna cotta hatte der nette Fan damals „pana cotar“ geschrieben).

  Hallo again, Du gebildetes social Media Deutschland!

Felix Neureuther und Thomas Müller sagen „Danke, Kasi“

Abschied von Radio-Reporter Karlheinz Kas

Gemeinsam im Stadion: Karlheinz Kas (rechts) und Felix Neureuther. „Ich konnte richtig viel lernen“, sagte der Ex-Skistar und jetzige BR-Sportexperte.                        Foto: pnp

München/Trostberg. 22.05.2021 - Sportkommentator Karlheinz Kas (65) verabschiedet sich von „Heute im Stadion“, da verbeugen sich auch die Stars, die der Trostberger selbst oft vorm Mikrofon hatte. „Lieber Karlheinz, mit deiner Stimme bin ich aufgewachsen. Danke für viele tolle Momente am Radio“, sagte der Publikumsliebling des FC Bayern München, Thomas Müller, in einem Abschieds-Statement für „Kasi“ gegenüber dem BR. „Glückwunsch zu deiner langen und auch eindrucksvollen Karriere. Für die Zukunft und den neuen Lebensabschnitt wünsche ich dir alles Gute, mit oder ohne Radio“, setzte Müller hinzu.

  Auch der frühere Ski-Star und heutige BR-Sportexperte Felix Neureuther meldete sich zu Wort: „Mein lieber Kasi! Unfassbar, dass du aufhörst, obwohl du noch sehr jung aus-schaust. Ich hatte so viel Spaß neben dir im Stadion und konnte dabei richtig viel lernen. Wenn einer Emotionen rüberbringen kann, dann bist es du. Wir werden dich sehr ver-missen. Du warst für mich einer der Größten.“ Für BR-Sportchef Christoph Netzel kommt die Wertschätzung der Sportler nicht von ungefähr: „Jeden Samstag haben bis zu einer Million Hörer der BR-Kultsendung, Heute im Stadion‘ in der Bundesliga-Konferenz das langgezogene ,Tooorrrr‘ und das rollende R im Ohr – und das seit 26 Jahren“, sagte Netzel. „Wer als Fußballfan die leidenschaftlichen Radioreportagen von Karlheinz Kas hört, ist gefühlt live dabei im Stadion“, strich Netzel heraus. 
  „Kasi, wie ihn alle nennen, ist ein Wortakrobat, ein echter Typ und eine Frohnatur. Mit seinem bayerischen Dialekt galt er nicht nur für die BR-Sportredaktion als markante Visi-tenkarte, sondern hat auch bundesweit viele Sympathiepunkte gesammelt“, so Netzel.
Seinen letzten Auftritt in der Bayern 1-Kultsendung „Heute im Stadion“ hat Kas am kom-menden Samstag – standesgemäß beim bayerischen Derby Bayern gegen Augsburg. Vorher war Kas in der „Abendschau“ des Bayerischen Fernsehens zu Gast, saß im Radio-sender Bayern 1 auf der „Blauen Couch“ bei Thorsten Otto.  Und am 27. Mai (22 Uhr) gastiert Kas schließlich bei „Ringlstetter“ im BR-Fernsehen. 

 

Foto und Text mit freundlicher Genehmigung aus der Passauer Neuen Presse

„Bei mir gibt es halt immer Vollgas!“

Nach 41 Jahren am Mikrofon ist Schluss: Karlheinz Kas (65), eine der Stimmen der Bundesliga bei „Heute im Stadion“, kommentiert am 22. Mai sein letztes Spiel: Bayern gegen Augsburg, 15.30 Uhr, letzter Spieltag. Im Interview spricht Kas über seinen streitbaren Stil, eine Flitzerin als Karriere-Helferin und seinen nahenden Abschied in der leeren Allianz Arena. Eine Flitzerin war Karriere-Helferin: Karlheinz Kas verabschiedet sich als Stimme von „Heute im Stadion“

 

 

Karlheinz, am 22. Mai geht eine 41-jährige Karriere am BR-Mikrofon zu Ende. Wieso ausgerechnet jetzt? Karlheinz Kas: „Ich habe das Rentenalter, ganz einfach. Am 1. April war’s eigentlich schon so weit, aber der BR hat mich gefragt, ob ich noch bis zum Sommer weitermachen will. So beende ich meine Karriere mit einem bayerischen Derby, der Schalenübergabe, dem Nicht-Abstieg des FC Augsburg und vielen Verabschiedun-gen: Jerome Boateng, David Alaba, Javi Martinez und natürlich von Hansi Flick.“

 

Eines fehlt aber bei deiner Abschieds-Konferenz: Stimmung in den Stadien. „Ich hätte gehofft, dass ich noch einmal mit Fans in den Stadien kommentieren darf. Daraus wird leider nichts. Mein erstes Geisterspiel war Bayern gegen Düsseldorf am 20. Mai. Fast genau ein Jahr später folgt jetzt mein letztes. Sehr schade. Geisterspiele sind schon etwas langweilig, du musst ja irgendwie Stimmung erzeugen als Kommentator. Aber ein Positives haben sie: Du hörst, was auf dem Platz gesprochen wird, wer der Chef da unten ist. Bei den Bayern sind es Alaba und Müller.“

 

Für einen Kommentator wie dich, der sehr emotional kommentiert, dürfte die Stille in den Stadien aber schon hinderlich sein. Fällt der Abschied da jetzt sogar etwas leichter? „Es ist schon schade und traurig, dass es jetzt so zu Ende geht. Aber man muss auch demütig sein. Ich durfte in einer Zeit, in der sonst keiner ins Stadion konnte, vor Ort sein. Mir hat das nichtsdestotrotz Spaß gemacht.“

 

Der Fußball wird immer wissenschaftlicher, auch im Sportjournalismus. Gehen durch die immer stärkere Fokussierung auf Taktik und Technik die Emotionen verloren? „Du musst einen Mittelweg finden, gerade im Radio. Du darfst dich nicht zu sehr auf die Taktik versteifen. Im Hörfunk musst du Bilder zeichnen, Kopfkino erzeugen. Da ist es nur hinderlich, zu viel von 4-4-2 oder 3-4-2-1 zu reden.“

 

Für einen Radiokommentator dürften minutenlange Unterbrechungen aufgrund eines Videobeweises auch eher suboptimal sein. „Das stört mich brutal. Ich dachte, der Fußball wird gerechter, aber im Endeffekt wurde er langweiliger. Dann schaut der Schiedsrichter da zwei, drei Minuten drauf, es passiert nichts, dann wird noch eine kali-brierte Linie gezogen und du sollst das alles kommentieren. Das brauche ich nicht mehr, da bin ich ein bisschen froh, dass es jetzt aus ist für mich. “

 

Vom Ende deiner Laufbahn zum Anfang: Du warst in jungen Jahren talentierter Mittelstürmer, hast beim TSV 1860 Rosenheim und dem Sportbund Rosenheim Bayern- und Landesliga gespielt. Dein Ziel war, Profi zu werden. Wieso hat’s nicht geklappt? „Ich war ein bisschen wehleidig, sehr verletzungsanfällig. Mein großes Vorbild war Helmut Haller, Riesen-Fußballer aus Augsburg. Ich war ein Straßenfußballer, habe auf jeder Wiese gebolzt. In der Bayernliga habe ich nur ein Tor geschossen und ein bisschen versagt, in der Landesliga lief es ganz gut. Aber am Ende hat’s nicht gereicht.“

 

Dann war die Devise: Wenn schon nicht selbst spielen, dann wenigstens hoch-klassig drüber reden? „Ja, wirklich! Als ich gemerkt habe, ich werde nicht Profi, wollte ich unbedingt Reporter werden. Ich habe mich beim Sportbund Rosenheim an den Fuß-ballplatz gesetzt und habe Szenen für mich mitkommentiert, die zusammengeschnitten und abgehört.“

Und dann ab zum BR damit mit den Hörproben? „Sozusagen. 1980 wurde ich vom BR zur Probereportage eingeladen – mit 15 oder 16 anderen. Das war das Spiel 1860 gegen Düsseldorf im Olympiastadion. Jeder durfte fünf Minuten reden und musste dann das Mikrofon weitergeben. Als ich dran war, lief eine nackte Frau aufs Spielfeld. Und die Art und Weise, wie ich das kommentiert habe, hat dem damaligen Chef Fritz Hausmann offenbar so gefallen, dass ich von diesen gut 15 Probereportern der einzige war, der ge-nommen wurde.“

 

Die große, weite Fußballwelt stand dir plötzlich offen. „Von wegen! Ich habe mir gedacht: So, jetzt hast du es geschafft, du darfst die Bayern, Nürnberg und die Sechzger kommentieren. Weit gefehlt, ich musste zehn Jahre warten. 45 verschiedene Sportarten habe ich in der Zeit kommentiert! Für die Sendung ,Sport regional’, die immer sonntags lief, habe ich vom Heißluftballonfliegen, von den Bayerischen Schachmeisterschaften, Schlittenhunderennen und sogar vom Fingerhakeln berichtet. Erst über die Live-Bericht-erstattung vom Eishockey bin ich dann zum Fußball gekommen.“

 

Was war dein erstes Fußballspiel, das du kommentiert hast? „Das war in der Bay-ernliga, damals dritthöchste Spielklasse, Ampfing gegen Landshut. 1995 erst habe ich dann Bundesliga bei ,Heute im Stadion’ kommentiert.“

 

Dein Stil ist ja durchaus streitbar, du legst deinen bairischen Dialekt auch am Mikro nie ganz ab. Wie hat man das anfangs bei anderen Rundfunkanstalten auf-genommen, als plötzlich der Urbayer Kas in die ARD-Bundesligakonferenz einge-stiegen ist? „Am Anfang war das ganz schlimm. Franz Muxeneder, mein damaliger Chef, musste mich da durchboxen. Vom NDR und WDR kam da immer wieder etwas, dann hat Muxeneder nur gesagt: ,Habt’s na wieder ned verstanden?’ Irgendwann hat sich das aber gewandelt, in den letzten zehn, zwölf Jahren bin ich beim NDR und anderen Anstal-ten sehr beliebt geworden, werde in den Sitzungen immer gelobt. Mit mir gibt es halt im-mer Vollgas.“

 

Und jetzt: Vom Vollgas in die Vollbremsung? „Ich habe noch nicht fertig! Ich werde weiter privat moderieren, bleibe auch Biathlon-Stimme in der Chiemgau-Arena in Ruhpol-ding, moderiere Laufveranstaltungen in der Region, bin Stadionsprecher beim Tennis-Bundesligisten TC Großhesselohe, wo mein Sohn Christopher Sportdirektor ist. Meine Enkel sind sportbegeistert, die muss man mal da, mal dort hinfahren. Und natürlich werde ich weiter ,Heute im Stadion’ begleiten. Jetzt eben als Hörer und nicht mehr als Kommen-tator.“

 

Interview: Alexander Augustin, erschienen in der PNP,  freundlicherweise dem VMS zur Verfügung gestellt.

Christoph Seidl ausgezeichnet

(8. Mai 2021) – Christoph Seidl (33), Redakteur beim Münchner Merkur und der tz, belegte beim Veltins-Lokalsportpreis 2021 in der Kategorie Online den zweiten Platz mit „Trainer Dario Casal liebt einen Mann“. Der Beitrag über einenhomosexuellen Fußball-trainer stehe stellvertretend für weitere andere, mit denen Chri-stoph Seidl und sein Team von „FuPa Oberbayern“ (zwei Fest-angestellte, drei Praktikanten), das unter anderem das Portal merkur.de beliefert, es geschafft haben, in Zeiten, in denen keine Fußballspiele stattfanden, den befürchteten Reichweiten-Ein-bruch aufzufangen, urteilte die Jury. Zu diesem Zweck wurden mehr als 150 Livestream-Interviews und Hintergrundgeschichten veröffentlicht - darunter dieser Beitrag über Dario Casala, der nach seinem eher ungeplanten Outing befürchtet hatte, dass ihn seine Spie-ler als „Schwuchtel“ titulieren würden. Seidl ist Mitglied des Vereins Münchner Sportjour-nalisten (VMS).

  Es gewann Fabian Deicke für den Beitrag: „Dreierbob - unser Podcast zur WM“, er-schienen auf Sächsische.de. Gewürdigt wurde die Berichterstattung von der Bob-WM 2020 in Altenberg.

  Der Veltins-Lokalsportpreis zeichnet seit 18 Jahren deutschlandweit Lokalsportredak-tionen für herausragende journalistische, fotografische und strategische Arbeiten aus. Ausgeschrieben wird der Wettbewerb vom Verband Deutscher Lokalzeitungen e.V. in Zusammenarbeit mit der Brauerei C. & A. Veltins und der Hochschule Macromedia. Die Jury: Ralf Leineweber (Chefredakteur Cellesche Zeitung), Alfred Büllesbach (VISUM Agentur für Bildjournalismus und Fotodesign), Andreas Dach (Ressortleiter Lokalsport Remscheider General-Anzeigers), Ulrich Biene (Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Brauerei C. & A. Veltins), Prof. Dr. Jens Große (Campus-Direktor Berlin Hochschule Macromedia). Es werden 6.750 Euro an die sechs Preisträger ausgeschüttet.

Überlegener Sieg im Jubiläumsjahr

Christopher Meltzer gewinnt beim Stegmann-Preis des VMS

(29. April 2021) - Der Verein Münchner Sportjournalisten (VMS) hatte 2020/21 zum 20. Mal den Helmut-Stegmann-Nachwuchs-Förderpreis für lokale und regionale Sportbericht-erstattung ausgeschrieben. Namensgeber ist Helmut Stegmann (1938-1997). Er war Chefredakteur der Münchner tz und 1. Vorsitzender des VMS.

  Gewonnen hat Christopher Meltzer (27), mit 23 von 25 möglichen Punkten. Sein Text „Renn, wenn du kannst“ über einen geflüchteten schwulen ugandischen Rugbyspieler erschien in der Süddeutschen Zeitung. Im Vorjahr hatte der Autor den zweiten Platz belegt. Seit 2021 ist Meltzer Münchner Sportkorrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ).

  Thomas Hürner (28) wurde Zweiter (11 Punkte) mit „Die Raumdeuter“. Er würdigte 25 Jahre Talk-show „Doppelpass“. Hürner ist seit 2020 Sportkorrespondent der Süddeutschen Zeitung in Hamburg.

  Johannes Kirchmeier (28) wurde von der Jury auf Platz drei gesetzt (10 Punkte). In „Angefeilte Taktik“ porträtierte er die Flinken Finger Bruck, eine Tipp-Kick-Mannschaft. Kirchmeier war 2015-2016 Stipendiat des Vereins Münchner Sportjournalisten. Er arbeitet als freier Sportjournalist.

 

Die ausgezeichneten Texte

 

1. Christopher Meltzer

 

Renn, wenn du kannst“

 

In Uganda war Brian Kikawa ein prominenter Rugbyspieler.

Dann küsste er einen Mann. Von einem, der nie weglaufen wollte, aber auch in München noch davon träumt,

endlich anzukommen.

Erschienen am 18./19. Januar 2020 in der Süddeutschen Zeitung

2. Thomas Hürner

 

Die Raumdeuter“

 

Trotz Weißbier zur Mittagszeit, Phrasenschwein und Skandalprofis: Die Talkshow „Dopelpass“ nimmt bei Sport1 seit 25 Jahren den Fußball so ernst, wie die Fans das auch tun –

mit Erfolg.

Erschienen am 12. September 2020 in der Süddeutschen Zeitung

3. Johannes Kirchmeier

 

Angefeilte Taktik“

 

Die Flinken Finger Bruck spielen als einzige Bayerische Mannschaft in der Tipp-Kick-Bundesliga – in einem Sport,

dem die Mitglieder schwinden.

Erschienen am 14. November 2020 in der Süddeutschen Zeitung

 

4. Sebastian Fischer

Verlorene Siege“, erschienen am 30. Dezember 2020

in der Süddeutschen Zeitung.

 

5. Nino Duit

Ins Zentrum genervt“, erschienen SPOX, Goal

https://www.spox.com/story/wie-joshua-kimmich-beim-fc-bayern-zum-anfuehrer-wurde/

 

6. Leonie Schlick, Laurenz Schreiner, Nicolas Wildschutz, Leopold Zaak

Gefährlicher Stoffwechsel“,

erschienen am 2. September 2020

in der Süddeutschen Zeitung

 

Teilnahmeberechtigt waren Mitglieder und Nichtmitglieder bis zum Höchstalter von 32 Jahren. Der Preis ist mit insgesamt 3000 Euro dotiert (1500-1000-500).

 

Die Jury:

 

Vorsitz: Hans Eiberle

1989-2014 Vorsitzender des Vereins Münchner Sportjournalisten (VMS)

 

Bürgermeisterin Verena Dietl

 

Philipp Crone

Süddeutsche Zeitung (Gesellschaftsthemen),

Teamkapitän der deutschen Hockey-Weltmeistermannschaft 2002 und 2006

 

Christian Eichler

bis 2020 Münchner Sportkorrespondent der

Frankfurter Allgemeinen Zeitung,

Bestsellerautor von Fußballbüchern

 

Ronald Reng

Sportjournalist und Bestsellerautor,

er schrieb die Robert-Enke-Biografie

 

Wolfgang Uhrig,

ehemaliger Chefredakteur des kicker

Berufswettbewerbe des VDS

Großer VDS-Preis, 3. Platz

Blut und Stollen

Im größten Doping-Strafprozess in Deutschland legt der angeklagte Arzt ein Geständnis ab. Über aufgespritzte Sportler und die "Rein-raus-Methode" des Doktor Schmidt.

VON CLAUDIO CATUOGNO

 

An einem der letzten Dezembertage des Jahres 2018, Weihnachten war gerade gefeiert, setzte sich die Krankenschwester Diana S. in der Erfurter Radegundenstraße ans Steuer eines VW Passat. Der Autoschlüssel war wie immer am Kellereingang eines Hauses unter der Fußmatte deponiert. Das Blut lagerte im Kofferraum. Doch diesmal hatte Diana S. noch etwas anderes im Gepäck.

  Acht Stunden braucht man von Erfurt nach Toblach im Pustertal. Was dort, im Schatten von Südtirols Dolomitengipfeln, mit dem Blut geschah, das hat der Münchner Oberstaats-

anwalt Kai Gräber zu Prozessbeginn aus seiner Anklage vorgelesen: „Auf Bitten des Angeschuldigten Mark Schmidt“ habe S. mit dem Blut „Rückführungen/Entnahmen“ durch-geführt, „in einem Hotel in Bahnhofsnähe“. Und zwar an drei Langläufern, die in Toblach an der wichtigsten Weltcup-Serie teilnahmen, der Tour de Ski: dem Österreicher Dominik Baldauf, dem Esten Karel Tammjärv und dem Kasachen Alexei Poltaranin.

  „Rückführungen/Entnahmen“, das klingt nach Schublade auf, Schublade zu. Tatsächlich musste Diana S. aber schon eine spitze Nadel hernehmen und sie den Langläufern in die Armbeuge stechen, sie musste die Blutbeutel erwärmen und an Schläuche anschließen, damit es fließt. Blutkonzentrat rein vor dem Wettkampf, Blut wieder raus nach dem Wett-

kampf. Die „Rein-raus-Methode“, so nannten sie das, der Angeschuldigte Schmidt und seine Helfer, und es klingt kein bisschen anzüglich, wenn davon im Gerichtssaal jetzt ständig die Rede ist. Eher wie die unappetitliche Begleiterscheinung eines ins Perverse abdriftenden Hochleistungssports.

 

Weihnachtspäckchen

 

  Was aber in den Päckchen drin war, die Diana S. im Dezember 2018 zusammen mit dem Blut nach Südtirol fuhr, das ist im Gerichtssaal nun auch zur Sprache gekommen. Für jeden Kunden hatte Schmidt der Krankenschwester, weil ja Weihnachten war, „auch was Süßes“ mitgegeben.

  Diana S. sagt, sie wisse bis heute nichts mit den Klarnamen der behandelten Athleten anzufangen. Wenn die Sportler an der improvisierten Bluttankstelle lagen, nannten sie sich „Moritz“ oder „Einstein“, „Pierre“ oder „P. C.“; so stand es auch auf den Blutbeuteln. Diana S. traf die Athleten in Hotelzimmern oder auf Parkplätzen, oder sie musste im Schritttempo eine Straße entlangfahren, dann sprangen sie hinter einem Busch oder einer Häuserecke hervor. Sie legten sich aufs Hotelbett oder auf den Rücksitz, sie macht-en die Vene frei und ließen sich die Flexüle legen, Blut rein, Blut raus, angeklagt als un-erlaubte Dopingmethode gemäß § 2 Abs. 2 Ziffer 2 Anti-Doping-Gesetz (AntiDopG).

  Aber am Ende sind halt auch Doper nur Menschen, denen man zum Fest eine kleine Freude macht. „Die standen ja so auf Thüringer Weihnachtsstollen“, sagt Diana S. und muss, was in diesen Tagen selten vorkommt, selbst lachen dabei.

  Das also ist die berühmte Rundumversorgung des Doktor Schmidt, die nun vor dem Landgericht München II verhandelt wird, im größten Doping-Strafprozess, den es in Deutschland bisher gegeben hat. Wobei naheliegenderweise das Blut, nicht das Advents-gebäck, dem Verfahren seinen Namen gegeben hat: „Operation Aderlass“. So haben deutsche und österreichische Ermittler den Fall getauft, als sie im Februar 2019 mit 80 Beamten den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Tirol einen explosiven Besuch ab-statteten, Diana S. und Schmidts Vater Ansgard gleich in Seefeld festsetzten, Sohn Mark und zwei weitere Helfer des Netzwerks in Erfurt, und dazu noch fünf der Rein-raus-Athle-ten, den österreichischen Langläufer Max Hauke alias „Moritz“ zum Beispiel. Er hatte beim Zugriff in der Seefelder Villa „Edeltraud zum See“ noch die Nadel im Arm.

  Der Hauptangeklagte Mark Schmidt, 42, sitzt nun schon den fünften Verhandlungstag im Münchner Gerichtssaal und dreht konzentriert den Filzstift zwischen den Fingern, als werde er damit gleich ein Privatrezept unterschreiben. Zunächst muss ihm ein Justizbeamter im Saal immer die Handschellen abnehmen. Dann schreitet Doktor Schmidt so aufrecht zu seinem Tisch wie einst wohl durch das Behandlungszimmer der Erfurter Praxis, die er zusammen mit seiner Mutter führte. Helle Hose, gebügeltes Hemd. Wo tut’s denn heute weh? Doktor Schmidt, daran besteht kein Zweifel, ist hier der Arzt im Saal.

  Allerdings ist er womöglich die längste Zeit Arzt gewesen. Ihm droht nicht nur Gefängnis, sondern auch der Entzug seiner Approbation. Ärzte sollen kranke Menschen wieder gesund machen. Ihre „Gesamtpersönlichkeit“, so steht es in der Bundesärzteordnung, muss „ausreichende Gewähr für eine ordnungsgemäße Berufsausübung“ bieten. Der Arzt Mark Schmidt aber hat junge, gesunde Sportler an die Nadel gelegt. Er hat mit einer Zen-trifuge ihre roten Blutkörperchen, die Erythrozyten, vom Blutplasma getrennt, abgefüllt und mit Glycerol haltbar gemacht, er hat die Beutel mit Codenamen versehen, für den Transport auf Trockeneis gelegt und dann in einem Hochleistungskühlschrank, den er in einer vom Vater angemieteten Garage versteckte, bei minus 84 Grad tiefgefroren, als Blutvorrat für eine spätere Dopingbehandlung. 45 Beutel wurden bei der Razzia im Feb-ruar 2019 sichergestellt und zehn verschiedenen Athleten zugeordnet. All das mag man ziemlich eklig finden, aber, darauf weisen Schmidts Anwälte beharrlich hin: Strafbar ist es noch nicht.

 

Strafbar

 

  Strafbar wird es erst, wenn das Blut vor dem Start in die Loipe oder auf die Radstrecke in die Venen zurückgeführt wird, weil rote Blutkörperchen Sauerstoff transportieren und mehr transportierter Sauerstoff dann mehr Leistung bedeutet. Das verbieten das Anti-Doping-Gesetz und die internationalen Übereinkommen gegen Sportbetrug. „Gewerbsmäßig“, zum Teil „bandenmäßig“, sagt Oberstaatsanwalt Gräber, habe Schmidt dieses Geschäft betrieben, in 115 Fällen. Eine Blutspur, die sich von Erfurt aus in den Leistungssport zieht, zu konspirativen Treffpunkten und weiter zu ein paar der größten Wettkämpfe der Welt.

  Eine kleine Auswahl dessen, was der Oberstaatsanwalt gesammelt hat: Februar 2014, Rückführung beim Langläufer Johannes Dürr, Österreich, im Hotel Ramada Innsbruck, für die Olympischen Winterspiele in Sotschi. Mai 2015, Rückführung beim Radprofi Stefan Denifl, Österreich, in einem Pkw in der Nähe des Posthotels Donaustauf, für die Tour de Suisse. Juni 2017, Rückführung bei der Mountainbike-Fahrerin Christina Kollmann-Forst-ner, Österreich, in einem Appartement nahe dem Stadtgarten von Engen, Württemberg, für die Mountainbike-Marathon-WM in Singen (Hohentwiel). Dezember 2017, Rückführung bei den Langläufern Max Hauke und Dominik Baldauf, Österreich, sowie Andreas Veerpa-lu und Karel Tammjärv, Estland, im Hotel Bündnerhof in Davos, für ein Weltcuprennen. April 2018, Rückführung beim Radprofi Georg Preidler, Österreich, in dessen Wohnung in Graz, und beim Radprofi Kristijan Đurasek, Kroatien, auf einem Burger-King-Parkplatz, jeweils für die Tour of the Alps. Und so weiter und so weiter. Ozapft is.

  Dazu noch jene Fälle, in denen Schmidt seine Helfer losgeschickt hat: die Kranken-schwester S., den Notfallsanitäter Sven M., der offenbar gut stechen konnte, den Bau-unternehmer Dirk Q., der offenbar nicht so gut stechen konnte, aber als wichtigster Kom-plize angeklagt ist, und am Ende sogar seinen Vater Ansgard Schmidt, Beruf: Rechtsanwalt.

  Einigen Langläufern soll Schmidt vor der Abreise zu den Winterspielen 2018 in Südkorea den eingelagerten Blutvorrat noch im Flughafenhotel zurück in den Körper gespritzt ha-ben, weil man das Zeug ja schlecht am Gepäckschalter einchecken kann, dazu ein Blut-verdünnungsmittel zur Thromboseprophylaxe. Dann: raus nach der Landung, rein vor dem ersten Wettkampf, danach wieder raus, rein vor dem zweiten – und am Ende mit dem zusätzlichen Liter zurück in den Flieger. Die Sportler als Lebendblutbeutel im Unterdruck über den Wolken.

 

Blutdoping made in Germany

 

  Macht ein verantwortungsvoller Arzt so etwas? Nun, im Leistungssport offenbar schon. Blutdoping made in Germany.

  Und was die Gesamtpersönlichkeit angeht, um die sich die Bundesärzteordnung sorgt, ist Mark Schmidt jedenfalls kein Unbekannter. Als das deutsche Gerolsteiner-Radteam nach der Tour de France 2008 im Dopingsumpf versank, war Schmidt dort der Teamarzt. Er wurde beschuldigt und verhört, er bestritt Doping und bestreitet es bis heute – das Verfahren wurde eingestellt. Beweise gab es nicht.

  Das ist diesmal anders. Auch deshalb, weil Schmidt nach seiner Verhaftung offenbar viele seiner Kunden preisgegeben hat – ehe er dann die Anwälte und die Strategie wech-selte, weil sich die Kooperation mit dem Oberstaatsanwalt so gar nicht zu lohnen schien. Seit bald 19 Monaten sitzt Schmidt nun in Untersuchungshaft – zweimal hat er deshalb schon vergeblich das Bundesverfassungsgericht angerufen. Und jetzt ist also die Frage, wie Schmidt sich in dem Prozess verhält, auf den er so lange warten musste.

  Es ist Dienstagmorgen, die Kammer des Landgerichts ist für einen Tag aus dem

Sitzungssaal A 101 im Strafjustizzentrum, wo auch der NSU-Prozess stattfand, in den Ju-stizpalast am Stachus gezogen. Elf Umzugskisten mit beschlagnahmtem Equipment und eine weiße Maschine stehen vor dem Richterinnentisch. Eine Erklärung seiner Anwälte ist angekündigt, und die erfolgt dann auch. Mark Schmidt, der jetzt damit leben muss, dass er die Formulierung „Dopingarzt“ wie einen zweiten Vornamen trägt, legt ein umfassendes Geständnis ab.

  Geboren am 17. März 1978, „ich besuchte Kinderkrippe und Kindergarten“, so geht es los. Sportgymnasium im Alter von 13, Abitur 1996. Begeisterter Sportler, das vor allem. Als junger Alpinskifahrer war er 1998 beim Olympischen Jugendlager in Nagano mit dabei. „Mein Freundeskreis besteht zu 80 Prozent aus Sportlern“, liest sein Anwalt in Schmidts Namen vor. Studium in Gießen, Promotion in Leipzig, verschiedene Pflichtstationen an Kliniken, schließlich Facharzt für Allgemeinmedizin in der Praxis der Mutter. Dann Team-arzt bei Gerolsteiner und Milram, leider „mit Dopingvorwürfen in der Presse, obwohl meine Unschuld zu einhundert Prozent nachweisbar war“. Tja, und dann?

  „Warum ich mich dann entschlossen habe, Eigenblutdoping für Sportler anzubieten, kann ich nicht mehr genau sagen“, hat Schmidt in seiner Erklärung formuliert. „Wahr-scheinlich war meine Antriebsquelle meine Liebe zum Sport.“ Zu einem Sport allerdings, wie er ihn kannte: „in dem Doping auf der Tagesordnung ist, aus meiner Sicht sogar un-verzichtbar, wenn man auf Dauer erfolgreich sein will“.

 

Abenteuerliche Praktiken

 

  Von „abenteuerlichen Praktiken des Eigendopings“ habe er schon „gehört“, lässt Schmidt vorlesen. Von Sportlern also, die sich irgendwas im Internet bestellen und es sich irgendwie selbst verabreichen. Ohne Arzt. Dem habe er ein „Angebot von hoher Qualität“ gegenüberstellen wollen. Um damit Geld zu verdienen, wie es ihm der Oberstaatsanwalt vorwirft? Nein, ganz sicher nicht. 11 000 bis 13 000 Euro netto pro Monat habe er doch allein in der Praxis verdient, damit „habe ich meinen Lebensunterhalt bestritten“. Die 5000 Euro Pauschalhonorar pro Saison, die er von jedem Sportler bekam: „Die deckten die Unkosten.“ Allein das Verbrauchsmaterial – Beutel, Nadeln, Zusätze – habe 3000 Euro pro Kunde verschlungen. Dann Flüge, Hotels, Honorar für die Helfer. „Und die teuren Maschi-nen“, mit denen er in Erfurt das Blut für die Einsätze vorbereitete, „die sollten sich auch amortisieren.“

  Die Maschinen, alle behördlich beschlagnahmt, werden dann im Gerichtssaal auf mehre-re Tische gestellt, die Vorsitzende Richterin Marion Tischler, die Beisitzer, die Schöffen, sie alle beugen sich fasziniert über ihr Richterpult, während Schmidt die Deckel aufklappt. „Soll ich die Schläuche einspannen?“, fragt er. „Ich würd’s schon gerne sehen“, sagt Tischler. „Mit Strom? Ohne Strom?“ – „Gerne mit.“

  Ein Brummen und Piepsen hebt an, und jetzt ist Doktor Schmidt wieder ganz in seinem Element. Mit geübter Hand reißt er die Beutelsets auf – „kostet alleine 90 Euro, so ein Teil!“ –, fährt Teleskopstangen aus, hängt Fläschchen auf. Führt vor, wie man Schläuche durchtrennt und steril wieder zusammenschweißt und was man drücken muss, um Zu-ckerlösung und Glycerol wieder aus den Erythrozyten zu spülen. „Wunderbar“, sagt die Richterin. Nur die MCS+, ein weißer Kasten, der wie eine Mikrowelle mit aufgesetztem DJ-Mischpult aussieht und den Tischler gerade als „krönenden Höhepunkt“ angekündigt hat, macht leider nicht mit. „Fehler 372“, liest Schmidt vom Display ab. „Na ja, die war ja auch lange nicht beim Service.“

  Alles ganz sicher, alles ganz steril, fast könnte man vergessen, dass es hier nicht um eine Fortbildung für den Thüringer Blutspendedienst geht. Sondern um Manipulation, und zwar in vielerlei Hinsicht.

  In der Reihe hinter Schmidt sitzen Diana S., die Krankenschwester, und Sven M., der Notfallsanitäter. Sie haben ihre Aussagen schon hinter sich gebracht, stotternd, schluch-zend, zwei vom Verbrechen gebrochene Menschen. Jedenfalls ist es so rübergekommen. Und wenn man ihnen eine Weile zugehört hat, dann entfaltete sich ein ganz anderer Ein-druck als bei der fast fröhlichen Maschinenpräsentation am Dienstag: der Eindruck näm-lich, dass Doktor Schmidt vielleicht weit mehr als nur Blutsysteme manipuliert hat.

  Diana S. schilderte ihren ersten Blutausflug im Dezember 2017: Schmidts goldener Audi – es war noch nicht der Passat – stand gepackt vor dem Haus, der Schlüssel unter der Fußmatte. Erst als sie schon auf der Autobahn war, habe Schmidt sie angerufen und vor-geschlagen, dass sie doch „auch gleich stechen“ könne. „Ich habe gedacht, ich liefere da was ab und fahr’ wieder zurück.“ Aber dann habe sie sich „überreden lassen“. Sie hatte 900 Euro Schulden bei ihm, zum Mofa für den Sohn hatte er etwas beigesteuert, und bei einem Umzug hatte er ihr auch geholfen. Sie habe sich in seiner Schuld gefühlt. „Ich schäme mich dafür und würde es gerne rückgängig machen“, sagte Diana S.

  Sven M. erzählte, wie Schmidt ihn über Wochen um Hilfe gebeten habe, ehe man sich schließlich bei McDonald’s in Jena traf. Wie er lange gezögert habe: keine Zeit. Die Arbeit, die Tochter. Aber Sportereignisse in anderen Ländern, das klang schon interessant. „Meiner Meinung nach wollte Doktor Schmidt mich damit locken“, sagte M. – und der erste Einsatz ging dann tatsächlich gleich über Helsinki nach Otepäa in Estland. Langlauf-Weltcup. Welcher normale Mensch kommt da schon mal hin?

 

Nichts gewusst

 

  Sven M. sagte aus, dass er bis zuletzt nicht gewusst habe, dass das Spritzen von Eigenblut strafbar ist. Wie er sich beim dritten und letzten Einsatz, in Italien, mal vor dem Hotel in einen Blumenkübel übergeben habe, so sehr habe er sich geschämt. Wie er nach seiner Festnahme einen Totalzusammenbruch hatte, psychisch und physisch, wochenlang Intensivstation, vier Monate lang konnte er nicht mehr laufen.

  Mark Schmidt sagt dazu am Dienstag, dass er niemanden unter Druck gesetzt habe. An-sonsten räumt er fast alles ein. Hier ein paar kleine Korrekturen der Anklage – da eine längere Ausführung zum Vorwurf der Körperverletzung bei einer Mountainbikerin, der er probeweise ein nicht zugelassenes Blutplättchen-Präparat verabreicht hatte. Nachfragen ließ Schmidt vorerst nicht zu. Dabei gäbe es noch so viele.

  Es ist ein großer Prozess, es ist eine große deutsche Dopingaffäre. Aber bisher bleibt doch eine auffällige Leerstelle. Denn letztlich, auch das betonen die Anwälte, war das doch ein schräger Haufen aus Mittelklassefahrern und Hinterherlangläufern, die sich bei Schmidt an die Schläuche legten. Was ist eigentlich mit den Hunderten, Tausenden Athleten, die tatsächlich mal was Großes gewonnen haben? Wer versorgt die? Wer liefert ihnen den Treibstoff?

  Man hat am Dienstag nicht nur viel über Zentrifugen und Schweißpistolen, über Vollblut und Erythrozytenkonzentrate gelernt, sondern auch über den Sport. Wie steht es im Geständnis des Doktor Mark Schmidt, Dopingarzt aus Erfurt, von dem seine Anwälte für alle, die eine wollten, gleich eine Kopie angefertigt hatten? „Die Nachfrage schaffte das Angebot. Definitiv nicht andersrum.“

Adam Pretty auch beim World Press Foto siegreich

15.04.2021 -  (Foto: Adam Pretty/Getty)

Bei den wichtigsten Fotowettbewerben eilt Adam Pretty von Sieg zu Sieg. Das Münchner VDS-Mitglied entschied nach dem Sportfoto des Jahres („Sport allgemein: Action“) und den AIPS Sport Media Awards („Photography Portfolio“) auch das World Press Photo („Sports single pictures“) für sich.

Beim diesjährigen Wettbewerb „World Press Photo“ hatten gut 4300 Teilnehmer*innen aus 130 Ländern Beiträge eingereicht. Veranstalter ist die „World Press Photo Foundation“, eine gemeinnützige Organisation, die 1955 in den Niederlanden gegründet worden war. Eine Übersicht der Sieger*innen aller Kategorien finden Sie hier.

Adam Pretty siegte in der Kategorie „Sports single pictures“ mit „Log Pile Bouldering“. Für dieses Motiv hatte das Mitglied des Vereins Münchner Sportjournalisten schon beim von kicker und VDS veranstalteten Wettbewerb „Sportfoto des Jahres“ in der Kategorie „Sport allgemein: Action“ den ersten Preis erhalten .

„Georg Filser-Mayerhofer kenne ich aus meinem Coffeeshop um die Ecke. Er ist ein guter Kletterer und mag das Bouldern, Klettern ohne Seil“, sagt Pretty über sein Siegermotiv, „er nutzt statt Felsen einen Holzstoß zum Trainieren. Mit einem Weitwinkel-Objektiv verfolge ich, wie er, einem Gecko gleich, den Stapel erklimmt.“

Der 43 Jahre alte Pretty hatte unlängst mit „Climbings Olympic debut“ bei den AIPS Sport Media Awards 2020 in der Kategorie „Photography Portfolio“ gewonnen. Beim Sven Simon Preis war er dieses Jahr Zweiter hinter seinem Getty-Kollegen Matthias Hangst (Verein Sportpresse Württemberg) geworden.

cleg/wpa

Meisterfotograf Adam Pretty gewinnt AIPS-Trophäe

In der Kategorie Portfolio mit seinen eindrucksbollen Kletterbildern

(23. März 2021) - Bei den AIPS Sport Media Awards 2020 gewann Adam Pretty (Getty Images) die Kategorie „Photo-graphy Portfolio“ mit „Climbings Olympic debut“. Pretty (43), Mitglie des Vereins Münchner Sportjournalisten, hatte schon den ersten Wettbewerb des Weltverbands der Sportjournalisten gewonnen und war 2019 Zweiter.

  Mit einem Foto aus seinem Portfolio hat Pretty 2019 den Sven-Simon-Preis gewonnen. Es ziert die Titelseite von VMS INFO (PDF-Datei, linke Spalte, Aktuelles).

  Zu den AIPS Sport Media Awards zählen alle Bereiche des Sportjournalismus, beispielsweise Audio, Foto, Text und Video. Die oder der Erste der jeweiligen Wettbe-werbskategorie erhält 8000 US-Dollar Preisgeld. Der zweite Platz bringt 3000, der dritte Platz 2000 Dollar.
  Alle Preisträger: https://www.aipsawards.com/index

 

  Alexander Hassenstein (Getty Images) wurde in der SpezialkategorieCovid 19 – Special Recognicion, category Photography - Sport Action” ausgezeichnet, eine Würdigung von Arbeiten mit dem Schwerpunkt Corona-Pandemie im Sport. Dazu gehört die stimmungs

volle Aufnahme von einem Gewitter über dem Münchern Stadion an der Grünwalder Straße. Auch Hasssenstein ist Mitglied des VMS.

VMS-Mitglied Wolfgang Rattay: Sportbild des Jahres

Auch Adam Pretty ausgezeichnet: 1. Platz Sport allgemein Action

(2. Februar 2020) – Der Chef ist der Beste! Wolfgang Rattay (60), seit 2017 Sprecher der im Verband Deutscher Sportjourna-listen (VDS) organisierten Fotografen, beschäftigt bei der Nach-richtenagentur Reuters, gelang das „Sportfoto des Jahres“ 2020. Beim 51. Wettbewerb des kicker, an dem sich 85 Teilnehmerin-nen und Teilnehmer mit rund 1000 Motiven beteiligten, wurde von der zehnköpfigen Jury Rattays Foto des Torhüters Yann Sommer (Borussia Mönchengladbach) prämiert, der sich nach dem Spiel gegen Hertha BSC Berlin am 27. Juni, dem letzten Spieltag der Fußball-Bundesligasaison 2019/20, mit einem gelie-henen Handy vor einer Wand mit Zuschauerfotos selbst ablichtete.

  Rattay, der hinter dem Schutznetz für Zuschauer, wo die Fotografen ihren Standplatz haben, gerade seine Utensilien im Koffer verstaut hatte, sah das. „Ich warf meinen Roll-koffer hin und holte meine Kamera heraus.“ Deckel ab, auch vom 24-70-mm-Objektiv,

ins Bajonett montiert, Kamera ein - „das hat so sieben, acht Sekunden gedauert“. Zu lan-ge, als der Fotograf schussbereit war, „da stand Yann gerade wieder auf und ging“.

  Wie das preisgekrönte Foto dennoch entstand? „Reiner Zufall“, räumt Rattey ein. Als er enttäuscht seine Kamera wieder einpackte, kam der Torwort zurück und machte noch ein Selfie. Wie sich später herausstellte, "weil er mit den Fotos auf dem vom Vereinsfoto-grafen Christian Verheyen geliehenen Handy nicht zufrieden war. Zeit genug für Wolfgang Rattay: „Ich machte mit der noch eingestellten automatischen Belichtung vier Bilder.“ Glück gehabt, aber auch schnell reagiert. „Es war mit sofort klar, dass mir ein Top-Foto gelungen war.“

  Wolfgang Rattay, seit 38 Jahren Mitglied des Vereins Münchner Sportjournalisten (VMS).

  Ebenfalls VMS-Mitglied ist Adam Pretty (43). Der in Padding-ton, einem Vorort von Sydney geborene Australier siegte in der Kategorie Sport allgemein Action. Pretty fotografierte während eines Ausflugs nach Kochel am See seinen Kumpel beim Klet-tern an einem Holzstoß („wie ein Gecko“). 2019 hatte Pretty mit dem Foto vom Klettern in China den Sven-Simon-Preis gewon-nen.

  In der Kategorie Fußball allgemein belegte Adam Pretty außer-dem den 3. Platz.

 

https://www.kicker.de/das-sportfoto-des-jahres-2020-795936/artikel

VMS-Stipendiat Laurenz Schreiner berichtet

Auf guten Sportjournalismus aufmerksam machen

(20. Januar 2021) - Von Oktober bis Dezember 2020 habe ich mein erstes Praktikum im Rahmen der Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule (DJS) gemacht. Dafür bin ich nach Hamburg gezogen, denn für drei Monate durfte ich beim Spiegel in der Ent-wicklungsredaktion mitarbeiten. Es war eine sehr interessante Er-fahrung und ich habe das Haus auch als sehr offen erlebt. Das hatte ich zuvor nicht unbedingt erwartet. Aber jederzeit konnte man Kolleginnen und Kollegen im Haus anschreiben und fragen, ob sie Lust auf einen Kaffee hätten. Virtueller Kaffee – denn schon nach vier Wochen im Praktikum ging es wegen Corona ins Home Office. 

  Von dort arbeitete ich in der Entwicklungsredaktion mit, wurde Teil eines Projektteams mit Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Verlagsbereichen, schrieb nebenbei Texte für andere Ressorts und bekam auch von zu Hause ein bisschen was vom Spiegel-Gefühl mit. Die Entwicklungsredaktion ist ja so etwas wie eine Schnittstelle zwischen Verlag und Redaktion und ich fand es sehr spannend, zu sehen, wie Veränderungen im Arbeitsalltag, in Apps, in Redaktionsstrukturen hier diskutiert wurden. Das Team der Entwicklungs-redaktion war ohnehin super, wir hatten jeden Tag einen Call am Morgen und einen am Abend.

  Außerdem habe ich während des Praktikums ein kleines eigenes Projekt gestartet: TROPS – einen Newsletter mit den besten Geschichten aus dem Sport für alle, die sich nicht für Sport interessieren. Denn der Sportteil hat es ja oft schwer. Es gibt zwar die einen, die ihn als erstes lesen oder online direkt zur Rubrik „Sport“ klicken – aber es gibt auch die vielen anderen, die gar kein Interesse daran haben und eher auf den Sportjour-nalismus herabblicken. Genau die will ich erreichen.

  Denn es gibt viele interessante Geschichten, die über den Sport hinaus von Bedeutung für die Gesellschaft sind: Geschichten über (fehlende) Gleichberechtigung, über Rechts-extremismus, über Homosexualität, über politische Sportler*innen, über Doping, über Reli-gion, über Fankultur oder über Gerechtigkeit. Beim Trops-Newsletter möchte ich sie sam-meln – und den Einstieg in die Artikel oder Videos einfacher machen. Denn manchmal verstehen Außenstehende vielleicht gar nicht, wer eigentlich jetzt dieser Weston McKen-nie ist und warum seine Erinnerung an George Floyd so relevant für den ganzen Fußball in Deutschland ist oder warum Homosexualität in vielen Sportarten noch immer ein großes Tabu ist.

  Mein Ziel ist also, mehr Menschen auf den guten Sportjournalismus aufmerksam zu ma-chen, den es ja schon gibt. Nun schreibe ich alle zwei Wochen den Newsletter und es macht mir großen Spaß, ich bekomme immer wieder positives Feedback und es ist ganz schön, sich etwas ausprobieren und lernen zu können. Zum Newsletter geht es hier: https://trops.substack.com

  Im Februar beginne ich mein nächstes und letztes Praktikum im Rahmen der DJS, dieses Mal in Berlin. Dort werde ich bei BuzzfeedNews mitarbeiten, die vor allem größere Investigativrecherchen machen. Darüber werde ich im nächsten Bericht schreiben.

Statt Fußball preisgekrönte "Anrüchige Malerei"

VMS-Mitglied Peter Schatz gewinnt BJV-Preis

(17. Dezember 2020) – Coro-na ist auch für frei schaffende Fotografen eine schwierige Zeit. Vor allem für Sportfoto-grafen wie Peter Schatz (56), der zwar in Marktoberdorf wohnt, aber seit 1998 Mitglied des Vereins Münchner Sport-journalisten (VMS) ist.

  In normalen Zeiten fotogra-fiert Schatz vor allem Fußball, ist Stammgast beim FC Bayern in der Arena und bei der Na-tionalmannschaft. Die Coro-nazeit hat ihm Freiraum für andere Motive und neue Blickwinkel eröffnet. Aber darauf, einen Maler zu fotografieren, wie er mit einem Kanister in der Hand darauf wartet, bis eine Kuh den Schwanz hebt und er die Kuhscheiße auffangen kann, muss man erst mal kommen.

  Mit seinen Fotos vom Kunstschaffen mit den Exkrementen oberbayerischer Kühe gewann Peter Schatz beim 21. Fotowettbewerb des Bayerischen Journalistenverbands (BJV) den 1. Preis in der Kategorie Serie. Der VMS gratuliert seinem erfolgreichen Mitglied. Das Video mit den Siegerbildern und einem Interview mit Schatz gibt es hier: https://www.bjv.de/pressefoto

  Schatz nannte seine Serie „Anrüchige Malerei“. Er begleitet den Künstler Werner Härtl aus Reichersbeuern, östlich von Bad Tölz, einen Tag lang. „Hört sich hart an, ist aber halb so wild', sagt der Fotograf. Die Kuhscheiße trockne und stinke dann nicht mehr. „Die Bilder schauen toll aus.“

  Aufmerksam wurde Schatz auf den Künstler durch einen Bericht im Bayerischen Fern-sehen. Einen Tag lang dokumentierte der Fotograf dessen Arbeit. Härtl, damals land-wirtschaftlicher Betriebshelfer, hatte 2012 damit begonnen, mit Odel mit allem darin ent-haltenem Material wie Sand, Erdkörnern, Streu und Insektenüberbleibsel zu malen. Inte-ressante und nur schwer zu beeinflussende Strukturen seien das Resultat gewesen, sagt Härtl, aber inzwischen fange er die Exkremente direkt hinter den Erzeugerinnen auf, denn so erhalte er reineres Material. https://weeh78.de/kuhmistkunst/

  Schon 2018 war Peter Schatz im BJV-Wettbewerb erfolgreich gewesen. Er gewann mit einem Foto von der Fußball-Weltmeisterschaft in der Kategorie „Sport“ den ersten Preis.
  Diesmal gab es die Rekordzahl von 1230 Einreichungen von Fotografinnen und Foto-grafen aus allen Medienbereichen und Regionen Bayerns. Gesamtsieger des BJV-Wett-bewerbs wurde Florian Bachmeier mit „Der Covid-19-Patient“. Es gab sieben weitere Ka-tegorien, darunter auch Sport (Sieger Matthias Hoch mit „Einfach mal Dampf ablassen“).

  Davon, dass Bachmeier das Siegerfotos mit dem Handy aufgenommen hat, zeigte sich der vielfach prämierte Sportfotograf Alexander Hassenstein „überrascht“. Braucht es für die professionelle Fotografie keine teure Kamera mehr? Schatz verweist auf die stark verbesserte Qualität von Handyfotos und hält sie für Schnappschüsse für geeignet; er nutzt es auch.

  Peter Schatz rät seinen Kollegen Sportfotografen in der Coronazeit: „Dran bleiben, Augen auf andere Bereiche richten, das Maximale aus der Situation rausholen.“

https://peterschatz.spratshop.com/

Vor 50 Jahren: Milbertshofens Handballer erstklassig

(21. März 2020) - Vor 50 Jahren, am 22. März 1970, stieg der TSV Milbertshofen in die Handball-Bundesliga auf. Die Mannschaft, die zehn Jahre zuvor noch in der A-Klasse gespielt hatte, gewann das entscheidende Aufstiegsspiel gegen die SG Dietzenbach 18:13. Spielertrainer Hans Moser, mit der rumänischen Nationalmannschaft zweimal Weltmeister gewesen, im Aufstiegsjahr 33 Jahre alt, erzielte sieben Tore. Berichte: Archiv

  Torhüter der SG Dietzenbach war Ulrich Backeshof. Der wurde 17 Jahre später Präsident des TSV Milbertshofen. Während seiner Amtszeit (bis 1994) gewann die Mannschaft den Europacup der Pokalsieger. Das kostete. Der TSV Milbertshofen häufte sieben Millionen Mark Schulden an und musste durch die Stadt München finanziell gerettet werden. In der Saison 2019/20 spielt die Männermannschaft in der Bezirksliga.

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/sport/tsv-milbertshofen-der-knueppelharte-kern-1.4853579

Faszination Sportfotografie

Adam Pretty (VMS) gewinnt zum zweitenmal den Sven-Simon-Preis

(18. Februar 2020) - Der in München lebende Australier Adam Pretty (42), Fotograf bei Getty , wurde am Montag in Hamburg mit Sven-Simon-Preis für das „Sportfoto des Jahres 2019“, das die WELT AM SONNTAG verleiht. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Pretty (Foto) ist Mitglied des Vereins Münchner Sportjournalisten, der herzlich gratuliert.

  Sein Foto „Fokus“ zeigt die Kletterin Amy Dunlop an einer Felswand in China. Pretty schoss es um fünf Uhr früh, mit den ersten Sonnenstrahlen. Die spürbare Gefahr am Rande des Abgrundes, die Kraft der Athletin, die Schönheit der Land-schaft, das Spiel der Farben, macht dieses Foto für die Jury unter Vorsitz von Axel Sven Springer so besonders. Springer: „Ich bin sehr stolz darauf, welchen Stellenwert dieser Preis in der Fotografenszene hat. Dass die Jury mit einer so großen Begeisterung bei der Sache ist, ist ein Beleg für die hohe Qualität des Sven-Simon-Preises.“

  Matthias Hangst (Karlsruhe) belegte mit „Emotionen“, einem Foto vom Tennis, den zwei-ten Platz. Dritter wurde Robert Michael (Dresden) mit „Im Wasser“, das Kanu-Olympiasie-ger Tom Liebscher beim Training auf der Elbe zeigt. 5. Alexander Hassenstein mit "Welt-trainer" Jürgen Klopp. 6. Adam Pretty "Eisbach", Surfer in München.

  Für Adam Pretty ist es der zweite Sieg nach 2013. Im Vorjahr gewann Alexander Hassen-stein, auch er Mitglied im VMS.

  Der Sven-Simon-Preis wird jährlich zum Gedenken an Axel Springer jr., den ältesten Sohn des Verlegers Axel Springer, verliehen. Er war unter dem Pseudonym Sven Simon profes-sioneller Fotograf, gründete seine Agentur in München und gewann viele renommierte Prei-se und errang internationale Anerkennung. Im Januar 1980 starb der ehemalige Chefre-dakteur der WELT AM SONNTAG im Alter von 38 Jahren durch Freitod.

  Zu den Juroren zählten Persönlichkeiten aus dem Sport, u.a. Dirk Nowitzki, Nico Rosberg, Franziska van Almsick, Martin Kaymer, Katarina Witt, Heiner Brand, Birgit Fischer, Franz Beckenbauer, Maria Höfl-Riesch, Stefan Blöcher, Bernhard Langer und Rosi Mittermaier.

https://www.welt.de/sport/article205890345/Sven-Simon-Preis-Sportfoto-des-Jahres-Gefahr-Kraft-und-grenzenlose-Schoenheit.html

Von rechts: Ronald Reng, Autor der Biografie von Robert Enke, Martin Amedick, ehema-liger Fußball-Bundesligaspieler, Stadion-Wirt Holger Britzius, Teresa, Witwe von Robert Enke, Dr. med Tobias Freyer, Chefarzt der Parkklinik Wiesbaden, Stadion-Wirt Michael Jachan.                                                                                         FOTO: THOMAS WALZ

"Was passiert, wenn das rauskommt?"

Die Angst des depressiven Fußballprofis vor der Öffentlichkeit

(13. Februar 2020) – Pelé leidet darunter, Michael Phelps, der als Schwimmer 23 Goldme-daillen sammelte, und Sebastian Deisler, einst als Fußballspieler als Jahrhunderttalent ge-priesen.

  Auch Martin Amedick (37), der für Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt in der Bun-desliga spielte, durchlitt eine Depression. Amedick sitzt auf dem Podium im „Stadion“ in der Münchner Schleissheimer Straße, das 2019 von der Deutschen Akademie für Fußballkultur als Fußballkneipe des Jahres 2019 ausgezeichnet wurde. Er spricht über „die große Angst vor dem Tag, Antriebslosigkeit, Leere, Gefühlslosigkeit, Ohnmacht, innere Zerrissenheit“. Er sagt: „Meine Frau hat die Sporttasche gepackt, ich konnte es nicht.“ Amedick, Innenver-teidiger und Manschaftskapitän: „Mir war egal, ob wir gewonnen oder verloren haben.“

  Neben ihm sitzt Teresa, die Witwe von Robert Enke, der sich 2009 durch Schienensuizid das Leben nahm, zwei Tage, nachdem er im Spiel gegen den Hamburger SV zum letzten Mal im Tor von Hannover 96 gestanden hatte. Auch sie hat diesen Verlust von Empathie beobachtet: „Es war Robert egal, ob er das Spiel gewinnt oder verliert. Das hat mich er-schreckt.“

  Außerdem bei der Diskussion dabei: Dr. med. Tobias Freyer, Chefarzt der Parkklinik Wiesbaden, einer der profiliertesten Fachärzte Deutschlands in der psychiatrischen Be-handlung von Leistungssportlern. Und als Moderator Ronald Reng, Autor der preisgekrön-ten Biographie von Robert Enke. Reng ist Mitglied des Vereins Münchner Sportjournalisten (VMS).

  Sie engagieren sich für die Robert-Enke-Stiftung robert-enke-stiftung.de, eine gemein-same Gründung des Deutschen Fußball-Bunds (DFB), des Ligaverbands (DFL) und Han-nover 96. Deren Ziele sind die Förderung von Maßnahmen und Einrichtungen, die der Aufklärung über die Krankheit Depression beziehungsweise Kinder-Herzkrankheiten und der Erforschung oder Behandlung dieser Krankheiten dienen. Vorstandsvorsitzende ist Teresa Enke. Über die Social Media Plattform Facebook betreibt die Stiftung Aufklärungs-arbeit, um die Krankheit Depression zu enttabuisieren. 73 Sportpsychologen sind über das Netzwerk der Enke-Stiftung erreichbar.

 

Die Depression kann jeden treffen

 

  Die Depression, mutmaßlich eine Stoffwechselerkrankung, kann jeden treffen. Laut Freyer erkranken daran jährlich vier Millionen Deutsche. Sport schütze vor Depressionen, aber die Anzahl der Erkrankten sei im Leistungssport genau so hoch wie bei der Allgemeinheit. Man müsse eine Depression nicht zwingend behandeln, mehr als 50 Prozent würden nach sechs Monaten abklingen.

  Und wie verhält sich die andere Hälfte? Wer in der Öffentlichkeit steht, hat ein zusätzli-ches Problem. Amedick: „Man fragt sich: Was passiert mit meiner Karriere, wenn das raus-kommt? Es hat ein Jahr gedauert, bis ich Hilfe in Anspruch genommen habe.“ Ein halbes Jahr war er weg. „Von Mitspielern wurde ich nicht darauf angesprochen.“ Ausnahme Stefan Aigner, „der war in seinem Umfeld selbst betroffen“.

  Dr. Freyer und der SV Wehen-Wiesbaden (2. Bundesliga) haben einen Weg gefunden, um Spielern die Angst zu nehmen. Sie können sich bei dem Arzt Rat holen, ohne dass das ihr Arbeitgeber erfährt. Der bezahlt die Honorare, auf den Rechnungen steht kein Name..

  Martin Amedick studiert Psychologie an der Unversität Bielefeld, er will Sportpsychologe werden. Er besucht für die Stiftungsarbeit Profivereine, bei denen er über die Krankheit Depression spricht.                                                                                        Hans Eiberle

Über den Autor

  Ronald Reng (geb. 1970 in Frankfurt) studierte Politik und Kommunikationswissenschaf-ten an der Ludwig-Maximilians-Universität München und wurde an der Deutschen Journa-listenschule ausgebildet und schrieb u.a. für die Süddeutsche Zeitung. Von 1996 bis 2001 wohn-te und arbeitete Reng als Sportjournalist in England, danach lebte er in Barcelona, jetzt lebt er mit seiner Familie in Frankfurt und Bozen.

  2007 wurde er zum Klagenfurter Wettlesen um den Ingeborg-Bachmann-Preis eingela-den. 2010 schrieb er in Zusammenarbeit mit Teresa Enke die Robert-Enke-Biografie "Ro-bert Enke. Ein allzu kurzes Leben."

  Zwischen 2001 und 2010 wurde Ronald Reng, Mitglied des Vereins Münchner Sportjour-nalisten (VMS), siebenmal mit dem Großen Preis des Verbandes Deutscher Sportjourna-listen (VDS) für die beste Sportreportage des Jahres geehrt. 2010 wurde er mit dem Diet-rich Oppenberg-Medienpreis „für herausragende journalistische Beiträge zum Thema Lese-kultur“ ausgezeichnet.

  Sein Buch "Der Traumhüter" wurde 2004 in englischer Übersetzung Keeper of Dreams bei den British Sports Books Awards als Best Biography ausgezeichnet. Im November 2011 erhielt er in London für seine Biographie über Robert Enke die Auszeichnung William Hill Sports Book of the Year, die als „ältester und bedeutendster Sportbuchpreis der Welt“ gilt.  Reng war in 23 Jahren der erste Autor, der nicht auf Englisch schreibt, der mit dem Preis prämiert wurde. Zudem wurde seine Enke-Biographie in Großbritannien auch zum Football Book of the Year 2012 gekürt. Auch in Polen wurde das Werk 2015 von einer Fachjury zum „Sportbuch des Jahres“ gewählt. Das Buch ist in weitere Sprachen (u. a. Spanisch, Portu-giesisch, Niederländisch, Dänisch, Chinesisch) übersetzt worden.

  2013 erhielt er von der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur für sein Werk "Spieltage. Die andere Geschichte der Bundesliga" die Auszeichnung als Fußballbuch des Jahres.

Eine Jury, der unter anderem der Publizist und Fernsehmoderator Roger Willemsen ange-hörte, zeichnete das Werk mit dem NDR Kultur Sachbuchpreis 2013 aus. Wie "Spieltage" wurde 2016 auch "Mroskos Talente" von der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur als Fußballbuch des Jahres prämiert.

  Ronald Reng ist Mitglied der Jury des Helmut-Stegmann-Nachwuchs-Förderpreises für regionale und lokale Sportberichterstattung, den der VMS seit 2001 alljährlich ausschreibt.

Der Landessportbeirat, vorne, v.l.: Stellv. Vorsitzende Diana Stachowitz (MdL SPD), Präsi-dentin Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Bayern (BVS); stellv. Vorsitzender Jörg Ammon, Präsident Bayerischer Landes-Sportverbands (BLSV); Vorsitzender Berthold Rüth (MdL CSU); stellv. Vorsitzender Wolfgang Kink, Erster Landesschützenmeister  Baye-

rischer Sportschützenbund (BSSB); Barbara Roth, Präsidentin Landesverbands Bayern des Deutschen Sportlehrerverbands (DSLV), dahinter Hans Eiberle, Verein Münchner Sportjournalisten (VMS), der die bayerischen Sportjournalisten vertritt.

                                                                                                   FOTO: ISABELLA LANKES

Siezen Sie noch, oder duzt du schon?

Über die Vor- und Nachteile des Suchens nach Nähe

(6. Dezember 2018) - Ein interessanter Text im Wirtschaftsmagazin brand eins, der auch Sportjournalisten und ihren Umgang mit Spielern, Trainers und Vereins-Oberen betrifft.

https://www.brandeins.de/magazine/brand-eins-wirtschaftsmagazin/2018/naehe-und-distanz/siezen-sie-noch-oder-duzt-du-schon

Vor 50 Jahren

Als der FC Bayern sich arm gesiegt hatte

(10. Mai 2018) - Mit einer beispiellosen Erfolgsserie hatte der FC Bayern München vor einem halben Jahrhundert innerhalb von zwei Jahren auch international Aufsehen erregt: Aufstieg in die Fußball-Bundesliga (1965), DFB-Pokalsieger (1966,1967), Sieger im Europacup der Pokalsieger (1967).

  Doch die Erfolgsserie hatte ihren Preis. Ein Jahr später, im Mai vor 50 Jahren, waren die Bayern so gut wie pleite. Diese Einschätzung lag nahe angesichts der Verzweiflungstat des Klubpräsidenten. „Ich habe unterschrieben, ich kann nicht mehr zurück“, gestand Wilhelm Neudecker zwei Tage vor dem Rückspiel im Semifinale des Europacups der Pokalsieger gegen den AC Mailand, der das erste Spiel 2:0 gewonnen hatte. Neudecker hatte das Recht auf einen neutralen Austragungsort eines mögliches Entscheidungsspiel an den Gegner verkauft und dem so ein Heimspiel verschafft. Weiter

Städtisches Stadion an der Grünwalder Straße

In luftiger Höhe: Die Reporterkanzel überlebte den Umbau.

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Gedenktage

Geburtstage

Christian Wechslinger 70

In 35 Sportarten daheim

Neue Bücher                           

Die Süddeutsche Zeitung schrieb, Hartmut Scherzer sei „der verrück-teste deutsche Sportreporter“. Er berichtete über 15 Fußball-Weltmei-sterschaften, 21 Olympische Spiele und 33-mal von der Tour de France. Und hat alle großen Boxkämpfe live gesehen; „Rumble in the Jungle“ in Kinshasa, wo George Forman von Muhammad Ali eine Tracht Prügel bezog, und den „Thrilla in Manila“, als Joe Frazier von Ali vermöbelt wurde.

Ein ereignisreiches Reporterleben – kein Wunder, dass Scherzer 735 Seiten benötigte, um unter dem Titel „Welt Sport“ aus 50 Jahren Sportgeschichte aufzuschreiben, was ihm wichtig ist. Legendäre Boxkämpfe natürlich - er war als Student zweimal deutscher Hochschulmeister und trainiert auch mit 83 Jahren noch den Faustkampf.

Aber Hartmut Scherzer will auch vermitteln, dass der Sport jenseits seiner Grenzen etwas bewegen kann, weil allem mit allem zusam-menhängt: Mit Rassismus, Terror, Black Power, siehe Muhammad Alis Protest gegen den Vietnamkrieg. Mit Doping und Hooligans. Ich sehe ihn noch, wie er sich vor dem Länder-spiel gegen die Niederlande in Rotterdam mit blutiger Glatze vor dem Mob in einen Juwelierladen rettete, in den wir Reporter geflüchtet waren. Hinter ihm fiel das Türgitter.

Dreieinhalb Jahre hat Scherzer ge-schrieben und Fotos sortiert („ich bin ein Sammler“). Entstanden ist ein prall gefülltes Zeitdokument eines Sportreporters, wie es ihn in der neuen digitalen Welt vermutlich bald nicht mehr geben wird. H.E.

 

Societäts-Verlag. 736 Seiten, ISBN 978-3-95542-384-1. Format Hardcover, 25 Euro

Nur eines unterscheidet Fotios, Marius und Niko von ihren Freunden in der nordbayerischen Provinz: Sie spielen alle drei un-widerstehlich gut Fußball. Noch bevor sie 14 werden, nehmen die Profiklubs 1. FC Nürnberg und Greuther Fürth sie in ihre Lei-stungszentren auf. Von da an führen ihre Leben in neue, un-

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ISBN 978-3-492-07099-7

Hardcover, 224 Seiten

Erschienen: April 2021
Gewicht: 350 g
ISBN: 978-3-7423-1765-0
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