Verein Münchner Sportjournalisten
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Neue Bücher

"Mehr als ein Spiel"

  Das kommt jetzt alles noch einmal hoch in mir. Durch dieses große Foto mit Karlheinz Schnellinger. Wie der lange Blonde in eine Flanke von Jürgen Grabowski wuchtet, den Ball mit rechts erwischt und trifft – Ausgleich, 1:1, 90.Minute, Verlängerung! Im WM-Halb-finale zwischen Deutschland und Italien 1970 in Mexiko City folgen die dramatischsten zwanzig Minuten der Fußball-Geschichte. Am Ende verliert Deutschland 3:4. Vor mehr als 102.000 Zuschauern im Aztekenstadion ein Jahrhundertspiel – viel mehr als ein Spiel …

  „Mehr als ein Spiel“, so heißt denn auch diese Erinnerung an den 17.Juni vor fünfzig Jahren. Ein Denkmal zum Jahrestag, frisch am Kiosk. Oliver Wurm, Herausgeber und Chefredakteur, früher einmal Redakteur bei „Sportbild“, führt mit seinem Magazin in die Fußball-Vergangenheit, eine 100 Seiten starke Chronik, mit opulenten Bildern, beein-druckenden Texten und Interviews.

  Man leidet wieder mit Franz Beckenbauer, der in der 65.Minute nach einem Foul gestürzt ist, in der Pause zur Verlängerung schulterverletzt und mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden liegt. Er wird bandagiert, sein Brustkorb und der rechte Oberarm wie bei einer Mumie eingewickelt. Wohl niemals zuvor sah man einen Mut wie den vom „Kaiser“, der über zwanzig Minuten lang tapfer weiterkämpft. Und dann diese großformatige Dokumen-

tation zur nervenaufreibenden Dramaturgie der Verlängerung: 2:1 Müller (95.Minute), 2:2 Burgnich (99.), 3:2 Müller (110.), 3:3 Riva (110.) 3:4 Rivera (111.) – die Entscheidung. Keine Unterhaltung kann so viel bieten. Kein Thriller kann stärkere Effekte haben.

  Beim Anpfiff in Mexiko ist es 16 Uhr, daheim in Deutschland beginnt das Drama um 23 Uhr. Es wird eine Nachtschicht, für 35 Millionen Zuschauer vor dem Fernseher. Reporter ist Ernst Huberty, Kollege Kurt Brumme erzeugt im Radio Bilder mit Worten. Er fesselt jetzt im Jubiläumsheft den Leser noch einmal mit seinen O-Tönen von damals: „Da liegt einer am Boden. Burgnich ist soeben verstorben, sehe ich, aber … Nein, er steht auf, er steht auf – weil der Ball hereinkommt.“

  Dazu Erinnerungen von Zeitzeugen. Karlheinz Schnellinger ist „im Augenblick des Glücks ganz leer im Kopf“. Willi Schulz klagt zu seinem spielentscheidenden Duell mit Roberto Boninsegna: „Wir hatten hinten richtig zu tun, das können Sie mir glauben.“ Der Tormann Sepp Maier nimmt sich den umstrittenen Schiedsrichter Arturo Yamasaki aus Japan vor die Brust: „Er hat uns verpfiffen, diese linke Bazille. Fouls an Franz Beckenbauer und Uwe Seeler waren ganz klare Elfer. Der hat einfach weiterspielen lassen. Ein Wahnsinn …!“

  Ich bin dreißig und berichte neben Karl-Heinz Cammann für den Sport-Informations-Dienst, den SID. Weil die Agentur immer schnell „Stimmen zum Spiel“ braucht, gelingt es mir trotz aller Hindernisse, pünktlich mit dem Schlusspfiff unten im Kessel des Stadions zu sein. Kann auf dem Platz erste Reaktionen einfangen und einen tapfer lächelnden Gerd Müller begleiten, der stolz das Trikot von Giacinto Facchetti trägt, Kapitän der Italiener.

Mehr als ein Spiel“, auch für mich …                                                         Wolfgang Uhrig

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Gedenktage

Geburtstage

Dieter Schön 80               

"Eigentlich bin ich ziemlich fit...!"

Gerhard Waldherr 60         Boris Becker, Muhammad Ali und Frau Hirschkuss

Jürgen Hasenkopf 70               

Immer (noch) im Bilde

Ludger Schulze 70

"Couragierter Journalist mit Mut zur eigenen Meinung"

Raimond Hinko 70

Schampus, bitte! Aber 7 Grad kühl!

Fritz von Thurn und Taxis 70

Yoga statt Joshua

Karlheinz Kas 65

"Mettwurst gegen Weißwurst"

Dr. Philipp Geiss 60

Sportler, Lehrer, Philosoph

Sportjournalist und Programmdirektor

Hans Staar 70

Masseur, Filmvorführer,

dann Sportjournalist

Gerhard Bosch 70

Fingerspitzengefühl                 

Ansichtssache

Selbstbedienungsladen

Neue Bücher                           

Mehr als ein Spiel“

100 Seiten, 7.00 Euro.

Aus der Serie „Fußball-Gold“ von

Oliver Wurm (Herausgeber, Chefredakteur),

Udo Muras, Broder-Jürgen Trede (Red.),

Hein-Hoyer-Straße 36, 20359 Hamburg

                      FOTO: SEBASTIAN WELLS

Ronny Blaschke, Jahrgang 1981, beschäftigt sich als Journalist und Autor mit politi-schen Themen im Sport, u. a. für Deutschland-

funk, SZ und Deutsche Welle. Die Recherchen für seine Bücher lässt er in politische Bildung ein- fließen, in Vorträge, Moderationen und und Konferenzen. Zudem entwickelt er unterschiedliche Informationsreihen.

Blaschke wurde für seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet.

                     "Machtspiele"

Diktatoren bringen Spieler auf Linie und nutzen Stadien als Militärbasen. Ob einst in Jugoslawien, in der Ukraine und zuneh-mend in der arabischen Welt: Ultras kämpfen in Revolutionen an vorderster Front und ziehen sogar in den Krieg. Vereinsinvestoren aus China, Russland und den Golfstaaten sichern ihren Regie-rungen Einfluss in Europa. 

„Machtspieler“ verdichtet Recherchen in 15 Ländern und blickt durch das Vergrö-ßerungsglas Fußball auf Geschichte, Kul-tur und Religion.

Die Einleitung des Buches finden Sie auf meiner Homepage https://ronnyblaschke.de/machtspieler-fussball-in-propaganda-krieg-und-revolution/?mc_cid=fbf2aff28b&mc_eid=e09f0ee157#Einleitung

 

Wer das ganze Buch lesen möchte, kann es hier bestellen:

https://www.werkstatt-verlag.de/isbn/9783730704950?mc_cid=fbf2aff28b&mc_eid=e09f0ee157

 

256 Seiten, Format 13,5 × 21,5 cm, Paperback, ISBN 9783730704950,

1. Auflage 2020. Preis € 19,90, E-Book 14,99.

Erschienen am 2. September 2019

22,00 (D), € 22,70 (A)

Erscheint am 02.09.2019 im Piper Verlag

448 Seiten, Hardcover mit Schutzum-schlag

EAN 978-3-492-05953-4

MIRO

Anno dazumal

Als Gerd Müller zurücktrat        Als Beckenbauer nachtrat

Wenn Ronny mit                         dem Kopf abstaubt

Fußballsprache oder ganz schlechtes Deutsch?

 

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