Verein Münchner Sportjournalisten
Verein Münchner Sportjournalisten
FCB-Medienchef Stefan Mennerich, VMS-Vorsitzender Thomas Walz, VMS-Online-Experte Martin Volkmar (v.l.). FOTO: MARTIN HANGEN

Informationen über "e-Sport"

  Es ging darüber hinaus aber auch darum, inwieweit e-Sport, pauschal ausgedrückt, „Sport“ ist oder sein kann. Darüber informierten im Anschluss an die JHV in einer Ge-sprächsrunde mit dem VMS-Vorsitzenden Thomas Walz etwa der Sport1-Chefredakteur Dirc Seemann sowie Florian Merz. Der Redakteur von eSports1, nach eigener Aussage seit seinem sechsten Lebensjahr ein „Player“ auf diesen Kanälen, versicherte mit Herzblut und vor allem glaubhaft für eine Generation, die damit nicht aufgewachsen ist, wie notwen-dig es in der heutigen Zeit ist, sich einzubringen, vielmehr selbst aktiv zu sein.

  Merz und auch Seemann zeigten am Beispiel vom FC Schalke 04 auf, wie wichtig es ist, sich auf der e-Sport-Ebene zu bewegen. Beide sind überzeugt, dass es ein unglaublich gutes oder auch probates Mittel ist, Sport in Form von e-Sport als Familienspiel oder als eine gemeinsame Familienaktivität wieder interessant werden zu lassen. Sie sind sind auch der Meinung, dass man, sofern man es richtig anpackt, Jugendliche, die ab einem gewis-sen Alter dem Vereinsleben den Rücken zukehren, auf diese Weise wieder gewinnen und auffangen kann.

  Florian Merz zeigte vor allem auf, dass derjenige, der auf e-Sport unterwegs ist (ist ja nur ein Überbegriff für all die Spielarten = Disziplinen) ein Wissen haben muss, d.h. man muss sich mit dem Spiel auskennen, um wirklich aktiv sein zu können. Er hob die sportliche Leistung am Beispiel der notwendigen, sehr schnellen Hand-Augen-Kombination hervor, „es ist quasi ein Zustand der Antizipation, in dem der betreffende Spieler ständig rechnen muss, welche Aktionsmöglichkeit er hat und welche Aktion die Folge sein könnte“.

  Der Einwurf aus der Versammlung „wie beim Schach“ traf – analog gesehen – den Nagel auf den Kopf. Der „eSport“-Experte erläuterte zudem, dass die eSport-Teams von Trainern über Fitness-Coaches bis hin zu Ernährungsberatern betreut werden, und das Training nicht nur vor dem PC stattfinde.
  Für viele Zuhörer bei der JHV – in Sabina Spöttel, Elisabeth Schlammerl (später) und der stellvertretenden Vorsitzenden Margit Conrad waren es nur drei Frauen – war es deshalb höchst interessant, dass unter der Hauptzielgruppe e-Sport (14 bis 29 Jahre) auch viele Frauen sind.

 

FCB-Medienchef Mennerich dafür, Präsident Hoeneß dagegen

 

  Interessant darüber hinaus: Auch der FC Bayern beschäftigt sich intensiv damit, wie man mit „e-Sport Mitglieder“ gewinnen oder auch binden kann. Zwar hatte FCB-Präsident Uli Hoeneß geäußert, für ihn sei „e-Sport“ kein Sport, andererseits ist man sich laut Medienchef Stefan Mennerich, der in seinem Vortrag interessante Einblicke hinter die Kulissen der FCB-Medienabteilung gewährte, der Neuausrichtung sehr wohl bewusst. Aber man sei noch in der Findungsphase und in sehr intensiver Diskussion. Zu lange warten oder gar etwas aussitzen sollte man nach Worten von Dirc Seemann nicht, denn, so die Experten: „Je länger man zaudert, umso teurer wird der Einstieg.“

  Seemann zeigte auch auf, wie unterschiedlich differenziert „e-Sport“ in den lokalen Me-dien behandelt, dargestellt oder letztlich veröffentlicht wird. So wisse oder wusste bislang keiner so richtig, ob er besser im Sport, im Lokalen oder der Wirtschaft aufgehoben sei. Wichtig sei es deshalb, Strukturen zu schaffen, die eine e-Sport-Plattform im optimalen Fall ermöglichen können. Das Credo: „Wir sollten das Thema an uns reißen. Es ist der Markt, um junge Leute zu gewinnen. Und es ist eine Chance, sie vielleicht wieder über diese Art und Weise an Vereine zu binden.“ Und deshalb müssten sich die Vereine an dieses Thema heranpirschen, eventuell zumindest einmal eine spezielle Abteilung gründen.

  „Das wäre der erste Schritt“, bestätigte auch Florian Merz. Die umfassende und vor allem zukunftsgerichtete Thematik auszudiskutieren, dafür war auf der Jahreshauptversammlung nicht genügend Zeit. Werner Rabe, der frühere Leiter des Programmbereichs „Sport und Freizeit“ im Bayerischen Rundfunk, meinte deshalb, ob es nicht möglich sei – als weiteres Jahresangebot für die VMS-Sportjournalisten – bei Sport1 und der eSports1-Abteilung da-bei sein zu dürfen und vor Ort informiert zu werden. Dirc Seemann, der zuvor schon eine Einladung an alle Abteilungen bestimmter Medien ausgesprochen hatte, fand das eine ausgezeichnete Idee, die der VMS-Vorstand mit Vorsitzendem Thomas Walz in die Wege leiten wird.

   Zuvor hatte die Vorstandschaft – als Versammlungsleiter fungierte Fritz Häring (BR) – das Jahr 2018 Revue passieren lassen. Dabei ging es um Einladungen, wie etwa der Verlei-hung des Bayerischen Sportpreises in der BMW-Welt oder auch die Teilnahme der beiden Vorsitzenden Thomas Walz und Margit Conrad an dem Tagungen von Sports Media Austria in Kufstein, Innsbruck sowie Seefeld im Vorfeld der Rad- und Kletter-WM und der WM in der Nordischen Kombination.

 

VMS verjüngt sich

 

  Margit Conrad, die in Vertretung des verhinderten Geschäftsführers Diethelm Straube den Geschäftsbericht vortrug, freute sich, dass es im vergangenen Jahr 20 Mitglieder aufge-nommen wurden und der Verein jünger werde. Von den 387 Mitgliedern seien 99 zwischen 40 und 49 sowie 68 zwischen 30 und 39, und 34 zwischen 20 und 29 Jahre. Der Wermuts-

tropfen im Freudenbecher: Nach wie vor sind die Frauen im VMS unterrepräsentiert. Der-zeit sind nur 49 von 387 Mitgliedern weiblich.

  Auch was den Medienpool anbelangt, geht die Akquise sehr zäh voran. Mit 500 Euro könnte der eine oder andere Verlag oder das eine oder andere Medienhaus dem VMS finanziell weiterhelfen. Lediglich Sport1 zahlt nach Worten von Thomas Walz.

  Nichtdestotrotz, und auch aufgrund eines erneut zu erwartenden Minus von 2.500 bis 3.000 Euro, bedingt auch durch die Ausgaben für den Helmut-Stegmann-Preis und das Stipendium, schlug Schatzmeister Joachim Walz vor, das Stipendium nur alle zwei Jahre zu vergeben, um mal wieder auf ein in etwa ausgeglichenes Level zu kommen. Nicht uner-wähnt ließ er, dass Hans Stegmann (Bruder von Helmut) den Preis jedes Jahr sehr groß-zügig finanziell unterstütze und sprach dafür den Dank des VMS aus.

 

Stegmann-Preis auf dem Prüfstand

 

  Für den Stegmann-Preis regte Peter Lill an, ob es nach der 18. Veranstaltung nicht an der Zeit wäre, den Preis auch für andere Medienbereiche wie TV, Rundfunk und vor allem On-line auszuloben. Thomas Walz meinte dazu, es sei halt schwierig, wenn nicht gar unmög-lich, Print-Ergebnisse mit Produkten anderer Medienformen zu vergleichen. Der Vorschlag von Lill, nur 1. Preise in den verschiedenen Kategorien zu vergeben, fand Anklang und soll auf jeden Fall überdacht werden.

  Fotografensprecher Martin Hangen zeigte sich im Großen und Ganzen zufrieden, wie die Zusammenarbeit abgelaufen ist. Online-Sprecher Martin Volkmar meinte, dass gewisse Gespräche Wirkung gezeigt hätten und es besser laufe, aber einiges noch verbesserungs-würdig sei, was er auch im direkten Kurzforum mit Stefan Mennerich (FCB) im Anschluss (siehe oben) zum Ausdruck brachte.

  Unter „Verschiedenes“ lud Carlos Vogel zum Eishockey-Länderspiel nach Kaufbeuren am 11. April mit Führung und Blick hinter die Kulissen ein. Da aber nur 20 Leute Platz finden, wird rechtzeitig eine Rund-Mail rausgehen, damit auch jene Interessierte, die nicht an der Jahreshauptversammlung teilnehmen konnten, sich dafür anmelden können.

  Joe Langer von Sports Media Austria (SMA) hatte auch diesmal ein Geschenk dabei. Er begrüßte die Harmonie beim VMS und vor allem auch jene zwischen VMS und SMA. Dann fragte er aber mit fast diabolischem Grinsen, wann denn die beiden VMS-Vorsitzenden mal so richtig gestritten hätten? „Wenn nicht, dann würde ich jetzt einen Keil dazwischen trei-ben!“ Streit wegen einer Packung Manner-Schnitten und Mozart-Kugeln? Da es Stellver-treterin Margit Conrad total egal war, entschied sich Thomas Walz für „Manner“. Logisch: „M(ä)nner – alles andere wäre ja auch zu weiblich…..                                   Margit Conrad

Der neue Vorstand des Landessportbeirats: Berthold Rüth (3.v.l.), Mitglied der CSU-Frak-

tion, ist Vorsitzender. Jörg Ammon (l.), Präsident des Bayerischen Landessportverbands, Diana Stachowitz, Präsidentin des Bayerischer Behindertensportverband, und Wolfgang Kink, Erster Landesschützenmeister des Bayerischen Sportschützenbunds, sind gleichbe-

rechtigte Stellvertreter.                                                                                   FOTO: PRIVAT

Berthold Rüth erneut zum Vorsitzenden gewählt

BLSV-Vorsitzender Jörg Ammon neu im Landessportbeirat

(16. März 2019) – Unter Leitung von Joachim Herrmann, dem bayerischen Staatsminister des Innern, Sport und Integration, trafen sich die Mitglieder des Landessportbeirats zu ihrer konstituierenden Sitzung im Maximilianeum. Berthold Rüth (CSU) wurde erneut zum Vor-

sitzenden gewählt. Er hat drei statt bisher zwei Stellvertreter: Jörg Ammon, Präsident des Bayerischen Landessportverbands, Wolfgang Kink, Erster Landesschützenmeister des Bayerischen Sportschützenbunds, und Diana Stachowitz, Präsidentin des Bayerischen Behindertensportverbands. Kink und Stachowitz, diese als Mitglied der SPD-Fraktion, waren schon bisher Stellvertreter.

  Der Landessportbeirat hat 29 Mitglieder. 14 gehören dem Bayerischen Landtag an: CSU 6, Bündnis 90/Die Grünen 3, Freie Wähler 2, AfD, SPD und FDP je 1. Acht vertreten Sport-

verbände, 7 andere Verbände wie den Bayerischen Städtetag, den Arbeitskreis für Sport-wissenschaft und Sport der Universitäten in Bayern. Für die bayerischen Sportjournalisten gehört Hans Eiberle (Verein Münchner Sportjournalisten (VMS) dem Gremium an. Stimm-

berechtigt sind alle Mitglieder, im Gegensatz dem Münchner Sportbeirat, in dem die Stadt-

rätinnen und Stadträte nicht mit abstimmen dürfen.

  Laut seiner Satzung berät der Landessportbeirat den Bayerischen Landtag, die Staats-regierung und alle mit Sportangelegenheiten befassten Stellen und Einrichtung in allen grundsätzlichen Fragen des Sport.

"Herr Bauer, komm', wir lassen das"

DFB-Präsident Grindel bricht DW-Interview wegen Fragen zu Katar ab

(14. März 2019) - Die Deutsche Welle interviewte den Reinhard Grindel, den Präsidenten des Deutschen Fußball-Bunds (DFB), vor seinem Abflug zum FIFA-Council in Miami in Frankfurt. Das Gespräch fand ein ungewöhnliches Ende. Weil Grindel die Fragen von DW-Journalist Florian Bauer nicht passten, brach er das laufende Interview ab und ging.

https://meedia.de/2019/03/13/herr-bauer-komm-wir-lassen-es-dfb-praesident-grindel-bricht-dw-interview-ab-weil-ihm-die-fragen-nicht-passen/

Acht VMS-Mitglieder nominiert

Für den deutschen Sportjournalistenpreis 2019

(8. März 2019) - Der Deutsche Sportjournalistenpreis wird am 25. März 2019 in Hamburg verliehen. Spitzensportlerinnen und Spitzensportler stimmen in neun Kategorien ab, die Auszeichnung für das Lebenswerk vergibt der Verband Deutscher Sportjournalisten. Ver-

anstalter ist die Sören Bauer Events GmbH.
  Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben, 2019 zum achten Mal. In den neun Kategorien wählen Deutschlands Spitzensportlerinnen und Spitzensportler die ihrer Ansicht nach besten journalistischen Leistungen des vergangenen Jahres. Stimmberechtigt sind rund 20.000 Athletinnen und Athleten mit Bundes- und Landeskaderstatus sowie Teamsportler der Bundesligen, unter anderem Basketball und Fußball.
  Zum siebenköpfigen Gremium, das die Nominierungen vorgenommen hat, gehören die Fußball-Weltmeister Andreas Brehme und Pierre Littbarski sowie Dr. Michael Ilgner (Vor-sitzender Deutsche Sporthilfe), Erich Laaser (VDS-Präsident), Alfred Draxler (Journalist/

Axel Springer SE), Anna Schaffelhuber (mehrfache Olympiasiegerin im Monoskibob) und Marc Zwiebler (Badminton-Europameister).

  Acht Mitglieder des Vereins Münchner Sportjournalisten wurden nominiert.

  Beste Newcomerinnen und Newcomer: Daniel Herzog (Sport1/DAZN), Tobias Wahn-schaffe (Sport1/Dazn)

  Beste Sportkommentatorinnen und Kommentatoren:Tobias Barnerssoi (ARD), Frank Buschmann (Sky), Tobias Drews (ran/Sport1), Wolff-Christoph Fuss (Sky), Sigi Heinrich (Eurosport), Thomas Herrmann (Sport1).

Beim Blutdoping alles wie gehabt

Skandal von Seefeld die Fortsetzung einer österreichischen Tradition

(2. März 2019) – Die blutgedopten östereichischen Skilangläufer bei der nordischen Ski-WM in Seefeld ein Skandal? Schon, bloß längst nicht so spektakulär wie dargestellt. Weil: Alles schon mal dagewesen.

  2011 war Stefan Matschiner zu Gast beim Jahreskongress des Bayerischen Sportärzte-verbands. Matschiner ist ein ehemaliger österreichischer Leichtathlet und Sportmanager, der Blutdoping für österreichische Athleten organisierte. Damals schrieb er für mich als Widmung in sein Buch „Grenzwertig – Aus dem Leben eines Dopingdealers“: „Ich hoffe, keine Illusionen zu zerstückeln.“

  Die Sorge war unbegründet. Ich hatte für die Süddeutsche Zeitung zwischen 1966 und 1999 über 13 nordische Skiweltmeisterschaften und sieben Olympische Winterspiele berichtet und war früh über Blutdoping informiert. Spätestens als in den Siebziger-Jahren deutsche Skilangläufer über blutige Handtücher in dem Umkleideräumen der Finnen be-richteten, wusste jeder, dass auch in dieser Sportarzt gedopt wurde.

  Der erste wegen Eigenblutdoping disqualifizierte Wintersportler war der US-Amerikaner Kerry Lynch, der als Zweiter in der nordischen Kombination aus der Ergebnisliste der Ski-WM 1987 in Oberstdorf gestrichen wurde. Aber erst Jahre danach, und nur, weil er fromm geworden war und sich selbst anzeigte.

 

"Entschuldigung, König und Publikum"

 

  1997 bei der WM in Trondheim ergriff die Russin Elena Välbe (14 WM-Titel, 2x olympi-sches Gold) im Stadion kurz vor dem Start zum Staffelwettbewerb das Mikrophon und sagte in deutscher Sprache: „Entschuldigung König und Publikum. Das machen Ljubow allein in ihrem Kopf. Unsere Medaillen sind nicht mehr so schön wie drei Tage zurück.“ Da-nach führte sie die russische Staffel als Schlussläuferin siegreich ins Ziel. Ljubow Jegorowa war nicht mehr dabei, sondern auf und davon, als Weltmeisterin über 5 Kilometer disquali-ziert wegen Einnahme eines Dopingmittel verschleiernden Maskierungsmittels.

  Bei der nordischen Ski-WM 2001 in Lahti waren sechs finnische Langläufer mit einem Mittel gedopt, das Blutplasma anreichert, darunter Mika Myllylä, Olympiasieger und mehr-facher Weltmeister.

  Nach dem Olympischen Winterspielen 2002 wurden in Salt Lake City im Quartier der Österreicher Blutbeutel und Spritzen gefunden. Die Langläufer Achim Walcher und Marc Maier, Sohne des Trainers Walter Maier, wurden nachträglich disqualifiziert, Maier gesperrt. 2011 wurde er wegen zahlreicher Verstöße gegen das österreichische Antidopinggesetz zu 15 Monaten Haft verurteilt, zwölf Monate wurden zur Bewährung ausgesetzt. Dem für Spa-nien startenden Allgäuer Johann Mühlegg wurden seine drei Goldmedaillen aberkannt, weil er mit Epo gedopt war; er wurde für zwei Jahre gesperrt. Außerdem gedopt: Die Olympia-siegerinnen Larissa Lasutina und Olga Danilowa.

  2006 flohen die blutgedopten österreichischen Biathleten Wolfgang Perner und Wolfgang von den Olympischen Spielen in Turin vor der Polizei. Doping konnte ihnen allerdings nicht nachgewiesen werden. Weitere Doper: Vier österreichische Langläufer und die russische Biathletin Olga Pylewa. Es gab zwölf „Schutzsperren“ wegen erhöhter Hämoglobinwerte, betroffen auch die Deutsche Langläuferin Evi Sachenbacher. Sie wurde 2014 als Biathletin wegen der Einnahme von Methylhexanamin für zwei Jahre gesperrt, später reduziert auf sechs Monate.

  2014 wurde der österreichische Skilangläufer Johannes Dürr wegen Doping mit Epo für zwei Jahre gesperrt und seine Ergebnisse gestrichen, unter anderen der dritte Platz bei der Tour de Ski 2013/14. Laut der Staatsanwaltschaft München waren die Aussagen von Dürr Auslöser für die Doping-Ermittlungen und die Razzien in Seefeld und Erfurt.

  Es gab Zeitgenossen, darunter auch zahlreiche Journalisten, die glaubten, wenn Doping nicht mehr der Sportgerichtsbarkeit unterstand, sondern von ordentlichen Gerichten verfolgt würde, habe das eine abschreckende Wirkung. Davon kann keine Rede sein. Die Gier nach Ruhm ist bei AthletInnen mindestens genau so groß wie bei den Hintermännern die Gier nach Geld.                                                                                                  Hans Eiberle

Sepp Maier 75

Die Katze von Anzing 16 Jahre im Tor des FC Bayern

Sepp Maier wird am 28. Februar 75 Jahre alt. Er ist der Torhüter mit den meisten Einsätzen (95) in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.                      FOTO: MARTIN HANGEN

Abgänge und Umbau bei Sport1

Schlechte Stimmung oder normale Fluktuation?

(24. Februar 2019) – Das Medienmagazin DWDL schreibt über Sport1: Nachdem lang-jährige Mitarbeiter Sport1 in der jüngsten Vergangenheit verlassen haben, folgt nun die nächste Austrittswelle. Viele Mitarbeiter aus dem mittleren Management schmeißen hin, auch Moderatoren müssen gehen. Die Rede ist von schlechter Stimmung, Sport1 spricht von "üblicher Fluktuation". Bericht: https://www.dwdl.de/nachrichten/71159/abgaenge_und_umbau_turbulenter_jahresstart_bei_sport1/

Falsche und wertlose Presseausweise im Umlauf

Neues EU-Urheberrecht stärkt Rechte der Verlage

(14. Februar) – Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments einigten sich am Mittwoch (13.02.2019) in Straßburg vorläufig auf eine Reform des EU-Urheberrechts inklu-sive Leistungsschutzrecht. Presseverlage in der EU sollen gegenüber Nachrichten-Such-maschinen wie Google News gestärkt, die großen Internetfirmen mehr in die Pflicht ge-nommen werden. Die Portale sollen für das Anzeigen von Artikel-Ausschnitten in ihren Suchergebnissen Geld an die Verlage zahlen.

  Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und der Verband Deutscher Zeit-schriftenverleger (VDZ) begrüßten die Einigung: „Dies ist ein guter Tag für die Meinungs- und Pressevielfalt in Europa und der Welt“, teilten die Verbände mit. Die Reform setze „ei-nen wichtigen globalen Standard für journalistische Vielfalt und unabhängige Berichterer-stattung.“

  Der Verhandlungsführer des Parlaments, Axel Voss (CDU), zeigte sich erleichtert. „Digita-ler Urheberrechtsschutz beendet endlich das Wildwest im Internet, bei dem die Rechtein-haber bisher oft untergebuttert werden“, sagte Voss. „Den neuen Realitäten und Geschäfts-modellen des digitalen Zeitalters können wir jetzt gerecht werden.“

  Die Einigung vom Mittwoch muss in den kommenden Wochen allerdings noch vom Parla-ment und den EU-Staaten bestätigt werden. In den allermeisten Fällen ist das eine Forma-lie – weil die Debatte jedoch so aufgeladen ist, könnte die Reform hier allerdings noch scheitern. Stimmen beide Seiten zu, haben die EU-Länder zwei Jahre Zeit, die neuen Re-geln in nationales Recht umzuwandeln. Weiter

https://www.tagesschau.de/ausland/eu-urheberrechtsreform-101.html

Stadtrat beschließt Bewerbung für CL-Endspiel 2021

(13.2.2019) - Die Vollversammlung des Stadtrats hat am Mittwoch, dem 13. Januar 2019, beschlossen, dass sich München für das Finale der UEFA Champions League bewirbt.

Ende Mai gibt die UEFA den Austragungsort bekannt. Das Finale 2012 verlor der FC Bay-ern in der Arena gegen den FC Chelsea im Elfmeterschießen.

  Bis zum 15.Februar 2019 müssen die Unterlagen bei der UEFA eingegangen sein. Die Entscheidung über den Austragungsort des Champions-League-Finales 2021 fällt Ende Mai. Sollten München und die Allianz Arena den Zuschlag erhalten, wird es auch wieder ein mehrtägiges "Champions Festival" mit Unterhaltungsprogramm geben, das laut Stadtrats-vorlage im Olympiapark stattfinden soll. Dort wird, wie bereits 2012, auch der Champions-League-Pokal (Foto) ausgestellt sein, mit dem sich Besucher fotografieren lassen können.

  Das Finale um den europäischen Vereinspokal zählt zu den größten Sportereignissen der Welt. Laut Referat für Bildung und Sport verfolgen es rund 160 Millionen Zuschauer im TV. Beim Finale 2012 sahen etwa 179.000 Fans das Spiel entweder im Stadion oder beim Public Viewing in München.

  Wenn die Uefa wie geplant die Anfahrt zur Arena für Autos verbietet, könnte die Veranstaltung noch teurer werden als die veranschlagten 8,5 Millionen Euro. Das Finale 2012 kostete die Stadt rund 1,5 Millionen Euro.

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-bewerbung-champions-league-finale-1.4328956

Sponsoren murren über CL im Privatfernsehen

Die Fernsehquoten sind viel niedriger als in ARD und ZDF

(13. Februar 2019) - Seit Beginn der Saison 2018/19 werden Spiele der Fußball-Champi-ons League nicht mehr im frei empfangbaren Fernsehen gezeigt. Das sorgte erwartungs-gemäß für einen erheblichen Zuschauerrückgang bei den Fernsehübertragungen und Pro-bleme mit den Sponsoren.

  Dem Wunsch der Pay-TV-Anbieter nach Exklusivität bei Sport-Rechten steht die Sorge der Verantwortlichen bei den Vereinen entgegen, durch die sinkenden Zuschauerzahlen Probleme mit den eigenen Sponsoren zu bekommen. Die geben viel Geld aus und wollen als Gegenleistung entsprechende Bildschirmpräsenz sehen. Dieses Spannungsfeld sorgte war der Grund, dass es in Deutschland keinen kompletten Wechsel ins Pay-TV gab, auch wenn das höhere Einnahmen aus den TV-Rechten versprach.

  Die UEFA entschied bei der Champions League erstmals anders. Seit Beginn der Saison 2018/19) gibt es auch in Deutschland keine Spiele mehr im frei empfangbaren Fernsehen - mit Ausnahme eines eventuellen Finales mit deutscher Beteiligung, das aufgrund rechtli-cher Vorgaben frei empfangbar ausgestrahlt werden müsste).

  Sky (ging 2014 durch  Übernahme des von dem Medienunternehmer Rupert Murdoch über den Konzern 21st Century Fox gehaltenen Anteilen an Sky Deutschland und Sky Italia zum britischen Bezahlsender British Sky Broadcasting) und DAZN (kostenpflichtiger Strea-mingdienst, der von der britischen Perform Group seit August 2016 betrieben wird und Sportübertragungen über Internet, derzeit in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Japan, Kanada, Italien und dem Vereinigten Königreich bietet) teilen sich die Rechte.

  Das führt zu den zu erwartenden Problemen mit den Sponsoren. In einem Interview mit "Sport-Bild" fordert Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern Mün-chen, jedenfalls eine Rückkehr der Champions League ins Free-TV. "Wir müssen bei der Uefa alles in die Waagschale legen, damit in Deutschland ab der nächsten Rechteperiode wieder mindestens ein Livespiel, idealerweise ein Topspiel, im Free-TV zu sehen ist", so Rummenigge, der davon ausgeht, dass man das in Dortmund, Schalke und Hoffenheim ähnlich sieht.

  Sky meldete zwar jüngst ein Reichweiten-Plus von 28 Prozent im Pay-TV, doch vergli-lichen mit früheren Zuschauerzahlen der ZDF-Übertragungen ist ein erheblicher Rückgang der Reichweiten eingetreten, wie nicht anders zu erwarten.

  Rummenigge sagt, er habe stets dafür plädiert, dass die Interessen der Fans stärker be-rücksichtigt werden müssten. "Wir sind nicht in England, wo die Spiele schon seit Jahr und Tag exklusiv im Pay-TV laufen, oder in Spanien. Wir haben eine andere Fußball-Kultur, und der sollte man Rechnung tragen."

  Vor allem aber sind es die Interessen der Sponsoren, die er aus wirtschaftlichen Gründen im Blick haben muss. Auch wenn der Pay-TV der größte Zahler der TV-Vermarktung sei, dürfe man nicht die gut dotierten Sponsoring-Verträge vergessen, die angesichts dieses starken Zuschauerrückgangs nicht mehr ausreichend bedient würden. "Der Mix aus Pay- und Free-TV muss stimmen, sonst besteht die Gefahr, dass sich die Champions League mittelfristig selbst einen Schaden beim Sponsoring zufügt", so Rummenigge.

  Möglich wird ein Wechsel zurück ins Free-TV allerdings erst 2021 - bis dahin läuft nämlich die aktuelle Rechte-Periode noch und DAZN und Sky dürften angesichts der hohen Ausga-ben kaum bereit sein, auf ihre Exklusivität zu verzichten.

  In seinem SZ-Kommentar schlägt Martin Schneider eine naheliegende Lösung vor: "Der

Bayern-Boss möchte am liebsten alles auf einmal: maximale Fernseheinnahmen - und ein breites Publikum für die Sponsoren. Er schielt dabei auf das ZDF, also auf Gebührengelder. Deren Verwendungszweck ist es aber nun wirklich nicht, am Ende des Tages in die Tasche der Bayern zu wandern. Das muss aber auch nicht so sein, denn die Rechnung ist ganz einfach: Wenn die für den Wettbewerb verantwortliche Uefa die Meinung Rummenigges teilt, eine zu kleine Gruppe an Pay-TV-Abonenten schade dem Produkt, dann muss sie dem Privat-Fernsehen ja nur ein Angebot machen. Ein Sender wie RTL würde genau so viel für die Rechte zahlen, wie er durch Werbeerlöse einnehmen kann. Dann hätten alle was davon: der Fan, der Gebührenzahler, der Sponsor - und Rummenigge. Aber bis 2021 bleibt alles, wie es ist. Vielleicht überlegt sich der Fan bis dahin, ob er sich nicht doch noch melken lässt."

https://www.sueddeutsche.de/sport/champions-league-free-tv-rummenigge-1.4329230

 

https://www.google.com/search?q=dwdl&client=firefox-b-d&tbm=isch&source=iu&ictx=1&fir=gq0zsq6u51n56M%253A%252CSmpYpgHzR5ZVqM%252C%252Fg%252F122qm6f9&usg=AI4_-kT59gYB3k6El71d17UalzN1PF7YeA&sa=X&ved=2ahUKEwjW6L6h57jgAhXGyqQKHQKBC14Q_B0wEnoECAYQEA#imgrc=gq0zsq6u51n56M: Er wurde bearbeitet und ergänzt.

 

DWDL.de ist ein Internetmagazin, das sich mit der deutschen Medienwirtschaft befasst und sich selbst als „TV-Branchendienst“ versteht. Chefredakteur und Geschäftsführer ist Tho-mas Lückerath. Sitz des Unternehmens ist Köln. Die Bedeutung der Bezeichnung DWDL ist nicht bekannt.

Das Gesetz reicht im Kampf gegen Doper nicht aus

Deutsche Strafermittler fordern eine Nachbesserung

(22. Januar 2019) - Die strafrechtliche Aufarbeitung von Doping im Spitzensport hat sich bislang als kompliziert erwiesen. Seit 2009 ist die Staatsanwaltschaft München I schwer-punktmäßig für Doping-Straftaten zuständig. Sie musste zunächst auf der Grundlage des Arzneimittelgesetzes tätig werden. Seit Dezember 2015, also erst nach den von Dürr für 2013/2014 eingeräumten Handlungen, hat sie weitreichendere Möglichkeiten durch die Einführung des Antidopinggesetzes an die Hand bekommen.

  Deutsche Strafermittler beklagen die völlige Abschottung des Spitzensports. Zeugen wie den Blutdoper Johannes Dürr finden sie fast nie. Sie fordern eine Nachbesserung des Gesetzes.

https://www.sportschau.de/doping/Doping-Ermittlern-fehlt-Kronzeugenregelung-100.html?fbclid=IwAR0wdcZnKClbWqmXuFQi45jUo79255IJnmqBEV9SP-zEgNNAyypMaz_IKo4

ePaper weiter stark gefragt

Tagespresse verkauft täglich 1,39 Mio. elektronische Zeitungen

(21. Januar 2019) – Laut der Informationsgesellschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) hat sich der deutsche Pressemarkt im 4. Quartal 2018 trotz sinkender Gesamtauflagen „leicht konsolidiert“. Tages- und Wochenzeitungen sowie die Fach- und Kundenzeitschriften stabilisieren zum Jahresende die Entwicklung ihrer Gesamtverkäufe. Publikumszeitschriften erlitten allerdings starken Einbußen. Der Verkauf von ePaper steigt weiter an, es wurden zweistellige Zuwachsraten gemeldet.

  Die Tageszeitungen einschließlich der Sonntagsausgaben und Sonntagszeitungen ver-kauften im 4. Quartal 2018 durchschnittlich pro Erscheinungstag 15,56 Mio. Exemplare. Das sind 4,11 Prozent weniger als im Vorjahr (4/2017: 16,23 Mio. Stück). Gegenüber dem Vorquartal sind die Gesamtverkäufe mit einem Minus von 0,42 Prozent (3/2018: 15,63 Mio. verkaufte Exemplare) weitgehend stabil.

  Weiter im Auflagenplus sind die ePaper der deutschen Tagespresse: Ihr Anteil am Ge-samtergebnis liegt im 4. Quartal 2018 bei 1,39 Mio. täglich verkauften Exemplaren – das sind inzwischen rund neun Prozent der täglichen Gesamtverkäufe. Im direkten Vergleich mit dem Vorjahr stiegen die ePaper-Verkäufe um ein Siebtel an (4/2017: 1,22 Mio. abge-setzte elektronische Tageszeitungsausgaben).

 

Münchner Zeitungsmarkt

 

Süddeutsche Zeitung: 345.156 (+ 11.952), davon 69.035 ePaper

Münchner Merkur, Großraumausgabe München: 174,802 (+1.062)

tz: 102.131 (-901)

Bild: 58.822 (+1.156)

Nachruf auf Wolfgang Weingärtner

(11. Januar 2019) – Auf dem Münchner Ostfriedhof wurde am Donnerstag, dem 10. Januar 2019, Wolfgang Weingärtner beerdigt, der am Silvestertag im 98. Lebensjahr gestorben ist. Auf Bitte von Astrid Gräfin von Hallwyl, der Tochter seiner Lebensgefährtin Hertha von Oppell, hileten für Weingärtner, den ehemaligen stellv. Ressortleiter Sport der Süddeut-schen Zeitung, Hans Eiberle, früher SZ-Sportredakteur und von 1989-2014 Vorsitzender des Vereins Münchner Sportjournalisten (VMS) sowie Michael Gernandt, Ressortleiter Sport der SZ von 1981 bis 2003, die Trauerrede. Wolfgang Weingärtner war von 1950-2018 VMS-Mitglied.

  Unter den Trauergästen: Michael Graf von Hallwyl, Tamina Gräfin von Hallwyl, Klaus Hoeltzenbein (Ressortleiter Sport der SZ), Axel Hacke (ehemals SZ-Sportredakteur, Reporter, freiberuflicher Autor), Annelies Zaglauer (SZ), Franz Muxeneder (früher BR-Sportchef), Arno Hartung (bis 2016 Chef der Olympiapark München GmbH), Thomas Walz (1. Vorsitzender VMS), Conny Konzack (VMS), Klaus Huber (2. Vorsitzender Männer-Schwimm-Verein München, in dem Wolfgang Weingärtner Ehrenmitglied war), Alfred Schaller (1. Münchner Club für Ausgleichs- und Gesundheitssport, dessen Gründungsmit-glied Wolfgang Weingärtner war).

Nachruf bei der Trauerfeier

 

Michael Gernandt und ich, Hans Eiberle, wir waren 1961 in der Sportredaktion der Süd-

deutschen Zeitung als Volontäre so etwas wie Wolfgang Weingärtner Lehrlinge. Er sollte uns auf dem Weg zum Journalismus an der Hand nehmen, denn er war ja schon ein Jahr-zehnt dabei.

  Groß war er nicht, aber wir schauten trotzdem zu ihm auf. Er war „der Herr Weingärtner“, zum „Wolfe“ wurde er für uns erst sehr viel später. Da hatten wir von ihm längst Sportarten übernommen, über die wir berichten durften: Michael Gernandt den Einskunstlauf, ich die Skispringer, Skilangläufer und nordischen Kombinierer.

 

MG: Bevor Wolfgang Weingärtner mit seiner pointierten Schreibe Aufsehen erregte, hatte er beträchtliches Geschick entwickelt, unauffällig zu sein. Das könnte ihm geholfen haben, hat er einmal überlegt, den Kriegsdienst in der Uniform der Luftwaffe ohne Schrammen hinter sich gebracht zu haben.

  Noch bevor das Inferno 1939 über die Welt hereinbrach, war der Münchner Abiturient in Breslau deutscher Jugendmeister im 100-m-Rückenschwimmen geworden. Dass er dort Ludwig Koppenwallner von der Fraktion der Leichtathleten begegnete, dem späteren deut-schen Hochsprungmeister und ersten Sportchef der Süddeutschen, war dem Umstand einer Sichtung des deutschen Sportnachwuchses aus verschiedenen Verbänden geschul-det, nicht schon für Olympia 1940, aber doch wohl für 1944. Beide Spiele fanden aus be-kannten Gründen nicht statt.

  1948 trafen sich der „Koppe“, Ludwig Koppenwallner, und der „Wolfe“ Weingärtner wieder: in der Redaktionsstube des SZ-Sports in Münchens Sendlingerstraße 8. Weingärtner, Re-ferendar der Jurisprudenz, hatte Interesse am Sportjournalismus erkennen lassen und Koppenwallner ihn darin bestärkt.

  So begann die bemerkenswerte Karriere des Sportjournalisten und Nebenher-Rechts-

anwalts Wolfgang Weingärtner, bis 1958 als Freier, danach als Redakteur. Er war der Jüngste des „magischen Dreiecks“ im SZ-Sport, das er mit Koppenwallner und dem Fuß-ballchef Hans Schiefele bildete. Und das den Grundstein legte für den bundesweit bekann-ten Qualitätsjournalismus im Sport der Süddeutschen Zeitung.

  HE: Jurist oder Journalist? 1950 wollte Wolfgang Weingärtner Mitglied im Verein Münch-ner Sportjournalisten werden. Nichts leichter als das, sein Spezi und Ressortleiter Ludwig Koppenwallner war dort stellvertretender Vorsitzender. So einfach war es aber nicht. Im Protokoll steht, der Rechtsreferendar und freie Sportjournalist Wolfgang Weingärtner werde zwar aufgenommen, allerdings mit der Maßgabe, wieder auszutreten, wenn er in den Staatsdienst übernommen würde. Das geschah zum Glück nie.

  MG: Über Wolfgang Weingärtner kursierte in der Szene eine Vielzahl bunter Geschichten. Sie haben im Verlauf seines langen Berufslebens noch allerlei Ausschmückungen erfahren und gipfelten meist in allerlei bemüht-gewundenen, gleichwohl zutreffenden Etikettierun-gen: Schwergewicht der Sportredaktion der Süddeutschen Zeitung, Skipapst, Institution an der Piste, Lebenskünstler, Edelfeder, Mitbegründer des bekannt kritischen Sportjournalis-

mus der SZ, Frei- und Widerspruchsgeist, liberales Gewissen des Sports.

  Wenn Weingärtner derlei zu Ohren kam, verzog er das Gesicht. Elogen für seine Person? „Ja, schleicht's euch doch“. Weingärtner gehörte zu den Uneitlen der Branche, Mittelpunkt zu sein verabscheute er.

  HE: An seinem 90. Geburtstag machte er eine Ausnahme und erlaubte seinem Freund, dem TV-Moderator Harry Valérien, eine Laudatio. Den Harry hatte er 1945 kennengelernt, sie kamen aus dem Krieg. Beide berichteten schon 1950 von den Schwimm-Europamei-sterschaften aus Wien, sie spielten zusammen Wasserball beim Münchner Männer-Schwimm-Verein. Weingärtner sogar zweimal gegen den italienischen Olympiateilnehmer Dr. jur. Carlo Pedersoli, der sich später als Bud Spencer durch Klaumauk-Western prügelte.

  Harry Valérien schrieb unter dem Titel „Enten füttern nicht vergessen“, Wolferl sei ein unbestechlicher und zuverlässiger Journalist gewesen, und auf seine Art vorbildhaft. Am meisten bewunderte Harry an seinem Freund die Härtnäckigkeit bei der Recherche für Reportagen.

  Als ich aus demselben Anlass einen Geburtstagstext auf der Website des Vereins Münch-ner Sportjournalisten veröffentlichen wollte, reagierte der Wolfe typisch: „Internet? Geh', schleichts eich mit eurem Internet.“ Der Text erschien trotzdem. Denn ohne es zu wissen, stand Weingärtner längst im www. - als Rechtsanwalt.

  MG: Chef im Ring wollte der Wolfe nur privat sein, am liebsten in seinem Refugium am oberbayerischen Staffelsee bei seinen geliebten, stets hungrigen Enten Kasper und Gretl. Dort feierte er gerne mit Gästen, auch die SZ-Sportredaktion pilgerte hinter wehender Fah-ne mit Kind und Kegel hinaus zum Wolfe und seiner Hertha.

  HE: 1982 verlegte Wolfgang Weingärtner seinen Lebensmittelpunkt von der Redaktion an den Staffelsee - von einem Tag auf den anderen. Er nahm Abschied vom Sportjournalis-mus mit der Ankündigung: „Ab heute schreibe ich keine Zeile mehr.“ Er hat sich daran ge-halten, im Gegensatz zu manchen Kollegen, die auch im fortgeschrittenen Alter glauben, der Welt noch etwas mitteilen zu müssen.

  MG: Der Sport selbst mag Anlass dafür gewesen sein. Er war nicht mehr seine Welt. Stattdessen: Hingabe an die Kunst des Lebens. Enten füttern am Staffelsee. Die Natur genießen. Und Sport treiben. Mit über 90 spielte er in der Sportschule Oberhaching Hallen-fußball und zog im Schwimmbad seine Bahnen.

  Die 100 hätte er gerne erreicht. Zäh und tapfer kämpfte er – und verlor, am letzten Tag des Jahres.

  HE: Mein lieber Wolfe, du warst ein leidenschaftlicher Skifahrer und Skirennreporter. Ein Winter wie dieser hätte dir ganz bestimmt gut gefallen.

  Wir behalten dich dankbar in Erinnerung als einen Journalisten mit Vorbildfunktion, und als einen Kollegen, der uns zum Freund wurde.

 

Mach's gut, danke und servus.

Ehrung für Anna Dreher und Benedikt Warmbrunn

Bei der Wahl der Journalistinnen und Journalisten des Jahres

(18. Dezember 2018) - Das Medium Magazin für Journalisten (medium magazin), eine seit 1986 erscheinende Fachzeitschrift für Journalisten mit Sitz in Frankfurt am Main, kürt seit 2004 alljährlich die Journalisten und Journalistinnen des Jahres. Darunter befinden sich 2018 zwei Mit-glieder des Vereins Münchner Sportjournalisten (VMS).

  In der Kategorie Sport belegte Anna Dreher (Süddeutsche Zeitung) den 4. Platz. Begründung: „Faszinierend und geradezu singulär, wie sie flie-ßend zwischen Frauen- und Männersport wechselt. Ohne Prioritäten und vor allem ohne jegliche Spuren von Sexismus. So erholsam.“

  Benedikt Warmbrunn wurde von der Jury auf Platz 10. gesetzt. Die Begründung: „Für einen wie ihn, der sich richtig gemein macht mit Sportlern oder Vereinen, ist es schwer geworden, - sein Thema: Der FC Bayern München. Doch Warmbrunn: Lässt sich nicht beeindrucken.“

  Warmbrunn war 2010 der erste Stipendiat des Vereins Münchner Sportjournalisten (VMS), Anna Dreher 2014 die erste Stipendiatin. Warmbrunn gewann dreimal in Serie (2014-1917) den vom VMS ausgeschriebenen Helmut-Stegmann-Nachwuchs-Förderpreis für regionale und lokale Sportberichterstattung. Anna Dreher wurde 2013 mit dem Preis des Bayrischen Behinder-tensportverbands ausgezeichnet.

  Eine rund 70-köpfige Jury wählte aus Nominierungsvorschlägen einzelne (ggf. auch meh-rere) Personen, die sich durch besondere journalistische Leistungen im abgelaufenen Jahr hervorgetan haben.

https://www.facebook.com/mediummagazin/?__tn__=K-R&eid=ARBAhfdxnk9hRpFI_IrH-iAaqRy5nbN9lu057zXIAmaqIw0OoOMDhXEAXYPIcDKlQ_Fj3AEUV-QIfl2U&fref=mentions&__xts__[0]=68.ARAbglVHt1SCbR_uczdwwYBxHbHvuqBFUYm3w_lNWudQcD3nj1OZxbIqAQaJi3PRyvGRA9-w5x94mHs_WacgrFGT_DrXTxAnvhdhsA5fjczpd1ElTYBFQCWSeWPNtwqmNlKBY05wnevE5tiCmg5zpyMo1zYzUhCGUImfBsDg60OPeXR1jNTlncjLebChnQsvjdM7O5PSQZM9njNGjv16fz0kOMnVAjYvVLy16L1M1m6jvRPUVaR9wGG0Hg2mPDgAGiEsdN4S-axJ4iAEy0dlZ8XD0FTaqE6j18aL5xJfFKsFD6VEorLvCML1LoWD-Em94yGZSJfpuPyjn2BosH_ctpVo6A

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Medium_Magazin#Journalist_des_Jahres

Preis für VMS-Mitglied Wolfgang Rattey

3. Platz beim Wettbewerb "NRW-Pressefoto des Jahres"

(18. Dezember 2018) – Wolfgang Rattay hat beim erstmals ausgelobten Wettbewerb „NRW-Pressefoto des Jahres“ den dritten Platz belegt. Ihm gelang während der Demonstrationen gegen die Abholzung des Ham-bacher Forsts ein eindrucksvolles Foto. Rattay ist Sprecher der  Sport-fotografen im Verband deutscher Sportjournalisten (VDS). 1983 trat er dem Verein Münchner Sportjournalisten (VMS) bei und ist, obwohl schon lange in Bad Hennef lebend, immer noch Mitglied. Rattay fotografiert für die Agentur Reuters.

  Ina Fassbender (Verband Westdeutscher Sportjournalisten) gewann den Wettbewerb mit ihrem dpa-Foto „Kaue“ den Sieg.

https://www.sportjournalist.de/VDS-Nachrichten/Meldungen/;3254-%E2%80%9ENRW-Pressefoto_des_Jahres%E2%80%9C

Bereitschaftspolizisten laufen unter einem riesigen Braunkohlebagger von RWE zu ihrem Ein-satzort nachdem Aktivisten von "Ende Gelände" in den Tagebau Hambach eingedrungen sind.                                                                                                              REUTERS/WOLFGANG RATTAY

Grüße vom VMS-Nikolaus a.D. Richard Süßmeier

(19. Dezember 2018) – Ein  Vierteljahrhundert lang las Richard Süßmeier (88) den Mitgliedern des Vereins Münchner Sportjour-nalisten (VMS) bei deren Jahresschlussfeier als Nikolaus die Leviten – meist in Versform. Er erzählte aus seinem bewegten Leben als Wiesnwirt und Münchner Original sowie Geschichten aus der Nach-kriegszeit, als sein Vater, der Wirt vom Straubinger Hof, die Sech-ziger-Fußballer durchfütterte. Richard Süßmeier hatte ab 1987 den VMS in seinem Forsthaus Wörnbrunn zu Gast, zog mit ihm weiter an den Chinesischen Turm, schließlich zu Fausto Tassi (www.da-fausto.de/) in die Schönstraße und schließlich in die Helmtrudenstraße. 2013 ging er als Nikolaus in Pension.

Auch 2018 erhielt Süßmeier eine Grußadresse von der VMS-Nikolausfeier mit Anmer-kungen und Unterschriften von jenen, die sich gerne an seine Auftritte erinnern. Er ant-wortete:

Herzlichen Dank für die gefühlvollen Weihnachtsgrüße. Auch ich denke gern an die Nikolausauftritte beim VMS zurück. Mit allen guten Wünschen an Sie und die gesamte Sportjournalistentruppe. Ihr Richard Süßmeier.“

  Bekannt geworden war der Großgastronom auch durch einen von ihm 1984 verursachten lokalen Politskandal, als er sich über den damaligen Kreisverwaltungsreferenten Peter Gauweiler lustig machte. Süßmeier verkleidete sich als Gauweiler und ließ sarkastische Plakate mit Gauweilers Konterfei und dem Spruch „Gauweiler sieht dich - Gauweiler is watching you“ in seinem Armbrustschützenzelt aufhängen. Außerdem demostrierte er fürs Fernsehen, wie man aus einen Wiesnhendl drei halbe Hendl machen kann.

  Darauf verschärfte die Kreisverwaltung die Kontrollmaßnahmen um Süßmeiers Betrieb, was am 30. September 1984 zum Verlust der Wiesn-Konzession und zum Rücktritt als Sprecher der Wiesn-Wirte führte. Danach betrieb er unter anderem die Traditionsgaststätte Zum Spöckmeier.

  Richard Süßmeier hat viele Talente. Er trat in einer Gastrolle in Michael Verhoevens preisgekrönten Spielfilm „Das schreckliche Mädchen“ (1990) auf, im Tatort „...und die Musi spielt dazu“ (1994) und spielte sich selbst im Dokumentarfilm „Der Napoleon der Wirte"

(1996).

 

Alexander Hassenstein Sieger im Nikolaus-Quiz

  Zum 14. Mal bat der ehemalige Vorsitzende Hans Eiberle zum Quiz, mit kniffligen Fragen nicht nur zum Sport (Wann war das bisher letzte Münchner Lokalderby zwischen 1860 und dem FC Wacker?), sondern auch Allgemeinwissen (Wer sagte: Die ersten 50 Jahre des Lebens sind Text, der Rest ist Kommentar?). Das Jahr 1971 fürs Lokalderby sowie Arthur Schopenhauer kreuzten nur jeweils sechs Teilnehmer richtig an; die meisten vermuteten Egon Erwin Kisch, den rasenden Reporter, oder den 2015 verstorbenen Paul Sahner als weise Ratgeber.

  Gefragt war auch nach der Anzahl der weiblichen VMS-Mitglieder. Die richtige Antwort (48) rieten oder wussten 11 von 31 – darunter vier Frauen.

  Neuer Quiz-König ist Alexander Hassenstein, Fotograf bei gettyimages, mit 13 (von 20) richtigen Antworten. Er weiß, dass Friedrich Torberg das Gedicht über den Kapitän des österreichischen Wunderteams geschrieben hat: „Er war ein Kind aus Favoriten und hieß Matthias Sindelar / Er stand auf grünem Platz inmitten, weil er ein Mittelstürmer war.“

Hassenstein war einer von sieben Teilnehmern, die sich an Marc Widmann als ersten Gewinner des Helmut-Stegmann-Nachwuchs-Förderpreises (2002) erinnerten, und einer von Vieren, die wussten, in welcher Saison der Fußball-Bundesliga der Rekord von 13,553 692 Millionen Zuschauern aufgestellt wurde (2011/12). Er gewann einen der beiden von Sport1 und Marriot Hotels gestifteten Gutscheine für den Besuch der Livesendung Fantalk in der Championsbar im Münchener Marriott Hotel inkl. 50€ Verzehrgutschein. „Das passt hervorragend“, sagte er erfreut Hassenstein, da er bei der Pressekonferenz zur Präsenta-tion des neuen Fantalk-Konzeptes und die Sport1-Experten/in Célia Šašić und Tim Wiese ins rechte Licht gesetzt hatte und vor hatte, die Sendung Fantalk zu besuchen.

  Jonas Nohe und Martin van de Flierdt (beide Sport1) teilten sich mit je zwölf richtigen Ant-worten den zweiten Platz. Nohe entschied sich für den zweiten Fantalk-/Championsbar-Gutschein, van de Flierdt nahm einen Gutschein für die Bavaria Filmtour.

  Gerhard Waldherr, einer von vier Teilnehmern mit jeweils elf Punkten, wurde von Thomas Walz als preiswürdig erachtet, weil er die weiteste Anreise hatte. Er bekam das Darts-Phrasenschwein, gestiftet von Sport1 anlässlich der in dieser Woche beginnenden Darts-WM. Der gebürtige Isarwinkler und ehemalige Eishockey-Profi (2. Liga, EC Bad Tölz), der mehrmals den Großen Preis des Verbands Deutscher Sportjournalisten (VDS) gewonnen hat und Mitglied der SZ-Sportredaktion war, ehe er als Reporter zum Stern wechselte, lebt und arbeitet als Autor und Kommunikationsberater in Berlin.

  Mehr als die Hälfte der Teilnehmer am Nikolaus-Quiz durften sich aus Wolfgang Uhrigs Sportbuchkiste bedienen.

  Nikolaus-Quiz 2018 des VMS: 1. Alexander Hassenstein (Gettyimages) 13 Punkte, 2. Jonas Nohe und Martin van de Flierdt (beide Sport1) je 12, 4. Margit Conrad (Freisinger Tagblatt), Susanne Gätermann (Gast), Diethelm Straube (Medienservice), Gerhard Wald-herr (freier Autor), alle 11, 8. Bernd Daubenmerkl (Sky), Mechthilde Gmeiner (Gast), Fritz Häring (BR), Elli Schlammerl (freie Journalistin), alle 10, 12. Gerhard Bosch (Freier Foto-graf), Marianne Heirler (Gast), Julian Meissner (Perform, Spox), Matthias Schrader (Freier Fotograf), alle 9.

Siezen Sie noch, oder duzt du schon?

Über die Vor- und Nachteile des Suchens nach Nähe

(6. Dezember 2018) - Ein interessanter Text im Wirtschaftsmagazin brand eins, der auch Sportjournalisten und ihren Umgang mit Spielern, Trainers und Vereins-Oberen betrifft.

https://www.brandeins.de/magazine/brand-eins-wirtschaftsmagazin/2018/naehe-und-distanz/siezen-sie-noch-oder-duzt-du-schon

Winterspiele in den Scheichtümern?

Diskussion zum Thema "Olympia spaltet die Nation"

(2. Dezember 2018) – „Das Image der Winterspiele ist mies.“ Marion Schöne, Geschäfts-führerin der Olympiapark GmbH.

  „Stimmung gab's keine, dafür war die Stimmung im Deutschen Haus sehr gut.“ Tobias Barnerssoi, als Alpinfahrer Teilnehmer der olympischen Winterspiele 1994 in Lillehammer, BR-Reporter und Moderator, über die Spiele 2018 in Pyeongchang.

  „Ich warte darauf, dass man Winterspiele in den Scheichtümern organisiert.“ Prof. Eike Emrich, der an der Universität des Saarlands Sportökonomie- und Soziologie lehrt („im Hauptberuf bin ich Volkswirt“).

  Das Internationale Olympische Komitee ist in Nöten. Zwar folgt auf Pyeongchang 2022 Peking. Für 2026 aber hagelte es Absagen, größtenteils nach Volksabstimmungen. Zuletzt votierten die Bürgerinnen und Bürger in Calgary mit Nein (56,4 Prozent). Derzeit hat das IOC noch keine Zusage.

  Auch in Deutschland scheiterten Bewerbungen für Olympische Spiele an Volkes Willen.  Bei einer Veranstaltung der Deutschen Olympischen Gesellschaft (DOG), Stadtgruppe München, zu der deren Vorsitzender Alexander von Stülpnagel in den Coubertin-Saal des Olympiaparks geladen hatte, zählte Marion Schöne die Pleiten auf: Berlin 2000, Leipzig 2012, München 2018, Hamburg 2024. Es war die Einstimmung für die Diskussion zum Thema: Olympia spaltet die Nation! Was kann die Olympiastadt München zu einer positiven Haltung gegenüber zukünftigen Bewerbungen in Deutschland beitragen?“ Weiter

Nach Entmachtung: Brinkbäumer verlässt Spiegel

Ab sofort nicht mehr Chefredakteur, Vertrag endet am 31. März 2018

(18. Oktober 2018) - Knapp zwei Monate, nachdem die Gesellschafter Spiegel-Chefredak-

teur Klaus Brinkbäumer das Vertrauen entzogen und ein von Steffen Klusmann geführtes Führungstrio zum 1. Januar 2019 installiert haben, teilte der Verlag die Trennung zum 31. März 2019 mit. Es war spekuliert worden, ob Brinkbäumer aufgrund einer vertraglichen Option als Korrespondent nach New York wechselt. Klaus Brinkbäumer war Anfang der 90er Jahre Sportredakteur bei der Münchner „Abendzeitung“ und Freier Mitarbeiter des lokalen Radiosenders "Charivari" sowie Mitglied der „Focus"-Entwicklungsredaktion. Bericht:

https://meedia.de/2018/10/15/nach-entmachtung-klaus-brinkbaeumer-verlaesst-den-spiegel-und-ist-ab-sofort-nicht-mehr-chefredakteur/

Gunnar Jans wechselt zum Stadtportal muenchen.de

(13. September 2018) – Gunnar Jans (50) verlässt The DIGITALE und ist neuer Head of Content von muenchen.de, dem Münchner Stadtportal, betrieben von Portal München Betriebs-GmbH & Co. KG. Jans war von 2001-2014 Ressortleiter Sport der Münchner Abendzeitung, danach Leiter Digitaler Sport am Wochenende der Süddeutschen Zeitung.  Weiter

Diskussion mit Pulitzerpreisträger

Zita Zengerling über den Nutzen des VMS-Stipendiums

(5. August 2018) - Zita Zengerling ist die VMS-Stipendiatin 2018/19. Sie wird an der Deut-schen Journalistenschule (DJS) ausgebildet. In ihrem ersten Quartalsbericht schreibt sie über ihre Fortschritte. Derzeit macht Zengling ein Praktikum im Ostbüro der ZEIT in Leipzig.

Bericht

Martin Volkmar Chefredakteur bei Perform Group

(1. August 2018) - Martin Volkmar (49), Beisitzer Online im Vorstand des Vereins Münchner Sportjournalisten (VMS) ist ab dem 1. September 2018 Head of Portals und Chefredakteur der deutschsprachigen Portale der britischen Perform Group. Dazu gehören Spox, Sportal und Goal. Weiter

Jahrestage: 9. Juni 1963

Team der "Zone" Feldhandball-Weltmeister

(9. Juni 2018) – Vor 55 Jahren, am 9. Juni 1963, gewann in einem deutsch-deutschen End-spiel die Mannschaft des Deutschen Handballverbands (DHV) der DDR, damals im offiziel-len bundesdeutschen Sprachgebrauch noch (Sowjet)Zone, gegen die Auswahl des Deut-schen Handballbunds (DHB) der Bundesrepublik den WM-Titel im Feldhandball. Das Finale im Basler St.-Jakob-Stadion endete vor 15.000 Zuschauern 14:7. Weiter

Amüsanter Lesestoff

(29. Mai 2018) - Unlängst erfreute der Verein Münchner Sportjournalisten mit seiner „VMS-Info“, dem Jahresheft der 68 Jahre alten Organisation: 80 mit Liebe zum Detail gestaltete Seiten, wieder zusammengetragen unter der Regie von Hans Eiberle.

  Ein gesteigertes Stück dieser Art präsentiert nun der Verein Frankfurter Sportpresse (VFS), wo Kollegen unter der Schriftführung ihres unermüdlichen Vorsitzenden Walter Mir-wald zum 90.Geburtstag des VFS ein über 168 Seiten starkes Buch vorlegen. Eine unter-haltsame Lektüre über Vergangenheit und Gegenwart. Amüsanter Lesestoff, gefüllt mit Erinnerungen an unvergessene Pioniere wie den Radio-Reporter Paul Laven oder die Edelfeder Richard Kirn, bis hin zu Zeitzeugen wie dem Urgestein Herbert Neumann, der einst, als er sich engagierte für eine umfangreiche Sportseite in der Frankfurter Allgemei-änen Zeitung, zu hören bekam: „Wir haben doch auch keine Frauenseite – müssen wir denn überhaupt einen Sportteil haben?“

  Die Jüngeren werden erinnert an die „Frankfurter Schule“, die neben Richard Kirn auch geprägt wurde durch die Stilisten Edgar Joubert, Bernhard Gnegel, Erich Wick oder Karl-Adolf Scherer, ebenso durch legendäre Sportchefs wie Karlheinz Vogel (Frankfurter Allge-meine Zeitung), Bert Merz (Frankfurter Rundschau) oder Herbert Hoffmann (Frankfurter Neue Presse). Wir lesen von profilierten VFS-Mitgliedern, die sich verdient machten im Amt als Pressesprecher wie Harald Stenger (Deutscher Fußball-Bund), Walter Mirwald (Deut-scher Sportbund), Jörg Hahn (Deutsche Sporthilfe) oder Präsident wurden wie Erich Laaser (Verband Deutscher Sportjournalisten).

  Ein Kessel Buntes - wenn erzählt wird vom Fotografen Fritz Hoffmann (wenho), der den Mörder einer Frankfurter Schönheitskönigin an der Costa Brava dingfest machte, wie Hart-mut Scherzer deutscher Meister im Boxen wurde, was Martin Jente als Butler im Fernse-hen neben dem großen Hans-Joachim Kuhlenkampff erlebte und wie der vielschichtige Macher Karl Seeger es so weit trieb, dass renommierte Kollegen von Helmer Boelsen bis Steffen Haffner Ende der sechziger Jahre unter Protest den VFS verließen ...

  Gesichter, die Geschichte und Geschichten sind, wie es im Untertitel dieser Dokumenta-tion heißt. Ein Buch als Zeitreise über neunzig Jahre mit Stories und Fotos von Pionieren und Persönlichkeiten, wie es sie in dieser Dichte im deutschen Sportjournalismus wohl noch nie gegeben.

  Glückwunsch nach Frankfurt, Glückwunsch an die Kollegen vom VFS!      Wolfgang Uhrig

Walter Mirwalds Dank

Lieber Wolfgang, das, was Du geschrieben hast, macht mich, macht uns, sehr, sehr stolz.

Vielen Dank sagt Walter.

VMS INFO 2018 kommt gut an

Jupp Suttner (Weyarn): "Danke, liebes VMS-Team, für die Zusendung der VMS-Nachrichten per Post. Hatte mir die ersten 40 Seiten des .pdf bereits ausgedruckt und gelesen - jetzt kann ich mir den weiteren Ausdruck sparen : - )."

 

Andreas Dach (Remscheid, Beisitzer im VDS-Vorstand): „Heute ist die VMS-Info bei mir eingetroffen. Ich freue mich sehr darüber und staune immer wieder, was ihr da so auf die Beine stellt.“

 

Wolfgang Uhrig (Baldham): „Der Redaktion eine herzliche Gratulation, der VMS kann stolz sein auf Dich/Euch. Vielleicht bin ich nicht genug informiert darüber, was woanders passiert – aber ich kenne jedenfalls nichts Vergleichbares im VDS!“

 

Doris Henkel (Hamburg): „Heute morgen nach längerer Pause mal wieder beim Joggen gewesen, zurückgekommen, auf den Balkon gesetzt, was zum Blättern in der Sonne gesucht, VMS-Info zur Hand gehabt, angefangen zu lesen. Mit Vergnügen, nicht nur, weil ich so viele Kollegen kenne, die da schreiben, auf den Fotos sind und irgendwie erwähnt werden. Ich weiß, das meiste davon hätte ich schon anderswo gelesen haben können, aber da geht's mir wie mit der Zeitung - nur wenn die Schrift vor mir auf dem Tisch liegt, bleib ich daran hängen. Altmodisch halt. Vielen Dank, dass ihr euch die Mühe mit dem Heft gemacht habt.“ 

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir bitten um Verständnis, dass VMS INFO 2018 aus Kostengründen per Post nur an Nichtmitglieder, den Damenkreis sowie einige ausgewählte

längjährige Mitglieder und Mitarbeiter verschickt wurde.

Vor 50 Jahren

Als der FC Bayern sich arm gesiegt hatte

(10. Mai 2018) - Mit einer beispiellosen Erfolgsserie hatte der FC Bayern München vor einem halben Jahrhundert innerhalb von zwei Jahren auch international Aufsehen erregt: Aufstieg in die Fußball-Bundesliga (1965), DFB-Pokalsieger (1966,1967), Sieger im Europacup der Pokalsieger (1967).

  Doch die Erfolgsserie hatte ihren Preis. Ein Jahr später, im Mai vor 50 Jahren, waren die Bayern so gut wie pleite. Diese Einschätzung lag nahe angesichts der Verzweiflungstat des Klubpräsidenten. „Ich habe unterschrieben, ich kann nicht mehr zurück“, gestand Wilhelm Neudecker zwei Tage vor dem Rückspiel im Semifinale des Europacups der Pokalsieger gegen den AC Mailand, der das erste Spiel 2:0 gewonnen hatte. Neudecker hatte das Recht auf einen neutralen Austragungsort eines mögliches Entscheidungsspiel an den Gegner verkauft und dem so ein Heimspiel verschafft. Weiter

DFB vergibt Medienrechte für den DFB-Pokal

2019/2020 - 2021/2022 Springer und Sport1 neu dabei

(20. April 2018) - Das Präsidium des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) hat die Medienrechte an den Spielen des DFB-Vereinspokals der Männer und Frauen für Deutschland, Öster-reich und die Schweiz für den Zeitraum 2019/2020 bis 2021/2022 vergeben. Nach einem offenen, transparenten und diskriminierungsfreien Ausschreibungsverfahren werden neben den bisherigen Partnern ARD und Sky auch SPORT1 und die Axel Springer SE Rechte-pakete erwerben.

 

Mit Sport1 und der Axel Springer SE zwei neue Partner


DFB-Generalsekretär Dr. Friedrich Curtius sagt: “Der DFB-Pokal ist der Premiumwettbewerb unseres Verbandes und ein erfolgreiches Beispiel für das Miteinander von Profis und Amateuren im deutschen Fußball. Wir freuen uns sehr, dass wir neben unseren langjährigen Partnern ARD und Sky mit SPORT1 und der Axel Springer SE zwei neue Partner gewinnen konnten. Es ist uns mit diesen Vertragsabschlüssen gelungen, erneut eine signifikante Steigerung der Gesamtlizenzsumme zu generieren. Diese soll letztlich auch durch die Antrittsgelder im DFB-Pokal an die Profivereine und die Amateurklubs zurückfließen. Über die genaue Verteilung wird das DFB-Präsidium voraussichtlich im ersten Halbjahr 2019 entscheiden.”
Die ARD erwirbt über ihre Rechteagentur Sport A neun Free-TV-Livespiele pro Saison (erste und zweite Runde jeweils ein Spiel, dritte Runde bis Halbfinale jeweils zwei Spiele und das Finale) und dazu ein umfangreiches Highlight-Paket im DFB-Pokal der Männer. Darüber hinaus wird der DFB-Pokal der Frauen in der ARD zu sehen sein.

Sky wird in Deutschland, Österreich und der Schweiz weiterhin alle 63 Partien des DFB-Pokals live als Einzelspiele und in der Konferenz im Pay-TV übertragen.

Als neuer Partner im Free-TV kann SPORT1 ab der Saison 2019/2020 vier Pokalspiele (jeweils ein Spiel der ersten Runde bis zum Viertelfinale) live übertragen. Auch die Nachverwertung aller DFB-Pokalspiele am Folgetag ist in diesem Paket enthalten.
Zudem wurde bei dieser Ausschreibung ein reines Clips-Paket, welches die Nachverwertung aller Pokalspiele auf digitalen Plattformen beinhaltet, von Sky, SPORT1 und der Axel Springer SE erworben.
Die Registrierungs- und Ausschreibungsperiode, für die sich 17 Unternehmen offiziell registriert hatten, lief vom 5. Februar 2018 bis einschließlich 15. März 2018.
DFB:  Direktion Öffentlichkeit und Fans

DFB definiert einheitliche Linie zum Thema E-Soccer

Statt E-Sport - heißt es E-Soccer

(20.04.2018) Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat sich gemeinsam mit seinen Regional- und Landesverbänden auf einen einheitlichen Umgang mit dem Thema E-Sport verständigt. Konsens besteht darin, dass die unter dem allgemeinen Begriff E-Sport praktizierten Gewalt-, Kriegs- und Killerspiele nicht zu den satzungsgemäßen Werten passen, die der DFB sowie seine Mitgliedsverbände Kindern und Jugendlichen vermitteln wollen. Das Engagement der Verbände wird sich deshalb allein auf fußballbezogene Spiele und Formate beschränken. Um diese klare Abgrenzung und Ausrichtung auf die sportlich relevanten Computerspiele zu unterstreichen und missverständlichen Deutungen des Begriffs E-Sport vorzubeugen, sprechen die Fußballverbände in diesem Kontext von E-Soccer.

 

Nur fußballbezogene Spiele und Wettbewerbe


Voraussetzung für eine Mitgliedschaft von E-Sport-Vereinen im DFB ist zunächst die notwendige Anerkennung durch die jeweiligen Landessportbünde und den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Daneben sind mit Blick auf die Satzungszwecke nur solche Vereine für die Aufnahme in die Fußballverbände geeignet, die sich mit fußballbezogenen Spielen und Wettbewerben befassen. Ob und wie stark sich die Regional- und Landesverbände künftig im Themenfeld E-Soccer engagieren, bleibt ihnen auf dieser Grundlage selbst überlassen.
Gemeinsam definiert werden soll ein für alle maßgeblicher, verantwortungsvoller Umgang mit Computerspielen, der den Schutz der Kinder und Jugendlichen sowie die Prävention beim Thema Suchtgefahren berücksichtigt. Das übergeordnete gemeinsame Ziel bleibt für die Fußballverbände, E-Soccer als eine Ergänzung des bisherigen Vereinslebens zu betrachten, dem Freizeitverhalten gerecht zu werden und auch über die Begeisterung für digitale Spielformen am Ende mehr Kinder und Jugendliche dazu zu bewegen, selber aktiv auf dem Rasen Fußball zu spielen.

 

Gewaltspiele Ablehnen, nicht als Sport bezeichnen


DFB-Präsident Reinhard Grindel: “Mir war immer wichtig, auf die tatsächlichen Inhalte von E-Sport hinzuweisen und deutlich zu machen, dass wir als Verband die vor allem darunter zusammengefassten Gewaltspiele ablehnen. Wir wollen keine Spiele fördern, in denen Kinder auf andere schießen und das Ganze auch noch als Sport bezeichnet wird. Wenn dagegen fußballbezogene Spiele als Ergänzung zum Sport im Verein wirken und über diesen Weg vielleicht sogar der eine oder andere in den Verein kommt, findet das unsere Unterstützung. Bei allem ist und bleibt es mit Blick auf die Gesundheit und das soziale Miteinander unser erstes Ziel, die Kinder und Jugendlichen dazu zu bringen, selber aktiv Fußball zu spielen.”
Dr. Rainer Koch, 1. Vizepräsident Amateure: “Die Landesverbände stehen geschlossen hinter der Ablehnung von gewaltverherrlichenden Spielen auf der einen Seite und einem offenen Umgang mit digitalen Fußballformaten. Viele Jugendliche spielen vor oder nach dem Training auf dem Rasen an der Konsole Fußball, andere entdecken über diesen Weg ihre Leidenschaft für den Sport und wollen es selbst aktiv ausprobieren. Für all diese Jugendlichen sollen die Landesverbände und unsere Vereine die grundlegende Möglichkeit haben, Plattformen und Angebote zu schaffen.”

 

DFB: Direktion Öffentlichkeit und Fans

„Fettleibige bewegungsunwillige Jugendliche“

Landessportbeirat sieht "eSport" als Bedrohung statt Bereicherung

                                                   VON HANS EIBERLE

(11. April 2018) - „Ausnahmsweise“, so Wolfgang Zacher, Ministerialrat im Bayerischen Staatsministerum des Innern und für Integration, äußere er sich mal „tendenziös“. Und zwar zum Thema „eSport“ auf der Tagesordnung des Bayerischen Landessportbeirats. Der

Begriff eSport (elektronischer Sport) bezeichnet den sportlichen Wettkampf zwischen Menschen mit Hilfe von Computerspielen. https://de.wikipedia.org/wiki/E-Sport - http://www.sueddeutsche.de/thema/E-Sport

  Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) habe Arbeitsgruppen gebildet. Beim eSport handle es sich um eine mitgliederstarke Bewegung, deshalb könne er sich vorstellen, dass sich der DOSB sich das nicht entgehen lässt. Den „gesundheitsfördenden Aspekt“ sehe er nicht. Die Frage sei: „Zum Sport erklären gleich fördern?“ Das möge der Sport entscheiden. Auf jeden Fall: „Eine interessante Diskussion, das rollt auf uns zu, ganz massiv.“

  Günter Lommer, Präsident des Bayerischen Landessportverbands (BLSV), glaubt: „Das werden wir nicht mehr entscheiden. Es steht bereits im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD: eSport ist Sport.“ Der Text: „Wir erkennen die wachsende Bedeutung der eSport-Landschaft in Deutschland an. Da eSport wichtige Fähigkeiten schult, die nicht nur in der digitalen Welt von Bedeutung sind, Training und Sportstrukturen erfordert, werden wir eSport künftig vollständig als eigene Sportart mit Vereins- und Verbandsrecht anerkennen und bei der Schaffung einer olympischen Perspektive unterstützen.“

  Der Landessportbund Thüringen habe eSport schon aufgenommen, ebenso Schalke 04

und der VfL Wolfsburg, berichtete Lommer. „Wir hatten als erster Verband die Vertreter von eSport (http://www.esvd.de/) schon im Haus.“

  Bei seiner Gründung Ende 2017 hatte der eSport-Bund Deutschland (ESBD) die Absicht erklärt, eSports die Anerkennung als Sportart zu verschaffen. Diesem Ziel ist der Dachver-band ein großes Stück näher gekommen.

  Der Oberbürgermeister von Neuburg an der Donau, Bernhard Gmehling (CSU), empörte sich in der Sitzung des Landessportbeirats: „Computerspielende fettleibige Jugendliche, die sich nicht bewegen wollen, das lehne ich komplett, ab, rigoros.“ Sein Amtskollege aus Neu-Ulm, Gerold Noerenberg (CSU), warnte: „Wenn jedes Computerspiel zum eSport zählt, wird es absurd. Was ist mit Indoor-Golf? Da muss man sich Gedanken machen.“ Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, Reinhard Grindel, hatte jüngst beteuert: „eSport kann Vereinssport in keiner Weise ersetzen. Fußball gehört an die frische Luft und auf den Rasen.“

  Ob sich Positionen wie diese noch lange werden halten lassen? Wohl eher nicht. Die Fußball-Bundesligisten Schalke 04 und VfL Wolfsburg haben eSport-Teams. Die neuen Abteilungen profitieren von der Bekanntheit und der jungen Zielgruppe. eSport ist in Südkorea oder Finnland als Sport anerkannt.

  Auch das Internationale Olympische Komitee (IOC)zeigt Interesse. „Nicht, weil sie es als Sportart sehen“, sondern weil es wieder mal nur ums Geld geht“, sagt Lommer. „Da fallen alle Barrieren.“ Vor den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang fanden die „Intel Extreme Masters“ statt, ein großes eSports-Turnier. Die Organisatoren der Asienspiele 2022 in der chinesischen Stadt Hangzhou nahmen eSports als offizielle Sportart ins Programm.

  Wichtig sei, „dass wird die Regularien festlegen,“ fordert Lommer. Zum Beispiel, dass

der BLSV nur Vereine mit Jugendsportabteilungen aufnimmt, im eSportverband aber keine Jugendlichen unter 16 Jahren organisiert sind.

                                                                        *

  Der Landessportbeirat (29 Mitglieder) steht laut seiner Satzung dem Bayerischen Land-tag, der Bayerischen Staatsregierung sowie allen mit Sportangelegenheiten befassten Stellen und Einrichtungen im Freistaat Bayern seit 1965 in grundsätzlichen Fragen beratend zur Seite. Dem BLSB gehören 14 Landtagsabgeordnete sowie 15 Vertreter von Verbänden an. Hans Eiberle (VMS) vertritt im Landessportbeirat die in den Vereinen Nordbayerische Sportjournalisten, Augsburg-Allgäuer Sportpresse und Münchner Sport-journalisten (VMS) organisierten bayerischen Sportjournalisten.

VMS INFO 2018

Das 80-seitige Jahresheft als Pdf-Datei

. April 2018) - VMS INFO gibt es als Pdf-Datei. Das Jahresheft des Vereins Münchner Sportjournalisten erscheint seit 2006, jeweils im April nach den Jahreshauptversamm-

lungen des VMS und des Verbands Deutscher Sportjournalisten (VDS), über die es infor-miert. Auf 80 Seiten diesmal: Fotos und Texte der VMS-Mitglieder unter den Preisträgern der VDS-Berufswettbewerbe finden Sie auf den Seiten 9-22. Berichte über die beiden Fördereinrichtungen des VMS, Helmut-Stegmann-Nachwuchs-Förderpreis für regionale und lokale Sportberichterstattung sowie das Jahresstipendium, stehen auf den Seiten 37-48, die sechs besten Texte auf den Seiten 49-66. Das Editorial schrieb Martin Volkmar, Sprecher des VDS-Arbeitskreises Online und Beisitzer im VMS-Vorstand. VMS-Mitglied Rainer Kalb, der in Frankreich lebt, informiert über die Vermarktung des französischen Fußballs im Fernsehen. Außerdem (u.a.): Protokoll der Jahreshauptversammmlung 2018 des VMS, Geburtstage, Ehrungen und Satzung.                                           Die Redaktion

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"Helmut Schön und Berti Vogts tanzten Walzer"

11FREUNDE sprach mit drei Veteranen der WM-Berichterstattung

(9. März 2018) – „Vogts und Schön tanz-ten Walzer“, in der Nacht nach der „Schmach von Cordaba“, der 2:3-Nieder-

lage gegen Österreich und dem Rauswurf aus dem WM-Turnier 1978 in Argentinien. Daran erinnert sich Hans Eiberle im Ge-spräch mit Tim Jürgens für das Sonder-heft von 11FREUNDE zur Fußball-Welt-meisterschaft in Russland. Und an "das größte Besäufnis mit einer deutschen Mannschaft, an der ich teilnehmen durf-te".

  Jürgens befragte im "Drugstore" in der Schwabinger Feilitzstraße drei Veteranen der Fußball-WM-Berichterstattung zu der „Spieler/Reporter-WG“, wie 11Freunde das Zusammenleben von Spielern und Journalisten nennt: Hans Eiberle (Süd-deutsche Zeitung), Raimund Hinko (Sport

Bild) und sowieso Ulrich Kühne-Hellmes-sen (kicker, SportBild, Bild), die 1986 in Mexiko mit der Nationalmannschaft im Hotel Galin-do wohnten.

  Dieter Hoeneß, so Hinko, habe ihm prophezeit: „Ihr und wir unter einem Dach, das geht nicht gut.“ Das stimmte. Als Hoeneß mal länger ausblieb, lagen Journalisten auf der Lauer. Auch andere Vorkommnisse wären sonst unbemerkt geblieben. Eiberle: „Im Hotel Mansion Galindo lag mein Zimmer im Tiefparterre gegenüber der ,Bild“-Redaktion. Und ab und zu sah ich, dass Franz dort hineinging.“

  Es war das letzte Mal, dass Fußballer und Reporter unter einem Dach hausten. Teamchef Franz Beckenbauer ließ die Journalisten vom Mediendirektor und späteren DFB-Präsi-denten Wolfgang Niersbach aussperren.

Von links: Raimund Hinko (67), Hans Eiberle (79) und Ulrich Kühne-Hellmessen (61) in der Schwabinger Bar "Drugstore". FOTO: DANIEL DELANG

Christian Hanf Sportbeirats-Vorsitzender

Der Präsident des TSV Milbertshofen folgt Hans-Ulrich Hesse nach

(13. Januar 2018) – Christian Hanf (50) wurde mehrheitlich zum neu-en Vorsitzenden des Sportbeirats der Landeshauptstadt München gewählt. Der Präsident des TSV Milbertshofen folgt Hans-Ulrich Hesse (TSV München-Ost) nach, der nach 25 Jahren im Amt nicht mehr kandidierte, aber Mitglied des Gremiums bleibt. 

  Stellvertretender Vorsitzender ist Horst Staimer (SV München von 1880). Die für den Sport zuständige Bürgermeisterin Christine Strobl dankte Hesse „für sein ehrenamtliches Engagement, Sach- und Fachverstand an die Politik zu transportieren“.

  Der Sportbeirat hat laut Satzung „die Aufgabe, die Landeshauptstadt München in allen grundsätzlichen Fragen des Sports zu beraten uns zu unterstützen, insbesondere die Be-lange der Vereine und der sporttreibenden Bevölkerung im Interesse der Sportpflege zu fördern“. Er berät die Stadt bei Planung, Bau, Unterhalt und Nutzung von städtischen Sport-anlagen, der Verwendung der für den Sport im städtischen Haushalt zur Verfügung stehen-den Mittel und bei der Aufklärung und Werbung zur Förderung des Sport, beispielsweise bei Veranstaltungen und Veröffentlichungen.

  Das Gremium hat 46 Mitglieder, von denen nur die 21 Vertreter der Vereine stimmberech-tigt sind. Das unterscheidet den Münchner Sportbeirat vom Bayerischen Landessportbeirat, in dem die Landtagsabgeordneten nicht nur Sitz, sondern auch Stimme haben.

  14 der Münchner Sportbeiräte werden beim Kreistag des Sportkreises München im Baye-rischen Landessportverband (BLSV) gewählt. Sie repräsentieren Groß- (8), mittlere (4) und kleine (2) Vereine. Zu den sieben weiteren Mitgliedern gehört Hans Eiberle als Vertreter des Vereins Münchner Sportjournalisten (VMS).

  21 beratende Mitglieder stellen die im Stadtrat vertretenen politischen Parteien: SPD (6), CSU (6), Die Grünen(RL (3), Bayernpartei (1), Die Linke (1), FDP-HUT (1), Liberal-konser-vative Reformer (1).

  Weitere Mitglieder: Stadtschulrätin Beatrix Zurek, Stadtdirektor Peter Scheifele, Sport-

amtsleiter Günter Schwarz und dessen Stellvertreter Jürgen Sonneck sowie jeweils ein(2) Vertreter(in) der städtischen Gesundheitsbehörde und der Stadtwerke/Bäder.

Wir sitzen nicht alle in einem Boot

Eurosport-Kommentator Sigi Heinrich über Gratwanderungen

(20. Oktober 2017) - Sigi Heinrich, Kommentator bei Eurosport, Mitglied im Verein Münch-

ner Sportjournalisten (VMS) seit 1986, hat beim Forum Nordicum (FN) in Klingenthal seine Meinung ein bemerkenswertes Referat gehalten. Er sprach vor Kolleginnen und Kollegen über die Schwierigkeit, angesichts teuer erworbener Senderechte der Versuchung zur Schönfärberei zu widerstehen, sowie über Nähe und Abstand zu Funktionären und Athle-

tInnen. Dazu gibt es ein Video:

 

https://www.youtube.com/watch?v=8ipxU1FJiks&feature=youtu.be

https://www.facebook.com/search/str/forum+nordicum+klingenthal+avia/keywords_search

 

  Ich habe es mir angeschaut. Bravo, Sigi! Jeder weiß es, ausgesprochen wird es selten. Wer eine teuer eingekaufte (Fernseh)Ware verkaufen muss, wird sie schwerlich mies ma-

chen (dürfen). Ein schmaler Grat, auf dem die Kolleginnen und Kollegen der Printmedien meist nicht balancieren müssen. Distanz zu halten zu Funktionäre und Athleten gilt aller-

dings für alle. Das ist vor allem im Wintersport schwierig, wo der Gemeinsinn der „Skifa-

milie“ beschworen wird und jeder jeden duzt. Auch davor hat Heinrich gewarnt, ebenso Werner Rabe.

  Ich fürchte, es war in den Wind gesprochen. Denn am Ende des 39:37 Minuten langen Videos sagt ein junger Kollege: „Ich sehe es so, dass wir alle in einem gemeinsamen Boot sitzen“, Journalisten, Funktionäre, Athleten.

  Schlimm, der hat gar nichts kapiert. „Sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten“, warnte Hanns Joachim „Hajo“ Friedrichs (1927-1995) Journalist, zu-

letzt Moderator der Nachrichtensendung Tagesthemen. Und Ulrich Kaiser (1934-2015),

vielfach prämierter Journalist und Autor, 2007 für sein Lebenswerk mit dem Preis des Baye-

rischen Ministerpräsidenten ausgezeichnet, schrieb 2010 im Jubiläumsheft des Vereins Münchner Sportjournalisten (VMS) zum Theme kritischer Journalismus: „Es sind immer die gleichen Stimmen: ,Aber wir wollen ja die Kritik – allerding die konstruktive Kritik. Wir sitzen doch alle in einem Boot. Wir ziehen doch an einem Strang!' Die Bilder sind alle schief, denn in einem gemeinsamen Boot sitzen auch die Galeerensklaven mit ihrem Antreiber oder die Passagiere in der Zentausendeurokabine und der Heizer unter Deck.“

Manchmal kann es nützlich sein, sich an die Altvorderen zu erinnern und ihre Ratschläge zu befolgen.                                                               Hans Eiberle (FN-Gründungsmitglied)

Städtisches Stadion an der Grünwalder Straße

In luftiger Höhe: Die Reporterkanzel überlebte den Umbau.

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VMS INFO 2018

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Aktuelles

Geburtstage

Günter R. Müller 75                  Mit der Kamera                          im geliebten Chiemgau

Michael Gernandt 80

Ein Sprinter als journalistischer Langstreckenläufer

2017

Weltmeisterlicher Treffer zum 2:1-Sieg über die Niederlande, 1974 im Münchner Olympiastadion.

Gerd Müller 72 (3.11.2017) Unerreicht, unvergessen. Danke Gerd, alles Gute!

Diethelm "Didi" Straube 60    Von Darmstadt in die Welt hinaus - bis nach Afrika

Ansichtssache

Mario Götze. Der Film.

Neue Bücher                           

Klappenbroschur, Droemer TB
01.08.2017, 512 S.

ISBN: 978-3-426-30139-5

€ 16,99, E-Book € 14,99

Neuerscheinung (am 4. Mai 2018)
Ein Spiel dauert 90 Millionen – Wie der Kommerz unserem Fußball die Seele raubt. Autor Andreas Hock.
riva Verlag, Softcover, 176 Seiten
ISBN: 978-3-7423-0011-9
16,99 Euro.

20,00, 304 Seiten,

Hardcover mit Schutzumschlag

ISBN: 978-3-492-05848-3

Erscheint am 01.02.2018

Anno dazumal

Als Gerd Müller zurücktrat        Als Beckenbauer nachtrat

Wenn Ronny mit                         dem Kopf abstaubt

Fußballsprache oder ganz schlechtes Deutsch?

 

Journalismus

Ausgezeichnete Texte

VMS-Mitglieder haben zahlreiche Preise gewonnnen. Die prämierten Texte:

VDS-Preis

Stegmann-Preis

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