Verein Münchner Sportjournalisten
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Helmut-Stegmann-Nachwuchs-Förderpreis für regionale und lokale Sportberichterstattung

  Im Gedenken an Helmut Stegmann, seinen 1997 verstorbenen Vor-

sitzenden von 1973-1989, verleiht der Verein Münchner Sportjour-

nalisten (VMS) seit 2001 jährlich den Helmut-Stegmann-Nach-

wuchs-Förderpreis für regionale und lokale Sportberichterstattung.

  Helmut Stegmann (1938-1997) war Teilnehmer an der ersten Lehr-

redaktion der Deutschen Journalistenschule (DJS), an der er später 25 Jahre lang lehrte. Nach sieben Jahren als Sportredakteur beim Münchner Merkur wechselte er 1968 als Sportchef zur tz. 1973 wurde Stegmann zum Chefredakteur berufen.

  Bei Helmut Stegmann zählte vor allem, wie einer war und nicht, was einer war. Er war nicht nur von Statur (2,01 m) ein großer Mann. Seine unbedingte Verlässlichkeit, Fainess und Menschlichkeit bleiben sein Vermächtnis.

1. Preis 2018/2019

                         Was vom Bösen bleibt

                          VON BENEDIKT WARMBRUNN

Vor 30 Jahren war Mike Tyson der gefürchtetste Boxer des Planeten. Er saß zweimal im Gefäng-nis, er biss Evander Holyfield ins Ohr, er verprasste 300 Millionen Dollar. Jetzt geht er mit seiner Geschichte auf Tour – und ist sich selbst dabei fremd geworden.

  Als Mike Tyson zehn Jahre alt war, überfiel er alte Frauen in Aufzügen, verprügelte sie, raubte sie aus. Als er 20 Jahre alt war, gewann er als jüngster Schwergewichtsboxer der Geschichte die Weltmeisterschaft. Als er 30 Jahre alt war, biss er seinen Gegner Evander Holyfield ins Ohr. Als er 40 Jahre alt war, war er bankrott. Jetzt, mit Anfang 50, lebt Mike Tyson davon, dass er einmal ein Zehnjähriger, ein Zwanzigjähriger, ein Dreißigjähriger und ein Vierzigjähri-ger war. Er lebt davon, dass er all diese Jahrzehnte überlebt hat.

 

Tyson klebt auf seinem Stuhl

 

  Donnerstagabend, ein Hotel am Englischen Garten in München, zwei Stunden vor dem Auf-tritt. Mike Tyson hat sich in den „Salon Picasso“ zurückgezogen, ganz ans Fenster, dort klebt er auf einem Stuhl. Auch zur Begrüßung bleibt er kleben, es erhebt sich allein seine riesige rechte Pranke, die einem flauschig die Hand umhüllt. Auf seinem Knie liegt ein kleines Handtuch. Tyson, 51, sagt: „Wenn ich an all das, was ich erlebt habe, zurückdenke, dann denke ich darü- ber auf eine gute Art nach. Ja, ich habe all das gemacht. Ja, ich habe viel gesehen. Und trotz- dem ich bin noch lebendig.“

  Der Abend in München ist die zweite Station auf seiner ersten Tournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz, am Abend zuvor war er in Wien, in der Nacht geht es weiter nach Zürich, zehn Auftritte in zwölf Tagen. Laut An- kündigung erzählt Tyson dabei die „unglaubliche wahre Geschichte des besten Boxers der Welt“; mit einer ähnlichen Version war er vor sechs Jahren am Broadway aufgetreten, unter der Re- gie von Spike Lee, die Kritiken waren wohlwol-lend. 2014 veröffentlichte er seine Autobiografie „Unbestreitbare Wahrheit“, im vergangenen Jahr folgte ein Buch über die Jahre mit seinem ersten Trainer, Cus D’Amato.

  Am Hotelfenster, in der Abendsonne, tänzeln auf Tysons Stirn kleine Schweißperlen. Seine kastanienbraunen Augen fixieren einen, er blickt nicht weg, er blinzelt fast nie. Er kennt das Re-

den über seine Geschichte, er kennt alle Fra- gen, er kennt alle Antworten. Es wird ein Gespräch wie seine frühen Kämpfe, Schlag auf Schlag, keine Pause, zwölfeinhalb Minuten lang. Zu Beginn sagt er: „Wir können über alles reden.“ Mit dem Handtuch wischt er sich den Schweiß von der Stirn.

   Schon als junger Mann hatte Tyson begriffen, dass ein Boxer nicht in erster Linie ein Athlet ist, sondern eine literarische Figur. Tyson, der als Siebenjähriger die Schule abgebrochen hatte, sprach wie ein Straßenintellektueller aus Brook-lyn, am liebsten sprach er über die Dunkelheit in sich selbst. Er sagte zum Beispiel: „Ich bin nur ein dunkler Typ aus dem Sündenpfuhl.“ Als sein Vorbild bezeichnete er Sonny Liston, in den 1960er-Jahren der Böse des Schwerge-wichtsboxens, dem 1962 John F. Kennedy eine Niederlage wünschte, den Cassius Clay als

„großen, hässlichen Bären“ beschimpfte, der unter mysteriösen Umständen starb, als 38-Jäh-riger, mit einer Nadel im Arm. Liston wurde nie akzeptiert, aber er wurde gefürchtet. Re- spekt, das hatte auch Tyson auf der Straße gelernt, bekommt man nur durch Gewalt. Also lautete seine Botschaft: Fürchtet euch!

  Die meisten seiner Kämpfe gewann er vor dem ersten Gong, er biss Lennox Lewis auf einer Pressekonferenz in den Oberschenkel, er kündigte den Kindern seiner Gegner Schmer- zen an, und er hatte diesen irren, wahnsinnigen Blick eines Pitbulls.

 

Fürchtet Euch nicht mehr

 

 Nun, mit Anfang 50, nach zwei Haftstrafen, zwei Scheidungen, eineinhalb Jahrzehnten in den Schulden, erzählt er seine Geschichte mit einer anderen Botschaft. Sie lautet nun: Fürchtet euch nicht mehr!

  Auf Aufzeichnungen seiner Auftritte am Broad-way ist ein Mann zu sehen, der sich über sich selbst lustig macht, der zwar ein bisschen steif läuft, aber weiterhin beweglich ist, vor allem in jenem Oberkörper, mit dem er schon zu Beginn seiner Karriere so vielen Schlägen ausgewi- chen ist, und dann war er auf einmal nah dran am Gegner und konnte ihn mit seinen kurzen Armen attackieren. Der Mike Tyson vom Broadway genießt es, sich selbst nicht mehr allzu ernst nehmen zu müssen. Er hat einen neuen Weg gefunden, um respektiert zu werden: seinen Humor.

  „Ich liebe es zu lächeln“, sagt Tyson am Hotel-fenster, „als ich ein Fighter war, habe ich nie ge-

lächelt. Jetzt als normaler Bürger lächle ich sehr viel. Es sind zwei verschiedene Leben, zwei verschiedene Welten.“ Ob er sich als hu- morvoll bezeichnen würde? „Ich glaube, ich habe einen guten Sinn für Humor.“ Wie dieser aussehe? „Kann ich nicht sagen. Ich verstehe Humor nicht wirklich. Eigentlich rede ich einfach nur, und manchmal lachen die Leute eben.“ Genießt er die Auftritte auf der Bühne? „Ich fühle mich dort ziemlich normal, es fühlt sich so an, als ob ich auf die Bühne gehöre.“ Das einzige Mal im Gespräch macht Tyson eine kurze Pause. „Aber es fühlt sich auch so an, als ob ich über das Leben eines anderen Menschen rede.“

  Mike Tyson hat seine Lebensgeschichte erzählt und erzählt und erzählt. Er hat sie so oft erzählt, dass ihm dieser Mensch, dessen Leben er nacherzählt, irgendwann fremd geworden ist.

Vielleicht lässt es sich nur ertragen, Mike Tyson mit 51 zu sein, wenn man den Mike Tyson der ersten 40 Jahre als Kunstfigur sieht. Den Jungen, der als Zwölfjähriger 38 Mal von der Polizei festgenommen worden war. Den jungen Boxer, der zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde, weil er eine Kandidatin bei einem Schönheitswettbewerb vergewaltigt hatte. Den nicht mehr ganz so jungen Boxer, der in einem einzigen irren, atemlosen Schlagabtausch lebte. Der be-sinnungslos soff, der kokste, der Nutten bestellte, angeblich einmal 24 für eine Nacht. Der 300 Millionen Dollar verprasste, alleine bei einem einzigen Einkauf bei Versace 150. 000. D’Amato, sein wichtigster Trainer, sein Ersatzvater, hatte ihn davor bewahrt, ein Krimi- neller zu bleiben. Aber er hatte ihn nie von die- ser kriminellen Energie befreit. „Cus wünschte sich den gemeinsten Boxer, den Gott jemals erschaffen hatte“, hat Tyson geschrieben. Und Tyson war dankbar, dass er all den Hass, die Wut, die Selbstzweifel wegprügeln durfte.

 

„Heute bin ich im Licht“

 

  „Das Boxen hat viel für mich gemacht, aber es war nicht gut für mich“, sagt Tyson in München,

„es hat mir ein riesiges Ego gegeben, es hat einen arroganten Typen aus mir gemacht. Und ich bin nicht die Art von Mensch, die in der Position sein sollte, ein überlegener Kerl zu sein. Manch-

mal verliere ich nämlich den Verstand.“ Ob er heute noch diese dunkle Kraft in sich spüre? Heu-

te bin ich im Licht. Ich sehe jetzt alles klar.“ Wann ihm der Übergang gelungen sei? „Als meine Tochter gestorben ist.“ Im Mai 2009 strangulierte sich die damals Vierjährige an der Kordel ei-

nes Laufbandes – das Thema hatte der Manager vorab verboten, genauso wie die Vergewalti-

gung. Wenn er über diese Ge- schichten nachdenkt, packt Tyson die Dunkelheit manchmal noch, er verfällt dann wieder in die Verhaltensmuster des Straßenjungen. Nun spricht Tyson es selbst an, er bleibt ruhig. „Nach ihrem Tod habe ich mein Leben geändert. Davor habe ich mich wie ein typischer Macho verhal ten, mit allem, was dazugehört. Jetzt bin ich demütiger. Ich habe nicht mehr viel an Leben übrig. Und dabei möchte ich glücklich sein.“ Das Schweißtuch ist in-

zwischen nicht mehr trocken, er rubbelt sich über die Stirn.

  Als das Gespräch vorbei ist, geleitet Tysons Manager Nick aus dem Zimmer. Er sagt, dass er sich einen guten Text erhoffe, sonst sehe man sich im Ring wieder. Das wäre eine Freude. Auf diese Antwort hin kommt erstmals richtig Bewegung in den Mann am Fenster. Tyson bellt vor Lachen, er schüttelt sich.

  Eine halbe Stunde später, in einem Saal im Erdgeschoss des Hotels, noch wenige Minuten bis zum Auftritt. 34 Tische stehen im Saal, Karten gab es für 449 Euro (Kategorie: Gold) oder für 469 Euro (Iron) oder je nach Verhand-lungsgeschick. An Tisch 33 sitzen auch: ein Vater und sein 18 Jahre alter Sohn aus Bozen, die den Moderator des Abends kennen; Mirza, ein junger Boxer aus München, der auch als Model sowie für Greenpeace arbeitet, und der alleine gekommen ist, weil er niemanden gefunden hat, der ebenfalls so viel Geld ausgeben wollte; ein sizilianischstämmiges Gastronomen-paar aus Kempten, das einen gewissen „Ali aus dem Allgäu“ sponsert, gekommen sind sie nur, weil der Mann die Tickets schon gekauft hatte. Auf den vier anderen Stühlen sitzt niemand. Andere Tische bleiben komplett frei, an Tisch 7 trinkt ein Mann alleine sein Bier.

  Der Auftritt beginnt mit einem Fototermin mit Tyson. Linke Hand auf die Schulter, mit rechts ein flauschiger Griff, Lächeln, zwei Sekunden lang, der Nächste, bitte. Den Reporter, dem er keine Stunde zuvor zwölfeinhalb Minuten lang ununterbrochen in die Augen gestarrt hatte, erkennt Tyson nicht wieder. Nach einer halben Stunde Händeschütteln zieht er sich noch einmal zurück in den „Salon Picasso“.

 

Tyson klebt auf seinem Hocker

 

  Wenige Minuten später eröffnet der Moderator, ein Südtiroler, die eigentliche Show, er brüllt ins Mikrofon, dass der Saal nun bitte the baddest man on the planet begrüßen möge. Lauter App- laus, die Leute stehen auf. Der böseste Mann des Planeten schleppt sich mit langsamen, schwerfälligen Schritten in den Saal, die Arme baumeln, der Kopf hängt leicht nach vorne. Er setzt sich auf einen Hocker. Dort wird er 90 Minuten lang kleben bleiben, er wird nicht herumlaufen, er wird nicht mit dem Oberkörper pendeln, er wird ausschließlich den Moderator fixieren. Die Käufer der Gold- und der Iron-Tickets wird er nicht einmal anschauen.

  Die Frage, die über diesem Abend schwebt, lautet auch: Wenn einer fast alles Böse auf dieser Welt gemacht hat, wenn er all dem entsagt – was bleibt dann noch übrig? An diesem Abend ist es allein die Erinnerung daran, wie lebendig, wie unterhaltsam der böse Tyson war.

  Der Moderator stellt lange, wohlwollende Fragen, er bekommt kurze Antworten. Tyson wirkt müde. Selten redet er einfach drauflos, die Leute lachen selten. Als er erzählt, dass er nach seiner ersten Hochzeit weiterhin Freundinnen hatte, gibt es lauten Applaus. Als er sagt, dass er Holyfield 1996 nicht nur einmal gebissen habe, sondern zweimal: wieder lauter Applaus. Als es um seine Stiftungen geht: höflicher Bei-fall. Lebhafter wird Tyson allein, als es um den zweitem Holyfield-Kampf geht, die Gäste bekommen da gerade Bayerische Creme mit marinierten Früchten serviert. Tyson richtet sich in seinem Stuhl auf, seine Stimme wird kräftiger, „das Ohr“, sagt er, „hat richtig schlecht ge- schmeckt“. Nach sieben Gesprächsrunden schlurft er wie der aus dem Saal.

  Eine halbe Stunde später verlässt Tyson das Hotel, drei Fans, doppelt so viele Bodyguards. Einer kommt dennoch zu Tyson durch, er lässt sich für seinen Sohn Boxhandschuhe signieren. Danach steigt Tyson in den Bus, lässt sich in den Sitz fallen, schließt die Augen.

Dann lässt er sich durch die Dunkelheit fahren.

2. Preis 2018/19

Die Löwen-Mama

An diesem Montag sperrt Christl Estermann das Löwenstüberl zu. In fast 27 Jahren gab sie alles, was sie hat: ihre Liebe, ihre Leidenschaft – und leider auch ihr Geld. Ein Besuch an dem Ort, der viel über den TSV 1860 erzählt, aber noch mehr über die Frau, die ihn mit Leben füllte.

                  VON CHRISTOPHER MELTZER

Am letzten Freitag des Jahres sitzt eine alte Frau in dem kleinen Stüberl in der Grünwal- der Straße 114 und zittert sich eine Zigarette zum Mund. Eigentlich darf sie hier gar nicht rauchen, aber das ist ihr egal, weil sie hier die Regeln macht. Seit 27 Jahren spaziert sie fast jeden Tag aufs Gelände des TSV 1860, durch das blaue Tor, biegt links ab, quetscht sich an den Bierbänken vorbei und schließt die Tür des Löwenstüberls auf, an dem ihr Name steht und in dem sie jetzt sitzt. Wenn sie aber am Dienstag, am 1. Januar, wiederkommt, hat sie keinen Schlüssel mehr, irgendwann wird dann auch ihr Name an der Tür verschwunden sein. Die Frau zieht hastig an ihrer Ziga-rette, legt sie in den Aschenbecher. Sie weint. „Es tut mir furchtbar weh“, sagt Christl Estermann. „Aber alles geht mal zu Ende.“

  Man kann das Ende im Löwenstüberl an diesem Freitag schon sehen. An den Wänden zum Beispiel. Früher waren sie mit Erinnerungsstücken dekoriert, geblieben sind nur: ein Poster der Meistermannschaft von 1966, drei Fan- schals, zwei Bilder, eine Fernsehhal-terung ohne Fernseher, eine Pendeluhr, ein Kreuz. Früher erzählte das Stüberl auf nur 59 Quadratmetern die nie langweilige Geschichte des TSV 1860, eines Fußballvereins, der die Menschen in München stets bewegte, weshalb er sich vielleicht noch immer für etwas wichtiger hält, als er eigentlich ist. Heute aber erzählt das Stüberl die tragische Geschichte von Christl Estermann, 75, der Wirtin, die 1992 angefangen hat, jetzt aber nicht mehr kann, weil sie hier alles gelassen hat: ihre Liebe, ihre Leidenschaft, ihre Freizeit – und leider auch ihr Geld. Ab dem 1. Januar bleiben ihr 250 Euro pro Monat, mehr gibt die Rente nicht her. Sie wird zum Sozialamt gehen müs- sen. Trotzdem sagt sie: „Es war mein Traumleben.“

  An diesem letzten Freitag des Jahres kommt Christl Estermann zu spät ins Stüberl. Sie war beim Friseur, für ihren Abschied hat sie sich die Haare nochmal blond färben lassen. Jetzt, um kurz nach 12, steht sie mit zwei Papiertüten vor der Bar, in einer sind Weißwürste, in der ande- ren Brezn. „Und die Eier?“, fragt ihre Mitarbeite- rin. „Hab’ ich gestern gekauft“, sagt sie, „die müssen hinten sein.“ Sind sie aber nicht. Estermann grummelt, dreht sich, zeigt auf einen Tisch mit vier alten Männern, zählt laut durch: Eins, zwei, drei, vier. Dann sagt sie: „Da sind doch genug Eier.“ Die Männer lachen. Ester-mann sagt: „Du musst für jeden ein Sprücherl haben.“

  Am Holztisch neben der Bar sitzen an diesem letzten Freitag des Jahres jene vier Männer, die dort so viel Zeit verbringen, dass die meisten beim TSV 1860 gar nicht mehr wissen, wann sie sich eigentlich das erste Mal hingesetzt haben. Heute jedenfalls kam der Falk schon um kurz vor 10, dann nacheinander der Herrmann, der Gerhard und der Günter. Sie treffen sich im Löwenstüberl, um zu trinken, zu essen (Schin-kennudeln), zu schafkopfen und natürlich um zu schimpfen. Über Trump, über Steinmeier, über 1860. Sie treffen sich auch, um sich zu helfen. An diesem Morgen etwa versuchen sie heraus-zufinden, warum der Falk mit seinem Klapphan-dy plötzlich keine SMS versenden kann. Der Falk übrigens kennt die Christl am längsten, er ging schon zu ihr, als sie noch in der Giesinger Kneipe C2 arbeitete. Und als der Gastronom Karl-Heinz Wildmoser, damals 1860-Präsident, ihr das Stüberl anvertraute, kam der Falk einfach mit. Es ist nämlich so: Vor allem treffen sich der Falk und seine Freunde hier, weil sie ihre Christl mögen, die seit 27 Jahren jeden Tag ein Sprücherl für sie hat.

 

Ur-Münchnerin aus Erfurt

 

  Am Holztisch neben der Garderobe sitzt ein paar Minuten später Christl Estermann und denkt noch mal an früher. Sie erzählt dann, dass sie eigentlich in Erfurt geboren ist, mit ihrer Mutter aber nur vier Wochen später nach Mün- chen zog, weshalb sie auch eine Ur-Münchnerin sei. Sie erzählt, dass sie gelernte Textilkauffrau ist, die erst durch ihren Mann (mit dem sie zwei Töchter hat und der recht früh gestorben ist) zur Gastronomie kam. Und irgendwann erzählt sie noch, dass sie damals auch gehofft hat, beim TSV wieder einen Mann zu finden und dass es auch schon ein paar gegeben hätte, aber ihr selbst für Männer irgendwann die Zeit gefehlt habe.

  An den zwei Tischen, dem neben der Bar und dem neben der Garderobe, kann man zu-

mindest ein bisschen die jüngere Geschichte des TSV 1860 nacherzählen. Neben der Gar-

derobe saß zwischen 1994 und 1997 hin und wieder der Spieler Manfred Schwabl, der ein-mal angeblich drei Wurstsemmeln und eine Portion Schinken-nudeln bestellt hat. Und als Christl Estermann fragte, ob er das alles jetzt gleich essen wolle, meinte Schwabl nur: „Ja, i hab’ ja no an weiten Weg hoam.“

  Neben der Bar saß von 1992 bis 2001 dann meistens der Trainer Werner Lorant, der stets einen „Expresso“ bestellte und den Estermann mehr mochte als die vielen Trainer, die nach ihm kamen. Ihr gefiel einfach seine derbe Art. Sie erwischte ihn mal, wie er seine Spieler um 4 Uhr morgens über den Trainingsplatz neben dem Stüberl scheuchte. „Die haben ver-loren“, sagte er, „die sollen büßen.“ Einmal aber, erinnert sie sich, schlich Lorant ins Stü-berl, die Trainingsjacke über den Arm gehängt. Was los sei, habe sie sofort gefragt. Er sagte: „Die haben mich entlassen.“ Heute sagt Estermann: „Das war ein schlimmer Tag für mich.“

  17 Jahre ist das nun her, die schlimmen Tage sind seitdem aber mehr geworden. Dem Löwenstüberl und seiner Wirtin fehlte das Geld. „Ich bin ein Mensch, der es gut meint, der das Gute sucht“, sagt sie. Vielleicht findet sich da der Fehler. Vielleicht hätte sie nicht Ange-

stellte beschäftigen sollen, die sie sich eigentlich nicht leisten konnte. Vielleicht hätte sie strenger abkassieren sollen, auch bei den „Expressos“. Vielleicht hätte ihr zuletzt auch der Verein helfen müssen (Estermann: „Da will ich mich nicht auslassen, das gibt nur böses Blut“). Die vergangenen zwei Jahre hielt sie nur durch, weil der Investor Hasan Ismaik ihr die Miete bezahlte.

  Jetzt also sperrt Christl Estermann ihr Stüberl zu. Es soll wieder aufmachen, ohne sie. In diesen letzten Tagen hat ihr die Stadt noch einen Brief geschickt. Ein strenger Gast hatte beklagt, dass im Stüberl geraucht wird. Doch der Christl können nicht mal die bayerischen Bürokraten böse Briefe schreiben. Sie wiesen freundlich darauf hin, das mit dem Rauchen doch bitte zu lassen.

  An diesem letzten Freitag des Jahres drückt Estermann am Tisch neben der Garderobe die Zigarette aus, es war vermutlich nicht ihre letzte. Auf sie kommen schwere Zeiten zu, die Last der Armut kann erdrückend sein. Und obwohl sie das weiß, sagt sie noch mal: „Es war mein Traumleben. Ich war da, wo ich hingehört hab.“

3. Preis 2018/19

„Bist du deppert!“

Einen deutschen Sieger in Kitzbühel? Auf der Streif? Werden wir in naher Zukunft nicht erleben, glaubten sie bis vor wenigen Jahren im Deutschen Skiver- band. Nun gewinnt der 24 Jahre alte Thomas Dreßen die bekannteste und schwerste Abfahrt der Welt. Die Ge-schichte einer erstaunlichen Winterreise.

 

VON JOHANNES KNUTH

 

Das Besondere an dieser Abfahrt spürt man spätestens dann, wenn man den Tunnel unter der Haupttribüne passiert und in den Zielraum eintaucht. Kurz ein Blick zurück auf die Tribüne, DJ Ötzi sitzt links, Schwarzenegger in der Mitte, Vizekanz-ler Strache rechts außen, aber die Promis, das macht es nicht aus, das Besondere. Es ist der Hang, der vor einem gen Himmel wächst. Und der Lärm.

 

100 Gelegenheiten, es zu verhauen

 

15 .000 Zuschauer drängen sich in Kitzbühel im Zielraum, 30. 000 weitere stehen an der Strecke; ihr Geschrei ist auch von dem Wissen erfüllt, dass die ganze Welt gerade zu-schaut. Alles verstärkt sich, kurz bevor diese Abfahrt beginnt, der Lärm im Tal, die Ruhe im Starthaus, die noch ruhiger wirkt, weil rundherum alles vor Vorfreude dampft. Die Fahrer sehen noch ein bisschen ernster aus als sonst, sie wissen, dass sie jetzt eine Chance ha-ben, ihre Karriere auf ein neues Niveau zu heben. Und 100 Gelegenheiten, es zu verhauen.

Thomas Dreßen vom SC  Mittenwald war am Samstag als 19ter dran; viele hatten sich schon damit abgefunden, dass der Schweizer Beat Feuz gewinnen würde. Dreßen war im Vorjahr in Kitzbühel im Steilhang gestürzt und so heftig ins Netz gerauscht, dass es alle schüttelte, die danebenstanden. Im Super-G war er ausgeschieden. Das war alles, auf das er sich berufen konnte, als er in diesem Jahr anreiste, es war sein zweiter Auftritt in Kitz-bühel.

  Die Fahrer brauchen eigentlich Jahre, ehe sie die Streif bändigen, die viele kleine Ge-

meinheiten zu einer riesigen Gemeinheit zusammenknüpft. Und Dreßen? Fuhr am Sams-tag nicht so, wie 24-Jährige hier fahren. Er rauschte unaufgeregt ins Tal, fuhr sauber im Steilen wie im Flacheren, auch in der Traverse, wo die Fahrer ins Ziel schießen wie leben-de Kano- nenkugeln. Dann schwappte ein spitzer Schrei durchs Tal. Der erste Weltcup-Sieg? Auf der Streif? „Ich dachte“, sagte Dreßen später, „die wol- len mich verarschen”.

Oder, übersetzt ins Österreichische: „Bist du deppert?!”

  Die Siegerehrung am Abend zeigte dann mal wie der, wie ein Traum zur Realität werden kann und die Realität zur Erinnerung: Verklärung! Auch die Sie gerehrung ist in Kitzbühel größer, die Fahrer stehen auf dem Balkon eines erleuchteten Hauses, von dort schauen sie in die Nacht, auf eine berauschte Men- ge. 20. 000 waren da, die Österreicher schwenkten Fahnen und brannten Fackeln ab. Ihre Fahrer waren Vierter (Vincent Kriechmayr) und Dritter (Hannes Reichelt), oder, nach Österreichs Maßstäben: nicht Erster.

 

Hymne und Feuerwerk

 

Beat Feuz, der Zweite, packte Dreßens Hand, dann zog Feuz ihn auf die höchste Stelle des Podiums. Dreßen stemmte seine Trophäe in die Nacht, wie ein Fußballer, der das WM-Finale gewonnen hat. Ganz langsam. Als wolle er den Mo- ment einfrieren. Dann Hymne und Feuerwerk. „Ich habe versucht, alles aufzusaugen“, sagte Dreßen, „ich will alles im Kopf haben, wenn ich mal zurückdenke“.

  Wenn man vor etwas Unerwartetem steht, klam mert man sich erst mal ans Bewährte. „Ich fühle mich jetzt nicht unsterblich, ich fühle mich auch nicht anders als davor“, sagte der Sieger. Er ist noch immer derselbe Dreßen, aber einer, an dem jetzt dieses mächtige Etikett baumelt: Streif-Sieger, der erste Deutsche seit Sepp Ferstl 1979. „Oafach geil“, sagte Dre-ßen, immer wieder. Später befand er: „Kitschiger geht’s eigentlich nimmer.“

 

Wennst was machst, machst es gscheit“

 

 Thomas Dreßen ist keiner wie Hermann Maier, der sich animalisch in jede Abfahrt warf, keine Überfigur wie Felix Neureuther, der am Samstag Zaungast war („Ich hatte noch nie so eine Gänsehaut.“). Dreßen ist ein geerdeter Oberbayer, der in seiner Freizeit Motorrad fährt und mit seiner Freundin in Österreich am Traunsee wohnt, wegen der Ruhe und der guten Luft. Er lacht oft und viel, sagt „oafach geil”, wenn was oafach geil ist. Er ist einer, der motiviert ist, aber nicht überdreht, ruhig, aber nicht ängstlich. Er hat erfahren, dass das Leben manchmal größer ist als der Sport, auch wenn das eine Erfahrung war, die man nie-mandem wünscht. Sein Vater starb 2005 bei einem Seilbahnunglück in Sölden, aber Dre-ßen machte weiter, es war ja ihr gemeinsamer Traum gewesen: dass er irgendwann im Weltcup fährt. Seine Mutter blieb ein großer Rückhalt, sie sagte das, was auch der Vater gesagt hatte: „Du hast keinen Druck. Aber wennst was machst, machst es gscheit.“

  Als Dreßen Anfang 2015 in den Weltcup stieß, hatten sie beim Verband gerade neue Chefs bekommen, Mathias Berthold als Cheftrainer der Männer und Christian Schwaiger als Disziplintrainer Ab- fahrt. Zwei Österreicher, denen ihr Heimatverband ein bisschen zu groß war. Im Deutschen Skiverband konnten sie in Ruhe arbeiten; die Techniker um Neu-reuther waren stark, aber von den chronisch erfolglosen Abfahrern, sagte Sportdirektor Wolfgang Maier seinen Trainern damals, könne man in naher Zukunft nicht allzuviel erwar-ten. Einen Streif-Sieg eh nicht. Berthold und Schwaiger sahen das nicht ein.Ich möchte die Jungs in vier Jahren so weit ha ben, dass sie um Olympiamedaillen mitfahren können“, sagte Berthold, das klang so unglaublich, dass es fast den Tatbestand der Rebellion er-füllte. Na und? „In diesem Sport hast du immer eine Chance“, sagt Schwaiger, er lebt das seinen Fahrern täglich vor. Das kannten sie so nicht.

 

Den riskanten Fahrstil abgewöhnt

 

  Auch Schwaigers Theorie der Abfahrt war für sie ungewohnt: Bevor man schnell und mu-tig geradeaus fahren dürfe, lehrt er, müsse man erst mal einen guten Riesenslalom-Schwung beherrschen (den seine Fahrer nur bedingt fuhren). Aus dieser Kurvenfertigkeit erwachse alles Weitere: Vertrauen ins eigene Können, Lust am Risiko. Dreßens Ausbildung wurde zum Fallbeispiel. Schwaiger gewöhnte ihm erst den riskanten Fahrstil ab, verordnete ihm viel Krafttraining, aber nicht zu viel, schulte die Skitechnik, führte ihn wieder ans Risiko heran. Heute findet Dreßen, 1,88 Meter, 100 Kilo, auf den Eis-autobahnen fast immer eine Lösung, und wenn die erste nicht funktioniert, hat er instinktiv eine zweite parat. Oder eine dritte. Das können nur wenige, etwa der Schneestreichler Feuz.

  Als Dreßen im vergangenen November Dritter in Beaver Creek wurde - der erste Podest-

platz der Abfahrer unter Berthold - war das so, als habe er nach vielen kleinen Schritten die Mauer zur Weltspitze eingerissen. Dreßens Teamkollege Ferstl gewann bald den Super-G in Gröden, und am Samstag ging fast unter, dass Andreas Sander, der Konstanteste der vergangenen Winter, erst in der Traverse einen Podestplatz vergab und Sechster wurde.

 

Keiner, der sich selber überholt

 

  Dreßen ist keiner mehr, der sich selbst überholt, die Trainer ließen ihn auch in Kitzbühel ein paar Kurven bewusst nicht am Limit fahren. „Wir wollen nicht, dass Thomas an die hundert Prozent rangeht“, sagte Berthold, „er ist noch jung“. Das war die vielleicht erstaun-lichste Facette dieser Geschichte: Dass da einer bereits im zweiten Versuch die Streif ge-winnt und mit gedrosseltem Motor fährt. Anderseits: Die PS, die ihm zur Verfügung stehen, nutzt er halt so gut wie kaum ein anderer, Dreßen lerne schnell, sagte Berthold, ihn erinne-re das an Matthias Mayer. Mayer wurde 2014 Olympiasieger, er war 23, Trainer der Öster-reicher damals: Berthold. Ob Dreßen für Olympia im Februar nun ähnlich favorisiert sei? Nun, die Strecke sei eine andere, sagte Bert- hold. Aber wegdiskutieren könne man die Favoritenrolle auch nicht. Christian Schwaiger, ihr ruhiger und hochseriöser Abfahrts-trainer, erzählten sie im DSV am Sonntagmorgen, sei nach den Feierlichkeiten übrigens erst mal nicht auffindbar gewesen.

  Wer einen Streif-Sieger aufgebaut hat, wirft Ballast ab. Die Sprüche der Kollegen, als Schwaiger die Abfahrer übernahm. Den Frust, als Neureuther und Stefan Luitz zu Beginn des Winters die Kreuzbänder rissen. Die tödlichen Stürze der Abfahrer David Poisson und Max Burkhart, 17. Ein Sieg auf der Streif taucht alles, was war und was noch kommt, in ein anderes Licht, wer könnte das besser wissen als Sepp Ferstl, Vater von Gröden-Sieger Josef Ferstl und Dreßens Vorgänger? „Kitzbühel ist das Höchste“, sagte Ferstl am Samstag im Ziel, schwarze Mütze, grauer Bart. Er ist fast jedes Jahr hier, wer Kitzbühel gewonnen hat, wird immer wieder eingela- den, er wird Teil eines Freilichtmuseums. „Nach zehn Jah-ren erinnert sich fast niemand mehr an WM-Medaillen, aber an den Streif-Sieger erinnern sich die Leute“, sagt Ferstl. Und der Skisport braucht deutsche Sieger, der deutsche Markt ist reich an Sponsoren und TV-Quoten. „Dass ein Deutscher mal wieder Kitzbühel gewinnt“, sagte der Österreicher Hannes Reichelt, „ist unglaublich wichtig für unseren Sport“.

  Dreßen wurde nach der Ruhe und dem Lärm gefragt, wie er sich am Start vorbereitet habe. Mit Heavy-Metal-Musik, er möge ja ACDC? Nein, sagte Dreßen, „vor dem Start bin ich eher ein ruhiger Typ“.

  Zu seinem Wochenende passte eher Jimmy Cliff, man muss es wohl so kitschig sagen: „You can get it if you really want“, sang Cliff, „you must try, try and try. You’ll succeed at last.“

Ausschreibung 2019

Helmut-Stegmann-Nachwuch-Förderpreis

für regionale und lokale Sportberichterstattung

 

Der Verein Münchner Sportjournalisten (VMS) schreibt zum 18. Mal den Helmut-Stegmann-Nachwuchs-Förderpreis für regionale und lokale Sportberichterstattung aus.

 

Zielgruppe

 

Teilnahmeberechtigt sind Journalistinnen und Journalisten (VMS/VDS-Mitglieder und Nichtmitglieder) der Geburtsjahrgange 1987 und jünger, die im VMS-Einzugsgebiet (Oberbayern, Niederbayern) tätig sind oder es bis 2018 waren. Die Beiträge müssen sich mit Themen aus dem Oberbayern/Niederbayern) befassen.

 

Medium

 

Die Texte müssen in Printmedien oder Online veröffentlicht sein. Sie sollen nicht mehr als 8.500 Zeichen umfassen.

 

Dotierung

 

3.000 Euro (1. Preis 1.500 Euro, 2. Preis 1.000 Euro, 3. Preis 500 Euro).

 

Einsendungen (6-facher Ausdruck + Originalbeleg) an

Verein Münchner Sportjournalisten

Hans Eiberle

Agnes-Miegel-Str. 37

81927 München

T 089 9294033

hanseiberle@aol.com

 

Einsendeschluss 15. Januar 2020

 

Es können bis zu 2 Texte eingereicht werden

1. Preis 2017/18

Sieger, zum Verlieren verdammt

Hungerkünstler reiten muskelbepackte Vollblüter auf der Galopprennbahn München Riem. FOTO: Marc Rühl

VON JESKO ZU DOHNA

Jedes Wochenende riskieren Jockeys auf Rennbahnen für eine Handvoll Euros ihr Leben. Hunger, Entsagung, Schmerz und schwere Stürze gehören zum Geschäft. Dennoch ist der Job für viele wie eine Sucht. Unterwegs mit einem Abhängigen.

  Seit drei Tagen hat Roy van Eck nichts mehr gegessen, seit dem frühen Morgen nichts getrunken. Adrenalin muss jetzt für die Kraft sorgen, die er braucht, um Air Attack ins Ziel zu reiten, am besten als Sieger. Der 21-jährige Niederländer tritt in weißer Hose und grün-weißem Trikot aus der Jockeystube der Galopprennbahn München-Riem und blinzelt in die Sonne. Seine Hände umklammern die Reitpeitsche, Steinchen knirschen unter seinen Sohlen.

  Es sind 30 Grad im Schatten, aber in seinem Gesicht ist keine Spur von Schweiß zu se-hen. Er presst die Lippen zusammen. Wenn er könnte, würde er jetzt spucken. „Das bringt Glück“, sagt er. „Aber da kommt einfach nichts mehr.“ Roy van Eck ist Rennreiter. Einer von 138 in Deutschland. Jedes Wochenende riskieren er und seine Kollegen auf 500 Kilo schweren Vollblütern ihr Leben, bis zu acht mal pro Renntag, vor Tausenden von Zu-schauern. Aber kaum jemand kennt sie, kaum jemand weiß etwas über ihre Welt. Über das Hungern, die Drogen, das Schwitzen und die Stürze.

  Im Galoppsport sind die Pferde die Stars, nicht die Reiter. Die begehrtesten Vollblüter werden für Millio- nen Euro gehandelt. Die Tiere sind der Stolz ihrer Besitzer, trainiert wie Hochleistungssportler, und wenn sie lange kein Rennen gewinnen, sorgt man sich in der Szene um ihren psychischen Zustand.

  Die Männer aber, die diese Pferde reiten, sind nur Randfiguren. Etwa fünf bis zehn Pro-zent der Leis- tung, so heißt es, macht der Jockey in Galopprennen aus. Er muss ein Ge-spür für sein Pferd haben, renntak- tisch gewieft sein, unter höchstem Druck richtige Ent-scheidungen fällen. Vor allem aber muss er ei- nes: leicht sein. Je leichter der Reiter, desto schneller das Pferd, lautet die einfache Rechnung. Das Resultat: Menschenquälerei.

  Drei Stunden vor dem Start. Roy van Eck sitzt auf einer Holzkiste in der Jockeystube in München-Riem. An den Haken hängen bunte Trikots aus Seide, es riecht nach Sauna. An Renntagen ist van Eck immer der Erste in der Stube. Er will nicht, dass die Besit zer sehen, wie hart er für sein Gewicht arbeiten muss.

Nackt auf die Waage: 62 Kilo

  Profi-Rennreiter — nur sie dürfen sich Jockeys nen- nen - sollten nicht mehr als 55 Kilo wiegen, Amateure wie van Eck nicht viel mehr als 60 Kilo auf die Waage bringen. Welches Gewicht ein Reiter genau haben darf, richtet sich nach Alter, Geschlecht und Erfolg des Pferdes. Der Reiter schließt mit dem Besitzer des Pferdes einen Vertrag über sein Gewicht. Schon 300 Gramm zu viel kosten Strafe.

  Für sein erstes Rennen heute muss es van Eck auf 62 Kilo bringen. Das bedeutet, er muss bis zum Start 800 Gramm abnehmen. Plus 500 für die Cola, die er zum Frühstück getrunken hat. „Das geht noch“, sagt er. Dann zwängt er sich in einen eng anliegenden, kunststoffbeschichteten Schwitzanzug, zieht eine Trainingshose und eine dicke Regenjacke an und läuft los: vorbei an den Wettbuden und Würstchenständen, zwischen den Tribünen hindurch auf die Rennbahn.

  Dort beschleunigt er, sprintet Richtung Startboxen. Nach einer Runde um die zwei Kilo-

meter lange Bahn läuft der Schweiß die Wangen herunter, auf der Schläfe pulsiert eine Ader. Gramm für Gramm rinnt das Wasser jetzt in den Schwitzanzug. Rund 500 Gramm bringt der Lauf. Zurück in der Jockey- stube, geht van Eck zweimal 15 Minuten lang in die Sauna. Dann stellt er sich nackt auf die Waage: 62,0 Kilo. Geschafft.

Mit 13 auf dem Rennpony

  Van Eck wollte nie etwas anderes werden als Jockey. Er wuchs in einer pferdeverrückten Familie im niederländischen Boxmeer auf. Früh wollte er wie sein Vater Frank das „Mett-wurstrennen“ gewinnen, das jährlich Tausende Besucher ins Städt- chen lockt. Mit 13 saß er auf einem Rennpony, mit 17 ritt er sein erstes echtes Rennen,mit 20 wurde ihm klar, dass es nicht zum Profi reichen würde.

  Dennoch sitzt er heute fast täglich im Sattel.Morgens fährt er von Boxmeer 80 Kilometer zu einem Rennstall in Krefeld, wo er den Stall ausmistet und trainiert.Dann geht es zurück

nach Nijmegen, wo er an der Universität Sportwis- senschaften studiert. Und am Wochen-ende durch- kreuzt er ganz Deutschland, um hungrig und ausgezehrt ein Pferd, das er kaum kennt, ins Ziel zu reiten. Meist bekommt er dafür keinen Cent.

  Wenn es gut läuft, ein paar Euro. Warum tut er sich das an? „Ich liebe die Pferde“, sagt er. „Und da ist dieses spezielle Gefühl, wenn dein Pferd mit Schaum vor dem Maul in vollem Galopp ins Ziel jagt.“ Alle Jockeys kennen diesen Kick. Für die meisten wird er zur Sucht ihres Lebens. Und wie jede Sucht hat auch diese ihren Preis.

  Das Hungern und das Schwitzen sind nur ein Teil davon. Hinzu kommen der körperliche Verschleiß und - bei Profis - die Aussicht auf ein prekäres Leben. Knapp über 1.100 Euro verdient ein mittelmäßiger Profi, der im Stall eines Trainers arbeitet und für ihn reitet. Richtig verdient wird nur auf der Renn bahn. Und auch da nur, wenn man siegt. 75 Euro Sattelgeld bekommt ein Jockey pro Rennen. Das verdoppelt sich bei einem Sieg. Plus fünf Pro- zent des Preisgelds, das in der Regel bei ein paar Tausend Euro liegt. Macht ein paar Hunderter für den Gewinner. Minus Spesen.

  Viele Jockeys haben Geldprobleme nach der Karriere, die selten länger als 20 bis 30 Jahre dau– ert. Sie werden Taxifahrer, helfen auf der Rennbahn aus. Wer genug Geld zurücklegt, kann versuchen, Trainer zu werden. So wie John Hillis - der Mann, für den van Eck an diesem Tag in München reitet.

Leben von Luft, Tee und Zigaretten

Hillis, 51, ein Ire mit markantem Gesicht und Gold kettchen, sitzt im Büro seines Renn-stalls in Riem und blickt zur Vitrine mit den Pokalen. 24 Jahre lang war er Jockey. Im Som-mer in Europa, im Winter in Mumbai oder Hongkong, wo sich die Weltspitze trifft. Zu mehr als 5000 Rennen trat er an, fuhr rund 450 Siege ein. Das war die schöne Seite des Sports. Aber Hillis kennt auch die andere, die zerstörerische: ein Leben nur von „Luft, Tee und Zigaretten“.

  Der Ablauf ist seit 200 Jahren immer der gleiche, überall auf der Welt: Am Sonntagabend nach den Rennen wird noch schnell gegessen, dann geht montagfrüh das Hungern wieder los. „Kurz vor den Rennen habe ich immer nur noch rohe Eier mit Glukose gegessen, mal eine Tasse Tee getrunken. Wasser nur, um die Vitamintablette aufzulösen“, sagt Hillis. Wenn viel Gewicht runtermusste, ging er für Stunden in die Sauna. 45 Minuten dauerte dann ein Gang, dazwischen gab es Prosecco, für den Kreislauf.

  Dem Jockey-Leben und der Rennsportwelt den Rücken zu kehren kam für Hillis trotzdem nie in Frage. 2006 gründete er seinen Rennstall. Heute betreut er 32 Pferde. Er trainiert sie im Auftrag der Besitzer, bringt sie zu den Rennen und engagiert dafür geeignete Jockeys. Reich wird er auch damit nicht, aber er kann davon leben.

Für Dubai, Ascot und Paris zu groß, zu schwer

Zu Millionären werden nur wenige Top-Jockeys, etwa der legendäre Frankie Detorri. Der Italiener fing in den 80er-Jahren als Stallbursche in Mailand an. Heute ist er der bevorzugte Jockey des katari- schen Scheichs al-Thani und startet fast nur noch bei den großen Ren-nen in Dubai, Ascot oder Paris.

  Im vergangenen Jahr wurde Detorri zum „Großen Preis von Bayern“ für Tausende Euro nach München eingeflogen. In der Jockeystube saß der 46-Jährige direkt neben van Eck. Er gab ihm ein paar Tipps, schwitzte ein wenig in der engen Sauna - und gewann natürlich das Rennen. Dann stieg er in einen Porsche und war wieder weg.

  Es war van Ecks einziger Berührungspunkt mit einer Welt, in die er es nie schaffen wird. Vom Profi-Leben, von den großen Derbys hat er sich mit sei- nen 62 Kilo längst verab-

schiedet. Dazu müsste er noch zehn Kilo abnehmen - bei 1,73 Meter Größe. Immer wieder hat er es probiert, einmal sogar ge- schafft: „Ich war so glücklich, aber dann kam ich nicht mehr aus dem Bett. Ich war zu schwach, um aufzustehen. Bevor meine Karriere begann, war sie zu Ende.“

  Noch eine Stunde bis zum Start. Es ist voll geworden in der Kabine, rund um die Waage Stimmengewirr: Italienisch, Englisch, Französisch. Einige Jo-ckeys sitzen in der Sauna. Andere polieren ihre Reitstiefel aus Kunstleder. Sie wirken wie Attrappen, so federleicht sind sie.

  Die Ausrüstung der Reiter inklusive Sattel und Helm wiegt nur 1,2 Kilo. Van Eck streift die wattierte Schutzweste über den nackten Körper und steigt barfuß und ohne Unterwäsche in Nylonhose und Stiefel. Dann geht es zum Wiegen. Zwei ältere Damen vermerken jedes Gramm.

  In den Minuten vor dem Rennen hat jeder Jockey sein Ritual. Der eine kontrolliert den Sattel, der andere sitzt aschfahl am Fenster und zieht an einer Zigarette. Unter den Mitteln, zu denen manche Jockeys greifen, um den Hunger zu unterdrücken und kurzfristig leis-tungsfähiger zu sein, ist Nikotin noch eines der harmloseren. Immer wieder werden Jo-ckeys mit Alkohol oder Resten von Amphetaminen im Blut erwischt.

  Stars wie Frankie Detorri oder der Deutsche Top-Jockey Andrasch Starke wurden positiv auf Kokain getestet und lange gesperrt. Detorri wurde 2012 für sechs Monate von allen Rennen ausgeschlossen, Starke 2002 für ein halbes Jahr gesperrt. „Das mit den Drogen ist scheiße“, sagt van Eck.

  „Aber ich weiß selbst, wie schwer es ist, wenn man heute acht Ritte in München hat und morgen acht in Krefeld. Da kann ich schon verstehen, dass manche nach etwas suchen, das das Ganze leichter macht.“

  Van Eck und Hillis sprechen ungern über dieses Thema. Sie selbst seien nie in Versu-chung geraten, beteuern sie. Hillis erklärt sich die Fehltritte der anderen so: „Du kommst auf Partys mit Multimillionären, viele junge Leute, da kommst du rein, dann tust du es, und dann wirst du erwischt.“

  Vor allem an Renntagen treffen Menschen und Klassen aufeinander, die sonst wenig mit-

einander zu tun haben. Auf der einen Seite Jockeys wie van Eck. Auf der anderen Seite die Besitzer der Pferde: gehobenes Bürgertum, Unternehmer, Adlige, Fußballprofis, millionen-

schwere Investmentbanker.

  Erfolgreichen Jockeys winkt der Einlass in diese Glitzerwelt. Dann ist die Versuchung groß, alles für den nächsten Sieg zu tun. Doch ist man erst einmal drin, werden die Ver-suchungen nicht kleiner.

Was bei 70 km/h passieren kann

  Die Jockeys galoppieren über die Grasbahn zum Start, wo die Pferde in die Startboxen geschoben werden. Eines der Tiere steigt vor Nervosität, der Reiter hält sich gerade noch im Sattel. Kurze Zeit später öffnen sich die Gitter mit einem Knall. Kraft- voll katapultieren sich die 13 Pferde aus den Boxen. Eine Glocke läutet: Wettschluss, nichts geht mehr.

Im Führring. FOTO: Marc RÜHL.

  Auf der Rennbahn in Riem führen Stallburschen die Pferde zum Führring, wo sie den Zu-schauern vorgestellt werden. Verschwitzte Zocker prüfen mit einem letzten Blick ihre Chan-

cen, notieren sich ihren Geheimtipp. In der Mitte des Führrings, unter mächtigen Eichen, redet Hillis auf van Eck ein: letzte Instruktio- nen, aufbauende Worte. Van Eck spürt, wie das Adrenalin in ihm aufsteigt. „Hals und Bein!“, sagt Hillis. Van Eck lässt sich in den Sattel heben.

  Die Jockeys galoppieren über die Grasbahn zum Start, wo die Pferde in die Startboxen geschoben werden. Eines der Tiere steigt vor Nervosität, der Reiter hält sich gerade noch im Sattel. Kurze Zeit später öffnen sich die Gitter mit einem Knall. Kraft- voll katapultieren sich die 13 Pferde aus den Boxen. Eine Glocke läutet: Wettschluss, nichts geht mehr.

  Air Attack und van Eck sind die Favoriten, 41 Euro sind für zehn Euro Einsatz bei der Siegwette zu gewinnen. Air Attack galoppiert schnell an und geht an zweiter Position hinter Tom Tom Chap in den Schlussbogen. Van Eck wird energischer, die Hände an den Zügeln, arbeitet er wild mit den Armen. Als die Pferde auf die Zielgerade einbiegen, steht er in den kurzen Bügeln, den Pferderücken zwischen den Fußknöcheln. Es sieht gut aus. Sehr gut.

Aber van Eck und Hillis wissen, dass jetzt, bei Ge- schwindigkeiten von 70 km/h, passieren kann. Rückblende: 2. Juli 1994, der Tag vor dem 125. Deutschen Derby in Hamburg-Horn. Im Rennen um den Coca-Cola-Preis biegt Ron Hillis, Johns kleiner Bruder, auf dem Ga-lopper Cambio in die lange Ge- rade ein. Plötzlich läuft die Stute Curly vor ihm einem an-deren Pferd in die Beine.

  Ron stürzt mit Cambio über Curly, schlägt mit dem Kopf auf dem Boden auf. Sein Helm zerbricht. Der Rennarzt eilt herbei, rammt Ron einen Kugelschrei-ber in die Luftröhre, presst Luft in die kollabierten Lungenflügel, belebt ihn wieder. Mit schweren Kopfverletzun-

gen wird Ron in eine Klinik geflogen, schwebt in Lebensgefahr, liegt 20 Tage im Koma. Als er erwacht, kann er nur noch eingeschränkt se- hen - etwa so, als trage er Scheuklappen.

Er muss seine Karriere beenden. John Hillis reitet trotzdem weiter, auch für den Bruder. „Die Angst darf dich nicht beeinflussen“, sagt er, „gerade dann passieren die schlimmsten Fehler.“

Am Ende der Geraden kommen die Pferde den Tribünen immer näher. Getrappel, Zuschauerge-schrei und der Kommentator aus dem Lautsprecher: Alles vermischt sich immer lauter. Van Eck gibt Air Attack die Peitsche, einmal, zweimal.

Doch der siebenjährige Wallach wird langsamer. Vier Pferde fliegen an ihm vorbei. Party Freak gewinnt sicher. Air Attack wird Sechster.

Red Bull uns billiger Sekt

  In der Jockeystube wankt van Eck zum Kühlschrank. Im nächsten Rennen darf er 500 Gramm mehr wiegen. Er stürzt zwei Red Bull hinunter, schnappt nach Luft. Sein Kreislauf macht Probleme, die Beinmuskeln verkrampfen. Im Rennen fühlt er keinen Schmerz, keine Erschöpfung, doch jetzt, da das Adrenalin weg ist, kann er sich kaum noch auf den Beinen halten. Es kommt vor, dass Jockeys im Ausgalopp ohnmächtig vom Pferd fallen.

  Auch in seinem zweiten Rennen an diesem Tag, diesmal mit der Stute Pats Patricia, wird van Eck Sechster. Der Präsident des Rennvereins überreicht ihm eine rosa Flasche billigen Cava, sein Trostpreis. Van Eck ist trotzdem gut gelaunt. Als Amateuer ist er es gewohnt, nichts für seine Ritte zu bekom-

men.

  Heute hatte er immerhin mal die Chance, ein paar Euro zu gewinnen. Hillis lässt ihn ab und zu an Profi-Rennen wie dem heutigen teilnehmen. Bei einem Sieg van Ecks hätte der Trainer ihm fünf Prozent von der Prämie abgegeben. Warum Hillis das tut? „Weil der Junge talentiert ist.“ Und weil Hillis weiß, dass Männer wie van Eck immer seltener werden im Galoppsport.

Rennvereine gehen pleite

  Kaum einer will noch Jockey werden. Zu hart, zu unsicher ist der Job. Zudem bietet der Galoppsport kaum noch eine Perspektive. Vor 30 Jahren gab es in Riem 26 Renntage pro Saison, heute sind es ge- rade mal acht. Rund 500 Pferde standen damals in den Riemer Stallungen, heute sind es noch 150. Auch bundesweit gibt es weniger Rennen, die Zu- schauer fehlen, Rennvereine gehen pleite. Der Sport steckt in der größten Krise seit dem Bau der ersten Rennbahnen in Deutschland vor über 150 Jahren.

  Van Eck will trotz des Niedergangs so lange weiter reiten, wie es geht: „Es ist die Liebe meines Lebens, ich kann nicht ohne“, sagt er. Die ganze Schufterei habe auch ihr Gutes. „Je härter es ist, desto wert- voller sind die Erfolge.“

Endlich essen

  Als er am Abend Sattel und Schwitzanzug in seinem Rollköfferchen verstaut hat und die Jockeystube verlässt, steht ihm noch eine 700 Kilometer lange Heimreise bevor. Aber auch die schönsten Stunden der Woche: Endlich darf er essen. Früher hat er in solchen Momen-

ten gierig in sich hineingeschlungen, konnte dann nicht schlafen, hatte Schmerzen. Jetzt ist er vorsichtiger. Er schlingt jetzt in Etappen. Schließlich will er morgen fit sein. Da geht er in Nijmwegen wieder zur Uni, wo er als Sportstudent auch Nachwuchs-Athleten berät.

  Sein Thema: gesunde Ernährung.

Die Preisverleihung 2017

Vorne, v. l.: Florian Auburger (2.). Benedikt Warmbrunn (1.), Christoph Fuchs (Stipendiat). Hinten, v. l.: Wolfgang Uhrig (Jury), Thomas Walz (1. Vorsitzender VMS), Bürgermeisterin Christine Strobl (Jury), Hans Eiberle (Vorsitzender Jury), Michael Gernandt (Jury), Heinrich Lemer (Ressortleiter Sport Münchner Merkur). Es fehlt: Sebastian Fischer (3.).

FOTO: MARTIN HANGEN

Die Preisverleihung 2016

Von links: Thomas Walz (1. Vorsitzender VMS), Wolfgang Uhrig (Jury), Michael Gernandt (Jury), Bürgermeisterin Christine Strobl (Jury), Hans Eiberle (Vorsitz Jury), Johannes Kirchmeier (3. Preis), Benedikt Warmbrunn (1. Preis), Christopher Gerards (Stipendiat), Johannes Keller (Vertreter von Korbinian Eisenberger (2. Preis).

                                                                                  FOTO: ALEXANDER HASSENSTEIN

Die Preisverleihung 2015

Von links: Paul Sahner (Jury), verstorben im Mai 2015, Hans Eiberle (Vorsitz Jury), Katja Kraft (2.), Thomas Walz (1. Vorsitzender VMS), Johannes Kirchmeier (Stipendiat), Ronald Reng (Jury), Bürgermeisterin Christine Strobl (Jury), Benedikt Warmbrunn (1.), Sebastian Fischer (2.).

Die Preisverleihung 2014

Im Münchner Ratskeller überreichten Bürgermeisterin Christine Strobl und VMS- Vor-

sitzender Hans Eiberle Urkunden und Preisgelder an Sieger und Platzierte beim am Helmut-Stegmann-Nachwuchsförderpreis und an die Stipendiatinnen des Vereins Münchner Sportjournalisten. 

V.l.: Michael Gerandt (Jury),  Martin Schneider (2. Platz), Benedikt Warmbrunn (3. Platz), Phillip Woldin (1. Platz), Ronald Reng (verdeckt, Jury), Anna Dreher, Marieke Reimann (Stipendiatinnen), Eva Thöne (1. Platz), Paul Sahner (Jury), Wolfgang Uhrig (Jury), Hans Eiberle (1. Vorsitzender VMS), Bürgermeisterin Christine Strobl (Jury), Patrick Wehner (3. Platz).                                                                                             Foto: Maria Mühlberger

Geschäftsstelle:

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Leidenschaftlicher Blattmacher

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und guter Freund

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Sportchef mit 21,

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Ansichtssache

Reporter, wie sie                       im Buche stehen

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Als Gerd Müller zurücktrat        Als Beckenbauer nachtrat

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