Verein Münchner Sportjournalisten
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Neue Bücher

Die erste Reise

(2. Oktober 2020) - 24 Autoren schrieben auf, was ihnen unterwegs begegnet war: Er-zählungen, die vom Erwachsenwerden in Paris handeln, von Irland im Nieselregen, von Voodoo in Benin und einem Höllentrip mit der Transsibirischen Eisenbahn; Stories über die Wildnis im Yukon Territory und in der afrikanischen Savanne, über eine Odyssee auf Jamaika und eine Tour de Force durch Brasilien. Zwei Texte beginnen tief in der Kindheit, in Sizilien und Israel, einer mit einer Schnapsidee des Vaters, einer mit Magersucht und einer mit 200 Mikrogramm LSD.

  „Vielleicht magst du erwähnen“, schrieb mir Gerhard Waldherr, „dass drei gelernte Sport-journalisten dabei sind“: Peter Burghardt (Süddeutsche Zeitung), Gerhard Waldherr (He-rausgeber), beide Mitglieder des Vereins Münchner Sportjournalisten (VMS), und Giu-seppe Di Grazia (Stern). Außerdem Lucas Vogelsang, Teil des erfolgreichen Podcasts Fußball MML, zusammen mit Micky Beisenherz und Maik Nöcker.                                H.E

  Gerhard Waldherr, geboren 1960 in Bad Tölz, aufgewachsen in Gaißach, war nach sei-ner Zeit als Profi in der 2. Eishockey-Bundesliga (1979-1985) erst Volontär, dann Redak-teur der Süddeutschen Zeitung, Reporter beim Stern, freier Korrespondent in den USA und Chefreporter von brand eins. Seine Texte wurden darüber hinaus u.a. in Geo, Die Zeit, Spiegel special, Merian, Mare und Greenpeace Magazin veröffentlicht. Sie wur-den mit diversen Journalistenpreisen ausgezeichnet. Waldherr gewann mehrmals den Großen Preis des Verbands Deutscher Sportjournalisten (VDS) und war für den Egon-Erwin-Kisch-Preis und den Deutschen Reporterpreis nominiert. Waldherr ist Autor zahlreicher Bücher, er lebt mit seiner Familie in Berlin. 

Die erste Reise

Gebundene Ausgabe, 320 Seiten, Euro 19,50

ISBN: 978-3963480133

Herausgeber: Gerhard Waldherr

Autoren: Andreas Wenderoth, Anna Sanner, Anuschka Roshani, Barbara Schaefer, Elena Witzeck, Elisaveta Schadrin-Esse, Gerhard Waldherr, Giuseppe Di Grazia, Hans-Jürgen Burkard, Harald Nicolas Stazol, Ingo Petz, Kalle Harberg, Karin Lochner, Lucas Vogelsang, Martina Wimmer, Niklas Maak, Norah Steiner, Peter Burghardt, Peter Stamm, Peter von Felbert, Philipp Laage, Sarah Levy, Swantje Strieder & Teja Fiedler, Tania Kibermanis, Tatjana Kerschbaumer. 

Verlag: Reisedepeschen Verlag; 1. Auflage, Originalausgabe (1. Oktober 2020)

Hier bestellen:

https://www.reisedepeschen.de/verlag/shop/die-erste-reise-hg-v-gerhard-waldherr/       

Der „Doppelpass“ als Lese-Spaß

(25. September 2020) - Drin ist, wer „in“ ist, sonntags um elf im „Doppelpass“ bei Sport1. Dazu also jetzt auch mal die komplette Gästeliste aus 25 Jahren, von Adler, René bis Zwingmann, Joachim. Eine Aufzählung von wer, wann, wie oft. Namen auf elf Seiten im „Doppelpass“ – so heißt nun auch ein Buch über den gleichnamigen Fernseh-Klassiker, ein Geschenk zum 25.Geburtstag der Kultsendung. Eine Dokumentation mit sehr viel mehr als nur nüchternen Fakten, der „Doppelpass“ als Lese-Spaß. Ein unterhaltsamer Kessel Buntes, Berichte, Bilder, 160 Seiten Fakten zum Fußball mit jeder Menge ver-gnüglicher Anekdoten.

  Wie das alles anfing mit dieser großen Meinungsbühne, erzählt ihr Erfinder Kai Blasberg. Er habe früher bei seinem Opa den politischen „Frühschoppen“ mit Werner Höfer geguckt habe, immer am Sonntagmorgen: „Hoppla, so ein Format kann es doch auch für den Sport geben.“ Die Pilotsendung am 17.Juni 1995 sahen dann 220 000 Zuschauer, 65 000 D-Mark hat sie gekostet: „Wir kämpften damals gegen Widerstände. Die eigene Redaktion wollte uns nicht, die Bundesliga wollte uns nicht. Aber wir haben uns mit Hartnäckigkeit, Kompetenz und dem richtigen Riecher für das richtige Format und zur richtigen Uhrzeit durchgesetzt.“

  Als „Mann der ersten Stunde“ wird im Buch Jörg Krause vorgestellt, fast zwei Jahrzehnte verantwortlich für die Sendung. Krause erzählt, warum er Thomas Müller gerne einmal da-bei gehabt hätte, auch Jürgen Klopp oder häufiger Freiburgs Trainer Christian Streich: „Aber der steht sonntagmorgens auf dem Trainingsplatz und will seine Jungs nicht allein lassen.“ Chefredakteur Pit Gottschalk erklärt, warum Armin Veh ein „besonders angeneh-mer Gast“ ist, als Boss lobt er seinen Moderator Helmer, dessen Sonntags-Auftritte immer „leidenschaftlich und ungerecht“ auf Twitter kommentiert würden: „Aber das muss man am Hochaltar des deutschen Fußballs aushalten.“

  Thomas Helmer selbst beschreibt seinen Weg vom Stadion ins Studio, er erzählt von der Schulung beim Altmeister Ernst Huberty. „Ich glaube,“ habe der Coaching-Guru zu ihm gesagt, „ich glaube, ein bisschen Talent haben Sie wohl.“ Und dieses habe dann der da-malige DSF-Chefredakteur Axel Balkausky gefördert.

  Zum Schmunzeln sind die unzähligen Anekdoten. Dass Rainer Calmund nie allein zur Sendung erschien: „Mal brachte er seine Ehefrau Silvia mit, mal seinen Chirurgen und zuletzt seine Ernährungsberaterin. Weil er auf Diät gesetzt war und auf seine drei Eier mit einem Kilo Speck verzichten musste.“ Wir lesen, was Rudi Völler zum „Sympathie-Welt-meister“ macht, und wie er sich im Flugzeug auf dem Weg zur Sendung von den Fähig-keiten des Löffel-Biegers Uri Geller überzeugen lassen musste. Oder über Volker Finke, der einmal beim Einmarsch in der berühmten Drehtür zum Sendeplatz steckenblieb.

  Harald Stenger enthüllt in einem Gastbeitrag, dass er nach einem gemeinsamen „Dop-pelhhpass“-Auftritt mit Gerhard Mayer-Vorfelder spontan und noch vor Ort vom damaligen DFB-Präsidenten „MV“ als Pressechef verpflichtet wurde. Stengers Vor-Vorgänger Rainer Holzschuh begründet, warum einst die Pläne seines „kicker“ scheitern mussten, schon vor dem „Doppelpass“ eine Talkrunde ins Fernsehen zu bringen, welche Rolle dabei das Ur-Gestein Uli Potofski von RTL spielte. Wolfgang Golz, in der ersten Sendung 1995 ebenso zu Gast wie zuletzt 2020, gibt zu: „Immer, wenn das rote Licht an der Kamera angeht, bin ich total nervös. Immer noch.“ Und Alfred Draxler stellt fest: „Wenn es den Doppelpass nicht gäbe – der Fußball-Gott würde ihn erschaffen.“

Wolfgang Uhrig
sport1 „Doppelpass“, Geschichten rund um die Kultsendung, 160 Seiten, Verlag DieWerkstatt, 19,90€, überall im Buchhandel.

"Mehr als ein Spiel"

  Das kommt jetzt alles noch einmal hoch in mir. Durch dieses große Foto mit Karlheinz Schnellinger. Wie der lange Blonde in eine Flanke von Jürgen Grabowski wuchtet, den Ball mit rechts erwischt und trifft – Ausgleich, 1:1, 90.Minute, Verlängerung! Im WM-Halb-finale zwischen Deutschland und Italien 1970 in Mexiko City folgen die dramatischsten zwanzig Minuten der Fußball-Geschichte. Am Ende verliert Deutschland 3:4. Vor mehr als 102.000 Zuschauern im Aztekenstadion ein Jahrhundertspiel – viel mehr als ein Spiel …

  „Mehr als ein Spiel“, so heißt denn auch diese Erinnerung an den 17.Juni vor fünfzig Jahren. Ein Denkmal zum Jahrestag, frisch am Kiosk. Oliver Wurm, Herausgeber und Chefredakteur, früher einmal Redakteur bei „Sportbild“, führt mit seinem Magazin in die Fußball-Vergangenheit, eine 100 Seiten starke Chronik, mit opulenten Bildern, beein-druckenden Texten und Interviews.

  Man leidet wieder mit Franz Beckenbauer, der in der 65.Minute nach einem Foul gestürzt ist, in der Pause zur Verlängerung schulterverletzt und mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden liegt. Er wird bandagiert, sein Brustkorb und der rechte Oberarm wie bei einer Mumie eingewickelt. Wohl niemals zuvor sah man einen Mut wie den vom „Kaiser“, der über zwanzig Minuten lang tapfer weiterkämpft. Und dann diese großformatige Dokumen-

tation zur nervenaufreibenden Dramaturgie der Verlängerung: 2:1 Müller (95.Minute), 2:2 Burgnich (99.), 3:2 Müller (110.), 3:3 Riva (110.) 3:4 Rivera (111.) – die Entscheidung. Keine Unterhaltung kann so viel bieten. Kein Thriller kann stärkere Effekte haben.

  Beim Anpfiff in Mexiko ist es 16 Uhr, daheim in Deutschland beginnt das Drama um 23 Uhr. Es wird eine Nachtschicht, für 35 Millionen Zuschauer vor dem Fernseher. Reporter ist Ernst Huberty, Kollege Kurt Brumme erzeugt im Radio Bilder mit Worten. Er fesselt jetzt im Jubiläumsheft den Leser noch einmal mit seinen O-Tönen von damals: „Da liegt einer am Boden. Burgnich ist soeben verstorben, sehe ich, aber … Nein, er steht auf, er steht auf – weil der Ball hereinkommt.“

  Dazu Erinnerungen von Zeitzeugen. Karlheinz Schnellinger ist „im Augenblick des Glücks ganz leer im Kopf“. Willi Schulz klagt zu seinem spielentscheidenden Duell mit Roberto Boninsegna: „Wir hatten hinten richtig zu tun, das können Sie mir glauben.“ Der Tormann Sepp Maier nimmt sich den umstrittenen Schiedsrichter Arturo Yamasaki aus Japan vor die Brust: „Er hat uns verpfiffen, diese linke Bazille. Fouls an Franz Beckenbauer und Uwe Seeler waren ganz klare Elfer. Der hat einfach weiterspielen lassen. Ein Wahnsinn …!“

  Ich bin dreißig und berichte neben Karl-Heinz Cammann für den Sport-Informations-Dienst, den SID. Weil die Agentur immer schnell „Stimmen zum Spiel“ braucht, gelingt es mir trotz aller Hindernisse, pünktlich mit dem Schlusspfiff unten im Kessel des Stadions zu sein. Kann auf dem Platz erste Reaktionen einfangen und einen tapfer lächelnden Gerd Müller begleiten, der stolz das Trikot von Giacinto Facchetti trägt, Kapitän der Italiener.

Mehr als ein Spiel“, auch für mich …                                                         Wolfgang Uhrig

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Aktuelles

Stegmann-Nachwuchs-Förderpreis 2022 -   Die prämierten Texte

Stegmann 2022 16 S. pdf.pdf
PDF-Dokument [3.6 MB]
Presseausweis-Antrag 2022
Antragsformular_Presseausweis_2022.pdf
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VMS INFO 2021 Final.pdf
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Ansichtssache

Gedenktage

Geburtstage

Maria Mühlberger 85

Die Kamera mit dem

Golfschläger getauscht

Edgar Endres 60

BR-Hörfunkreporter

statt Papstnachfolger

2 x 60

Thomas + Joachim Walz

Peter M. Lill 75

Vom Bauingenieursstudium über 1860 und Vettel zum Kochbuch-Autor

Christian Wechslinger 70

In 35 Sportarten daheim

Neue Bücher                           

Die Süddeutsche Zeitung schrieb, Hartmut Scherzer sei „der verrück-teste deutsche Sportreporter“. Er berichtete über 15 Fußball-Weltmei-sterschaften, 21 Olympische Spiele und 33-mal von der Tour de France. Und hat alle großen Boxkämpfe live gesehen; „Rumble in the Jungle“ in Kinshasa, wo George Forman von Muhammad Ali eine Tracht Prügel bezog, und den „Thrilla in Manila“, als Joe Frazier von Ali vermöbelt wurde.

Ein ereignisreiches Reporterleben – kein Wunder, dass Scherzer 735 Seiten benötigte, um unter dem Titel „Welt Sport“ aus 50 Jahren Sportgeschichte aufzuschreiben, was ihm wichtig ist. Legendäre Boxkämpfe natürlich - er war als Student zweimal deutscher Hochschulmeister und trainiert auch mit 83 Jahren noch den Faustkampf.

Aber Hartmut Scherzer will auch vermitteln, dass der Sport jenseits seiner Grenzen etwas bewegen kann, weil allem mit allem zusam-menhängt: Mit Rassismus, Terror, Black Power, siehe Muhammad Alis Protest gegen den Vietnamkrieg. Mit Doping und Hooligans. Ich sehe ihn noch, wie er sich vor dem Länder-spiel gegen die Niederlande in Rotterdam mit blutiger Glatze vor dem Mob in einen Juwelierladen rettete, in den wir Reporter geflüchtet waren. Hinter ihm fiel das Türgitter.

Dreieinhalb Jahre hat Scherzer ge-schrieben und Fotos sortiert („ich bin ein Sammler“). Entstanden ist ein prall gefülltes Zeitdokument eines Sportreporters, wie es ihn in der neuen digitalen Welt vermutlich bald nicht mehr geben wird. H.E.

 

Societäts-Verlag. 736 Seiten, ISBN 978-3-95542-384-1. Format Hardcover, 25 Euro

Nur eines unterscheidet Fotios, Marius und Niko von ihren Freunden in der nordbayerischen Provinz: Sie spielen alle drei un-widerstehlich gut Fußball. Noch bevor sie 14 werden, nehmen die Profiklubs 1. FC Nürnberg und Greuther Fürth sie in ihre Lei-stungszentren auf. Von da an führen ihre Leben in neue, un-

vermutete Richtungen.

  Ein Buch über drei fantastische Jungs, die dribbeln wie Messi und von großen Karrieren träumen.

  Ronald Reng hat die drei be-gleitet, hat neun Jahre lang Dra-matik und Glück, Einsichten und schwere Entscheidungen miter-

lebt, das Scheitern und Gelingen eines großen Traums. (Verlagstext, Bespechung folgt).

13,8 x 22,0 cm / ca. 432 S.

Hardcover mit Schutzumschlag

22,- Euro

ISBN 978-3-492-07099-7

Anno dazumal

Als Gerd Müller zurücktrat        Als Beckenbauer nachtrat

Wenn Ronny mit                         dem Kopf abstaubt

Fußballsprache oder ganz schlechtes Deutsch?

 

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